Ein Wochenende voller Selbstständigkeit

Als ich am Freitag zum Hort kam, um dort den Sohn abzuholen, war er wenig erfreut. Es hatte vorher geregnet und wir wollten eh direkt zum Einkaufen starten, also kam ich mit dem Auto. Seinen Roller wollte ich einfach in den Kofferraum werfen. Der Prinz sah das anders: Er wollte mit dem Roller zur Kita, um dort das Osterkind abzuholen. Und weil er das sehr vehement einforderte und er den Weg kennt, dachte ich: Warum nicht? Der Prinz rollerte also ganz allein zur Kita. Ich fuhr mit dem Auto. Als ich dort ankam, war er schon da: Stolz und überglücklich. So stolz, dass er gleich noch mit der kleinen Schwester allein nach Hause fahren wollte – ich sollte doch bitte einen Umweg machen.

Am Samstag ging es dann gleich weiter mit der Selbstständigkeit. Wenn ich bei den Kindern bin, ist der Papa in seiner Wohnung. Die ist im gleichen Ort und nur 10 Minuten von uns entfernt. Und weil der Prinz am Freitag die Freiheit geschnuppert hat und das so gut lief, wollte er am Samstag direkt mal Papa besuchen fahren. Allein. Oder besser gesagt: Mit der kleinen Schwester, aber ohne Begleitung eines Erwachsenen.

Heute Morgen fuhr er dann allein zur Schule. Ich brachte das Osterkind in die Kita, setzte mich danach aufs Rad und war wenig überrascht, dass der Prinz sein Rad ordentlich auf dem Schulhof angeschlossen hatte. Ins Klassenzimmer bin ich nicht gegangen, mir reichte das Rad auf dem Schulhof als Beweis, dass alles in Ordnung war.

Welch Meilensteine, an nur einem Wochenende. Er wird groß und mich macht das unendlich stolz.

Jahresrückblick 2018

Oh. Mein. Gott.
Obwohl hier im Blog ab Mai quasi nichts mehr passiert ist, war das Jahr alles andere als ruhig. Es ist eine Menge passiert, inkl. eines halben Auszugs, einer Trennung, dem Bruch kleiner und eines großen Herzens… Aber der Reihe nach:

Januar
Wir fahren nach Bremen und besuchen die Bremer Stadtmusikanten und das Universum. Der eigentliche Grund ist aber ein Konzertbesuch mit einer Freundin: Gemeinsam himmeln wir MPK an.

Februar
Der Prinz und ich gehen das erste Mal gemeinsam ins Kino. Natürlich das Astor mit Loge, sodass wir beide schön die Füße hochlegen können. Wir gucken „Die kleine Hexe“ und sind beide ganz verzaubert.

Die Kinder feiern im Kiga als Fee und Ninjago Fasching. Auch der Mann und ich gehen ins Kino – nachdem wir das seit fast neun Jahren nicht mehr gemacht hatten. Achja, und wir kaufen einen Ranzen für unser Bald-Schulkind.

März
Wir fahren nach Hessen, um den 18. Geburtstag der Nichte vom Mann zu feiern. Ich fahre dienstlichen nach Köln und erkenne den Dom erschreckend wenig in Blutwurst.

Ende des Monats steht natürlich der Geburtstag des Osterkindes an. Sie wird 5.

April
An Ostern helfen wir der Nichte beim Streichen im neuen Haus. Danach packen wir unsere Taschen und fliegen nach Kreta. Dort genießen wir die Sonne, das Essen und die Ruhe. So ein Urlaub ist schon was feines. :)

Mai
Über den 1. Mai schleifen wir die Kinder nach Berlin. Wir besuchen den Reichstag und machen die Familienführung. Wir fahren Bus, Straßenbahn, U-Bahn und S-Bahn. Wir treffen Menschen aus dem Internet auf Spielplätzen und genießen die Zeit. Danach fährt die Familie wieder nach Hause, ich bleibe noch für die re:publica. Ende des Monats steht schon wieder eine Reise auf dem Plan: Der Mann feiert einen Runden Geburtstag und bekam von mir einen Tag im Logo House in Billund.

Juni
Der Prinz darf als Vorschulkind in der Kita übernachten. Das Osterkind nutzt das sturmfrei vom Bruder und lädt ihre Freundinnen zur allerersten Übernachtungsparty ein. Ende des Monats grillen wir auf dem Betriebshof – und ich lege die Weichen.

Juli
Ich muss mal raus und schnappe mir die Nachbarin/ Freundin. Wir trinken viel zu viele Cocktails, haben aber eine Menge Spaß.
Wir fahren zu Ed Sheeran nach Berlin und ich bin arg begeistert. Mir wird klar, dass ich unzufrieden bin und ändere das mit Feiern. Ich verliebe mich neu, stelle alles in Frage und erkenne sehr schnell, was ich will und was nicht (mehr).

August
Der Mann und ich trennen uns. Wir schulen den Prinz ein. Wir sagen es den Kindern. Ich schwanke zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Ich wollte das so nicht. Aber weitergehen konnte es auch nicht.

September
Wir versuchen ein geregeltes Familienleben aufzustellen. Es ist für alle nicht leicht. Aber mein Herz sagt ziemlich klar, was es will.

Oktober
Wir fahren mit dem neuen Freund (aber ohne Ex) in den Urlaub und besuchen die Nürburg und wandern an der Mosel. Die Kinder gewöhnen sich an die neue Situation und kommen an. Klare Regeln machen es für alle leichter.

November
Der Ex hat eine Wohnung, ich pendele nach Magdeburg. Die Kinder bleiben in der ehemals gemeinsamen Wohnung und haben so einen zentralen Zufluchtsort. Wir gewöhnen uns langsam an den neuen Alltag. Beruflich wird es nochmal spannend. Da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu. Ärmel hochkrempeln.

Dezember
Die Vorweihnachtszeit ist das erste Mal so ganz anders als sonst, die Kinder sind entweder bei Mama oder bei Papa. Weihnachten wird ein Diskussionspunkt und ich entscheide, was entschieden werden muss. Dieses Jahr hat sich unser Leben um 180 Grad gedreht. Aber ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war.

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Geburtstagsreise nach Billund

[Ich wurde für diesen Beitrag nicht bezahlt oder habe sonstige Vergünstigungen etc. erhalten. Dies ist ein Erlebnisbericht von vier Legofans, die auszogen, Billund zu erkunden.]

Gestern hatten der Mann und ich Geburtstag – und weil er einen runden (also einen, der eine neue Zahl vorn und eine Null dahinter macht), stand eine ganz besondere Reise an. Sein Geschenk war nämlich, dass wir alle nach Billund ins L*ego House fuhren.

Okay, die Anreise war ätzend. Wir brauchten allein vier Stunden, um aus Deutschland raus zu kommen. Die A7 ist Richtung Norden im Moment scheinbar eine einzige Baustelle. Daher haben wir unseren Geburtstag quasi im Auto verbracht. Aber egal, denn was uns erwartete, entschädigte für alles:

Die Ninjago-Hütte im Lego Holiday Village Billund ist mit viel liebe eingerichtet und bietet sechs Personen Platz. Wobei zwei davon auf einer Schlafcouch übernachten müssten. Die Ausstattung an Kochgeschirr ist zwar sehr übersichtlich (ein Topf, eine Pfanne), was Nudeln mit Tomatensoße wohl zum einzigen Gericht macht, was hier gekocht wird. Man setzt eben schon darauf, dass die Besucher essen gehen.

Die Spielplätze sind aber der Hammer und die Tiere aus Lego-Steinen sind sowieso eine Sehenswürdigkeit. Natürlich stehen hier auch die Ninjago-Charaktere rum und wir haben schon das eine oder andere Fan-Foto gemacht. 😍

Aber die Hütte ist nur das Beiwerk unseres Besuchs. Eigentlich sind wir für das Lego House angereist. Und das haben wir heute sechs Stunden lang besucht.

Im Prinzip kann man das Lego House mit dem Universum in Bremen oder dem Phaeno in Wolfsburg vergleichen – aber eben mit Lego. Wir hatten eine Menge Spaß, haben viel gebaut, bestaunt, waren kreativ und gingen geschafft, aber glücklich, nach Hause.

Im Keller befindet sich das „Museum“: Hier erhält man einen Überblick über die Geschichte des Unternehmens. Ich wusste z.B. nicht, dass die Ursprünge von Lego im Holzspielzeug liegen. Erst in den 50er Jahren kamen die uns heute bekannten Steine. Wir schwelgten in Erinnerungen, schließlich war das Spielzeug auch ein Teil meiner Kindheit.

Es ist erstaunlich, was man aus den Plastiksteinen alles bauen kann. Einen Wasserfall, einen Baum, der vom Ergeschoss bis ins dritte Obergeschoss reicht – alles aus den bunten Legosteinen. Wir haben Fische gebaut und sie im virtuellen Meer schwimmen lassen. Wir haben Blumen gebaut und sie in das Meer aus Lego-Blumen (jede anders, man kann so kreativ sein!) gesetzt.

Den Bärenhunger, den man beim Bauen nun mal bekommt, haben wir im Restaurant gestillt. Und auch hier gibt es eine Überraschung. Das Essen bestellt man natürlich über Legosteine, die durch einen Computer eingelesen werden. Der Chefkoch (natürlich ein Lego-Chefkoch), kann eben nur in Bausteine denken. Das Essen kommt dann in Lego-Lunchboxen, über ein Förderband. Es ist nicht billig (was wahrscheinlich eine Mischung aus dänischen und den allgemeinen „Erlebnisrestaurant“-Preisen ist), aber das Erlebnis war es uns wert.

Ach ja, und Dinos gibt es nicht nur im Naturkundemuseum in Berlin. Dinos gibt es auch komplett aus Lego (auch aus Lego Duplo) in Billund.

Wir sind immer noch ganz berauscht von diesem tollen Tag und können nur bestätigen: Das Lego House ist „The Home of the Brick“.

Berlin in Bildern (und mit Text)

Es ist Anfang Mai und daher wieder Zeit, um nach Berlin zu pilgern. Warum? Weil ich als Internetmensch natürlich die re:publica als „Pflichtveranstaltung“ ansehe. Wobei das Pflicht da sehr klein und der Spaß sehr groß ist. Nirgends fühle ich mich so wohl, wie zwischen all den anderen Internetmenschen, die verstehen, warum ich mein Handy in die Hand nehme und die Erlebnisse im Digitalen teile. Denn mein Leben ist eben nicht nur analog oder nur digital.

Egal. Dieses Jahr gibt es nämlich eine kleine Änderung. Die #rp18 startete am Mittwoch, direkt nach dem Feiertag. Und weil der Haupfreund am Montag „Zwangsurlaub“/ Brückentag hatte, nutzen wir das verlängerte Wochenende und fuhren mit den Kindern in die Hauptstadt. Wir wollen ihnen schließlich die Welt zeigen und Berlin ist definitiv ein Stück dieser sehenswerten Welt.

Am Samstag machten wir uns also mit dem IC auf in die Hauptstadt. Und es war ein Doppelstock IC! Leider fuhr dieser durch die brandenburgische Pampa und ist damit locker 1,5 Stunden länger unterwegs als der direkte ICE. Aber was soll’s? Der Wer ist das Ziel. Die Kinder (vor allem der Prinz) sind glücklich Bahn zu fahren und Mama lernt ganz nebenbei, dass Brandenburg nicht nur ein Bundesland, sondern auch eine Stadt ist.

Am Sonntag ging es dann für uns alle in den deutschen Reichstag. (Dank eines Tipps per Twitter – danke @figgerit!) Uff, ich hatte tatsächlich unterschätzt, wie emotional anstrengend diese „Last“ an deutscher Geschichte werden kann. Und ich meine nicht nur die „braune“ deutsche Geschichte, denn immerhin wurde ich in einem Land geboren, dass nicht direkt ein Teil der Geschichte der Bundesrepublik ist. Für die Kinder war das alles natürlich nicht nachzuvollziehen. Für sie war es ein „altes“ Haus und auch was diese „Demokratie“ bedeuten soll, ist mit 5 bzw. 6 Jahren noch nicht zu greifen. Aber vielleicht haben wir ein Pflänzchen gepflanzt, dass nun in ihnen reifen kann.

Danach verbrachten wir den Tag auf einem der drei bis vier (ähem) Berliner Spielplätze und trafen uns – wie sollte es sein – mit Menschen aus dem Internet. Wir fuhren müde und dreckig, aber auch sehr glücklich (und mit einer Kugel Eis im Bauch) wieder ins Hotel.

Am nächsten Morgen setzte ich mich erstmal vor den Rechner, denn ich hatte an diesem Tag „Homeoffice“. Der Mann und die Kinder verschwanden auf den nächsten tollen Berliner Spielplatz („Pippi Langstrumpf“ in Charlottenburg) und ich konnte in Ruhe arbeiten. Den Nachmittag wollten wir aber wieder für Sightseeing nutzen – diesmal aber mit getrennten Wegen. Die Jungs fuhren ins Lego Discovery Center, wir Mädels besuchten das Aquarium.

Am 1. Mai stand dann für uns dass „Museum für Naturkunde“ auf dem Plan. Ich war das letzte Mal vor mehr als 25 Jahren dort – damals selbst noch ein Kind. Aber ich kann mich noch genau an den grauen, regnerischen Tag und die riesigen Dinosaurier erinnern. Und soll ich euch was verraten? Obwohl ich in den Jahren dazwischen gewachsen bin, sind die Dinos trotzdem noch mächtig groß. ;)

Als der Prinz dann vor dem Museum die Straßenbahnen entdeckte, stand auch der nächste Programmplan fest. Schließlich hatten wir in den vergangenen Tagen bereits U-Bahn, S-Bahn und den Bus genutzt. Niemals könnten wir die Hauptstadt verlassen, um nicht auch das letzte öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Also fuhren wir noch einen kleinen Schlenker durch „den Osten“ zum Alex.

Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Ich brachte die Familie zum Bahnhof,  die sich diesmal im ICE auf den Heimweg machten. Ich jedoch blieb für drei spannende Tage auf der #rp18. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich will nicht!

Woche zwei vom Schwimmkurs und schon gibt es Tränen. Tränen beim Prinz, Tränen (fast) bei mir. Es ist kompliziert und es liegt wahrscheinlich auch an mir und meinem inneren Kind, welches irgendwie noch nicht abgeschlossen hat.

Der Prinz wollte gestern schon nicht ins Becken. Morgens sagte er bereits zum Mann, dass er nicht zum Kurs will. Als ich ihn dann von der Kita abholte, blutete sein eingerissener Fingernagel ein wenig – Pflaster drauf und da war sie, die Ausrede, nicht ins Wasser zu müssen. Ich erlaubte es. Zwingen hat beim Prinz noch nie etwas gebracht. Einmal „Pause“ machen, ist schon mal okay. Das Osterkind lies sich davon nicht beeindrucken und verschwand mit der Schwimmtrainerin in der Dusche, während der Prinz sichtlich glücklich war, dem Kurs von außen beiwohnen zu dürfen.

Ich erklärte ihm, dass das keine Dauerlösung sein kann. Man kann nicht immer Ausreden finden. Entweder soll er mir sagen, dass er den Kurs abbrechen will oder er muss mitmachen. Die Trainer nehmen sich Zeit und ich halte nichts von „ich hatte eben keinen Bock“. Wenn man Zusagen macht, dann hält man die auch ein. Oder sagt eben vorher ab.

Heute stand dann die vierte Stunde Schwimmen an. Wir betraten die Umkleide und plötzlich klammerte sich der Prinz wieder an mich. Er wolle die ganze Zeit bei mir sein. Ich solle mitkommen. Das ist aber nicht vorgesehen: Die Eltern warten im Schwimmbadcafé hinter einer Glasscheibe. Ich hatte nicht mal einen Badeanzug dabei. Wir machten einen Kompromiss und ich begleitete die Kinder noch bis zur Dusche.

Als die Kinder aus der Dusche kamen, war der Prinz schon ziemlich aufgelöst. Er wollte nicht ins Wasser und wurde vom Trainer rein gehoben. Mein Sohn weinte und ich konnte von außen nicht erkennen, warum. Weint er nach mir? Weint er, weil er Angst hat? Weint er, weil die Trainer eben doch noch fremd sind?

Ich lief wie ein Tiger auf und ab. War mehr als einmal versucht, die Tür vom Café direkt ins Bad aufzureißen und mein Baby in die Arme zu schließen. Aber ich tat es nicht. Denn in mir tobte ein Kampf:

„Das Kind etwas „stupsen“ vs. gegen seinen Willen etwas tun müssen. Es ist kompliziert.“ (Tweet)

Plötzlich war ich wieder Kind. Und erinnerte mich an all die schrecklichen Sportstunden, in denen ich zu Dingen gezwungen wurde, vor denen ich Angst hatte. Ich habe erst in der achten oder neunten Klasse gelernt, über den Bock zu springen. Vorher hatte ich wahnsinnige Angst und eben nie eine Lehrerin oder einen Lehrer, der sich ausreichend Zeit für die ängstlichen Kinder nehmen konnte oder wollte. Mich bekommt man nicht mit dem Satz „Aber dann kannst du voll stolz auf dich sein!“ Mir ist das schnuppe. Ob ich über einen Bock springen kann oder nicht, wird niemals die Welt retten oder Krebs heilen. Das alles sind keine Ziele, an denen ich mich messe. 2010 waren wir bei einem Seminar mal in einem Hochseilgarten. Ich sollte da rum klettern, traute mich aber erst nicht. Irgendwann kletterte ich bis auf die erste Empore und alle meinten so: „Und? Biste jetzt stolz auf dich?“ und ich dachte nur: Warum? Habe ich irgendwas wirklich wichtiges gemacht? Niemals wird man auf meiner Trauerrede sagen: Sie kletterte in einem Hochseilpark rum. Das ist nichts, was mir wichtig ist.

Ich weiß, dass meine Kinder – und gerade der Prinz – sich nicht immer alles gleich trauen. Dass er oft die Nähe zu uns sucht und sich daher auch Dinge entgehen lässt. Den Kindergeburtstag seiner besten Freundin hat er mal sausen lassen, weil er Angst vor dem Holzdrachen am Eingang des Indoorspielplatzes hatte. Da ist er konsequent, auch wenn er sich manchmal selbst im Weg steht.

Als der Prinz nach dem Kurs in die Umkleide kam, hatte er blaue Lippen und zitterte wie Espenlaub. Und er weinte bitterlich, weil er mich vermisst habe. Aber mit dem Abtrocknen und wieder aufwärmen kam auch das Lächeln zurück. Es war „nur“ die Sehnsucht, nicht die Angst, etwas tun zu müssen, was er nicht will.

Ich denke, wir finden eine Lösung. Im Zweifel schwimme ich eben ein paar Bahnen, während die Kinder auf der Bahn nebenan trainieren. Ich möchte den Kindern halt geben, aber sie dennoch nicht einzwängen. Sie müssen auch lernen, ohne Mama und Papa klar zu kommen. Aber sie dürfen es in ihrem Tempo lernen. Und ich versuche, mein inneres Kind endlich mit seinen Erfahrungen zu versöhnen – und es bei meinen Kindern besser zu machen.

Urlaubsmodus: Es ist kompliziert

Meine Kinder reisen nicht gern. Der Prinz fand es schon als Baby alles andere als dufte, wenn ich mit ihm für mehr als ein paar Stunden die Wohnung verließ. Woanders übernachten? Lieber nicht! Sobald sich sein gewohntes Umfeld änderte, wurde mein Baby ziemlich unentspannt und naja, ich verzichtete erstmal auf weitere Reisen.

Das alles ist jetzt schon ein paar Jahre her. Zwischendurch fuhren wir sehr wohl in den Urlaub. Eine bis zwei Wochen an der Nord- oder Ostsee waren schon drin. Aber es gab immer die schwierigen ersten Tage. Es fehlte ihm immer eben genau das Spielzeug, welches wir zu Hause gelassen hatten. Er explodierte bei jeden Pups, schlief wenig oder schlecht, was die miese Laune noch perfektionierte.

Das Osterkind ist von diesen Ortswechseln nicht so stark betroffen. Es scheint, als würde sie ihre Sicherheit allein aus unserer Anwesenheit ziehen. Ja, sie fühlt sich auch erstmal unwohl, muss sich erst zurecht finden. Ihr macht aber Schlafmangel und die Hitze mehr aus, als der Ortswechsel. Es scheint, als wären ihre Wutausbrüche nur das Spielbild ihres Bruders.

Jetzt sind wir das erste Mal weg geflogen. Haben das Land verlassen. Der Prinz hasst es, dass die Menschen hier eine andere Sprache sprechen. Auf der anderen Seite findet er es aber auch sehr spannend, Wörter wie „gracias“ oder „buenos dias“ zu lernen.

Er schließt „Freundschaften“, lernt andere Kinder kennen. Er betrachtet das Meer und stellt uns 1000 Fragen. Wie ist eigentlich Mallorca entstanden? Kam es einfach aus dem Meer?

Aber er rastet auch aus. Schreit. Testet seine Grenzen, in dem er unsere Regeln missachtet. Er stiftet seine Schwester zu Quatsch an. Und bricht irgendwann weinend und erschöpft zusammen. Es ist wahrscheinlich eine Kombination als der „Vorschulpubertät“ und der Tatsache, dass wir gerade nicht zu Hause sind, die unseren Tag heute nicht perfekt machte.

Aber morgen geht die Sonne wieder auf uns wir starten einen neuen Versuch. Wir werden da reinwachsen und sind wahrscheinlich richtig angekommen, wenn wir die Koffer wieder packen müssen. Aber auch das gehört dazu.

Hamburg, my ❤️

Eigentlich wollte ich euch schon längst von unserem Kurzurlaub in Hamburg erzählt haben. Aber leider waren die folgenden Arbeitstage darauf so ätzend, dass ich abends keinen geraden Satz mehr raus bekommen hätte. Deshalb erzähle ich euch jetzt einfach, wie wir uns in Hamburg verliebt haben und am Liebsten geblieben wären.

Anfang Juni gönnten wir uns drei Tage und zwei Nächte in der Hansestadt. Gebucht hatten wir das Familienpaket im „Junges Hotel“ – 800m vom Hauptbahnhof entfernt. Da es dieses Paket nur mit zwei Übernachtungen, dafür aber mit Familienzimmer gab, hatten wir genug Zeit, den Kindern die Großstadt zu zeigen.

Angereist sind wir natürlich mit dem ICE. Zuerst dachten wir, dass die knappe Stunde Reisedauer für die Kinder viel zu kurz sein wird, aber sie fragten ca. 400mal, wann wir endlich da sind. Da war die Aufregung auf Hamburg und die ersten Übernachtungen in einem richtigen Hotel wohl doch größer.


Zuerst mal zum Hotel: Es war toll. Und das sage ich, ohne auch nur einen Cent dafür zu sehen. Die Mitarbeiter waren nett, neben dem Restaurant gibt es ein Spielzimmer (endlich konnten wir in Ruhe aufessen!), die Zimmer modern und schön eingerichtet. Im Paket waren jeweils ein Begrüßungsgetränk für jeden von uns (dazu später mehr), jeweils ein 3-Gänge-Menü, die HamburgCard (u.a. zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel) und ein kleines Spiel (Spielebox mit „Mensch ärgere dich nicht“, Mikado, etc.) für die Kids.

In Hamburg sind wir natürlich die ganze Zeit mit den Öffis unterwegs gewesen und man fühlt sich als Wahl-Hannoveraner sehr schnell sehr provinziell, wenn man erstmal Doppelgelenkbusse gesehen hat!!EINSELF! Auch dem Prinz sind in der Hochbahn gleich die gepolsterten Sitze aufgefallen und er kommentierte das nur mit: „Mama, guck mal, die Sitze kann man klappen.“ Er meinte wohl streicheln. ;)

Hier auch nochmal ein großes Dankeschön an die Hamburger fürs Aufstehen, wenn eine vierköpfige Familie in den Wagen kommt und kein Sitzplatz mehr frei ist! Das war gleich die erste Begegnung in einem der Hochbahnwagen und gastfreundlicher kann man im „kühlen Norden“ ja gar nicht empfangen werden.

Mit der Hochbahn ging es direkt zu den Landungsbrücken. Alter, was für ein Anblick, wenn die U3 aus dem Tunnel direkt auf den Hafen zufährt. Allein diese Strecke würde einen Umzug rechtfertigen. Am Hafen haben wir uns dann die S67 geschnappt und sind durch den Hafen geschippert. Dort lag auch ein „Mein Schiff“. Leider haben wir nun unsere Kreuzfahrtüberlegungen begraben müssen. Man kann sich nicht über Trump und seine Umweltpolitik aufregen, aber gleichzeitig mit so einem Dampfer durch die Meere schippern. Unsere Meinung.

Am nächsten Tag folgte dann der eigentliche Grund unseres Hamburgbesuchs: Das Miniatur Wunderland. Der Mann und ich waren 2011 das letzte Mal da, leider vor Eröffnung des Flughafens. Daher wurde es allerhöchste Zeit den Besuch nachzuholen. Vor allem, wenn man so bahnverrückte Kinder produziert hat. ;)

Und wenn man schon nicht in die echte Elbphilharmonie reinkommt, muss es eben die „kleine“ im MiWuLa sein.

Wir verließen das MiWuLa gegen 14 Uhr und befragten Google nach einem Spielplatz in der Nähe. Man schickte uns in die noch nicht ganz fertige HafenCity und belohnte uns mit einem ziemlich grandiosen Spielplatz. Wären die Kinder nicht so müde und kaputt gewesen, wir hätten sie wohl nie wieder von dem Spielplatz runter bekommen. (Und nein, nicht das Gerüst im Hintergrund ist das Highlight, sondern das Piratenschiff davor.)

Am Abend spielten die Kinder noch allein im Spielzimmer während wir in der Hotelbar unseren Begrüßungsdrink aka Mojito zu uns nahmen. Große Kinder fetzten!

Am Abschiedstag regnete es leider in Strömen, also erfüllten wir dem Mann seinen Herzenswunsch und fuhren in die Harburg Arcarden. Dort gab es nämlich eine Legoausstellung (u.a. mit Legosachen von zusammengebaut.com) zu sehen. Die Augen aller männlichen Mitreisenden leuchteten arg. Und ich stellte fest, dass es wahre Liebe wohl nur unter Sturmtrupplern gibt.

Dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Aber Hamburg wäre eben nicht Hamburg, wenn es uns nicht noch eine wichtige Info mit auf den Weg geben würde:

Unser Wochenende

Da ich an diesem Wochenende verhältnismäßig viele Fotos gemacht habe, schreibe ich heute eben auch mal unser #wib (Wochenende in Bildern) auf. Ich hatte mir ja eh vorgenommen, mehr zu bloggen. Also muss hier auch mehr Alltag stattfinden.

Das Wochenende begann am Freitagnachmittag mit dem Weg zur Kita. Ich hatte das erstmal seit sehr langer Zeit wieder meine Chucks an und stellte fest, dass ich die viel häufiger tragen muss. Und überhaupt! Ich brauche mehr Chucks.

Ich holte also die Kinder und fuhr mit ihnen direkt wieder in die Stadt. Der Hauptfreund und der Prinz hatten einen Frisörtermin. Das Osterkind will sich die Haare lang wachsen lassen – genau wie Mama. Aber die Jungs mussten dringend das Winterfell lassen. Das ist übrigens das prinz’sche Winterfell. Der Hauptfreund hat aber gewonnen. So mengentechnisch.

Danach gab es für alle das erste Eis des Jahres. Mjam. Aber das mit der Rechtschreibung. Naja.

Samstagmorgen gingen das Osterkind und ich dann den obligatorischen Wochenendeeinkauf erledigen. DM, Real. Und während das Ostenkind stylisch als stylisch can be loszug, hatte ich nicht mal Make-up aufgelegt.

Die Jungs blieben zu Hause und der Hauptfreund nutzte das schöne Wetter, um das Fahrrad vom Prinz neu zu lackieren. Nachdem wir am letzten WE feststellen mussten, dass man kaum noch ein 14 Zoll Kinderrad bekommt, bekam der der Prinz ein neues (16“) Rad. Er wollte das alte aber nur abgeben, wenn es eine neue Farbe bekommt. Und das Osterkind wollte es nur nehmen, wenn es lila-metallic wird. Tja, also gab der Papa alles und tada:

Damit machten wir dann direkt den ersten Ausflug zum Spielplatz. Das Osterkind fuhr direkt die ersten 20 Meter allein, achtete aber dann immer wider darauf, dass Papa sie auch festhält. Denn wenn sie umfällt, dann tut sie sich ja an der Seite weh. Klar, ne?!

Den heutigen Tag starten wir dank der Zeitumstellung erst um halb neun. Whoop! Ich weiß ja auch nicht, warum da immer alle drüber schimpfen, für uns Eltern ist das doch prima. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bis halb neun im Bett bleiben konnte. Hihi.

Während das Osterkind heute mal ausnahmsweise Mittagsschlaf machte, putzten wir die Wohnung. Danach guckten wir alle die aktuelle „Sendung mit der Maus“ und verschwanden dann natürlich wieder auf dem Spielplatz. Dieses Wetter muss man schließlich auskosten!

Zum Abschluss steckten wir die Kinder noch in die Wanne, wo der Prinz lauthals „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen trällerte. Nicht, dass er wüsste, was eigentlich so ein Farbfilm ist. 🙈

Alles in allem war es ein tolles und ruhiges Wochenende. Morgen hat die Kita Konzeptionstag und ich bin im Homeoffice. Wir gehen die Woche also erstmal ruhiger an.

PS. Hier findet ihr das WIB von Susanne und anderen BloggerInnen.

Das Ende der Weihnachtsferien

Ach, wie haben wir die letzten 1,5 Wochen genossen: Familienzeit in ihrer Reinstform, Pancakes an Weihnachten zum Frühstück (dafür liebt mich der Neffe wahrscheinlich immer noch) und ansonsten rumlungern im Schlafanzug und kuscheln, kuscheln, kuscheln.

Diese Ferien taten sooo gut. Wir waren alle zu Hause, haben nur gemacht, worauf wir auch Lust hatten. Haben die Familie und Freunde getroffen, haben Kraft getankt und können nun ins neue Jahr starten. <3

Farben sind für alle da. Oder nicht?

Seit Wochen liegt uns das Osterkind in den Ohren, dass sie einen Roller haben möchte. Immer wieder sagte sie, sie will Roller fahren. Und weil der große Bruder sowohl ein Laufrad als auch ein Fahrrad besitzt, wollten wir ihr diesen Wunsch nicht verwehren. Wir machten uns also am Samstag auf zum hiesigen Fahrradgroßhändler, um nach einem Roller Ausschau zu halten.

Dort angekommen, wurden wir auch relativ schnell fündig. Und natürlich wollte der Sohn dann auch einen. Die beiden fuhren Probe und wir entschieden uns, dann eben zwei Roller zu kaufen. Als letztes Stand dann noch die Farbwahl an. Das Osterkind begeisterte sich für einen Roller in lila und für den Prinz stand ziemlich schnell fest: Pink! Der Blick des Hauptfreunds sagte alles, er versuchte noch den Sohn umzustimmen und prieß den schwarzen Roller in den schillernsten Farben an. Aber nein, der Prinz wollte pink.


Irgendwann sprach ich ein Machtwort, denn wenn der Sohn sich entschieden hat, dann ist das ok. Immer noch bedauert er, dass er kein rosa Zimmer bekommen, wie seine Schwester. Eben weil der Mann befürchtet, seine Freunde könnten sich über die rosa Farbe amüsieren und ihn hänseln. Daher wurde das Zimmer grün. Aber, wie gesagt, der Prinz bedauert das immer noch.

Ich finde, Jungs können auch pinke Roller, rosa Zimmer und Puppen haben! Wer sagt hier eigentlich, was Jungs- und was Mädchenspielzeug ist?! Farben sind nicht gegendert, Farben sind für alle da! Warum soll ich meinen 4jährigen in vermeintlich „normale“ Bahnen lenken, nur weil die Wege schön breitgetreten sind? Und vor allem will ich dem Sohn nichts verbieten, nur weil *vielleicht* irgendwann mal irgendwer als sagen könnte…

Natürlich hat der Prinz mitbekommen, dass wir das Thema immer wieder besprochen haben. Und natürlich sagte er irgendwann, er will den pinken Roller nicht mehr. Er will den schwarzen. Begründung: „Weil Papa gesagt hat, schwarz ist schön.“ Und genau das wollte ich nicht. Der Mann und ich müssen das dringend noch ausdiskutieren.