Kindermund

Die Kinder spielen im Schlafzimmer. „Wüten“ wäre wohl der richtige Ausdruck. Der Mann nutzt die Zeit, um die Küche aufzuräumen. Dann schaut er doch nach und entdeckt eine Kiste auf unserem Bett, die einen Lippenstiftfleck auf dem Bettlaken verdecken soll.

Papa: 😳 „Wer war das?“

Prinz: 👉🏻 (Osterkind)

Papa: „Woher ist der Lippenstift?“

Osterkind: 👜 (von Mama)

Prinz: „Ich hab ihr gesagt, sie soll das lieber nicht machen. Weil sie sonst Ärger bekommt.“

Papa zum Prinz: „Und warum hast du mich nicht geholt?“

Prinz: „Ich wollte nicht, dass du dich wieder aufregen musst.“

Welch eine Fürsorge. ❤️

Was bleibt.

Die Frage, warum man Kinder hat/will, beantworten ja viele mit: Damit etwas von mir bleibt. Nach dem eigenen Tod ein kleines „Ich“ auf diesem Planeten wandelt. Ich habe das ja nie so ganz verstanden. Kinder klonen uns ja nicht, durch die Mischung der Gene entstehen immer – selbst bei Geschwistern – eigene, neue Menschen. Und dennoch fand ich die Idee, dass etwas meiner (toten) Eltern in uns Kindern weiterlebt, immer irgendwie schön. Ich muss mir das aber immer bewusst machen – meist mit dem Hintergedanken, nicht so zu werden wie meine Mutter.

Aber jetzt haben wir den Beweis: Ein Teil meines Papas steckt tief in mir. In meinen Chromosomen und jetzt eben auch im Prinz. Das Ergebnis ist eine „Rot-Grün-Schwäche“ beim Sohn. Ich trage sie in einem „defekten“ X, der Prinz hat genau dieses X geerbt und kann deshalb Rot- und Grüntöne schwerer erkennen. Ein Teil meines Papas schlummert in mir – ohne, dass es mir bewusst war. Und der Prinz zeigt uns, dass eben doch etwas bleibt.

[Ich hoffe jedoch, dass das die einzige genetische Erbschaft ist. Die Krankheit, die zum Tod meines Papas geführt hat, braucht de Prinz oder das Osterkind oder sonstjemand nämlich nicht.]

Urlaubsmodus: Fun with Bahnen!

Gestern machten wir den kleinen (und den großen) Bahnfan unserer Familie sehr glücklich und fuhren mit dem „tren de Sóller„.Dafür mussten wir aber erstmal nach Palma kommen.

Die Tour startete um 7.35 Uhr, als wir in den Überlandbus stiegen. Wie wollten bewusst den „normalen“ Linienbus nutzen und nicht einer der sündhaft teuren Touren direkt nach Palma buchen. Wenn wir unterwegs sind, wollen wir ja auch immer ein bisschen den ÖPNV testen. Berufsschaden, sozusagen.

Nach knapp zwei Stunden waren wir dann endlich in Palma. Es war nicht nur für die Kinder ätzend, aber ein Mietwagen war keine Option. Weniger wegen der Kosten, eher der Umwelt wegen.

Aber all die Anstrengung hat sich gelohnt, wartete doch bereits der „tren de Sóller“ auf uns. An einem Bahnhof, der auch locker die Abfahrthalle nach Hogwarts hätte sein können, kauften wir unsere Tickets und bestiegen um 10.50 Uhr unseren Zug. Die Fahrt konnte losgehen!

In einem historischen Holzzug machten wir uns auf unsere kleine Zeitreise ins Jahr 1912, in Sóller sollten wir dann wieder im Jetzt ankommen. Aber es war nicht nur eine Reise durch die Zeit, sondern auch durch die verschiedenen Vegetationen auf Mallorca. Es ist fantastisch, wie sich die Landschaft in den Bergen ändert. Sie ist so anders als hier am Meer. Wir zeigten den Kindern Zitronen- und Olivenbäume und bewunderten die Berge.

In Sóller trennten sich erstmal unsere Wege. Das Osterkind hatte nun endgültig genug vom „fahren“ und weigerte sich standhaft nun auch in die Straßenbahn nach „Porte de Sóller“ einzusteigen. Also machten sich der Hauptfreund und der Prinz allein auf den Weg, dem Hafen mit der historischen Straßenbahn zu erkunden. Mein Herz blutete zwar auch ein wenig (Wir alten Pufferküsser!), aber hier soll keiner gezwungen werden.

Das Osterkind und ich schlenderten also durch die Gassen Sóllers, gingen so ziemlich jedem Hund aus dem Weg (Es ist kompliziert!) und versorgten die Familie am Ende mit reichlich Kuchen aus einer kleinen Bäckerei.

Dann ging es such schon wieder zurück nach Palma. Dass die Reise bis dahin schon ausreichend anstrengend, aber auch echt schön, war, zeigten uns die Kinder direkt: Beide schliefen auf der Rückfahrt mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

In Palma überbrückten wir die 2 Stunden Wartezeit auf unseren Bus, in dem wir auch hier noch einmal durch die engen Gassen schlenderten. (Und bei McD noch schnell einen oder zwei Hamburger verdrückten.)

Nach 12 Stunden erreichten wir wieder unser Hotel. Die Kids natürlich ausgeschlafen und fit, wir Eltern echt geschafft. Aber drei Stunden Busfahren haben sich gelohnt: Die Reise nach Sóller ist jede Anstrengung wert!

Urlaubsmodus: Es ist kompliziert

Meine Kinder reisen nicht gern. Der Prinz fand es schon als Baby alles andere als dufte, wenn ich mit ihm für mehr als ein paar Stunden die Wohnung verließ. Woanders übernachten? Lieber nicht! Sobald sich sein gewohntes Umfeld änderte, wurde mein Baby ziemlich unentspannt und naja, ich verzichtete erstmal auf weitere Reisen.

Das alles ist jetzt schon ein paar Jahre her. Zwischendurch fuhren wir sehr wohl in den Urlaub. Eine bis zwei Wochen an der Nord- oder Ostsee waren schon drin. Aber es gab immer die schwierigen ersten Tage. Es fehlte ihm immer eben genau das Spielzeug, welches wir zu Hause gelassen hatten. Er explodierte bei jeden Pups, schlief wenig oder schlecht, was die miese Laune noch perfektionierte.

Das Osterkind ist von diesen Ortswechseln nicht so stark betroffen. Es scheint, als würde sie ihre Sicherheit allein aus unserer Anwesenheit ziehen. Ja, sie fühlt sich auch erstmal unwohl, muss sich erst zurecht finden. Ihr macht aber Schlafmangel und die Hitze mehr aus, als der Ortswechsel. Es scheint, als wären ihre Wutausbrüche nur das Spielbild ihres Bruders.

Jetzt sind wir das erste Mal weg geflogen. Haben das Land verlassen. Der Prinz hasst es, dass die Menschen hier eine andere Sprache sprechen. Auf der anderen Seite findet er es aber auch sehr spannend, Wörter wie „gracias“ oder „buenos dias“ zu lernen.

Er schließt „Freundschaften“, lernt andere Kinder kennen. Er betrachtet das Meer und stellt uns 1000 Fragen. Wie ist eigentlich Mallorca entstanden? Kam es einfach aus dem Meer?

Aber er rastet auch aus. Schreit. Testet seine Grenzen, in dem er unsere Regeln missachtet. Er stiftet seine Schwester zu Quatsch an. Und bricht irgendwann weinend und erschöpft zusammen. Es ist wahrscheinlich eine Kombination als der „Vorschulpubertät“ und der Tatsache, dass wir gerade nicht zu Hause sind, die unseren Tag heute nicht perfekt machte.

Aber morgen geht die Sonne wieder auf uns wir starten einen neuen Versuch. Wir werden da reinwachsen und sind wahrscheinlich richtig angekommen, wenn wir die Koffer wieder packen müssen. Aber auch das gehört dazu.

Manchmal wünschte ich, …

… ich wäre viel schlagfertiger. Dann hätte ich heute, als ich ein Elternpaar eines Kindes an der Bahn traf, nicht nur fragend gucken müssen, als der männliche Part einen eindeutig rassistischen Kommentar brachte. Aber ich war perplex, überrumpelt, als er beim Einsteigen in die Bahn „Die Kopftuchträger werden auch immer mehr.“ sagte. Er meinte damit eindeutig, die Frauen mit Kopftüchern, die mit uns einstiegen und ich dachte nur: Wtf?!

Aber anstatt dieses wtf auch auszusprechen oder zu kontern „Rassisten aber auch“, starrte ich ihn nur an. Und überlegte den ganzen Tag, wieso man sowas – ganz ohne Scham – ausspricht. Wieso man glaubt, sich dafür nicht rechtfertigen zu müssen. WTF?!

Vom vertrauen

Heute war ich erst kurz (also wirklich sehr kurz) vor neun im Büro. Im Grunde habe ich da immer schon ein schlechtes Gewissen: Die Kollegen sind dann meist schon eine Stunde da. Die Kinder werden heute Abend länger auf mich warten müssen. Als arbeitender Elternteil zerreißt man sich ja schon ein bisschen.

Heute war ich also wirklich spät dran. Weil ich von der Kita nochmal nach Hause ging, um dem Prinz doch noch eine kurze Hose zu holen. Beim Verlassen der Wohnung hatte ich mich nämlich leider vertan und den Kindern (und mir) lange Hosen angezogen. Auf dem Weg zu Kita merkten wir dann aber: Puh, dass werden heute mehr als 20 Grad. Kurze Sachen wären prima. Das Osterkind hatte Glück: Sie muss nur die Leggings unter ihrem Rock ausziehen und – zack – Sommeroutfit. Dem Prinz und mir wäre nur ein Tag ohne Hose geblieben – keine Option.


In der Kita fragte ich den Prinz also, ob ich ihm noch eine kurz Hose holen soll. Wir wohnen ja zum Glück nur zwei Straßen von der Kita entfernt. Er bejaht und icj denke: Byebye Bahn um 8.10 Uhr. Auch die Hose aus dem Kita-Kleiderpool wollte er nicht anziehen. Ich möge einer seiner Hosen holen. Ich bemühe mich zehn Minuten die Kitahose anzupreisen und denke: Tja, die Diskussionszeit hättest du auch für den Heimweg nutzen können. Ich drücke ihm also einen Kuss auf die Wange und entschwinde mit den Worten: „Ich hol dir eine!“

Als ich zurück zur Kita komme, steht der Prinz immer noch neben der Tür. Mit zitternder Unterlippe fällt er mir in die Arme und eine andere Mama erklärt, dass er nach mir geweint hat. Ich schaue ihn an und erkläre, dass ich doch gesagt hätte, ich käme mit einer kurzen Hose zurück. „Das hab ich nicht gehört“, schluchzt mein Sohn. Ich drücke ihn an mich und denke: Das war wichtig für uns beide. Er lernt, dass er sich auf mich verlassen kann. Und ich lerne, dass er solche Bestätigungen eben noch braucht. Anders wächst dieses Urvertrauen ja auch nicht.

Wenn ich eine Mama bin

Wir stehen im örtlichen Supermarkt. Die Kinder betteln um einen Viererpack eines solchen Kinderjoghurts. Um aber nicht streiten zu müssen, wollen sie gleich zwei Packungen kaufen. Ich erkläre mit einer Engelsgeduld zum 476. Mal, dass wir eine Packung kaufen. Die sollen sie sich teilen. Wenn der Joghurt alle ist, kaufen wir neuen.

Da stampft das Osterkind mit ihrem kleinen Füßchen auf und beschwert sich voller Eifer:

„Also, wenn ich mal eine Mama bin und ein Baby habe. Und das Baby will einen Joghurt, dann kaufe ich den. Weil ich das Baby lieb habe.“ Und ich musste mich arg zusammenreißen um nicht los zu prusten.

Hamburg, my ❤️

Eigentlich wollte ich euch schon längst von unserem Kurzurlaub in Hamburg erzählt haben. Aber leider waren die folgenden Arbeitstage darauf so ätzend, dass ich abends keinen geraden Satz mehr raus bekommen hätte. Deshalb erzähle ich euch jetzt einfach, wie wir uns in Hamburg verliebt haben und am Liebsten geblieben wären.

Anfang Juni gönnten wir uns drei Tage und zwei Nächte in der Hansestadt. Gebucht hatten wir das Familienpaket im „Junges Hotel“ – 800m vom Hauptbahnhof entfernt. Da es dieses Paket nur mit zwei Übernachtungen, dafür aber mit Familienzimmer gab, hatten wir genug Zeit, den Kindern die Großstadt zu zeigen.

Angereist sind wir natürlich mit dem ICE. Zuerst dachten wir, dass die knappe Stunde Reisedauer für die Kinder viel zu kurz sein wird, aber sie fragten ca. 400mal, wann wir endlich da sind. Da war die Aufregung auf Hamburg und die ersten Übernachtungen in einem richtigen Hotel wohl doch größer.


Zuerst mal zum Hotel: Es war toll. Und das sage ich, ohne auch nur einen Cent dafür zu sehen. Die Mitarbeiter waren nett, neben dem Restaurant gibt es ein Spielzimmer (endlich konnten wir in Ruhe aufessen!), die Zimmer modern und schön eingerichtet. Im Paket waren jeweils ein Begrüßungsgetränk für jeden von uns (dazu später mehr), jeweils ein 3-Gänge-Menü, die HamburgCard (u.a. zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel) und ein kleines Spiel (Spielebox mit „Mensch ärgere dich nicht“, Mikado, etc.) für die Kids.

In Hamburg sind wir natürlich die ganze Zeit mit den Öffis unterwegs gewesen und man fühlt sich als Wahl-Hannoveraner sehr schnell sehr provinziell, wenn man erstmal Doppelgelenkbusse gesehen hat!!EINSELF! Auch dem Prinz sind in der Hochbahn gleich die gepolsterten Sitze aufgefallen und er kommentierte das nur mit: „Mama, guck mal, die Sitze kann man klappen.“ Er meinte wohl streicheln. ;)

Hier auch nochmal ein großes Dankeschön an die Hamburger fürs Aufstehen, wenn eine vierköpfige Familie in den Wagen kommt und kein Sitzplatz mehr frei ist! Das war gleich die erste Begegnung in einem der Hochbahnwagen und gastfreundlicher kann man im „kühlen Norden“ ja gar nicht empfangen werden.

Mit der Hochbahn ging es direkt zu den Landungsbrücken. Alter, was für ein Anblick, wenn die U3 aus dem Tunnel direkt auf den Hafen zufährt. Allein diese Strecke würde einen Umzug rechtfertigen. Am Hafen haben wir uns dann die S67 geschnappt und sind durch den Hafen geschippert. Dort lag auch ein „Mein Schiff“. Leider haben wir nun unsere Kreuzfahrtüberlegungen begraben müssen. Man kann sich nicht über Trump und seine Umweltpolitik aufregen, aber gleichzeitig mit so einem Dampfer durch die Meere schippern. Unsere Meinung.

Am nächsten Tag folgte dann der eigentliche Grund unseres Hamburgbesuchs: Das Miniatur Wunderland. Der Mann und ich waren 2011 das letzte Mal da, leider vor Eröffnung des Flughafens. Daher wurde es allerhöchste Zeit den Besuch nachzuholen. Vor allem, wenn man so bahnverrückte Kinder produziert hat. ;)

Und wenn man schon nicht in die echte Elbphilharmonie reinkommt, muss es eben die „kleine“ im MiWuLa sein.

Wir verließen das MiWuLa gegen 14 Uhr und befragten Google nach einem Spielplatz in der Nähe. Man schickte uns in die noch nicht ganz fertige HafenCity und belohnte uns mit einem ziemlich grandiosen Spielplatz. Wären die Kinder nicht so müde und kaputt gewesen, wir hätten sie wohl nie wieder von dem Spielplatz runter bekommen. (Und nein, nicht das Gerüst im Hintergrund ist das Highlight, sondern das Piratenschiff davor.)

Am Abend spielten die Kinder noch allein im Spielzimmer während wir in der Hotelbar unseren Begrüßungsdrink aka Mojito zu uns nahmen. Große Kinder fetzten!

Am Abschiedstag regnete es leider in Strömen, also erfüllten wir dem Mann seinen Herzenswunsch und fuhren in die Harburg Arcarden. Dort gab es nämlich eine Legoausstellung (u.a. mit Legosachen von zusammengebaut.com) zu sehen. Die Augen aller männlichen Mitreisenden leuchteten arg. Und ich stellte fest, dass es wahre Liebe wohl nur unter Sturmtrupplern gibt.

Dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Aber Hamburg wäre eben nicht Hamburg, wenn es uns nicht noch eine wichtige Info mit auf den Weg geben würde:

Unser Wochenende

Da ich an diesem Wochenende verhältnismäßig viele Fotos gemacht habe, schreibe ich heute eben auch mal unser #wib (Wochenende in Bildern) auf. Ich hatte mir ja eh vorgenommen, mehr zu bloggen. Also muss hier auch mehr Alltag stattfinden.

Das Wochenende begann am Freitagnachmittag mit dem Weg zur Kita. Ich hatte das erstmal seit sehr langer Zeit wieder meine Chucks an und stellte fest, dass ich die viel häufiger tragen muss. Und überhaupt! Ich brauche mehr Chucks.

Ich holte also die Kinder und fuhr mit ihnen direkt wieder in die Stadt. Der Hauptfreund und der Prinz hatten einen Frisörtermin. Das Osterkind will sich die Haare lang wachsen lassen – genau wie Mama. Aber die Jungs mussten dringend das Winterfell lassen. Das ist übrigens das prinz’sche Winterfell. Der Hauptfreund hat aber gewonnen. So mengentechnisch.

Danach gab es für alle das erste Eis des Jahres. Mjam. Aber das mit der Rechtschreibung. Naja.

Samstagmorgen gingen das Osterkind und ich dann den obligatorischen Wochenendeeinkauf erledigen. DM, Real. Und während das Ostenkind stylisch als stylisch can be loszug, hatte ich nicht mal Make-up aufgelegt.

Die Jungs blieben zu Hause und der Hauptfreund nutzte das schöne Wetter, um das Fahrrad vom Prinz neu zu lackieren. Nachdem wir am letzten WE feststellen mussten, dass man kaum noch ein 14 Zoll Kinderrad bekommt, bekam der der Prinz ein neues (16“) Rad. Er wollte das alte aber nur abgeben, wenn es eine neue Farbe bekommt. Und das Osterkind wollte es nur nehmen, wenn es lila-metallic wird. Tja, also gab der Papa alles und tada:

Damit machten wir dann direkt den ersten Ausflug zum Spielplatz. Das Osterkind fuhr direkt die ersten 20 Meter allein, achtete aber dann immer wider darauf, dass Papa sie auch festhält. Denn wenn sie umfällt, dann tut sie sich ja an der Seite weh. Klar, ne?!

Den heutigen Tag starten wir dank der Zeitumstellung erst um halb neun. Whoop! Ich weiß ja auch nicht, warum da immer alle drüber schimpfen, für uns Eltern ist das doch prima. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bis halb neun im Bett bleiben konnte. Hihi.

Während das Osterkind heute mal ausnahmsweise Mittagsschlaf machte, putzten wir die Wohnung. Danach guckten wir alle die aktuelle „Sendung mit der Maus“ und verschwanden dann natürlich wieder auf dem Spielplatz. Dieses Wetter muss man schließlich auskosten!

Zum Abschluss steckten wir die Kinder noch in die Wanne, wo der Prinz lauthals „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen trällerte. Nicht, dass er wüsste, was eigentlich so ein Farbfilm ist. 🙈

Alles in allem war es ein tolles und ruhiges Wochenende. Morgen hat die Kita Konzeptionstag und ich bin im Homeoffice. Wir gehen die Woche also erstmal ruhiger an.

PS. Hier findet ihr das WIB von Susanne und anderen BloggerInnen.

Ein Hoch auf die Gleichberechtigung

Heute ist #Weltfrauentag und das Internet ist voll mit Infografiken wie „Frauen machen viel mehr im Haushalt“, „Frauen investieren mehr Zeit in unbezahlte Sozialaufgaben“ blablabla… Aber ganz ehrlich? Es geht doch auch anders? Warum redet da denn keiner drüber?

Ich bin ja kein Freund von „die einen sind viel besser als die anderen“. Und schon gar nicht bin ich ein Freund von „Frauen gehören an den Herd“. Nun habe ich das Glück in einer gleichberechtigten Beziehung zu leben. Also in einer richtig gleichberechtigten.

Wir haben beide einen Vollzeitjob. Deshalb teilen wir uns alles, was sonst noch gemacht werden muss: Ich übernehme morgens die Kinder und bringe sie zu Kita, der Hauptfreund holt sie dafür jeden Tag pünktlich ab. Wir teilen uns in die Kinderkrankentage und in Elternabende. Er kauft meistens in der Mittagspause ein. Dafür gehe ich am Freitag auf dem Heimweg am Wochenmarkt vorbei oder schnippse noch schnell in den Drogeriemarkt des Vertrauens. Meine Aufgabe ist das Besorgen von Geburtstagsgeschenken, dafür muss der Mann aber sämtliche Bastelsachen übernehmen.

Okay – die Wäsche ist tatsächlich mein Ding. Aber auch nur, weil er sie einfach nicht so aufhängt, wie ich das mache. Ihr wisst, was ich meine, oder? Dafür teilen wir uns das Kochen, putzen, aufräumen. Ich überlasse ihm gern handwerkliche Sachen und er steht am Wochenende viel häufiger früher auf, um sich um die Kinder zu kümmern.

Apropos Kinder: Auch hier hat der Hauptfreund bisher nur eine einzige Sache allein mir überlassen. Aber das ging auch nicht anders, weil er das Stillen echt schlecht hinbekommen hätte.

Wenn ich jetzt aufrechnen würde, hätte der Mann wahrscheinlich sogar den größeren Anteil an der Kinderbetreuung. Einmal in der Woche verabschiede ich mich schließlich für knapp zwei Stunden zum Yoga – zwei Stunden nur für mich allein.

Ich weiß, dass wir nicht zum Durchschnitt gehören. Dass es in vielen Familien normal ist, dass Papa lange arbeitet und Mama dafür zu Hause ist. Ich will das gar nicht be- oder verurteilen. Jeder soll sein Leben so leben, wie es ihm oder ihr gefällt. Ich freue mich aber, dass der Mann und ich da ziemlich gleich ticken. Und wir unseren Kindern zeigen, dass es auch gleichberechtigt geht. So haben es meine Eltern gemacht und so machen es  – vielleicht, wenn sie es wollen – auch unsere Kinder. Ein Hoch auf die Gleichberechtigung!