Ostseekind

Einmal Ostsee, immer Ostsee. Nach nur einem Tag muss ich gestehen, was ich nicht wahrhaben wollte: Ich bin ein Ostseekind.


Jahrelang sind meine Eltern mit uns (meinem Bruder und mir) an die Ostsee gefahren. Weil man als Bürger der D*eutschen D*emokratischen R*epublik eben auch nicht groß wo anders hinkam. Jeden Sommer, 3 Wochen. Sie haben unser Schneckenhaus an den Wartburg gehängt und sind mit uns an die Ostsee gefahren. Ich verband mit diesen Urlauben immer das, was Kindheit und Glück bedeutet: Gemeinsamkeit, Sand in den Haaren, Sonnenbräune (nicht Sonnenbrand!), morgens gemeinsam aufwachen und den FKKlern auf dem Weg ins Meer zusehen.

Es war Liebe in der reinsten Form.


Als ich groß war, wollte ich endlich an die Nordsee. Ich wollte die Gezeiten mit eigenen Augen sehen. Wollte an ein „richtiges“ Meer, eben nicht dahin, wo ich schon tausend Mal war. Die Urlaube waren toll, aber das Klima ist rau, immer wurden wir krank. Die Nordsee ist eben die Nordsee.

Und jetzt sind wir den ersten Tag unseres Urlaubs an der Ostsee. Ein wenig fühlt es sich vertraut an, auch wenn wir ganz woanders sind.


Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern nicht mehr da sind. Vielleicht sage ich das immer, wenn ich am Meer bin. Aber ich habe den Drang, einen Wohnwagen an unser Auto zu hängen und wieder zu kommen. Immer wieder. Damit meine Kinder diese Liebe auch spüren können.

#rpTEN

Und auch in diesem Jahr für mich die re:publica Anfang Mai wieder nach Berlin. Das „Klassentreffen“ der Internetmenschen. Früher waren es Blogger, heute sind hier echt alle Vertreten: Blogger, Medienmenschen, Unternehmen aus so ziemlich jeder Branche.


Für mich ist es die dritte re:publica. 2011 kam ich das erste Mal, dann wieder 2015 und heute. Irgendwie ist das „wir“ aber immer geblieben. Sicher, wir leben hier in einer Filterbubble. Diese Internetmenschen kennen sich aus mit den Social Media Gedöns da draußen – oder versuchen es (im Falle von Snapchatten) jedenfalls. Wir reden über Netzpolitik, über Leistungsschutz- und Urheberrecht und vergessen manchmal, dass die große Mehrheit da draußen erstmal „abgeholt“ werden muss. Was ich an dieser Konferenz aber besonders mag: Sie ist schrecklich unkompliziert. Die Sessions haben so viele Themen, manche „seriös“, manche mit Witz. Viele transportieren in der Metaebene eine ernste Warnung. Und wir sitzen immer noch auf dem Fußboden, wenn keine Sitzplätze mehr frei sind.

Ich mag dieses Klassentreffen für diese Unkompliziertheit. Und ich mag es wegen der Menschen, die man sonst nur im Internet trifft. Auf geht’s in den zweiten Tag…

Mein Endgegner

Als ich Mutter wurde hatte ich schon dieses dumpfe Gefühl, aber mit dem Wachsen der Kinder wurde auch die Gewissheit stärker: Geduld ist mein Endgegner.

Ich war noch nie ein besonders geduliger Mensch. Bei mir muss alles schnell oder wenigstens sofort passieren. Abwarten kann ich einfach nicht. Wahrscheinlich ist es genetisch, man weiß es nicht. Dann kam der Prinz und die erste Lektion, die ich lernen musste, war Geduld zu haben. Warum dauert es „so lange“ bis der CPAP weg ist und die Armung damit stabil? Die Antwort der Ärzte war immer: Haben Sie Geduld und geben Sie Ihrem Sohn die Zeit, die er zum Wachsen braucht. Im Kopf war mir das klar, aber hilflos neben dem Bettchen zu sitzen und zu sehen, dass er das alles allein schaffen muss, war schwer.

Dann kam er nach Hause und irgendwann zog das Osterkind bei uns ein. Und auch wenn die Kinder klein sind, hilft vor allem Geduld. Geduld, bis das Stillen nicht mehr schmerzvoll ist, bis die Schlafphasen angenehmer werden. Bis die Kinder gelernt haben allein zu essen oder nicht mehr die 100%ige Aufmerksamkeit eines Erwachsenen brauchen. Geduld, bis sie selbst aussprechen können, was sie möchten.

All diese Hürden haben wir nun genommen. Aber es geht weiter. Dieses 1.000 malige Wiederholen von „Schubst euch nicht!“, „Zieh dich bitte an!“, „Iss‘ bitte dein Müsli auf! Wir müssen loshooos!!“ Es zehrt an meinen Nerven. Es macht mich fertig. Jeder Satz, den man als Mutter sagt, wird sofort auf „Repeat“ gestellt. Immer und immer wieder. Ich könnte sie alle als Sprachmemo aufnehmen und in Endlosschleife abspielen.

Ich weiß, durch wiederholen lernt man. Und auch ich lerne dabei. Ich formuliere klarer, merke schon direkt beim Aussprechen, wenn es eben nicht klar genug war. Aber dennoch nervt es mich zu Tode, jeden – wirklich JEDEN – Morgen alles 437mal sagen zu müssen. Geduld ist mein Endgegner. Und ich weiß nicht, wieviele Leben ich noch opfern muss, um ihn zu schlagen.

… was sich ewig bindet

Irgendwann heute fand ich in meiner Facebook-Timeline ein Interview im Süddeutsche Magazin mit dem schönen Titel „Im Gesetz steht von Liebe kein Wort„. Darin beschreibt eine renommierte Scheidungsanwältin, was sie in all ihren Berufsjahren so erlebt und gesehen hat. Es geht um die Ehe und deren Ende. Und ja, der Text ist schon etwas ernüchternd. Sehr ernüchternd.

Sie erzählt, dass oft die Vollzeitjobs und das zweite Kind eine Ehe beenden, weil sich die Partner auseinander leben und der Alltag alles andere frisst. Aber natürlich sind es nicht die Vollzeitjobs und die Kinder, sondern die Ansprüche, die man so stellt. Zwei Kinder sind eine Hausnummer, ja. Eine 40-Stunden-Woche ist eine Hausnummer, vor allem, wenn man noch eine picobello Wohnung haben will.

Deshalb haben wir unsere Ansprüche angepasst: Da wir nicht einmal eine Spülmaschine besitzen (Ha! Wir tollkühn wir unsere Ehe aufs Spiel setzen!), schaffen wir abends meist nur den Abwasch. Das Chaos im Wohnzimmer bleibt viel zu oft liegen. Die Wäsche wird ab und zu nochmal gemacht, aber alles andere schieben wir aufs Wochenende. Und natürlich sind wir abends oft zu müde für alles, was über Sofa und Serien hinaus geht. Meist verkrümele ich mich direkt um 9 mit meinem Kindle im Bett. Aber das ist ok. Wir wissen, dass es auch anders werden wird. Das die Zeit, in der die Kinder so klein sind, begrenzt ist und wir wahrscheinlich viel zu früh wieder allein wohnen.

Was mir an dem Interview aber wirklich imponiert hat, war die nüchterne Herangehensweise an das Thema Ehe. Ich bin da ja auch eher Realist: Mir ist klar, dass man für dieses „Auf immer und ewig“ arbeiten muss. Höchstwahrscheinlich hart arbeiten muss. Dass etwas Metall an einem Finger keine Garantie ist – weil das Leben eben keine Garantien gibt. Wenn man mich fragt, habe ich nicht aus Liebe geheiratet. Denn lieben kann man sich auch ohne Trauschein. Wir haben geheiratet, weil es vor allem wenn es „offiziell“ wird leichter ist,  wenn der Staat einem glaubt. Und weil man Steuern spart, natürlich. Hihi.

#12von12 im Februar

Es ist mal wieder der 12. eine Monats und damit Zeit für 12 Fotos aus meinem Alltag:


Der Tag begann mit Excel. Könnte es schöner sein?


Dann habe ich meiner Kollegin kurzerhand „Pneumatik“ erklären wollen. Ich denke, sie hat es verstanden. In Zuge dessen ließ ich mir direkt mal die Funktionsweise der Kupplungen unserer Stadtbahnen erklären und dachte nur ganz kurz über ein Maschinenbaustudium nach. Ähem.


Irgendwann war der Kaffee alle. Da die Maschine aber schon gereinigt war, wollte ich die am Freitagnachmittag nicht nochmal einsauen.


Wir gingen stattdessen mit den Kindern zum Bäcker und machten dort „Teezeit“.


Und natürlich gab es da auch Kaffee für die Eltern.


Danach gönnten sich der Hauptfreund und ich neue Winterdecken und Kopfkissen. Genaues kann ich erst morgen sagen, aber ich denke, die Investition hat sich gelohnt.


Zuhause angekommen waren die Schnuffels mangels Mittagsschlaf echt platt. Also gab es das Abendessen heute auf dem Sofa.


Der Hauptfreund stimmte noch schnell das Geburtstagsgeschenk vom Osterkind. In 1,5 Monaten wird sie schon 3!


Und dann war da noch Mount (Ab-) Waschmore.


Aber mit dem „Dirty Dancing“ Soundtrack im Ohr war es auszuhalten.


Die Familie brachte heute auch den Frühling mit ins Haus!


Und jetzt geht’s endlich ins Bett – die neue Decke testen. Gute Nacht, Welt!

Abgestillt.

Zwei Jahre und ganz knapp 10 Monate habe ich das Osterkind gestillt. Das sind ungefähr 16 Monate mehr, als ich ursprünglich mal gedachte hatte. Und nun ist das Osterkind groß und ich habe meine B*rüste wieder für mich.

  
Im vergangenen Jahr kam der Wunsch nach dem Abstillen immer wieder hoch. Nicht nur die Ungläubigen Blicke von eigentlich allen, wenn ich erzählte, dass ich mein zweijähriges Kind noch stille. Es waren vor allem die Nächte, die nicht leichter wurden, je älter das Osterkind wurde. Es ist nämlich ein himmelweiter Unterschied, ob man nachts nicht schläft, weil ein Säugling stillen MUSS oder weil ein Kleinkind stillen WILL. Aber dennoch fehlte mir immer wieder das Durchhaltevermögen, denn das Osterkind dachte nicht im geringsten daran, die Milchbar irgendwann einmal freiwillig aufzugeben.

Also packte ich die letzte Dienstreise beim Schopf: Schließlich war sie ganz hervorragend ohne Milch, aber dafür mit ihrem Papa eingeschlafen. Und am Freitag war dann eben die Milch weg. Nachdem wir sie nachts haben „meckern“ lassen (natürlich fragte sie nach dem Stillen), kam dann auch die „Milchfee“ und brachte ihr die heißersehnten Chucks. Nun, was soll ich sagen? Mit dem Moment, in dem für mich klar war, dass es nun vorbei ist, war das Osterkind gefühlt zehn Zentimeter größer. Sie lief in ihren neuen Schuhen durch die Wohnung und ich sah in ihr nicht mehr „mein Baby“, sondern mein großes Mädchen!

Natürlich wird sie nachts noch zweimal wach und besteht darauf, endlich wieder Milch zu bekommen. Sie lässt sich aber beruhigen und versteht, dass wir kuscheln, aber nicht mehr stillen können. Sie ist eben doch größer, als ich immer wahr haben wollte.

Einen Nachteil hat das Ganze aber doch: Den Mittagsschlaf hat sie damit auch an den Nagel gehängt. Aber irgendeinen Haken muss die Sache ja für mich auch haben.

„Wir sind lieb.“

Ich bin heute für eine Nacht auf Dienstreise und daher nicht zu Hause bei Mann und Kindern. Natürlich telefonieren wir aber, als sie auf dem Weh ins Bett sind. Zuerst ertönt in Stereo: „Mama, komm nach Hause!“ Was mir schon einmal sehr das Herz zerreißt. Ich antworte also, dass das nicht geht und dass ich ganz traurig werde. Da antwortet das Osterkind: „Wir sind nicht traurig. Wir sind lieb.“ Und schon war alles wieder gut. 💕

Geträumt.

Am Wochenende träumte ich, ich hätte 2,5 Wochen Urlaub eingereicht. Ich wollte mit einer Freundin nach Asien fliegen. Alles war geklärt, ich verabschiedete mich im Büro. Und dann, einen Tag vor Start fiel mir ein, dass ich weder den Flug gebucht, noch einen gültigen Reisepass zu Hause hatte. Und dann ist da ja auch die Familie, ohne die ich ja niemals allein in den Urlaub fliegen würde. Also ging ich wieder ins Büro und bat meinen Chef, den Urlaub zu streichen.  Ähem?

Nun bin ich ja jemand, der seine Träume dann immer gleich googelt und die Traumbilder deutet. „Vergessen“ gibt es nicht. „Urlaub“ bedeutet, dass man sich dringend nach Entspannung sehnt. Und diese wohl auch braucht. Aber ich hab ja nun geträumt, dass ich dann doch keinen hatte. Und meine Freundin auch noch alleine fliegen musste… Es ist erstaunlich, was sich mein verschwurbelter Kopf alles ausdenken kann. Ich verstehe es übrigens auch nach zwei Tagen noch nicht.

Das muss ein Ende haben.

Eigentlich habe ich keine guten Vorsätze, die ich an Silvester fasse und dann einen Monat später wieder verwerfe. Dieses Jahr ist das aber anders. Ich will mein Mama-Ich ändern. Grundlegend. Um nicht das Mama-Ich meiner Mutter zu werden. Das ich meine ganze Kindheit und darüber hinaus verabscheut habe und welches auch nicht ganz unschuldig daran ist, dass ihr Tod kein tragisches Trauerjahr in mir ausgelöst hat.

Ich habe Anfang 2016 beschlossen, die Kinder nicht mehr anzubrüllen. Auslöser war der erste Morgen, an dem es wieder zur Arbeit und für die Kinder in die Kita ging. Das Osterkind wollte sich – wie schon seit einiger Zeit – mal wieder nicht anziehen lassen. Sie trödelte, zoge ihr Frühstück in die Länge, um dann immer wieder vor mir wegzulaufen. Ich gehe dann immer einfach schon mal zur Tür, ziehe den Prinz und mich an und spätestens dann kommt sie und will dann doch mit. Es war mal wieder viel zu spät als sie sich entschloss, sich doch anziehen zu lassen. Und eigentlich war schon alles gegessen, als ich sie dann eben doch anschrie. Ich brüllte, dass mich dieses Hin und Her unmäßig nervt und sie – weinte. Natürlich. Kleine Ohren sind für Erwachsenengeschrei nicht gemacht. Wer weiß das besser als ich?! Sofort wurde mir klar, wie dämlich diese Reaktion gerade von mir war. Ich entschuldigte mich und dann sagte der Prinz einen sehr wahren Satz: „Du musst jetzt aber auch endlich mal lernen nicht mehr zu schreien.“ So wie wir die Kinder immer wieder darauf hinweisen, dass sie bestimmte Dinge langsam mal allein machen sollen/ müssen, so muss ich auch etwas lernen.

Direkt nach dem Brüllen tut es mir immer unendlich leid. Aber während mich die Kinder durch ihr Verhalten (was völlig okay, aber eben für mich unpassend ist) zur Weißglut treiben, spielen sich in meinem Kopf die Szenarien meiner Kindheit ab. Und da lernte ich nur: Zuerst wird geschrien. Dann wird geschlagen. Und so kommt es, dass ich ab einem bestimmten Grad meiner Gereiztheit den Kindern in meinem Kopf eine Ohrfeige gebe. Spätestens dann werde ich „wach“, verlasse den Raum und schäme mich für mich selbst. Und deshalb muss das jetzt ein Ende haben. Ich will nicht so werden wie meine Mutter. Nicht in dieser Beziehung.

Ich rede immer noch laut und deutlich mit den Kindern, wenn mir etwas nicht passt. Sie müssen schließlich auch lernen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse und Vorstellungen haben. Aber ich schreie nicht mehr. Das muss jetzt ein Ende haben. Denn wenn ich eins schon immer wusste: Ich will niemals so werden wie meine Mutter. Und ich will nicht, dass meine Kinder sowas später auch sagen.

Jahresrückblick 2015

Januar

Das Jahr begann damit, dass meine Mutter wieder im Krankenhaus landete und es sich abzeichnete, dass sie es nicht mehr lebend verlässt. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt und so fuhren wir Mitte Januar noch einmal mit den Kindern hin, um ihren Lebenswillen zu wecken. Ende Januar kam dann der Anruf: Kommen Sie sofort! Es war zu spät. Wir waren Vollwaisen.

Februar

Der Tod meiner Mutter nimmt mich emotional echt mit. Ich kann nicht weinen, aber auch nicht richtig schlafen oder mich auch nur konzentrieren. Das Leben mit den Kindern macht die Sache leichter, weil man sieht, wofür man da ist. Außerdem hatte ich bereits die Chance „Trauer um einen Elternteil“ zu üben. Ende des Monats erfolgt ihre Beerdigung, danach konnte ich abschließen.

März

Das Leben geht weiter. Vor allem mit Kindern. Das Osterkind wird 2 und wir feiern mit der Familie, während draußen ein ordentlicher Frühjahrsstrum tobt.

April

Ostern verbringen wir bei der Familie und genießen die ruhigen Tage. Wir bekommen die Zusage für zwei Kindergartenplätze für den Prinz und entscheiden uns, beide Kinder in eine neue Einrichtung zu geben. Zuerst macht es uns Bauchschmerzen, aber das ändert sich bald.

Mai

Anfang Mai fahre ich drei Tage nach Berlin auf Dienstreise. Das Osterkind verbringt die Nächte ohne Stillen bei ihrem Papa. Stört sie nicht wirklich, gestillt wird nach den drei Tagen aber trotzdem unbeirrt weiter. Mitte des Monats fahren wir zusammen mit meinem Bruder zwei Wochen an die Nordsee. Wir genießen die Ruhe, den Wind und die Familienzeit. Das ist unser Jahresurlaub.

Juni

Auf der Arbeit bekommen wir einen neuen Kantinenbetreiber und ich beginne das Essen jeden Tag zu fotografieren. Die Kollegen schütteln darüber nur den Kopf, aber die verstehen diese Internetsachen sowieso nie.

Juli

Der letzte Monat der Kinder in der „alten Kita“ ist angebrochen. Das Osterkind wird auch die Krippe verlassen und mit dem Prinz zusammen in die neue Einrichtung gehen. Der Abschied fällt schwer, aber da „unsere“ Erzieher auch alle gehen, ist es nicht allzu schlimm.

August

Einen halben Monat sind sowohl der Mann und ich mit den Kindern zu Hause, weil die neue Kita erstmal zwei Wochen Schließzeit hat. Der Urlaub tut uns allen gut, auch wenn es für uns Eltern echt schmerzt, fünf Wochen (danach ist ja noch Eingewöhnung) des Jahresurlaubs „opfern“ zu müssen.

September

Das Osterkind fühlt sich in der neuen Kita ziemlich wohl und macht die Eingewöhnung im Vorbeigehen. Der Prinz liebt seine neuen Erzieherinnen und genießt es nun zu den Großen zu gehören. Wir haben jetzt ein großes Kindergartenkind, welches nur noch nachts eine Windel braucht! Leider verstirbt auch noch unser Häschen. Sie war für ein Kaninchen in einem guten Alter und musste auch nicht leiden, aber traurig ist sowas ja immer. Die Kinder nehmen es sehr gut auf und wir erklären nochmal das Konzept „für immer weg“.

Oktober

Ich mache den Stadtbahnführerschein und muss mich an Arbeitszeiten von 7-15.30 Uhr gewöhnen. Das ist so gar nicht meins! Der Mann bringt dafür morgens die Kinder in die Kita und bleibt mit ihnen anstandslos zu Hause, wenn sie krank sind. Am 29. Oktober bestehe ich die Fahrprüfung und wir feiern den vierten Geburtstag des Prinzen! Unglaublich!

November

Mitte November besuche ich mit meiner Freundin das Konzert von „Michael Patrick Kelly“ und ja, ich bin immer noch schrecklich verliebt. Hihi.

Dezember

Der Dezember vergeht mal wieder viel zu schnell, obwohl ich die Weihnachtsgeschenke früh zusammen und daher wenig Weihnachtsstress habe. Leider ereilt unsere Familie noch ein Todesfall, der aber auch eine Erlösung für den Betroffenen bedeutete. Weihnachten feiern wir bei meiner Nichte und die Kinderaugen strahlen, als der Weihnachtsmann vorbei kommt. Am 30. heiratet die Lieblingsnichte noch schnell ihren Freund und wir feiern eine rauschende, kleine Party.

Fazit: Dieses Jahr hatte emotional alles zu bieten, was so ging. Meine Kollegin zitierte ihre Mutter, die einmal meinte, man sei kein Kind mehr, wenn die eignenen Eltern tot sind. Ich bin also seit 2015 offiziell kein Kind mehr. Dafür habe ich aber auch gelernt, wie wichtig Familie ist und dass der Tod nicht immer die übelste Wahl ist. Manchmal ist er einfach nur die Erlösung und die gönne ich jedem.

Ich wünsche jeden von euch so viel Liebe, wie ich sie 2015 erleben durfte. Hoffe aber, dass wir in Bezug auf die Todesfälle nächstes Jahr eine Pause machen können.

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