Hamburg, my ❤️

Eigentlich wollte ich euch schon längst von unserem Kurzurlaub in Hamburg erzählt haben. Aber leider waren die folgenden Arbeitstage darauf so ätzend, dass ich abends keinen geraden Satz mehr raus bekommen hätte. Deshalb erzähle ich euch jetzt einfach, wie wir uns in Hamburg verliebt haben und am Liebsten geblieben wären.

Anfang Juni gönnten wir uns drei Tage und zwei Nächte in der Hansestadt. Gebucht hatten wir das Familienpaket im „Junges Hotel“ – 800m vom Hauptbahnhof entfernt. Da es dieses Paket nur mit zwei Übernachtungen, dafür aber mit Familienzimmer gab, hatten wir genug Zeit, den Kindern die Großstadt zu zeigen.

Angereist sind wir natürlich mit dem ICE. Zuerst dachten wir, dass die knappe Stunde Reisedauer für die Kinder viel zu kurz sein wird, aber sie fragten ca. 400mal, wann wir endlich da sind. Da war die Aufregung auf Hamburg und die ersten Übernachtungen in einem richtigen Hotel wohl doch größer.


Zuerst mal zum Hotel: Es war toll. Und das sage ich, ohne auch nur einen Cent dafür zu sehen. Die Mitarbeiter waren nett, neben dem Restaurant gibt es ein Spielzimmer (endlich konnten wir in Ruhe aufessen!), die Zimmer modern und schön eingerichtet. Im Paket waren jeweils ein Begrüßungsgetränk für jeden von uns (dazu später mehr), jeweils ein 3-Gänge-Menü, die HamburgCard (u.a. zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel) und ein kleines Spiel (Spielebox mit „Mensch ärgere dich nicht“, Mikado, etc.) für die Kids.

In Hamburg sind wir natürlich die ganze Zeit mit den Öffis unterwegs gewesen und man fühlt sich als Wahl-Hannoveraner sehr schnell sehr provinziell, wenn man erstmal Doppelgelenkbusse gesehen hat!!EINSELF! Auch dem Prinz sind in der Hochbahn gleich die gepolsterten Sitze aufgefallen und er kommentierte das nur mit: „Mama, guck mal, die Sitze kann man klappen.“ Er meinte wohl streicheln. ;)

Hier auch nochmal ein großes Dankeschön an die Hamburger fürs Aufstehen, wenn eine vierköpfige Familie in den Wagen kommt und kein Sitzplatz mehr frei ist! Das war gleich die erste Begegnung in einem der Hochbahnwagen und gastfreundlicher kann man im „kühlen Norden“ ja gar nicht empfangen werden.

Mit der Hochbahn ging es direkt zu den Landungsbrücken. Alter, was für ein Anblick, wenn die U3 aus dem Tunnel direkt auf den Hafen zufährt. Allein diese Strecke würde einen Umzug rechtfertigen. Am Hafen haben wir uns dann die S67 geschnappt und sind durch den Hafen geschippert. Dort lag auch ein „Mein Schiff“. Leider haben wir nun unsere Kreuzfahrtüberlegungen begraben müssen. Man kann sich nicht über Trump und seine Umweltpolitik aufregen, aber gleichzeitig mit so einem Dampfer durch die Meere schippern. Unsere Meinung.

Am nächsten Tag folgte dann der eigentliche Grund unseres Hamburgbesuchs: Das Miniatur Wunderland. Der Mann und ich waren 2011 das letzte Mal da, leider vor Eröffnung des Flughafens. Daher wurde es allerhöchste Zeit den Besuch nachzuholen. Vor allem, wenn man so bahnverrückte Kinder produziert hat. ;)

Und wenn man schon nicht in die echte Elbphilharmonie reinkommt, muss es eben die „kleine“ im MiWuLa sein.

Wir verließen das MiWuLa gegen 14 Uhr und befragten Google nach einem Spielplatz in der Nähe. Man schickte uns in die noch nicht ganz fertige HafenCity und belohnte uns mit einem ziemlich grandiosen Spielplatz. Wären die Kinder nicht so müde und kaputt gewesen, wir hätten sie wohl nie wieder von dem Spielplatz runter bekommen. (Und nein, nicht das Gerüst im Hintergrund ist das Highlight, sondern das Piratenschiff davor.)

Am Abend spielten die Kinder noch allein im Spielzimmer während wir in der Hotelbar unseren Begrüßungsdrink aka Mojito zu uns nahmen. Große Kinder fetzten!

Am Abschiedstag regnete es leider in Strömen, also erfüllten wir dem Mann seinen Herzenswunsch und fuhren in die Harburg Arcarden. Dort gab es nämlich eine Legoausstellung (u.a. mit Legosachen von zusammengebaut.com) zu sehen. Die Augen aller männlichen Mitreisenden leuchteten arg. Und ich stellte fest, dass es wahre Liebe wohl nur unter Sturmtrupplern gibt.

Dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Aber Hamburg wäre eben nicht Hamburg, wenn es uns nicht noch eine wichtige Info mit auf den Weg geben würde:

Ein Hoch auf die Gleichberechtigung

Heute ist #Weltfrauentag und das Internet ist voll mit Infografiken wie „Frauen machen viel mehr im Haushalt“, „Frauen investieren mehr Zeit in unbezahlte Sozialaufgaben“ blablabla… Aber ganz ehrlich? Es geht doch auch anders? Warum redet da denn keiner drüber?

Ich bin ja kein Freund von „die einen sind viel besser als die anderen“. Und schon gar nicht bin ich ein Freund von „Frauen gehören an den Herd“. Nun habe ich das Glück in einer gleichberechtigten Beziehung zu leben. Also in einer richtig gleichberechtigten.

Wir haben beide einen Vollzeitjob. Deshalb teilen wir uns alles, was sonst noch gemacht werden muss: Ich übernehme morgens die Kinder und bringe sie zu Kita, der Hauptfreund holt sie dafür jeden Tag pünktlich ab. Wir teilen uns in die Kinderkrankentage und in Elternabende. Er kauft meistens in der Mittagspause ein. Dafür gehe ich am Freitag auf dem Heimweg am Wochenmarkt vorbei oder schnippse noch schnell in den Drogeriemarkt des Vertrauens. Meine Aufgabe ist das Besorgen von Geburtstagsgeschenken, dafür muss der Mann aber sämtliche Bastelsachen übernehmen.

Okay – die Wäsche ist tatsächlich mein Ding. Aber auch nur, weil er sie einfach nicht so aufhängt, wie ich das mache. Ihr wisst, was ich meine, oder? Dafür teilen wir uns das Kochen, putzen, aufräumen. Ich überlasse ihm gern handwerkliche Sachen und er steht am Wochenende viel häufiger früher auf, um sich um die Kinder zu kümmern.

Apropos Kinder: Auch hier hat der Hauptfreund bisher nur eine einzige Sache allein mir überlassen. Aber das ging auch nicht anders, weil er das Stillen echt schlecht hinbekommen hätte.

Wenn ich jetzt aufrechnen würde, hätte der Mann wahrscheinlich sogar den größeren Anteil an der Kinderbetreuung. Einmal in der Woche verabschiede ich mich schließlich für knapp zwei Stunden zum Yoga – zwei Stunden nur für mich allein.

Ich weiß, dass wir nicht zum Durchschnitt gehören. Dass es in vielen Familien normal ist, dass Papa lange arbeitet und Mama dafür zu Hause ist. Ich will das gar nicht be- oder verurteilen. Jeder soll sein Leben so leben, wie es ihm oder ihr gefällt. Ich freue mich aber, dass der Mann und ich da ziemlich gleich ticken. Und wir unseren Kindern zeigen, dass es auch gleichberechtigt geht. So haben es meine Eltern gemacht und so machen es  – vielleicht, wenn sie es wollen – auch unsere Kinder. Ein Hoch auf die Gleichberechtigung!

Allein, allein

Seit fünf Jahren und vier Monaten bin ich nun Mama. Es waren schön glückliche, aber auch anstrengende fünf Jahre. Wie oft habe ich mir gewünscht, mal einen Nachmittag nur für mich zu haben. Serien zu gucken, auf dem Sofa zu liegen. All das habe ich heute exzessiv gemacht. Und genossen!

Der Mann hat am Dienstag die Kinder eingepackt und ist zu seinem Bruder gefahren. Seit Dienstag hab ich also sturmfrei und bin sowas wie solo. Ich nutzte die Zeit, um viel zu arbeiten und habe mich mit meinen Freundinnen getroffen. Es waren schöne drei Tage. Ich suchte jetzt auch diese Teeny-Vampir-Serie und warte auf die Rückkehr der Familie. Denn ganz ehrlich: So oft ich mir auch mal eine Auszeit gewünscht habe, so langsam wird es Zeit. Die fehlen mir!

Es ist nicht vorbei

Wir beginnen also mit Woche drei im Krankenlager. Während der Prinz die letzte Woche zur Erholung nutzte und eigentlich gar nicht mehr krank war, teilten sich der Mann und ich die Betreuung des Osterkinds. Manchmal denke ich, dass sie dem Virus nur so lange getrotzt hat, damit er sie jetzt so richtig ärgert.

Am Montag wollten wir eigentlich in den Alltag zurück kehren: Die Eltern gehen wieder arbeiten und die Kinder in die Kita. Pustekuchen, das Osterkind bekam am Sonntag wieder Fieber und lag flach. Das ganze zog sich bis Freitag, sodass sich der Mann und ich in die Betreuung der Kinder reingeteilt haben und jeweils eine halbe Woche im Büro bzw. zu Hause verbrachten. Was das für die Kollegen und unsere Arbeitgeber bedeutete, das schoben wir mal ganz weit weg. Hier geht es jetzt mal ums Kind und nicht um den Job.

Nachdem sie am Freitag nochmal fast 40 °C Fieber hatte, war sie am Samstag das erste Mal nach fünf Tagen fieberfrei. Ich schöpfte Hoffnung und wir zwei fuhren zusammen zum Wochenmarkt.

Aber das war dann doch ein wenig anstrengend und sie schlief auf dem Rückweg fast in meinem Arm ein. Zu Hause verbrachte sie dann den restlichen Tag auf dem Sofa – was völlig okay ist, da wir alle noch nicht fit sind. Auch der Mann und ich hängen noch arg durch und spüren ein Kratzen im Hals. Wir sind alle – okay, alle bis auf dem Prinz – schlapp und wollen uns gar nicht mehr als nötig bewegen. Gestern Nacht war dann aber die Hölle, da das Osterkind ständig wegen Ohrenschmerzen aufwachte. Nach einer Dosis Ibusaft ging es dann, aber da war es schon fast Morgen.

Heute fuhr dann der Mann mit ihr in die Kinder-Notambulanz. Die Ohrenschmerzen ließen nicht nach und sie hatte wirklich krass-schlechte Laune. Da kam dann die Gewissheit: Sie steuert auf eine Ohrenentzündung zu. Juhu. Nicht.

Und so trage ich mein krankes Mädchen wieder kilometerweit durch unsere Wohnung, tröste und kuschle sie. Es fühlt sich noch einmal nach der längst vergangenen Babyzeit an und dennoch würde ich ihr diesen Kampf so gern abnehmen. Drei Krankenwochen, das hatten wir noch nie. Und langsam macht mir die Hartnäckigkeit dieses Virus auch echt Angst.

Krankenstand: 4/4 (inkl. Rückfall)

Angefangen hat alles am Freitag, aber darüber habe ich ja schon berichtet.

Am Montag machten sich das Osterkind und ich noch wagemutig auf den Weg in den Alltag. Sie in die Kita, ich zur Arbeit. Aber mir halfen die trölftausend Tassen Ingwer-Zitrone nicht, ich kam mit 39°C Fieber nach Hause. Also lagen am Dienstag 3 von 4 krank auf dem Sofa. Nur das Osterkind war „last woman standing“ und wollte tapfer weiter in die Kita.


Nachdem es uns Eltern heute wenigstens ein bisschen besser ging, machten wir einen Miniausflug zum Spielplatz. Dort saßen die Kinder fünf Minuten auf der Schaukel, fünf Minuten auf der Wippe und dann mussten wir ganz schnell nach Hause, weil der Prinz extrem fror.


Zuhause verschwand er direkt auf dem Sofa und schlief ein und tada – wachte mit 38,6°C auf. Zur Sicherheit haben wir dann auch nochmal beim Osterkind Fieber gemessen. Und obwohl sie singend Lego spielte, verriet uns das Thermometer: 38,4°C. Damit sind wir jetzt zu Viert. Jackpot.

Auf den Nadeln

Warum erzähle ich hier eigentlich nie, was ich eigentlich gerade so stricke? Jetzt, wo ich abends (meistens) nicht allzu müde bin, habe ich mir mal wieder ein Strickprojekt zugetraut, welches umfangreicher als ein Paar Socken ist. Nachdem ich das letzte Paar Socken dann nach unglaublichen 12 Monaten beendet hatte, kaufte ich mir diese tolle Wolle von der Wollmeise und schlug „Sleeves“ von Martina Behm an.


Sleeves ist ein Dreieckstuch mit Ärmeln. Also quasi eine Mischung aus Bolero und Tuch. Perfekt für jemanden wie mich, die quasi nie genug Strickjacken/ Pullover etc. hat. Den rechten Ärmel habe ich bereits fertig – hat nur drei Monate gedauert 😂 – nun stricke ich am zweiten. Die Wolle ist farblich der Hammer und lässt sich auch prima verarbeiten. 


Leider wird sie mit 2,5er Nadeln verstrickt – und das dauert eben. Aber der Weg ist das Ziel und nächsten Winter werde ich es wohl geschafft haben. Hoffe ich.

Das Ende der Weihnachtsferien

Ach, wie haben wir die letzten 1,5 Wochen genossen: Familienzeit in ihrer Reinstform, Pancakes an Weihnachten zum Frühstück (dafür liebt mich der Neffe wahrscheinlich immer noch) und ansonsten rumlungern im Schlafanzug und kuscheln, kuscheln, kuscheln.

Diese Ferien taten sooo gut. Wir waren alle zu Hause, haben nur gemacht, worauf wir auch Lust hatten. Haben die Familie und Freunde getroffen, haben Kraft getankt und können nun ins neue Jahr starten. <3

Jahresrückblick 2016

Januar

Der Jahresauftaktworkshop mit meinen Kollegen bringt auch privat eine große Veränderung. Das Osterkind und ich beenden unsere Stillbeziehung. Nachdem sie immer wieder 2-3 Nächte ohne stillen auskam (wenn ich nicht zu Hause war), danach aber immer wieder anfing, als sei nichts gewesen, beendete ich das Ganze diesmal wirklich. Fast drei Jahre wurde das Osterkind gestillt und es war ok, dass es nun ein Ende hatte.

Februar

Das Leben lief so dahin. Wir verrachten ruhige Nachmittage mit den Schnuffels, kauften uns die weltbesten Winterbetten und warteten auf den Frühling.

März

Da die Kinderbetten langsam zu klein wurden und wir auch den Plan hatten, das Osterkind könnte demnächst einmal anfangen in ihrem Bett (und damit in ihrem Zimmer) zu schlafen, zogen wir los und kauften zwei Hochbetten von F*lexa. Die Lieferzeit betrug 10 Wochen, sodass wir noch bis Mitte April Zeit hatten, die Kinderzimmer zu streichen und neue Kleiderschränke etc. zu kaufen. Ostern verbrachten wir bei der Familie und feierten die beiden Geburtstage der Osterkinder.

April

Raten Sie, wann die Zimmer fertig waren. Richtig, ein Wochenende vor Lieferung der Betten. ;) Aber es hat sich gelohnt: Unser Wohnzimmer ist seit Fertigstellung der Kinderzimmer weitesgehendst Spielzeugfrei und das ist dann doch eine ganz neue Lebensqualität. Der Prinz bekam zu Ostern ein Fahrrad und lernt das Fahrradfahren in ca. drei Stunden. Verbissen kämpfte er sich durch das Lernen und gab auch bei kleinen Rückschlägen nicht auf. Das Laufradfahren hat eine gute Grundlage geschaffen, denn Stützräder brauchte der Prinz gar nicht – irgendwann lies Papa den Gepäckträger einfach los und der Prinz fuhr davon.

Mai

Wir verbringen die eineinhalb Wochen Urlaub, die der Mann und ich dieses Jahr gemeinsam haben, bei meinem Schwiegervater an der Ostsee. Ich stelle fest, dass ich ein Ostseekind bin und das auch nicht einfach abschütteln kann. Wir feiern unseren Geburtstag zu Hause mit Freunden und der Familie und genießen den Sonnenschein auf unserem Balkon.

Juni

Im Juni mussten wir unseren Fuhrpark etwas erweitern: Das Osterkind ist so gewachsen, dass sie nicht länger auf dem kleinsten P*uky-Laufrad fahren konnte. Es folgte also das größere. Außerdem sollte nun aber auch ein Roller her. Wir fuhren also zum Fahradtempel unseres Vertrauens und suchten zwei Rolle aus: Das Osterkind bekam einen in lila, der Prinz in pink.

Juli

Der Hauptfreund und ich teilen uns die beiden Wochen Schließzeit der Kinder auf uns machen getrennt von einander Urlaub. Wir genießen die freie Zeit und das schöne Wetter. Damit uns nicht langweilig wird, fahre ich mit den Kindern zu meiner Nichte und wir springen dort in den Pool. Danach hängen wir noch einen Kurzurlaub in meiner Heimat dran. Die Kinder und ich fahren mit den Auto vor, der Hauptfreund kommt mit der Bahn nach. Wir beantragen nach 1,5 Jahren einen Erbschein (juhu!) und besuchen das ganz frische Baby meiner Schulfreundin. <3

August

Der August verfliegt irgendwie. Ich kann mich gerade gar nicht an etwas herausragendes erinnern…

September

Der September ist heiß und wir alle warten auf den Urlaub. Acht Wochen sind auch für die Kinder ganz schön hart, aber da wir die Herbstferien mit dem Lieblingsneffen verbringen wollen, müssen wir uns bis Ende September gedulden.

Oktober

Endlich ist er da: Der Urlaub zusammen mit meiner Schwester und dem Lieblingsneffen. Wir unternehmen gar nichts groß, sondern sind eigentlich nur hier zu Hause. Aber es tut gut, die Familie um sich herum zu haben und die Kinder lieben ihre Tante gar sehr. Ende Oktober feiern wir unseren ersten richtigen Kindergeburtstag – der Prinz wird 5 und die Piratenparty wird ein voller Erfolg. Leider endet die Party mit Magen-Darm für das Osterkind. :(

November

Wir gehen Laterne und kommen ein wenig zur Ruhe. Die ewige Dunkelheit nervt schon ein bisschen, aber die Vorfreude auf Weihnachten steigt. Die Kinder backen mit ihrem Papa unseren allerersten Christstollen und ich verabschiede mich für ein Wochenende in den Harz, um meine alten Schulfreundinnen zu treffen.

Dezember

Der Dezember vergeht – wie immer – viel zu schnell. Mein Bruderherz kommt auf einen Spontanbesuch vorbei uns macht damit seine Nichte und seinen Neffen arg glücklich. Wir fahren am 4. Adventwochenende mit dem Zug nach Leipzig und freuen uns über leuchtende Kinderaugen. Der Doppelstock IC ist der Knaller! Außerdem gehen wir mit dem Prinz zu einer Ex-Frühchen-Nachuntersuchung und erhalten zwei Tage später schwarz auf weiß: Wir haben einen kerngesunden, normal entwickelten 5jährigen zu Hause. Und das ist, wenn man die Statikstik zugrunde legt, mehr als ein Sechser im Lotto. <3

2005 | 2006 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015

Das Geburtstagswochenende

Uff, das war vielleicht ein Wochenende. In unserer Wohnung befanden sich insgesamt 11 Kinder, 4 Teenager und 13 Erwachsene. Verteilt auf zwei Tage. Und das kam so.

Gestern wurde der Prinz fünf Jahre alt und das musste natürlich gefeiert werden. Er wünschte sich eine Piratenparty und so bestellt ich Mitte Oktober bei Party Princess das nötige Zubehör (Pappteller, Pappbecher und -strohhalme, usw) und wir machten uns eine ganze Woche vorher an die Partyplanung. 🙈

Am Freitag fing dann das große Backen an. Es musste natürlich ein Piratenschiffkuchen sein, den ich aus dem Rührkuchenrezept meiner Mutter mit zusätzlich Schokolade und Halsnüssen zauberte.


Aber weil Kinder ja eher Dinge essen wollen, die man in die Hand nehmen kann, gab es als Alternative noch Zimtschnecken und Regenbogenmuffins.


Am Abend deckten wir noch den Geburtstagstisch – mit Blumen und natürlich all den Geschenken. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, dem Kind nur „wenig“ zu schenken, da er die Sachen ja auch noch bespielen will. Und da für Samstag – also seinen richtigen Geburtstag – auch seine Freunde aus der Kita eingeladen waren, kamen eh noch einige dazu. Das Geburtstags-T-Shirt durfte aber natürlich nicht fehlen und weil Lego (also das „richtige“ kleine Lego) gerade hoch im Kurs steht, hat der Prinz jetzt ein Lego-Pirat-Geburtstagsshirt.


Die Party mit den Kindern war dann richtig toll. Insgesamt waren acht (inkl. unserer eigenen) Kinder anwesend, aber es gab keinen ernstzunehmenden Streit, keine Tränen, nur viel Spaß. Nachdem sich die Kids an Kuchen und Kakao gestärkt hatten, durften die kleinen Piraten auf Schatzsuche gehen. Doch der Weg dahin war steinig: Sie mussten Aufgaben lösen, bekamen als Belohnung aber immer einen Stempel (ich hatte einen Piratenschiffstempel bestellt) auf ihre Schatzkarte. Am Ende fanden sie den Schatz und waren alle begeistert. Zurück zu Hause gab es dann noch Nudelauflauf für alle und schon war es Abholzeit.

Der Prinz hatte es sichtlich genossen, seine Freunde um sich zu haben und war ein hervorragender kleiner Gastgeber. Er genoss es, im Mittelpunkt zu stehen, drehte aber nicht vollkommen ab. Am Ende des Tages war ich überrascht, wie wenig Nerven ich verloren hatte. Aber wir hatten auch tatkräftige Unterstützung: Drei Mamas, die nicht gehen durften, meinen Bruder, der die weltbeste Küchenhilfe gab und natürlich der Hauptfreund, der wahrscheinlich genauso viel Spaß an den Spielen hatte, wie die Kinder.


Spaß hatten Vater und Sohn aber auch beim Zusammenbauen des Geburtstagslego. (Ich glaube ja, da freut sich der Mann drauf, seit ich ihm sagte, dass er Papa wird.)

Heute stand dann noch der Familiengeburtstag auf dem Plan. Ich bereitete also heute morgen noch einen riesigen Topf Kürbissuppe vor, der Mann backte noch einen Kuchen und zack war unser Wohnzimmer wieder voller Menschen. Ich habe tatsächlich die Größe unseres Wohnzimmers maßlos unterschätzt, wenn man erstmal die Zimmerpflanzen hinaus räumt. Und so fanden wir alle Platz zum quatschen und spielen und ließen uns den Kuchen schmecken.

Wenn da nicht ein winziger Wermutstropfen wäre: Das Osterkind klagte nämlich seit dem Nachmittag über Bauchschmerzen und verwand gegen 18 Uhr freiwillig im Bett. Um 20 Uhr fing sie dann bitterlich an zu weinen und spukte erstmal ihr ganzes Bett, sich selbst und ihren Schlafanzug voll. Wir stellten sie also kurzerhand unter die Dusche, zogen ihr neue Sachen an und kuschelten sie ins Elternbett ein. Das Bettzeug dreht eine Runde in der Waschmaschine und ich nehme alle Daumen, dass das „zuviel Kuchen“und nicht Magen-Darm war/ist. Vielen Dank.

Der Weg zu mir

Wie ich bereits schrieb, besuchte ich letzte Woche ein Inhouse-Seminar meines Arbeitgebers. Titel: „Seminar für Frauen: Starker Auftritt“ Es ging um Rhetorik, Ausstrahlung, selbstbewusstes Auftreten und heute dann schließlich auch noch um Kommunikation.

Ich war schon einmal auf ähnlichen Seminaren. Im Grunde hatte ich viele Sachen auch schon einmal gehört, aber leider im Laufe der Zeit tief in mir drinnen verschüttet. Und dennoch waren diese beiden Tage auch ein Weg zu mir selbst.

Wir sollten uns selbstreflektieren und per Video analysieren und stellten schnell fest: Irgendwie ging es jeder von uns Teilnehmerinnen ähnlich. Lampenfieber, wenn wir vor den anderen sprechen sollten. Den Wunsch, die anderen nicht zu enttäuschen. Die Angst, nicht gemocht zu werden. Wir alle sind uns so ähnlich und doch dachte ich von den meisten anderen Teilnehmerinnen: Boah, sind die selbstbewusst. Alles gestandene Frauen.

Mir ist vor allem aufgefallen, was die letzten Jahre aus mir gemacht haben. Dass ich mich seit den letzten Seminaren dieser Art – bevor ich Mutter wurde – weiterentwickelt habe. Erwachsener geworden bin. Ich weiß, dass nicht jedes Problem das Ende der Welt ist. Ich weiß, dass ich eine Menge aushalten kann. Und ich habe reflektiert, dass ich in meinem Leben noch nichts richtig schlimmes durchmachen musste. Es gab Schicksalsschläge in den letzten 32 Jahren – klar. Vielleicht auch mehr, als sie ein anderer Mensch bis hierher erleben musste. Aber es ist niemals exsistenzbedrohend gewesen. Ich bin stärker geworden. Es stimmt: Was einen nicht umbringt, macht einen stark. Und dafür bin ich unendlich dankbar.

Diese Tage waren ein Weg zu mir selbst, sie haben mir gezeigt, was ich kann und dass ich das auch zeigen kann. Dass ich mich nicht verstecken muss, auch wenn mir meine Erziehung das Wort „Bescheidenheit“ eingebläut hat. Ich gehe seitdem aufrechter durchs Leben und bin dankbar, dass mir das alles so passiert ist. Das Leben kann nicht immer nur gradlinig und glücklich verlaufen, aber erst die Tiefen lassen uns die Höhen wertschätzen.