In der vergangenen Woche hatte ich ja Besuch von der Lieblingsschwester K. und dem Lieblingsneffen P. Während ich mich jedoch auf der Arbeit rumdrücken musste, durfte die besagte Familie in meiner Wohnung verweilen und – das bekam ich direkt am ersten Abend bei meiner Rückkehr zu spüren – meine Bude auf den Kopf stellen. Nicht nur, dass meine Schwester alle Klamotten – egal ob dreckig oder nur “rumliegend” – die sie in die Finger bekam, in die Waschmaschine steckte. Nein, jetzt wurden auch noch meine Schubladen umsortiert, Handtücher neu gefaltet (weil ihre Art “viel effektiver” ist), die Badutensilien neu geordnet und – das bemerkte ich dann heute – auch noch der Stecker meines CD-Players gezogen, sodass ich die Uhr erstmal neu stellen musste. Und ja, eigentlich ist es toll, wenn “die Heinzelmännchen” die Wohnung aufräumen, während man selbst am Schreibtisch hockt. Aber mal ehrlich – kann ich meinen Haushalt nicht allein recht gut führen? Räume ich sämtliche Klamotten von A nach B, wenn ich bei ihr bin?

Und während ich mich wieder abrege – meinen Unmut darüber hat sie schon abbekommen – begebe ich mich auf die Suche, was denn noch alles anders ist, in meinen vier Wänden.

Mein geliebter, ungeborener und bisher ungezeugter Sohn, seit heute weiß ich, wie du definitiv nicht heißen wirst. Seit ich mich konkret mit Namen für meine ungeboren Kinder beschäftige, hatte ich deinen im Kopf. Seit ich Sims 1 verfallen bin, hatten alle männlichen Nachkommen deinen Namen. Heute hat diesen ein anderes Kind bekommen. Und nun gibt es zwei Wege: Entweder ich verabschiede mich von dem Namen, den ich bereits vor Jahren für dich aussuchte. Oder ich suche mir einen neuen Vater. Denn der potenzielle, der gerade in meinem Leben zu Gast ist, ist die Verbindung zu dem Kind, das nun deinen Namen trägt.

Ich freu mich, dass dieses Kind gesund zur Welt gekommen ist – und es auch seiner Mama gut geht. Ich wünsche ihm alles, alles Gute für seinen Weg. Aber ich trauere auch ein bisschen um den Namen, den mein Sohn tragen sollte. Etwas ist gerade kaputt gegangen.

Januar

viel Arbeit | Vorstellungsgespräche | Fahrten quer durch Deutschland | ein Leben, in dem ich mich langsam an die Freiberuflichkeit gewöhne

Februar

stressiger Projektabschluss des W*ettbewerbs – endlich! | zweites Vorstellungsgespräch | der Bruder hat sein 1. und ich denke – er braucht den Job, ich nicht unbedingt | er klappt, bei den Auftraggebern Bescheid geben | erste Gedanken an einen Umzug

März

neuer Arbeitsvertrag unterschrieben und abgeschickt | Wohnungssuche in H | Gedanken an einen Umzug – will ich eigentlich weg?!

April

Mietvertrag unterschrieben | letzte Tage in Hessen, die Arbeitskollegen werden fehlen | Abschiede in allen Formen: Cocktails mit Kollegen, Abschiedsgeschenke, Essen mit Freunden | Kisten packen und 500km weit durch Deutschland ziehen

Mai

1. Arbeitstag – neue Firma, neue Kollegen | 1. Dienstreise am 2. Arbeitstag mit Kollegin S., die mir alles prima erklärte und mich in das Unternehmen einführte | der Freund und ich feiern unseren 1. gemeinsamen Geburtstag in der neuen Wohnung – die Familie ist dabei

Juni

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Juli

langsam zeichnen sich Veränderungen ab | vom Chef aber schon mal ein positives Zwischenfeedback zur Probezeit bekommen | Vorbereitungen, denn schließlich kommt Anfang August der Lieblingsneffe zur Schule Kirschen pflücken bei der Schwester | der 1. eigene Kirschschnaps wird angesetzt

August

Hochzeit in T*hüringen | Einschulung von P. | Wochenende in Hessen bei der Lieblingsfreundin M. | Veränderungen stehen bevor | Bauchschmerzen werden größer | “Wissen, was wird” [Silbermond] | ich radele jetzt zur Arbeit | Heimatbesuch zum Schloßfest

September

Tick Tack | Herbst ist da | Arbeit, Arbeit, Arbeit | ich denke viel und kann doch wenig ändern

Oktober

der Wechsel ist perfekt – perfekt? | Kindergeburtstag von P. – der Freund verzweifelt mit 6 Kindern bei Mc*Donald’s | Neuigkeiten, die alles ins neue Licht rücken | durchalten, durchbeißen | Regnet es jetzt eigentlich mehr als sonst?

November

kalt, frostig, irgendwie anders | plane den W*eihnachtskalender für den Freund und hole dann doch alles auf den letzten Drücker | Adventskranz basteln für Anfänger

Dezember

es wird ruhig | Gedanken drehen sich, finden aber keinen Ausweg | Zweifel, am Ende fast verzweifeln | durchhalten | Frühstück und Shoppen am 2. Urlaubstag tut gut

Fazit | Immer wenn ich dachte, ich hab den Weg gefunden, änderte er sich wieder. Ich wollte Klarheit und bekam Verwirrung – aber an den Problemen wächst man ja.

Mantra für 2010 | Allet wird jut, wir finden deine Eltern.

2008

Am Samstag steht mal wieder mein schwarzer Tag an. [Vor genau 11 Jahren - als das alles begann - war es auch ein Samstag, fällt mir gerade ein.] Eigentlich wollte ich mich verkriechen, ausgiebig weinen, rumliegen und einfach nichts tun. Der Freund wird nicht da sein und deshalb gibt es ja auch keinen, für den ich ‘gut drauf” sein müsste.

Tja, da wird aber leider nichts draus. Jetzt werde ich das Hasenkind einpacken und der Lieblingsschwester ihr Auto samt Gast-Hasi zurück bringen. Und damit ich mich ohne Freund nicht langweile, verbringe ich das WE einfach bei der Familie. Vielleicht ist das aber auch der richtige Weg – nach 11 Jahren immer noch depressiv werden ist leicht übertrieben, oder? Und schließlich werden noch eine Menge dieser schwarzen Tage kommen…

Robert Enkes Sarg wird am Sonntag in der AWD-Arena aufgebahrt

[via haz.de]

Also ganz ehrlich, dass ist ja nun wirklich etwas “too much”. Es ist traurig, dass er von uns gegangen ist. Es ist vielleicht auch ein Verlust für die Gemeinschaft – ich weiß es nicht, weil ich ihn nicht kannte. Aber jemanden in einer Fußball-Arena (auch wenn das mehr oder weniger sein “Wohnzimmer” war) aufzubahren, dass geht meines Erachtens viel zu weit. Wenn man den Medienberichten Glauben schenken darf, dann war dieser Mann ein ruhiger, sensibler Mensch. Und ich glaube nicht, dass ein ruhiger und sensibler Mensch das braucht. Aber egal. Er kann sich ja nicht mehr wehren und meine Meinung ist eh egal. Ich weiß jedenfalls, wo ich am Sonntag NICHT sein werde.

Vor vielen, vielen Jahren – und ich meine viele, viele Jahre – gab es für mich und die Freundin H. nur einen Film. Diesen haben wir jeden Nachmittag geguckt, direkt nach der Schule. Denn wir verbrachten die meisten Nachmittag entweder bei ihr oder bei mir. Damals – man schaute noch VHS, also Videokassetten – verstanden wir den Film noch nicht wirklich, aber toll war er schon immer. Seit dem haben wir ihn (es kamen dann noch ein paar Mädels dazu) ca. einhundertmillionen Mal gesehen, auf deutsch und englisch. Und ganz ehrlich: Heute ist eigentlich der richtige Tag, um “Dirty Dancing” mal wieder in den DVD-Player zu schieben. Auch, wenn es jetzt immer etwas komisch sein wird…

… so hat es sich gestern irgendwie angefühlt, als ich nach vier Monaten wieder den Frankfurter Hauptbahnhof betrat.

Zur Zeit ist es echt komisch. Viele Abschiede. Zuviele für meine Begriffe. Ein bisschen Stillstand. Ein bisschen Bauchschmerzen. Ein bisschen Ungewissheit. Das Leben kann manchmal echt komisch sein.

Wenn ich nichts zu tun habe, stöbere ich in mein*VZ und gucke, was sich bei den Menschen getan hat, die zwar mal Teil meines Lebens waren, aber es nun nicht mehr wirklich sind. Leute, die ich heute eben nur virtuell noch kenne.

Gerade habe ich die Bilder meines Ex mit seiner (aktuellen ?) Freundin gesehen. Ich weiß, dass sie – wie auch ich – nur eine von vielen ist/ war/ whatever. Ja, ich bin mir nicht mal sicher, ob sie noch ein Paar sind. Weil man das bei Big L. eben nicht so genau wissen kann. Ich weiß, dass das mit uns vorbei ist. Sowas von vorbei. Ich weiß, dass es besser so ist. Aber bei keiner meiner Ex-Akten, ist es so komisch ihn mit einer anderen zu sehen. Wahrscheinlich, weil es bei den anderen nicht geklappt hat mit der Beziehung. Big L. hat uns aber nie eine wirkliche Chance gegeben. Und ich hasse es, etwas nicht zu Ende zu bringen.