Das Geburtstagswochenende

Uff, das war vielleicht ein Wochenende. In unserer Wohnung befanden sich insgesamt 11 Kinder, 4 Teenager und 13 Erwachsene. Verteilt auf zwei Tage. Und das kam so.

Gestern wurde der Prinz fünf Jahre alt und das musste natürlich gefeiert werden. Er wünschte sich eine Piratenparty und so bestellt ich Mitte Oktober bei Party Princess das nötige Zubehör (Pappteller, Pappbecher und -strohhalme, usw) und wir machten uns eine ganze Woche vorher an die Partyplanung. 🙈

Am Freitag fing dann das große Backen an. Es musste natürlich ein Piratenschiffkuchen sein, den ich aus dem Rührkuchenrezept meiner Mutter mit zusätzlich Schokolade und Halsnüssen zauberte.


Aber weil Kinder ja eher Dinge essen wollen, die man in die Hand nehmen kann, gab es als Alternative noch Zimtschnecken und Regenbogenmuffins.


Am Abend deckten wir noch den Geburtstagstisch – mit Blumen und natürlich all den Geschenken. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, dem Kind nur „wenig“ zu schenken, da er die Sachen ja auch noch bespielen will. Und da für Samstag – also seinen richtigen Geburtstag – auch seine Freunde aus der Kita eingeladen waren, kamen eh noch einige dazu. Das Geburtstags-T-Shirt durfte aber natürlich nicht fehlen und weil Lego (also das „richtige“ kleine Lego) gerade hoch im Kurs steht, hat der Prinz jetzt ein Lego-Pirat-Geburtstagsshirt.


Die Party mit den Kindern war dann richtig toll. Insgesamt waren acht (inkl. unserer eigenen) Kinder anwesend, aber es gab keinen ernstzunehmenden Streit, keine Tränen, nur viel Spaß. Nachdem sich die Kids an Kuchen und Kakao gestärkt hatten, durften die kleinen Piraten auf Schatzsuche gehen. Doch der Weg dahin war steinig: Sie mussten Aufgaben lösen, bekamen als Belohnung aber immer einen Stempel (ich hatte einen Piratenschiffstempel bestellt) auf ihre Schatzkarte. Am Ende fanden sie den Schatz und waren alle begeistert. Zurück zu Hause gab es dann noch Nudelauflauf für alle und schon war es Abholzeit.

Der Prinz hatte es sichtlich genossen, seine Freunde um sich zu haben und war ein hervorragender kleiner Gastgeber. Er genoss es, im Mittelpunkt zu stehen, drehte aber nicht vollkommen ab. Am Ende des Tages war ich überrascht, wie wenig Nerven ich verloren hatte. Aber wir hatten auch tatkräftige Unterstützung: Drei Mamas, die nicht gehen durften, meinen Bruder, der die weltbeste Küchenhilfe gab und natürlich der Hauptfreund, der wahrscheinlich genauso viel Spaß an den Spielen hatte, wie die Kinder.


Spaß hatten Vater und Sohn aber auch beim Zusammenbauen des Geburtstagslego. (Ich glaube ja, da freut sich der Mann drauf, seit ich ihm sagte, dass er Papa wird.)

Heute stand dann noch der Familiengeburtstag auf dem Plan. Ich bereitete also heute morgen noch einen riesigen Topf Kürbissuppe vor, der Mann backte noch einen Kuchen und zack war unser Wohnzimmer wieder voller Menschen. Ich habe tatsächlich die Größe unseres Wohnzimmers maßlos unterschätzt, wenn man erstmal die Zimmerpflanzen hinaus räumt. Und so fanden wir alle Platz zum quatschen und spielen und ließen uns den Kuchen schmecken.

Wenn da nicht ein winziger Wermutstropfen wäre: Das Osterkind klagte nämlich seit dem Nachmittag über Bauchschmerzen und verwand gegen 18 Uhr freiwillig im Bett. Um 20 Uhr fing sie dann bitterlich an zu weinen und spukte erstmal ihr ganzes Bett, sich selbst und ihren Schlafanzug voll. Wir stellten sie also kurzerhand unter die Dusche, zogen ihr neue Sachen an und kuschelten sie ins Elternbett ein. Das Bettzeug dreht eine Runde in der Waschmaschine und ich nehme alle Daumen, dass das „zuviel Kuchen“und nicht Magen-Darm war/ist. Vielen Dank.

Ein Tag mit Barcamp

Ich glaube, ich habe heute den Prinz zum Klauen angestiftet (wir haben nichts geklaut). Aber der Reihe nach…

Heute war der erste Tag des hannoverschen Barcamps, welches wieder in der Buhmannschule in der Innenstadt stattfindet. Da der Mann ja eher selten (privat) unter Erwachsene geht und uns beide so ein Barcamp interessieren könnte, beschlossen wir, die Kinder mitzunehmen. Geht ja nicht anders, wenn man keine Babysitter vor Ort hat. Der Plan war: Wir wechseln und bei den Sessions ab und gucken mal, wie lange die Kinder das mitmachen.


Was ich leider nicht bedachte: So ein halber Barcamptag geht ja schon mit Orga drauf. Bis die ersten Sessions losgehen, ist es Mittag und da musste ich beruflich nochmal nach Glocksee. Betriebshof ohne Kinder? Niemals, dachte sich der Nachwuchs und so machten wir uns alle auf den Weg. Eine Stunde später merkte man dem Prinz und Osterkind aber an, dass sie müde und überreizt waren. Während das Osterkind einfach auf Papas Schulter einschlief, bekam der Sohn jedoch einen Ausraster. Einen Ausraster, der auch zurück auf dem Barcamp nicht aufhören wollte und uns zwang, das Vorhaben zu canceln. Keine Sessions für uns, dafür aber müde und überreizte Kinder. Wahnsinns Plan.

Auf dem Heimweg machten wir aber noch einen kleinen Abstecher in den nächsten dm. Es standen noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Einkaufzettel und auch das Fotobuch vom dritten Osterkind’schen Lebensjahr sollte abgeholt werden. Im dm angekommen mussten wir an den Nagellacken vorbei und irgendwie – total untypisch für mich – verliebte ich mich spontan in „Club night“ von Manhatten. Ich nehme also den Lack aus dem Regal, gebe ihn dem Prinz und sage: Steck den mal ein. Der Sohn gehorcht, steckt den Nagellack in die Hosentasche und fragt verwundert: „Müssen wir den gar nicht bezahlen?!“ Erst da wurde mir klar, dass er ihn nicht in den Wagen gelegt hatte und wie zweideutig meine Aufforderung war. 🙈


Der Tag endete dann noch mit einem Eis und einem kleinen Ausflug auf den Spielplatz. Leider mit zu wenig Barcamp für mich, aber so ist das Leben. Man kann es nicht planen.

Der Weg zu mir

Wie ich bereits schrieb, besuchte ich letzte Woche ein Inhouse-Seminar meines Arbeitgebers. Titel: „Seminar für Frauen: Starker Auftritt“ Es ging um Rhetorik, Ausstrahlung, selbstbewusstes Auftreten und heute dann schließlich auch noch um Kommunikation.

Ich war schon einmal auf ähnlichen Seminaren. Im Grunde hatte ich viele Sachen auch schon einmal gehört, aber leider im Laufe der Zeit tief in mir drinnen verschüttet. Und dennoch waren diese beiden Tage auch ein Weg zu mir selbst.

Wir sollten uns selbstreflektieren und per Video analysieren und stellten schnell fest: Irgendwie ging es jeder von uns Teilnehmerinnen ähnlich. Lampenfieber, wenn wir vor den anderen sprechen sollten. Den Wunsch, die anderen nicht zu enttäuschen. Die Angst, nicht gemocht zu werden. Wir alle sind uns so ähnlich und doch dachte ich von den meisten anderen Teilnehmerinnen: Boah, sind die selbstbewusst. Alles gestandene Frauen.

Mir ist vor allem aufgefallen, was die letzten Jahre aus mir gemacht haben. Dass ich mich seit den letzten Seminaren dieser Art – bevor ich Mutter wurde – weiterentwickelt habe. Erwachsener geworden bin. Ich weiß, dass nicht jedes Problem das Ende der Welt ist. Ich weiß, dass ich eine Menge aushalten kann. Und ich habe reflektiert, dass ich in meinem Leben noch nichts richtig schlimmes durchmachen musste. Es gab Schicksalsschläge in den letzten 32 Jahren – klar. Vielleicht auch mehr, als sie ein anderer Mensch bis hierher erleben musste. Aber es ist niemals exsistenzbedrohend gewesen. Ich bin stärker geworden. Es stimmt: Was einen nicht umbringt, macht einen stark. Und dafür bin ich unendlich dankbar.

Diese Tage waren ein Weg zu mir selbst, sie haben mir gezeigt, was ich kann und dass ich das auch zeigen kann. Dass ich mich nicht verstecken muss, auch wenn mir meine Erziehung das Wort „Bescheidenheit“ eingebläut hat. Ich gehe seitdem aufrechter durchs Leben und bin dankbar, dass mir das alles so passiert ist. Das Leben kann nicht immer nur gradlinig und glücklich verlaufen, aber erst die Tiefen lassen uns die Höhen wertschätzen.

Tief durchatmen

Gestern und heute besuche ich ein Seminar zu sicherem und selbstbewusstem Auftreten – für Frauen. Alle, die mich näher kennen, fragen mich dann zwar immer, warum gerade ich so ein Seminar brauche. Die wissen aber auch nicht, dass ich in fremder Umgebung eben nicht ich selbst bin und dann sehr ruhig werde. Und dass wirkt dann auf andere eben wieder arrogant. Sagten mit im privaten, wie im beruflichen Umfeld schon einige…

Die Trainerin malte gestern ein schönes Bild: Wenn man Ü60 ist, ist man eher eine Eiche, der egal ist, welcher Pinscher ihr an den Stamm pinkelt. Und ach, wie gern wäre ich da schon! Ich merke, dass ich schon deutlich „reifer“ bin, vieles aufgrund meiner Lebenserfahrung (boah, das klingt wirklich alt) besser einordnen und damit gelassener nehmen kann. Aber das Grübeln konnte ich noch nicht abstellen. Und das zehrt doch in manchen Momenten arg an mir.

Sie, also die Trainerin, stellte und dann gestern noch in Aussicht, dass wir lernen Wut und Stress wegzuatmen. Und das, meine Lieben, wäre tatsächlich ein erstrebenswertes Lernziel. Wir werden sehen.

Anziehen und umziehen

Der Prinz legt sich eine Decke vom Sofa um die Schultern und geht in Richtung Küchentisch.

Mama: „Schatz, du kannst dich auch gleich anziehen, dann frierst du nicht.“

Prinz: „Wieso? Ich bin doch schon angezogen, ich hab ein Kleid an!“

Touché.

„Kleine Kinder haut man nicht.“

Heute hat Susanne von geborgen wachsen diesen Link geteilt. Und seitdem grummelt es in meinem Bauch und ich überlege, was ich im diesem Moment gesagt oder auch nicht gesagt hätte.

Vielleicht wäre das meine Antwort:

„Ich verstehe Sie! Ich verstehe Sie so gut! Auch ich habe zwei Kinder und weiß daher, wie es ist, wenn die Nerven blank liegen. Wenn man scheinbar keinen Ausweg mehr sieht. Manchmal, wenn ich so richtig genervt bin und die Kinder dann ’nicht funktionieren‘ denke ich auch daran: Eine Ohrfeige und es ist Ruhe.

Denn leider habe ich keine anderen Problemlösungsstrategien gelernt. Auch mir wurde eine Ohrfeige verpasst, wenn ich nicht funktioniert habe. Oder ich wurde mit einer Jeans (inkl. Gürtel) ‚verwackelt‘, als ich mit einer 4 in Deutsch nach Hause kam. Deshalb ist es das einzige, was mit einfällt, wenn eins meiner Kinder nur noch brüllt und nicht das macht, was ich mir wünsche. Klatsch! Ruhe! Dann hast du einen Grund zum Heulen.

Ich habe es jedoch nie getan. Ich brülle. Daran arbeite ich noch. Aber schlagen, nein. In Gedanken spielen sich die Szenen meiner Kinderheit ab: Ich hebe die Hand und ohrfeige mein Kind. Dann erschrecke ich, denn den Schmerz, den spüre ich noch wie heute. Deshalb tue ich es nicht. Und schäme mich dafür, dass ich es auch nur in Gedanken in Erwägung zog. Ich lerne gerade Probleme anders zu lösen. Vielleicht ist das dieses ‚Man lernt nie aus‘. Denn eins habe ich als Kind verinnerlicht: Respekt hatte ich nur vor dem nicht-schlagenden Elternteil. Vor dem, der nicht müde wurde zu betonen: ‚Kleine Kinder haut man nicht!'“

Farben sind für alle da. Oder nicht?

Seit Wochen liegt uns das Osterkind in den Ohren, dass sie einen Roller haben möchte. Immer wieder sagte sie, sie will Roller fahren. Und weil der große Bruder sowohl ein Laufrad als auch ein Fahrrad besitzt, wollten wir ihr diesen Wunsch nicht verwehren. Wir machten uns also am Samstag auf zum hiesigen Fahrradgroßhändler, um nach einem Roller Ausschau zu halten.

Dort angekommen, wurden wir auch relativ schnell fündig. Und natürlich wollte der Sohn dann auch einen. Die beiden fuhren Probe und wir entschieden uns, dann eben zwei Roller zu kaufen. Als letztes Stand dann noch die Farbwahl an. Das Osterkind begeisterte sich für einen Roller in lila und für den Prinz stand ziemlich schnell fest: Pink! Der Blick des Hauptfreunds sagte alles, er versuchte noch den Sohn umzustimmen und prieß den schwarzen Roller in den schillernsten Farben an. Aber nein, der Prinz wollte pink.


Irgendwann sprach ich ein Machtwort, denn wenn der Sohn sich entschieden hat, dann ist das ok. Immer noch bedauert er, dass er kein rosa Zimmer bekommen, wie seine Schwester. Eben weil der Mann befürchtet, seine Freunde könnten sich über die rosa Farbe amüsieren und ihn hänseln. Daher wurde das Zimmer grün. Aber, wie gesagt, der Prinz bedauert das immer noch.

Ich finde, Jungs können auch pinke Roller, rosa Zimmer und Puppen haben! Wer sagt hier eigentlich, was Jungs- und was Mädchenspielzeug ist?! Farben sind nicht gegendert, Farben sind für alle da! Warum soll ich meinen 4jährigen in vermeintlich „normale“ Bahnen lenken, nur weil die Wege schön breitgetreten sind? Und vor allem will ich dem Sohn nichts verbieten, nur weil *vielleicht* irgendwann mal irgendwer als sagen könnte…

Natürlich hat der Prinz mitbekommen, dass wir das Thema immer wieder besprochen haben. Und natürlich sagte er irgendwann, er will den pinken Roller nicht mehr. Er will den schwarzen. Begründung: „Weil Papa gesagt hat, schwarz ist schön.“ Und genau das wollte ich nicht. Der Mann und ich müssen das dringend noch ausdiskutieren.

Mein Schnuffel,

gestern Morgen flogen die Steine tief. In meine Richtung. Du warst gar nicht glücklich, dass dein Papa zur Arbeit musste und ich dich – wie jeden Tag – zur Kita bringen sollte. Dann habe ich dich auch noch festgehalten, wirklich festgehalten. Aber ich tat das nicht, um dich zu ärgern, sondern weil du auf die Straße gelaufen wärst. Im Schlafanzug. Barfuß. Du bist völlig ausgeflippt, hast geschlagen, geschrieen, gewütet. Und ich wusste mir irgendwann auch nicht mehr zu helfen und habe dich angebrüllt.

Es tut mir leid. Ich weiß, du hast es gerade nicht leicht. Mir scheint, als wären die „terrible two“ viel einfacher als die „frustrating four“. Du entdeckst deinem eigenen Willen und bist – zu Recht – frustriert, wenn wir deinem Plan durchkreuzen (müssen). Du hast eine Vorstellung in deinem klugen kleinen Köpfchen und findest es Mega nervig, wenn wir da nicht mitspielen.

Weißt du was? Das kenne ich! Auch ich hasse es, wenn dein Papa meine Gedanken nicht lesen kann und daher Dinge anders macht, als ich es täte. Und auch ich kann dann mit meiner Frustration nur schwer umgehen und grummle herum. 

Ich weiß, du wirst lernen, mit der Wut umzugehen. Du wirst das Konzept „reden“ begreifen und dann nicht mehr mit Steinen werfen. Ich weiß das, weil du bereits heute „gut“ und „böse“ schon ziemlich gut unterscheiden kannst. Nachdem du letzte Woche deinen Papa abends einfach angespuckt hast, weil er dich ins Bett bringen wollte, hast du dich morgens direkt dafür entschuldigt. Du weißt, was geht und was nicht. Und das zeigt mir, dass dein Köpfchen wächst und wir da gemeinsam dran arbeiten werden.

Ich bin bereit mit dir diesen Weg zu gehen. Ich möchte nur nicht hoffen, dass du in zehn Jahren zur l*inksautonomen Szene gehörst und die Steine am 1. Mai wirfst. Dann müssten wir nochmal ernsthaft reden.

Ich liebe dich. So so sehr. 

Deine Mama

Wetterfühlig

Mit dem Mann in den Urlaub zu fahren ist ja auch nicht so leicht. Der Gute ist nämlich wetterfühlig und wird mehr als grummelig, wenn Petrus ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Wir „kämpfen“ bei miesem Wetter also nicht nur gegen die Wutausbrüche der 3- und 4-Jährigen, sondern auch mit der miesen Laune des Haupfreunds. Was ein Spaß!

Jetzt sind wir wieder zu Hause und es regnet in Strömen. Aber während das an der Ostsee noch ein Weltuntergang war (am schlimmsten war es, bei Sonnenschein abfahren zu müssen), scheint das hier kein Problem zu sein. Da sitzen der Mann und der Sohn einfach den ganzen Vormittag im Kinderzimmer und man hört das vertraute Lego-Rauschen. Alles in bester Ordnung, solange Lego in der Nähe ist.

Muss ich mir merken, für den nächsten Urlaub.

Ostseekind

Einmal Ostsee, immer Ostsee. Nach nur einem Tag muss ich gestehen, was ich nicht wahrhaben wollte: Ich bin ein Ostseekind.


Jahrelang sind meine Eltern mit uns (meinem Bruder und mir) an die Ostsee gefahren. Weil man als Bürger der D*eutschen D*emokratischen R*epublik eben auch nicht groß wo anders hinkam. Jeden Sommer, 3 Wochen. Sie haben unser Schneckenhaus an den Wartburg gehängt und sind mit uns an die Ostsee gefahren. Ich verband mit diesen Urlauben immer das, was Kindheit und Glück bedeutet: Gemeinsamkeit, Sand in den Haaren, Sonnenbräune (nicht Sonnenbrand!), morgens gemeinsam aufwachen und den FKKlern auf dem Weg ins Meer zusehen.

Es war Liebe in der reinsten Form.


Als ich groß war, wollte ich endlich an die Nordsee. Ich wollte die Gezeiten mit eigenen Augen sehen. Wollte an ein „richtiges“ Meer, eben nicht dahin, wo ich schon tausend Mal war. Die Urlaube waren toll, aber das Klima ist rau, immer wurden wir krank. Die Nordsee ist eben die Nordsee.

Und jetzt sind wir den ersten Tag unseres Urlaubs an der Ostsee. Ein wenig fühlt es sich vertraut an, auch wenn wir ganz woanders sind.


Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern nicht mehr da sind. Vielleicht sage ich das immer, wenn ich am Meer bin. Aber ich habe den Drang, einen Wohnwagen an unser Auto zu hängen und wieder zu kommen. Immer wieder. Damit meine Kinder diese Liebe auch spüren können.