… so hat es sich gestern irgendwie angefühlt, als ich nach vier Monaten wieder den Frankfurter Hauptbahnhof betrat.

Ich sitze gerade im Zug nach Frankfurt, Cassandra Steen singt von “zurück zu mir und dir” und ich habe es tatsächlich geschafft, vom Nachdenken Kopfschmerzen zu bekommen. Mein Leben ist eine Soap – nur muss ich langsam mal das Drehbuch schreiben.. Ist das eigentlich auch ein Syndrom der heutigen Gesellschaft, daß man nie scheint anzukommen? Und immer wenn man denkt, es sei soweit, geht es wieder los?

“Mach einen Plan und du kannst alles schaffen.” – So präsent waren diese Worte selten.

Letzte Woche wollte ich ein Konto bei der DKB eröffnen. Dazu machte ich mich mehr oder weniger nackig und füllte den umfangreichen Fragebogen (Warum wollen die nicht auch noch die Blutgruppe wissen?!) aus. Heute kam dann die Absage – da an das Konto auch eine Kreditkarte gekoppelt ist, bin ich raus. Warum auch immer, aber ein festes Einkommen und auch sonst keine Schulden reichen wohl nicht.

Schon witzig, wenn man bedenkt, dass die DKB eine Tochter der Bayern LB ist. Als Angestellte darf ich diese also sehr wohl finanzieren, bekomme aber kein Konto. Gratuliere, so muss das sein!

Ich weiß noch wie es war, als du vor noch nicht ganz sechs Jahren geboren wurdest. Ich kann die Luft noch riechen, das Leben noch fühlen, die Gedanken von damals noch denken. Und als wir dich dann endlich, endlich im Arm halten konnten, da warst du so winzig. So zerbrechlich. So – neu.

Seit dem ist eine Menge passiert. Du hast laufen, sprechen, Fahrradfahren, allein essen und noch soviel mehr gelernt. Du kannst seit knapp drei Jahren alles allein: “Nein, ich!” war so ziemlich das Häufigste, was ich aus deinem Mund hörte.
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Gestern habe ich es geschafft. Mit dem Telefon am Ohr (also zwischen Kopf und Schulter geklemmt) will ich das Hasenstreu auf den Boden zurück bringen und *plopp* fällt die Wohnungstür zu. Den Schock – ups, der Schlüssel liegt ja IN der Wohnung und ich bin DRAUßEN – noch nicht ganz verarbeitet, sage ich noch so zur Lieblingsschwester: “Naja, dann muss eben die Lieblingsnichte mit dem Zweitschlüssel kommen.” – “Nee”, sagt die Lieblingsschwester “der liegt schon hier in meiner Küche.” Öhm. Also zum Glück. Weil sie nämlich auch in Niedersachsen wohnt und nicht wie der Freund – der den Schlüssel normalerweise hat – in Hessen. Also musste die Lieblingsschwester samt Lieblingsneffen angeritten kommen, damit ich wieder in meine Wohnung kann. Das Hasenkind hatte natürlich in der verbleibenden Stunde, die ich sitzend VOR meiner Tür verbrachte, sämtliche Kabel in meinem Wohnzimmer probiert. Ihr gehts aber immer noch gut. Und ich habe an diesem einen Abend extrem fürs Leben gelernt: Nimm den Schlüssel mit, wenn man eine Feuerschutztür aus Eisen hat!

- das war eher Tine-typisch -

Heute bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Das allererste Mal in meinem Leben.

- das ist eher Tine-untypisch -

Ich bin schon echt lange nicht mehr mit der Bahn gefahren. Aber heute, da war es mal wieder soweit. Und als ich dann in H. am Hauptbahnhof stand, da wurde es mir schlagartig klar: Irgendwie fehlt es mir. Auch wenn ich vor sechs Monaten noch felsenfest das Gegenteil behauptet hätte. Irgendwie hat Bahnfahren ja auch was von “großer, weiter Welt”.