Heute haben wir uns entschieden den ersten Tag online zu gehen – mit Hilfe des Vodafon-UMTS-Sticks. Den ganzen Vormittag sitze ich nun berufsbedingt am Telefon und bin nebenbei online. Dabei merke ich erst, dass mit das Web in den letzten drei Tagen irgendwie gefehlt hat. Nicht schlimm und auch nicht schmerzhaft, aber irgendwie gehört es dazu. Es gehört dazu schnell online nachzusehen, wann der Leuchtturm auf Amrum geöffnet ist. Obwohl ich die Zeit draußen an der frischen Luft viel mehr genieße als die hier am PC.

Die ersten beiden Tage Amrum liegen also hinter uns. Nachdem wir im strömenden Regen einmal quer über die Insel geradelt sind – dabei zweimal an unserer Ferienwohnung vorbei – genießen wir nun die Ruhe, den Wind, das Meer. Die Nordsee hat schon was tolles: Von blauen über grauen Himmeln, eisigen Wind, wärmenden Sonnenschein hatten wir in zwei Tagen schon alles dabei.

Aber vor allem können wir hier schlafen. Und das tun wir auch. Morgens, mittags, abends. Was kann es schöneres geben? Zwischendurch laufen wir über den Deich, lesen (Danke K. für den prima- tollen Schafskrimi – ich schmeiß mich ständig beim lesen weg), genießen das Nichtstun.

Die Wohnung ist übrigens toll und bald gibt es auch ein Foto von unserem Ausblick. Jetzt genießen wir erstmal wieder die Insel…

Woran erkennt man einen echten Digital Native? – Er (oder besser: Sie) kann nicht ohne den Draht zum Internet in den Urlaub fahren. Deshalb haben der Freund und ich auch beschlossen, den Laptop inkl. UMTS-Stick mit nach Amrum zu nehmen. Nicht, dass wir da den ganzen Tag online sein wollen. Aber irgendwie ist es ungemein beruhigend zu wissen, dass nicht nur mein Handy herhalten muss…

Außerdem kommen aber auch die Fahrräder mit. Deshalb habe ich heute auch das erste Mal in meinem Leben ein Fahrrad gewachst. Als Schutz gegen die Meerluft. Jetzt geht es also langsam los. Juhu!

So ruhig, wie es in meiner kleinen Onlinewelt gerade ist, ist es in der realen nicht wirklich. Aber von Tag zu Tag, Woche zu Woche, merke ich, wie sehr ich meinen Urlaub brauche. Ich habe das Gefühl nicht mehr in mir zu ruhen, ständig unterwegs zu sein, kaum auszuruhen, macht die Sache nicht besser. Ich bin ausgebrannt, habe das Gefühl so gar nicht mehr kreativ sein zu können. Drei Wochen und vier Tage. Mein Mantra.

Der nächste Brief von den Vermietern der Ferienwohnung: Kurkarte, letzte Infos. Sechs Wochen und zwei Tage, dann liegen wir an der Nordsee und genießen das Meer. Dafür muss ich nicht mal fliegen.

Die Vorbereitungen sind getroffen: Gerade stand ich noch im Reisezentrum am Hbf in Hannover, nun halte ich das Zugticket – inkl. Fahrradkarten – in den Händen. Geplant sind nämlich zwei Wochen Nordsee, inkl. Möwen, Leuchttürmen und trallala. Und weil ich das letzte Mal die P*ackstation so gelobt habe, muss ich nun auch mal sagen, dass die Dame am Schalter der Bahn auch sehr nett und zuvorkommend war. Dachte schon, dass ich meckern muss (wir kennen ja die B*ahn), aber nein – alles prima. So muss das sein.

Und jetzt, wo die Vorbereitungen für den Urlaub langsam Gestalt annehmen, freue ich mich richtig auf die Zeit mit dem potentiellen MfL am Strand…

Zwei Tage mit den Freundinnen: Emily Bronte, Jane Austen, Shopping, Beautyabend, Wein und Reden – bessers gehts nicht. Und auch wenn ich in Wuppertal nicht in der Schwebebahn gesessen habe, sondern die Geschäfte der Innenstadt zu Fuß erkundete, so genoß ich doch jede Minute.

… Denn Pfingsten fahre ich endlich mal wieder in die alte Wahlheimat, betrinke mich hoffentlich mit der Lieblingsfreundin M. und führe ganz nebenbei das neue Kleid zur Taufe des Schwiegerneffen in Spe aus.Es tut so gut, mal wieder das Gefühl zu haben, “nach Hause” zu kommen. Auch wenn es gar nicht mein zu Hause ist und ich die “richtige” Familie nun öfter zu Gesicht bekomme. Aber die Lieblingsfreundin kann eben doch keiner ersetzten, auch kein Lieblingsfreund.

Jetzt muss ich nur noch das Bahnticket buchen, die Restklamotten für die Taufe zusammen kaufen und dann kann es auch schon fast losgehen. Noch 17mal schlafen.

Alter, erst schicken sie uns von einem aufs andere Gleis, um dann im IC zu verkünden: “Sorry, aber wir haben ein technisches Problem. Dieser Zug bleibt bis auf unbestimmt Zeit hier stehen.” Ich wechsele also schnell in den ICE und komme dann nur 10 Minuten später in KS an. Im Zuge bettelte ich dann telefonisch den Freund an, er möge mich doch abholen. Bei meinem Glück hätte der nächste Zug nämlich auch Verspätung gehabt und ich wäre nie, nie, nie beim Liebsten angekommen.

Dafür war ich heute mir Lieblingskollegin K.  Weihnachtsgeschenke shoppen und ganz ziemlich zu frieden sein. Die Familie ist es bestimmt auch. ;)

Lieblingskollegin K. hat mich heute gefragt, ob ich eigentlich nur am Wochenende bloggen würde und da ist mir aufgefallen, dass es in letzter Zeit verdammt ruhig geworden ist, in meiner kleinen La-Wendel-Welt. Also hier, virtuell. Offline tut sich eine Menge, es geht hin und her, hoch und runter. Ich zweifle, verzweifle, schöpfe Hoffnung, frage mich “Warum?”, finde keine Antwort und stehe dann wieder am Anfang.
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