Das Wochenende steckt mir noch irgendwie in den Knochen. Nicht nur die Vorwürfe 10 Minuten nach unserer Ankunft, dass man sich nicht auf uns verlassen kann. Das sind wir gewohnt. Auch nicht das nervige Abwinken, weil eh alle keine Ahnung haben und eigentlich stroh doof sind. Auch nicht der stressig Samstag, der mit viel Bowle und Weißwein endete. [Das brach mir aber leicht das Genick.]
Das, was mir noch in den Knochen steckt, ist der Besuch bei einer Freundin. Über deren Ankündigung heiraten zu wollen, ich vor zwei einhalb Jahren noch das schreib. Ich weiß noch genau, wie es mir damals ging. Damals hatte ich wirklich das Gefühl, stehen geblieben zu sein. Einfach nicht weiter zu kommen. Heute – zwei Jahre später – hat sie es perfektioniert einem dieses Gefühl zu vermitteln. Gerade hat sie ihr zweites Kind bekommen. Sie überlegen das Häuschen zu kaufen, in dem die kleine Familie gerade lebt. Und deshalb bemerkt sie immer “ganz nebenbei” und mit einem leicht sarkastischen Unterton, dass manche von uns noch in WGs wohnen. In der traditionellen ostdeutschen Platte, in der die Lebensqualität nun nicht allzu perfekt ist. Ich erzähle von meiner Arbeit und dem Plan, irgendwann auf der Karriereleiter nach oben zu klettern und sie kontert: “Hallo, wir sind fast 30!”
Als wir das Haus verlassen, denke ich die ganze Zeit darüber nach, warum ich es nicht schaffe mit dieser besagten Freundin Kontakt zu halten. Aber langsam wird es mit klar: Ich habe nicht “kein” Leben, so wie sie es mir weismachen will. Mein Leben ist eben nur anders. Und somit klappt das mit uns nun mal nicht. Familie und Kinder kann man doch auch nach 27 bekommen. Auch, wenn sie das nicht glauben will.