Kindermund

Die Kinder spielen im Schlafzimmer. „Wüten“ wäre wohl der richtige Ausdruck. Der Mann nutzt die Zeit, um die Küche aufzuräumen. Dann schaut er doch nach und entdeckt eine Kiste auf unserem Bett, die einen Lippenstiftfleck auf dem Bettlaken verdecken soll.

Papa: 😳 „Wer war das?“

Prinz: 👉🏻 (Osterkind)

Papa: „Woher ist der Lippenstift?“

Osterkind: 👜 (von Mama)

Prinz: „Ich hab ihr gesagt, sie soll das lieber nicht machen. Weil sie sonst Ärger bekommt.“

Papa zum Prinz: „Und warum hast du mich nicht geholt?“

Prinz: „Ich wollte nicht, dass du dich wieder aufregen musst.“

Welch eine Fürsorge. ❤️

Urlaubsmodus: Fun with Bahnen!

Gestern machten wir den kleinen (und den großen) Bahnfan unserer Familie sehr glücklich und fuhren mit dem „tren de Sóller„.Dafür mussten wir aber erstmal nach Palma kommen.

Die Tour startete um 7.35 Uhr, als wir in den Überlandbus stiegen. Wie wollten bewusst den „normalen“ Linienbus nutzen und nicht einer der sündhaft teuren Touren direkt nach Palma buchen. Wenn wir unterwegs sind, wollen wir ja auch immer ein bisschen den ÖPNV testen. Berufsschaden, sozusagen.

Nach knapp zwei Stunden waren wir dann endlich in Palma. Es war nicht nur für die Kinder ätzend, aber ein Mietwagen war keine Option. Weniger wegen der Kosten, eher der Umwelt wegen.

Aber all die Anstrengung hat sich gelohnt, wartete doch bereits der „tren de Sóller“ auf uns. An einem Bahnhof, der auch locker die Abfahrthalle nach Hogwarts hätte sein können, kauften wir unsere Tickets und bestiegen um 10.50 Uhr unseren Zug. Die Fahrt konnte losgehen!

In einem historischen Holzzug machten wir uns auf unsere kleine Zeitreise ins Jahr 1912, in Sóller sollten wir dann wieder im Jetzt ankommen. Aber es war nicht nur eine Reise durch die Zeit, sondern auch durch die verschiedenen Vegetationen auf Mallorca. Es ist fantastisch, wie sich die Landschaft in den Bergen ändert. Sie ist so anders als hier am Meer. Wir zeigten den Kindern Zitronen- und Olivenbäume und bewunderten die Berge.

In Sóller trennten sich erstmal unsere Wege. Das Osterkind hatte nun endgültig genug vom „fahren“ und weigerte sich standhaft nun auch in die Straßenbahn nach „Porte de Sóller“ einzusteigen. Also machten sich der Hauptfreund und der Prinz allein auf den Weg, dem Hafen mit der historischen Straßenbahn zu erkunden. Mein Herz blutete zwar auch ein wenig (Wir alten Pufferküsser!), aber hier soll keiner gezwungen werden.

Das Osterkind und ich schlenderten also durch die Gassen Sóllers, gingen so ziemlich jedem Hund aus dem Weg (Es ist kompliziert!) und versorgten die Familie am Ende mit reichlich Kuchen aus einer kleinen Bäckerei.

Dann ging es such schon wieder zurück nach Palma. Dass die Reise bis dahin schon ausreichend anstrengend, aber auch echt schön, war, zeigten uns die Kinder direkt: Beide schliefen auf der Rückfahrt mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

In Palma überbrückten wir die 2 Stunden Wartezeit auf unseren Bus, in dem wir auch hier noch einmal durch die engen Gassen schlenderten. (Und bei McD noch schnell einen oder zwei Hamburger verdrückten.)

Nach 12 Stunden erreichten wir wieder unser Hotel. Die Kids natürlich ausgeschlafen und fit, wir Eltern echt geschafft. Aber drei Stunden Busfahren haben sich gelohnt: Die Reise nach Sóller ist jede Anstrengung wert!

Wenn ich eine Mama bin

Wir stehen im örtlichen Supermarkt. Die Kinder betteln um einen Viererpack eines solchen Kinderjoghurts. Um aber nicht streiten zu müssen, wollen sie gleich zwei Packungen kaufen. Ich erkläre mit einer Engelsgeduld zum 476. Mal, dass wir eine Packung kaufen. Die sollen sie sich teilen. Wenn der Joghurt alle ist, kaufen wir neuen.

Da stampft das Osterkind mit ihrem kleinen Füßchen auf und beschwert sich voller Eifer:

„Also, wenn ich mal eine Mama bin und ein Baby habe. Und das Baby will einen Joghurt, dann kaufe ich den. Weil ich das Baby lieb habe.“ Und ich musste mich arg zusammenreißen um nicht los zu prusten.

Unser Wochenende

Da ich an diesem Wochenende verhältnismäßig viele Fotos gemacht habe, schreibe ich heute eben auch mal unser #wib (Wochenende in Bildern) auf. Ich hatte mir ja eh vorgenommen, mehr zu bloggen. Also muss hier auch mehr Alltag stattfinden.

Das Wochenende begann am Freitagnachmittag mit dem Weg zur Kita. Ich hatte das erstmal seit sehr langer Zeit wieder meine Chucks an und stellte fest, dass ich die viel häufiger tragen muss. Und überhaupt! Ich brauche mehr Chucks.

Ich holte also die Kinder und fuhr mit ihnen direkt wieder in die Stadt. Der Hauptfreund und der Prinz hatten einen Frisörtermin. Das Osterkind will sich die Haare lang wachsen lassen – genau wie Mama. Aber die Jungs mussten dringend das Winterfell lassen. Das ist übrigens das prinz’sche Winterfell. Der Hauptfreund hat aber gewonnen. So mengentechnisch.

Danach gab es für alle das erste Eis des Jahres. Mjam. Aber das mit der Rechtschreibung. Naja.

Samstagmorgen gingen das Osterkind und ich dann den obligatorischen Wochenendeeinkauf erledigen. DM, Real. Und während das Ostenkind stylisch als stylisch can be loszug, hatte ich nicht mal Make-up aufgelegt.

Die Jungs blieben zu Hause und der Hauptfreund nutzte das schöne Wetter, um das Fahrrad vom Prinz neu zu lackieren. Nachdem wir am letzten WE feststellen mussten, dass man kaum noch ein 14 Zoll Kinderrad bekommt, bekam der der Prinz ein neues (16“) Rad. Er wollte das alte aber nur abgeben, wenn es eine neue Farbe bekommt. Und das Osterkind wollte es nur nehmen, wenn es lila-metallic wird. Tja, also gab der Papa alles und tada:

Damit machten wir dann direkt den ersten Ausflug zum Spielplatz. Das Osterkind fuhr direkt die ersten 20 Meter allein, achtete aber dann immer wider darauf, dass Papa sie auch festhält. Denn wenn sie umfällt, dann tut sie sich ja an der Seite weh. Klar, ne?!

Den heutigen Tag starten wir dank der Zeitumstellung erst um halb neun. Whoop! Ich weiß ja auch nicht, warum da immer alle drüber schimpfen, für uns Eltern ist das doch prima. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bis halb neun im Bett bleiben konnte. Hihi.

Während das Osterkind heute mal ausnahmsweise Mittagsschlaf machte, putzten wir die Wohnung. Danach guckten wir alle die aktuelle „Sendung mit der Maus“ und verschwanden dann natürlich wieder auf dem Spielplatz. Dieses Wetter muss man schließlich auskosten!

Zum Abschluss steckten wir die Kinder noch in die Wanne, wo der Prinz lauthals „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen trällerte. Nicht, dass er wüsste, was eigentlich so ein Farbfilm ist. 🙈

Alles in allem war es ein tolles und ruhiges Wochenende. Morgen hat die Kita Konzeptionstag und ich bin im Homeoffice. Wir gehen die Woche also erstmal ruhiger an.

PS. Hier findet ihr das WIB von Susanne und anderen BloggerInnen.

Es ist nicht vorbei

Wir beginnen also mit Woche drei im Krankenlager. Während der Prinz die letzte Woche zur Erholung nutzte und eigentlich gar nicht mehr krank war, teilten sich der Mann und ich die Betreuung des Osterkinds. Manchmal denke ich, dass sie dem Virus nur so lange getrotzt hat, damit er sie jetzt so richtig ärgert.

Am Montag wollten wir eigentlich in den Alltag zurück kehren: Die Eltern gehen wieder arbeiten und die Kinder in die Kita. Pustekuchen, das Osterkind bekam am Sonntag wieder Fieber und lag flach. Das ganze zog sich bis Freitag, sodass sich der Mann und ich in die Betreuung der Kinder reingeteilt haben und jeweils eine halbe Woche im Büro bzw. zu Hause verbrachten. Was das für die Kollegen und unsere Arbeitgeber bedeutete, das schoben wir mal ganz weit weg. Hier geht es jetzt mal ums Kind und nicht um den Job.

Nachdem sie am Freitag nochmal fast 40 °C Fieber hatte, war sie am Samstag das erste Mal nach fünf Tagen fieberfrei. Ich schöpfte Hoffnung und wir zwei fuhren zusammen zum Wochenmarkt.

Aber das war dann doch ein wenig anstrengend und sie schlief auf dem Rückweg fast in meinem Arm ein. Zu Hause verbrachte sie dann den restlichen Tag auf dem Sofa – was völlig okay ist, da wir alle noch nicht fit sind. Auch der Mann und ich hängen noch arg durch und spüren ein Kratzen im Hals. Wir sind alle – okay, alle bis auf dem Prinz – schlapp und wollen uns gar nicht mehr als nötig bewegen. Gestern Nacht war dann aber die Hölle, da das Osterkind ständig wegen Ohrenschmerzen aufwachte. Nach einer Dosis Ibusaft ging es dann, aber da war es schon fast Morgen.

Heute fuhr dann der Mann mit ihr in die Kinder-Notambulanz. Die Ohrenschmerzen ließen nicht nach und sie hatte wirklich krass-schlechte Laune. Da kam dann die Gewissheit: Sie steuert auf eine Ohrenentzündung zu. Juhu. Nicht.

Und so trage ich mein krankes Mädchen wieder kilometerweit durch unsere Wohnung, tröste und kuschle sie. Es fühlt sich noch einmal nach der längst vergangenen Babyzeit an und dennoch würde ich ihr diesen Kampf so gern abnehmen. Drei Krankenwochen, das hatten wir noch nie. Und langsam macht mir die Hartnäckigkeit dieses Virus auch echt Angst.

Krankenstand: 4/4 (inkl. Rückfall)

Angefangen hat alles am Freitag, aber darüber habe ich ja schon berichtet.

Am Montag machten sich das Osterkind und ich noch wagemutig auf den Weg in den Alltag. Sie in die Kita, ich zur Arbeit. Aber mir halfen die trölftausend Tassen Ingwer-Zitrone nicht, ich kam mit 39°C Fieber nach Hause. Also lagen am Dienstag 3 von 4 krank auf dem Sofa. Nur das Osterkind war „last woman standing“ und wollte tapfer weiter in die Kita.


Nachdem es uns Eltern heute wenigstens ein bisschen besser ging, machten wir einen Miniausflug zum Spielplatz. Dort saßen die Kinder fünf Minuten auf der Schaukel, fünf Minuten auf der Wippe und dann mussten wir ganz schnell nach Hause, weil der Prinz extrem fror.


Zuhause verschwand er direkt auf dem Sofa und schlief ein und tada – wachte mit 38,6°C auf. Zur Sicherheit haben wir dann auch nochmal beim Osterkind Fieber gemessen. Und obwohl sie singend Lego spielte, verriet uns das Thermometer: 38,4°C. Damit sind wir jetzt zu Viert. Jackpot.

Alltag und das Haarexperiment – Woche 4

Heute war ein richtiger Schlumstag. Das lag vor allem daran, dass es die Männer des Hauses ausgeknockt hat. Der Prinz fiebert schon das ganze Wochenende, aber heute endlich nicht mehr über 40 Grad. Deshalb verzog er sich auch nach dem Frühstück direkt wieder aufs Sofa und schlief ein. Und, dass der Prinz am Tag noch einmal schläft, ist wirklich eine Ausnahme.


Ich machte also noch schnell den Haushalt, während sich der Hauptfreund um unser Osterkind kümmerte. Zwischendurch warfen wir immer mal wieder einen besorgten Blick auf unseren Prinz und mir blieb fast das Herz stehen, als er zwischendurch kurz aufwachte, sich hinsetzte, aber nur wirres Zeug redete. Dann legte er sich wieder hin und schlief direkt weiter. Ich denke, er war also gar nicht richtig wach, aber kurzzeitig stand mein Herz still.

Nach dem Mittagessen gönnten wir uns eine Runde „Sendung mit der Maus“ und kuschelten die Kinder. Und dann erwischte es auch den Hauoptfreund. Die Männer der Familie lagen also nun gemeinsam mit 38 Grad Fieber auf dem Sofa. Eigentlich hatte ich deshalb den Plan mit dem Osterkind schwimmen zu gehen, aber die wollte nicht.

Eine Runde Yoga war dann für uns Mädels aber doch drin. Man merkte dem Osterkind schon den ganzen Vormittag an, dass sie um Aufmerksamkeit buhlte. Sie stänkerte, provozierte. Wie konnte ich sie verstehen! Zwei Tage hört sie nun schon „sei bitte leise, der Prinz ist krank“. Rücksicht, immer nur Rücksicht. Deshalb wollte ich mir Exklisivzeit für sie nehmen. Gestern einen ausgedehnten Spaziergang und heute gönnten wir uns ein wenig Welness in der Badewanne. Diese Mama-Tochter-Zeit ist einfach toll. Und ok, ein Kind ist nicht kein Kind. Aber es tut so gut, seine Aufmerksamkeit nur auf einen Schnuffel lenken zu können, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Zu den Haaren gibt es nicht viel zu sagen: Sie fetten immer noch und schuppen weiterhin. Das nervt! Einzig die Wildscheinbürste begeistert mich immer noch. Sie kämmt wirklich den ganzen Schmutz und Staub aus den Haaren. Aber ob ich das jetzt wirklich durchhalte… Man weiß es nicht.


Und nun dröhne ich mich mit Vitaminen voll, damit es mich nicht auch noch dahin rafft. Fieber kann ich nun so gar nicht gebrauchen.

Ein Tag mit Barcamp

Ich glaube, ich habe heute den Prinz zum Klauen angestiftet (wir haben nichts geklaut). Aber der Reihe nach…

Heute war der erste Tag des hannoverschen Barcamps, welches wieder in der Buhmannschule in der Innenstadt stattfindet. Da der Mann ja eher selten (privat) unter Erwachsene geht und uns beide so ein Barcamp interessieren könnte, beschlossen wir, die Kinder mitzunehmen. Geht ja nicht anders, wenn man keine Babysitter vor Ort hat. Der Plan war: Wir wechseln und bei den Sessions ab und gucken mal, wie lange die Kinder das mitmachen.


Was ich leider nicht bedachte: So ein halber Barcamptag geht ja schon mit Orga drauf. Bis die ersten Sessions losgehen, ist es Mittag und da musste ich beruflich nochmal nach Glocksee. Betriebshof ohne Kinder? Niemals, dachte sich der Nachwuchs und so machten wir uns alle auf den Weg. Eine Stunde später merkte man dem Prinz und Osterkind aber an, dass sie müde und überreizt waren. Während das Osterkind einfach auf Papas Schulter einschlief, bekam der Sohn jedoch einen Ausraster. Einen Ausraster, der auch zurück auf dem Barcamp nicht aufhören wollte und uns zwang, das Vorhaben zu canceln. Keine Sessions für uns, dafür aber müde und überreizte Kinder. Wahnsinns Plan.

Auf dem Heimweg machten wir aber noch einen kleinen Abstecher in den nächsten dm. Es standen noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Einkaufzettel und auch das Fotobuch vom dritten Osterkind’schen Lebensjahr sollte abgeholt werden. Im dm angekommen mussten wir an den Nagellacken vorbei und irgendwie – total untypisch für mich – verliebte ich mich spontan in „Club night“ von Manhatten. Ich nehme also den Lack aus dem Regal, gebe ihn dem Prinz und sage: Steck den mal ein. Der Sohn gehorcht, steckt den Nagellack in die Hosentasche und fragt verwundert: „Müssen wir den gar nicht bezahlen?!“ Erst da wurde mir klar, dass er ihn nicht in den Wagen gelegt hatte und wie zweideutig meine Aufforderung war. 🙈


Der Tag endete dann noch mit einem Eis und einem kleinen Ausflug auf den Spielplatz. Leider mit zu wenig Barcamp für mich, aber so ist das Leben. Man kann es nicht planen.

Ostseekind

Einmal Ostsee, immer Ostsee. Nach nur einem Tag muss ich gestehen, was ich nicht wahrhaben wollte: Ich bin ein Ostseekind.


Jahrelang sind meine Eltern mit uns (meinem Bruder und mir) an die Ostsee gefahren. Weil man als Bürger der D*eutschen D*emokratischen R*epublik eben auch nicht groß wo anders hinkam. Jeden Sommer, 3 Wochen. Sie haben unser Schneckenhaus an den Wartburg gehängt und sind mit uns an die Ostsee gefahren. Ich verband mit diesen Urlauben immer das, was Kindheit und Glück bedeutet: Gemeinsamkeit, Sand in den Haaren, Sonnenbräune (nicht Sonnenbrand!), morgens gemeinsam aufwachen und den FKKlern auf dem Weg ins Meer zusehen.

Es war Liebe in der reinsten Form.


Als ich groß war, wollte ich endlich an die Nordsee. Ich wollte die Gezeiten mit eigenen Augen sehen. Wollte an ein „richtiges“ Meer, eben nicht dahin, wo ich schon tausend Mal war. Die Urlaube waren toll, aber das Klima ist rau, immer wurden wir krank. Die Nordsee ist eben die Nordsee.

Und jetzt sind wir den ersten Tag unseres Urlaubs an der Ostsee. Ein wenig fühlt es sich vertraut an, auch wenn wir ganz woanders sind.


Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern nicht mehr da sind. Vielleicht sage ich das immer, wenn ich am Meer bin. Aber ich habe den Drang, einen Wohnwagen an unser Auto zu hängen und wieder zu kommen. Immer wieder. Damit meine Kinder diese Liebe auch spüren können.

Abgestillt.

Zwei Jahre und ganz knapp 10 Monate habe ich das Osterkind gestillt. Das sind ungefähr 16 Monate mehr, als ich ursprünglich mal gedachte hatte. Und nun ist das Osterkind groß und ich habe meine B*rüste wieder für mich.

  
Im vergangenen Jahr kam der Wunsch nach dem Abstillen immer wieder hoch. Nicht nur die Ungläubigen Blicke von eigentlich allen, wenn ich erzählte, dass ich mein zweijähriges Kind noch stille. Es waren vor allem die Nächte, die nicht leichter wurden, je älter das Osterkind wurde. Es ist nämlich ein himmelweiter Unterschied, ob man nachts nicht schläft, weil ein Säugling stillen MUSS oder weil ein Kleinkind stillen WILL. Aber dennoch fehlte mir immer wieder das Durchhaltevermögen, denn das Osterkind dachte nicht im geringsten daran, die Milchbar irgendwann einmal freiwillig aufzugeben.

Also packte ich die letzte Dienstreise beim Schopf: Schließlich war sie ganz hervorragend ohne Milch, aber dafür mit ihrem Papa eingeschlafen. Und am Freitag war dann eben die Milch weg. Nachdem wir sie nachts haben „meckern“ lassen (natürlich fragte sie nach dem Stillen), kam dann auch die „Milchfee“ und brachte ihr die heißersehnten Chucks. Nun, was soll ich sagen? Mit dem Moment, in dem für mich klar war, dass es nun vorbei ist, war das Osterkind gefühlt zehn Zentimeter größer. Sie lief in ihren neuen Schuhen durch die Wohnung und ich sah in ihr nicht mehr „mein Baby“, sondern mein großes Mädchen!

Natürlich wird sie nachts noch zweimal wach und besteht darauf, endlich wieder Milch zu bekommen. Sie lässt sich aber beruhigen und versteht, dass wir kuscheln, aber nicht mehr stillen können. Sie ist eben doch größer, als ich immer wahr haben wollte.

Einen Nachteil hat das Ganze aber doch: Den Mittagsschlaf hat sie damit auch an den Nagel gehängt. Aber irgendeinen Haken muss die Sache ja für mich auch haben.