Was bleibt.

Die Frage, warum man Kinder hat/will, beantworten ja viele mit: Damit etwas von mir bleibt. Nach dem eigenen Tod ein kleines „Ich“ auf diesem Planeten wandelt. Ich habe das ja nie so ganz verstanden. Kinder klonen uns ja nicht, durch die Mischung der Gene entstehen immer – selbst bei Geschwistern – eigene, neue Menschen. Und dennoch fand ich die Idee, dass etwas meiner (toten) Eltern in uns Kindern weiterlebt, immer irgendwie schön. Ich muss mir das aber immer bewusst machen – meist mit dem Hintergedanken, nicht so zu werden wie meine Mutter.

Aber jetzt haben wir den Beweis: Ein Teil meines Papas steckt tief in mir. In meinen Chromosomen und jetzt eben auch im Prinz. Das Ergebnis ist eine „Rot-Grün-Schwäche“ beim Sohn. Ich trage sie in einem „defekten“ X, der Prinz hat genau dieses X geerbt und kann deshalb Rot- und Grüntöne schwerer erkennen. Ein Teil meines Papas schlummert in mir – ohne, dass es mir bewusst war. Und der Prinz zeigt uns, dass eben doch etwas bleibt.

[Ich hoffe jedoch, dass das die einzige genetische Erbschaft ist. Die Krankheit, die zum Tod meines Papas geführt hat, braucht de Prinz oder das Osterkind oder sonstjemand nämlich nicht.]