Was bleibt.

Die Frage, warum man Kinder hat/will, beantworten ja viele mit: Damit etwas von mir bleibt. Nach dem eigenen Tod ein kleines „Ich“ auf diesem Planeten wandelt. Ich habe das ja nie so ganz verstanden. Kinder klonen uns ja nicht, durch die Mischung der Gene entstehen immer – selbst bei Geschwistern – eigene, neue Menschen. Und dennoch fand ich die Idee, dass etwas meiner (toten) Eltern in uns Kindern weiterlebt, immer irgendwie schön. Ich muss mir das aber immer bewusst machen – meist mit dem Hintergedanken, nicht so zu werden wie meine Mutter.

Aber jetzt haben wir den Beweis: Ein Teil meines Papas steckt tief in mir. In meinen Chromosomen und jetzt eben auch im Prinz. Das Ergebnis ist eine „Rot-Grün-Schwäche“ beim Sohn. Ich trage sie in einem „defekten“ X, der Prinz hat genau dieses X geerbt und kann deshalb Rot- und Grüntöne schwerer erkennen. Ein Teil meines Papas schlummert in mir – ohne, dass es mir bewusst war. Und der Prinz zeigt uns, dass eben doch etwas bleibt.

[Ich hoffe jedoch, dass das die einzige genetische Erbschaft ist. Die Krankheit, die zum Tod meines Papas geführt hat, braucht de Prinz oder das Osterkind oder sonstjemand nämlich nicht.]

Das Ende der Weihnachtsferien

Ach, wie haben wir die letzten 1,5 Wochen genossen: Familienzeit in ihrer Reinstform, Pancakes an Weihnachten zum Frühstück (dafür liebt mich der Neffe wahrscheinlich immer noch) und ansonsten rumlungern im Schlafanzug und kuscheln, kuscheln, kuscheln.

Diese Ferien taten sooo gut. Wir waren alle zu Hause, haben nur gemacht, worauf wir auch Lust hatten. Haben die Familie und Freunde getroffen, haben Kraft getankt und können nun ins neue Jahr starten. <3

Jahresrückblick 2016

Januar

Der Jahresauftaktworkshop mit meinen Kollegen bringt auch privat eine große Veränderung. Das Osterkind und ich beenden unsere Stillbeziehung. Nachdem sie immer wieder 2-3 Nächte ohne stillen auskam (wenn ich nicht zu Hause war), danach aber immer wieder anfing, als sei nichts gewesen, beendete ich das Ganze diesmal wirklich. Fast drei Jahre wurde das Osterkind gestillt und es war ok, dass es nun ein Ende hatte.

Februar

Das Leben lief so dahin. Wir verrachten ruhige Nachmittage mit den Schnuffels, kauften uns die weltbesten Winterbetten und warteten auf den Frühling.

März

Da die Kinderbetten langsam zu klein wurden und wir auch den Plan hatten, das Osterkind könnte demnächst einmal anfangen in ihrem Bett (und damit in ihrem Zimmer) zu schlafen, zogen wir los und kauften zwei Hochbetten von F*lexa. Die Lieferzeit betrug 10 Wochen, sodass wir noch bis Mitte April Zeit hatten, die Kinderzimmer zu streichen und neue Kleiderschränke etc. zu kaufen. Ostern verbrachten wir bei der Familie und feierten die beiden Geburtstage der Osterkinder.

April

Raten Sie, wann die Zimmer fertig waren. Richtig, ein Wochenende vor Lieferung der Betten. ;) Aber es hat sich gelohnt: Unser Wohnzimmer ist seit Fertigstellung der Kinderzimmer weitesgehendst Spielzeugfrei und das ist dann doch eine ganz neue Lebensqualität. Der Prinz bekam zu Ostern ein Fahrrad und lernt das Fahrradfahren in ca. drei Stunden. Verbissen kämpfte er sich durch das Lernen und gab auch bei kleinen Rückschlägen nicht auf. Das Laufradfahren hat eine gute Grundlage geschaffen, denn Stützräder brauchte der Prinz gar nicht – irgendwann lies Papa den Gepäckträger einfach los und der Prinz fuhr davon.

Mai

Wir verbringen die eineinhalb Wochen Urlaub, die der Mann und ich dieses Jahr gemeinsam haben, bei meinem Schwiegervater an der Ostsee. Ich stelle fest, dass ich ein Ostseekind bin und das auch nicht einfach abschütteln kann. Wir feiern unseren Geburtstag zu Hause mit Freunden und der Familie und genießen den Sonnenschein auf unserem Balkon.

Juni

Im Juni mussten wir unseren Fuhrpark etwas erweitern: Das Osterkind ist so gewachsen, dass sie nicht länger auf dem kleinsten P*uky-Laufrad fahren konnte. Es folgte also das größere. Außerdem sollte nun aber auch ein Roller her. Wir fuhren also zum Fahradtempel unseres Vertrauens und suchten zwei Rolle aus: Das Osterkind bekam einen in lila, der Prinz in pink.

Juli

Der Hauptfreund und ich teilen uns die beiden Wochen Schließzeit der Kinder auf uns machen getrennt von einander Urlaub. Wir genießen die freie Zeit und das schöne Wetter. Damit uns nicht langweilig wird, fahre ich mit den Kindern zu meiner Nichte und wir springen dort in den Pool. Danach hängen wir noch einen Kurzurlaub in meiner Heimat dran. Die Kinder und ich fahren mit den Auto vor, der Hauptfreund kommt mit der Bahn nach. Wir beantragen nach 1,5 Jahren einen Erbschein (juhu!) und besuchen das ganz frische Baby meiner Schulfreundin. <3

August

Der August verfliegt irgendwie. Ich kann mich gerade gar nicht an etwas herausragendes erinnern…

September

Der September ist heiß und wir alle warten auf den Urlaub. Acht Wochen sind auch für die Kinder ganz schön hart, aber da wir die Herbstferien mit dem Lieblingsneffen verbringen wollen, müssen wir uns bis Ende September gedulden.

Oktober

Endlich ist er da: Der Urlaub zusammen mit meiner Schwester und dem Lieblingsneffen. Wir unternehmen gar nichts groß, sondern sind eigentlich nur hier zu Hause. Aber es tut gut, die Familie um sich herum zu haben und die Kinder lieben ihre Tante gar sehr. Ende Oktober feiern wir unseren ersten richtigen Kindergeburtstag – der Prinz wird 5 und die Piratenparty wird ein voller Erfolg. Leider endet die Party mit Magen-Darm für das Osterkind. :(

November

Wir gehen Laterne und kommen ein wenig zur Ruhe. Die ewige Dunkelheit nervt schon ein bisschen, aber die Vorfreude auf Weihnachten steigt. Die Kinder backen mit ihrem Papa unseren allerersten Christstollen und ich verabschiede mich für ein Wochenende in den Harz, um meine alten Schulfreundinnen zu treffen.

Dezember

Der Dezember vergeht – wie immer – viel zu schnell. Mein Bruderherz kommt auf einen Spontanbesuch vorbei uns macht damit seine Nichte und seinen Neffen arg glücklich. Wir fahren am 4. Adventwochenende mit dem Zug nach Leipzig und freuen uns über leuchtende Kinderaugen. Der Doppelstock IC ist der Knaller! Außerdem gehen wir mit dem Prinz zu einer Ex-Frühchen-Nachuntersuchung und erhalten zwei Tage später schwarz auf weiß: Wir haben einen kerngesunden, normal entwickelten 5jährigen zu Hause. Und das ist, wenn man die Statikstik zugrunde legt, mehr als ein Sechser im Lotto. <3

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„Kleine Kinder haut man nicht.“

Heute hat Susanne von geborgen wachsen diesen Link geteilt. Und seitdem grummelt es in meinem Bauch und ich überlege, was ich im diesem Moment gesagt oder auch nicht gesagt hätte.

Vielleicht wäre das meine Antwort:

„Ich verstehe Sie! Ich verstehe Sie so gut! Auch ich habe zwei Kinder und weiß daher, wie es ist, wenn die Nerven blank liegen. Wenn man scheinbar keinen Ausweg mehr sieht. Manchmal, wenn ich so richtig genervt bin und die Kinder dann ’nicht funktionieren‘ denke ich auch daran: Eine Ohrfeige und es ist Ruhe.

Denn leider habe ich keine anderen Problemlösungsstrategien gelernt. Auch mir wurde eine Ohrfeige verpasst, wenn ich nicht funktioniert habe. Oder ich wurde mit einer Jeans (inkl. Gürtel) ‚verwackelt‘, als ich mit einer 4 in Deutsch nach Hause kam. Deshalb ist es das einzige, was mit einfällt, wenn eins meiner Kinder nur noch brüllt und nicht das macht, was ich mir wünsche. Klatsch! Ruhe! Dann hast du einen Grund zum Heulen.

Ich habe es jedoch nie getan. Ich brülle. Daran arbeite ich noch. Aber schlagen, nein. In Gedanken spielen sich die Szenen meiner Kinderheit ab: Ich hebe die Hand und ohrfeige mein Kind. Dann erschrecke ich, denn den Schmerz, den spüre ich noch wie heute. Deshalb tue ich es nicht. Und schäme mich dafür, dass ich es auch nur in Gedanken in Erwägung zog. Ich lerne gerade Probleme anders zu lösen. Vielleicht ist das dieses ‚Man lernt nie aus‘. Denn eins habe ich als Kind verinnerlicht: Respekt hatte ich nur vor dem nicht-schlagenden Elternteil. Vor dem, der nicht müde wurde zu betonen: ‚Kleine Kinder haut man nicht!'“

Wetterfühlig

Mit dem Mann in den Urlaub zu fahren ist ja auch nicht so leicht. Der Gute ist nämlich wetterfühlig und wird mehr als grummelig, wenn Petrus ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Wir „kämpfen“ bei miesem Wetter also nicht nur gegen die Wutausbrüche der 3- und 4-Jährigen, sondern auch mit der miesen Laune des Haupfreunds. Was ein Spaß!

Jetzt sind wir wieder zu Hause und es regnet in Strömen. Aber während das an der Ostsee noch ein Weltuntergang war (am schlimmsten war es, bei Sonnenschein abfahren zu müssen), scheint das hier kein Problem zu sein. Da sitzen der Mann und der Sohn einfach den ganzen Vormittag im Kinderzimmer und man hört das vertraute Lego-Rauschen. Alles in bester Ordnung, solange Lego in der Nähe ist.

Muss ich mir merken, für den nächsten Urlaub.

Ostseekind

Einmal Ostsee, immer Ostsee. Nach nur einem Tag muss ich gestehen, was ich nicht wahrhaben wollte: Ich bin ein Ostseekind.


Jahrelang sind meine Eltern mit uns (meinem Bruder und mir) an die Ostsee gefahren. Weil man als Bürger der D*eutschen D*emokratischen R*epublik eben auch nicht groß wo anders hinkam. Jeden Sommer, 3 Wochen. Sie haben unser Schneckenhaus an den Wartburg gehängt und sind mit uns an die Ostsee gefahren. Ich verband mit diesen Urlauben immer das, was Kindheit und Glück bedeutet: Gemeinsamkeit, Sand in den Haaren, Sonnenbräune (nicht Sonnenbrand!), morgens gemeinsam aufwachen und den FKKlern auf dem Weg ins Meer zusehen.

Es war Liebe in der reinsten Form.


Als ich groß war, wollte ich endlich an die Nordsee. Ich wollte die Gezeiten mit eigenen Augen sehen. Wollte an ein „richtiges“ Meer, eben nicht dahin, wo ich schon tausend Mal war. Die Urlaube waren toll, aber das Klima ist rau, immer wurden wir krank. Die Nordsee ist eben die Nordsee.

Und jetzt sind wir den ersten Tag unseres Urlaubs an der Ostsee. Ein wenig fühlt es sich vertraut an, auch wenn wir ganz woanders sind.


Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern nicht mehr da sind. Vielleicht sage ich das immer, wenn ich am Meer bin. Aber ich habe den Drang, einen Wohnwagen an unser Auto zu hängen und wieder zu kommen. Immer wieder. Damit meine Kinder diese Liebe auch spüren können.

Abgestillt.

Zwei Jahre und ganz knapp 10 Monate habe ich das Osterkind gestillt. Das sind ungefähr 16 Monate mehr, als ich ursprünglich mal gedachte hatte. Und nun ist das Osterkind groß und ich habe meine B*rüste wieder für mich.

  
Im vergangenen Jahr kam der Wunsch nach dem Abstillen immer wieder hoch. Nicht nur die Ungläubigen Blicke von eigentlich allen, wenn ich erzählte, dass ich mein zweijähriges Kind noch stille. Es waren vor allem die Nächte, die nicht leichter wurden, je älter das Osterkind wurde. Es ist nämlich ein himmelweiter Unterschied, ob man nachts nicht schläft, weil ein Säugling stillen MUSS oder weil ein Kleinkind stillen WILL. Aber dennoch fehlte mir immer wieder das Durchhaltevermögen, denn das Osterkind dachte nicht im geringsten daran, die Milchbar irgendwann einmal freiwillig aufzugeben.

Also packte ich die letzte Dienstreise beim Schopf: Schließlich war sie ganz hervorragend ohne Milch, aber dafür mit ihrem Papa eingeschlafen. Und am Freitag war dann eben die Milch weg. Nachdem wir sie nachts haben „meckern“ lassen (natürlich fragte sie nach dem Stillen), kam dann auch die „Milchfee“ und brachte ihr die heißersehnten Chucks. Nun, was soll ich sagen? Mit dem Moment, in dem für mich klar war, dass es nun vorbei ist, war das Osterkind gefühlt zehn Zentimeter größer. Sie lief in ihren neuen Schuhen durch die Wohnung und ich sah in ihr nicht mehr „mein Baby“, sondern mein großes Mädchen!

Natürlich wird sie nachts noch zweimal wach und besteht darauf, endlich wieder Milch zu bekommen. Sie lässt sich aber beruhigen und versteht, dass wir kuscheln, aber nicht mehr stillen können. Sie ist eben doch größer, als ich immer wahr haben wollte.

Einen Nachteil hat das Ganze aber doch: Den Mittagsschlaf hat sie damit auch an den Nagel gehängt. Aber irgendeinen Haken muss die Sache ja für mich auch haben.

Das muss ein Ende haben.

Eigentlich habe ich keine guten Vorsätze, die ich an Silvester fasse und dann einen Monat später wieder verwerfe. Dieses Jahr ist das aber anders. Ich will mein Mama-Ich ändern. Grundlegend. Um nicht das Mama-Ich meiner Mutter zu werden. Das ich meine ganze Kindheit und darüber hinaus verabscheut habe und welches auch nicht ganz unschuldig daran ist, dass ihr Tod kein tragisches Trauerjahr in mir ausgelöst hat.

Ich habe Anfang 2016 beschlossen, die Kinder nicht mehr anzubrüllen. Auslöser war der erste Morgen, an dem es wieder zur Arbeit und für die Kinder in die Kita ging. Das Osterkind wollte sich – wie schon seit einiger Zeit – mal wieder nicht anziehen lassen. Sie trödelte, zoge ihr Frühstück in die Länge, um dann immer wieder vor mir wegzulaufen. Ich gehe dann immer einfach schon mal zur Tür, ziehe den Prinz und mich an und spätestens dann kommt sie und will dann doch mit. Es war mal wieder viel zu spät als sie sich entschloss, sich doch anziehen zu lassen. Und eigentlich war schon alles gegessen, als ich sie dann eben doch anschrie. Ich brüllte, dass mich dieses Hin und Her unmäßig nervt und sie – weinte. Natürlich. Kleine Ohren sind für Erwachsenengeschrei nicht gemacht. Wer weiß das besser als ich?! Sofort wurde mir klar, wie dämlich diese Reaktion gerade von mir war. Ich entschuldigte mich und dann sagte der Prinz einen sehr wahren Satz: „Du musst jetzt aber auch endlich mal lernen nicht mehr zu schreien.“ So wie wir die Kinder immer wieder darauf hinweisen, dass sie bestimmte Dinge langsam mal allein machen sollen/ müssen, so muss ich auch etwas lernen.

Direkt nach dem Brüllen tut es mir immer unendlich leid. Aber während mich die Kinder durch ihr Verhalten (was völlig okay, aber eben für mich unpassend ist) zur Weißglut treiben, spielen sich in meinem Kopf die Szenarien meiner Kindheit ab. Und da lernte ich nur: Zuerst wird geschrien. Dann wird geschlagen. Und so kommt es, dass ich ab einem bestimmten Grad meiner Gereiztheit den Kindern in meinem Kopf eine Ohrfeige gebe. Spätestens dann werde ich „wach“, verlasse den Raum und schäme mich für mich selbst. Und deshalb muss das jetzt ein Ende haben. Ich will nicht so werden wie meine Mutter. Nicht in dieser Beziehung.

Ich rede immer noch laut und deutlich mit den Kindern, wenn mir etwas nicht passt. Sie müssen schließlich auch lernen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse und Vorstellungen haben. Aber ich schreie nicht mehr. Das muss jetzt ein Ende haben. Denn wenn ich eins schon immer wusste: Ich will niemals so werden wie meine Mutter. Und ich will nicht, dass meine Kinder sowas später auch sagen.

Jahresrückblick 2015

Januar

Das Jahr begann damit, dass meine Mutter wieder im Krankenhaus landete und es sich abzeichnete, dass sie es nicht mehr lebend verlässt. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt und so fuhren wir Mitte Januar noch einmal mit den Kindern hin, um ihren Lebenswillen zu wecken. Ende Januar kam dann der Anruf: Kommen Sie sofort! Es war zu spät. Wir waren Vollwaisen.

Februar

Der Tod meiner Mutter nimmt mich emotional echt mit. Ich kann nicht weinen, aber auch nicht richtig schlafen oder mich auch nur konzentrieren. Das Leben mit den Kindern macht die Sache leichter, weil man sieht, wofür man da ist. Außerdem hatte ich bereits die Chance „Trauer um einen Elternteil“ zu üben. Ende des Monats erfolgt ihre Beerdigung, danach konnte ich abschließen.

März

Das Leben geht weiter. Vor allem mit Kindern. Das Osterkind wird 2 und wir feiern mit der Familie, während draußen ein ordentlicher Frühjahrsstrum tobt.

April

Ostern verbringen wir bei der Familie und genießen die ruhigen Tage. Wir bekommen die Zusage für zwei Kindergartenplätze für den Prinz und entscheiden uns, beide Kinder in eine neue Einrichtung zu geben. Zuerst macht es uns Bauchschmerzen, aber das ändert sich bald.

Mai

Anfang Mai fahre ich drei Tage nach Berlin auf Dienstreise. Das Osterkind verbringt die Nächte ohne Stillen bei ihrem Papa. Stört sie nicht wirklich, gestillt wird nach den drei Tagen aber trotzdem unbeirrt weiter. Mitte des Monats fahren wir zusammen mit meinem Bruder zwei Wochen an die Nordsee. Wir genießen die Ruhe, den Wind und die Familienzeit. Das ist unser Jahresurlaub.

Juni

Auf der Arbeit bekommen wir einen neuen Kantinenbetreiber und ich beginne das Essen jeden Tag zu fotografieren. Die Kollegen schütteln darüber nur den Kopf, aber die verstehen diese Internetsachen sowieso nie.

Juli

Der letzte Monat der Kinder in der „alten Kita“ ist angebrochen. Das Osterkind wird auch die Krippe verlassen und mit dem Prinz zusammen in die neue Einrichtung gehen. Der Abschied fällt schwer, aber da „unsere“ Erzieher auch alle gehen, ist es nicht allzu schlimm.

August

Einen halben Monat sind sowohl der Mann und ich mit den Kindern zu Hause, weil die neue Kita erstmal zwei Wochen Schließzeit hat. Der Urlaub tut uns allen gut, auch wenn es für uns Eltern echt schmerzt, fünf Wochen (danach ist ja noch Eingewöhnung) des Jahresurlaubs „opfern“ zu müssen.

September

Das Osterkind fühlt sich in der neuen Kita ziemlich wohl und macht die Eingewöhnung im Vorbeigehen. Der Prinz liebt seine neuen Erzieherinnen und genießt es nun zu den Großen zu gehören. Wir haben jetzt ein großes Kindergartenkind, welches nur noch nachts eine Windel braucht! Leider verstirbt auch noch unser Häschen. Sie war für ein Kaninchen in einem guten Alter und musste auch nicht leiden, aber traurig ist sowas ja immer. Die Kinder nehmen es sehr gut auf und wir erklären nochmal das Konzept „für immer weg“.

Oktober

Ich mache den Stadtbahnführerschein und muss mich an Arbeitszeiten von 7-15.30 Uhr gewöhnen. Das ist so gar nicht meins! Der Mann bringt dafür morgens die Kinder in die Kita und bleibt mit ihnen anstandslos zu Hause, wenn sie krank sind. Am 29. Oktober bestehe ich die Fahrprüfung und wir feiern den vierten Geburtstag des Prinzen! Unglaublich!

November

Mitte November besuche ich mit meiner Freundin das Konzert von „Michael Patrick Kelly“ und ja, ich bin immer noch schrecklich verliebt. Hihi.

Dezember

Der Dezember vergeht mal wieder viel zu schnell, obwohl ich die Weihnachtsgeschenke früh zusammen und daher wenig Weihnachtsstress habe. Leider ereilt unsere Familie noch ein Todesfall, der aber auch eine Erlösung für den Betroffenen bedeutete. Weihnachten feiern wir bei meiner Nichte und die Kinderaugen strahlen, als der Weihnachtsmann vorbei kommt. Am 30. heiratet die Lieblingsnichte noch schnell ihren Freund und wir feiern eine rauschende, kleine Party.

Fazit: Dieses Jahr hatte emotional alles zu bieten, was so ging. Meine Kollegin zitierte ihre Mutter, die einmal meinte, man sei kein Kind mehr, wenn die eignenen Eltern tot sind. Ich bin also seit 2015 offiziell kein Kind mehr. Dafür habe ich aber auch gelernt, wie wichtig Familie ist und dass der Tod nicht immer die übelste Wahl ist. Manchmal ist er einfach nur die Erlösung und die gönne ich jedem.

Ich wünsche jeden von euch so viel Liebe, wie ich sie 2015 erleben durfte. Hoffe aber, dass wir in Bezug auf die Todesfälle nächstes Jahr eine Pause machen können.

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An der Nordseeküste

Die vergangenen zwei Wochen verbrachten wir an der Nordseeküste. Weil da das Internet aber quasi nicht vorhanden war, muss ich das bloggen über diese tollen Tage jetzt eben nachholen.

Wir verbrachten 12 Tage in einem Ferienhaus an der Nordsee, welches zwar kein WLAN, aber dafür eine Waschmaschine hatte. Nachdem mir bewusst wurde, dass hinterm Deich leider nur edge vorhanden und wir LTE maximal direkt an der Küste haben, verfluchte ich kurz die Wahl des Ferienhauses. Wir hätten auch eins mit WLAN haben können. Im Laufe des Urlaubs stellte sich jedoch heraus: Mit Kindern schlägt eine Waschmaschine alles. Ja, auch WLAN.

Das Wetter war eher durchwachsen. Meer halt. Wir hatten Wind. Wir hatten Sturm. Es gab Regen von oben und von der Seite. Und es gab Sonne. Und es gab sowas dazwischen. Letztendlich gilt aber – vor allem am Meer – die Devise: Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur unpassende Kleidung.

Und so erkundeten wir bei Wind und Wetter die Gegend. Der Prinz meist auf seinem Laufrad. Es ist unglaublich, wie viele Kilometer das Kind in diesem Urlaub auf dem Laufrad zurück gelegt hat! Einfach der Wahnsinn!

Direkt am Meer fanden wir dann auch den tollsten Spielplatz der Welt. Ein Piratenschiff!EINSELF! Und so kam es, dass wir dieses bei passendem Wetter immer und immer wieder aufsuchten.

Bei Regen und Sturm, also wenn man mit Kindern wirklich nicht draußen rumlaufen kann, bot sich uns eine tolle Alternative. Im „Kinderspielhaus“ gab es alles, was die Kleinen so glücklich macht. Leider war das Bällebad nur für Kinder bis 6 Jahre – Mama durfte also nicht mit rein. Hachjanun.

Natürlich gingen wir auch immer wieder ins Watt. Eine richtige Wattwanderung haben wir zwar nicht gemacht, aber man kann ja auch allein nach Wattwürmern, Muscheln und Krebsen graben.

Auf dem Weg vom Ferienhaus zum Meer trafen wir des öfteren auch einen Schwan. Und eine Entenfamilie mit sechs Kindern. Großes Kino fürs Osterkind!

Wir genossen die Zeit am Meer sehr. Und wie genossen die gemeinsame Zeit sehr. Das schönste am Urlaub war eben auch, dass ich den Hauptfreund und die Kinder (und den Lieblingsbruder natürlich) um mich herum hatte. 💕