Heute haben wir uns entschieden den ersten Tag online zu gehen – mit Hilfe des Vodafon-UMTS-Sticks. Den ganzen Vormittag sitze ich nun berufsbedingt am Telefon und bin nebenbei online. Dabei merke ich erst, dass mit das Web in den letzten drei Tagen irgendwie gefehlt hat. Nicht schlimm und auch nicht schmerzhaft, aber irgendwie gehört es dazu. Es gehört dazu schnell online nachzusehen, wann der Leuchtturm auf Amrum geöffnet ist. Obwohl ich die Zeit draußen an der frischen Luft viel mehr genieße als die hier am PC.

Die ersten beiden Tage Amrum liegen also hinter uns. Nachdem wir im strömenden Regen einmal quer über die Insel geradelt sind – dabei zweimal an unserer Ferienwohnung vorbei – genießen wir nun die Ruhe, den Wind, das Meer. Die Nordsee hat schon was tolles: Von blauen über grauen Himmeln, eisigen Wind, wärmenden Sonnenschein hatten wir in zwei Tagen schon alles dabei.

Aber vor allem können wir hier schlafen. Und das tun wir auch. Morgens, mittags, abends. Was kann es schöneres geben? Zwischendurch laufen wir über den Deich, lesen (Danke K. für den prima- tollen Schafskrimi – ich schmeiß mich ständig beim lesen weg), genießen das Nichtstun.

Die Wohnung ist übrigens toll und bald gibt es auch ein Foto von unserem Ausblick. Jetzt genießen wir erstmal wieder die Insel…

Vor ca. zwei Wochen machte ich beim Hohes C Naturelle Gewinnspiel mit. Es ging um einen dreiwöchigen Büro-Bringservice meiner Lieblingssorten Hohes C Naturelle. Und was soll ich sagen – ich hab gewonnen. Heute morgen kamen dann die ersten zwei Flaschen (Apfel/ Birne – semilecker und Apfel/ Grapefruit – superlecker) zu mir nach Hause. [Ich wollte sie nach Hause bekommen.]  Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich mit der dritten Woche mache, da bin ich nämlich eigentlich schon auf Amrum.

“Du weißt nicht nur alles, Du weißt alles besser;

Dein Verstand ist schärfer, als ein schweizer Messer;

Du bist Klugscheißermän”

[Die Ärzte; "Besserwisserboy"]

Zwei Jahre kennen wir uns nun. Zwei Jahre versuchst du mir, die Welt zu erklären. Und seit fast zwei Jahren singe ich dann “Besserwisserboy” für dich. Damit treibe ich dich wahrscheinlich in den Wahnsinn. Am Anfang hast du schließlich noch ziemlich zerknirscht reagiert. Mittlerweile weißt du, wie ich es meine. Du weißt, dass ich dir damit sagen will, kein kleines Kind mehr zu sein und das du mir nicht alles erklären musst.
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Woran erkennt man einen echten Digital Native? – Er (oder besser: Sie) kann nicht ohne den Draht zum Internet in den Urlaub fahren. Deshalb haben der Freund und ich auch beschlossen, den Laptop inkl. UMTS-Stick mit nach Amrum zu nehmen. Nicht, dass wir da den ganzen Tag online sein wollen. Aber irgendwie ist es ungemein beruhigend zu wissen, dass nicht nur mein Handy herhalten muss…

Außerdem kommen aber auch die Fahrräder mit. Deshalb habe ich heute auch das erste Mal in meinem Leben ein Fahrrad gewachst. Als Schutz gegen die Meerluft. Jetzt geht es also langsam los. Juhu!

Das Wochenende steckt mir noch irgendwie in den Knochen. Nicht nur die Vorwürfe 10 Minuten nach unserer Ankunft, dass man sich nicht auf uns verlassen kann. Das sind wir gewohnt. Auch nicht das nervige Abwinken, weil eh alle keine Ahnung haben und eigentlich stroh doof sind. Auch nicht der stressig Samstag, der mit viel Bowle und Weißwein endete. [Das brach mir aber leicht das Genick.]

Das, was mir noch in den Knochen steckt, ist der Besuch bei einer Freundin. Über deren Ankündigung heiraten zu wollen, ich vor zwei einhalb Jahren noch das schreib. Ich weiß noch genau, wie es mir damals ging. Damals hatte ich wirklich das Gefühl, stehen geblieben zu sein. Einfach nicht weiter zu kommen. Heute – zwei Jahre später – hat sie es perfektioniert einem dieses Gefühl zu vermitteln. Gerade hat sie ihr zweites Kind bekommen. Sie überlegen das Häuschen zu kaufen, in dem die kleine Familie gerade lebt. Und deshalb bemerkt sie immer “ganz nebenbei” und mit einem leicht sarkastischen Unterton, dass manche von uns noch in WGs wohnen. In der traditionellen ostdeutschen Platte, in der die Lebensqualität nun nicht allzu perfekt ist. Ich erzähle von meiner Arbeit und dem Plan, irgendwann auf der Karriereleiter nach oben zu klettern und sie kontert: “Hallo, wir sind fast 30!”

Als wir das Haus verlassen, denke ich die ganze Zeit darüber nach, warum ich es nicht schaffe mit dieser besagten Freundin Kontakt zu halten. Aber langsam wird es mit klar: Ich habe nicht “kein” Leben, so wie sie es mir weismachen will. Mein Leben ist eben nur anders. Und somit klappt das mit uns nun mal nicht. Familie und Kinder kann man doch auch nach 27 bekommen. Auch, wenn sie das nicht glauben will.

So ruhig, wie es in meiner kleinen Onlinewelt gerade ist, ist es in der realen nicht wirklich. Aber von Tag zu Tag, Woche zu Woche, merke ich, wie sehr ich meinen Urlaub brauche. Ich habe das Gefühl nicht mehr in mir zu ruhen, ständig unterwegs zu sein, kaum auszuruhen, macht die Sache nicht besser. Ich bin ausgebrannt, habe das Gefühl so gar nicht mehr kreativ sein zu können. Drei Wochen und vier Tage. Mein Mantra.

Die Exoten sind wir” titelte Daniel Rehn vor ca. zwei Wochen in seinem Blog und meinte damit, dass wir Web2.0-affinen PR-Menschen, Digital Natives, whatever ständig in dieser surrealen F*acebookwelt leben. Und das es Menschen gibt, denen diese Welt zumindest teilweise fremd ist. Dass diese Menschen eben nicht zwischen Social Network und Twitter leben.

Immer geht es nur um neue Hypes, Unternehmenspages in irgendwelchen Sozialen Netzwerken, um Twitter und wie Firmen mit all dem Geld verdienen können. Es geht um Nutzerzahlen eben dieser Social Media-Plattformen, Apps, iPhones (mit und ohne Empfang) und die ständigen Diskussionen darum. Zwölf Stunden online am Tag – bisweilen gucke ich relativ irrtiert, wenn jemand sagt, er sei einen Tag nicht online gewesen.
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Der nächste Brief von den Vermietern der Ferienwohnung: Kurkarte, letzte Infos. Sechs Wochen und zwei Tage, dann liegen wir an der Nordsee und genießen das Meer. Dafür muss ich nicht mal fliegen.

In der vergangenen Woche hatte ich ja Besuch von der Lieblingsschwester K. und dem Lieblingsneffen P. Während ich mich jedoch auf der Arbeit rumdrücken musste, durfte die besagte Familie in meiner Wohnung verweilen und – das bekam ich direkt am ersten Abend bei meiner Rückkehr zu spüren – meine Bude auf den Kopf stellen. Nicht nur, dass meine Schwester alle Klamotten – egal ob dreckig oder nur “rumliegend” – die sie in die Finger bekam, in die Waschmaschine steckte. Nein, jetzt wurden auch noch meine Schubladen umsortiert, Handtücher neu gefaltet (weil ihre Art “viel effektiver” ist), die Badutensilien neu geordnet und – das bemerkte ich dann heute – auch noch der Stecker meines CD-Players gezogen, sodass ich die Uhr erstmal neu stellen musste. Und ja, eigentlich ist es toll, wenn “die Heinzelmännchen” die Wohnung aufräumen, während man selbst am Schreibtisch hockt. Aber mal ehrlich – kann ich meinen Haushalt nicht allein recht gut führen? Räume ich sämtliche Klamotten von A nach B, wenn ich bei ihr bin?

Und während ich mich wieder abrege – meinen Unmut darüber hat sie schon abbekommen – begebe ich mich auf die Suche, was denn noch alles anders ist, in meinen vier Wänden.