Geburtstagsreise nach Billund

[Ich wurde für diesen Beitrag nicht bezahlt oder habe sonstige Vergünstigungen etc. erhalten. Dies ist ein Erlebnisbericht von vier Legofans, die auszogen, Billund zu erkunden.]

Gestern hatten der Mann und ich Geburtstag – und weil er einen runden (also einen, der eine neue Zahl vorn und eine Null dahinter macht), stand eine ganz besondere Reise an. Sein Geschenk war nämlich, dass wir alle nach Billund ins L*ego House fuhren.

Okay, die Anreise war ätzend. Wir brauchten allein vier Stunden, um aus Deutschland raus zu kommen. Die A7 ist Richtung Norden im Moment scheinbar eine einzige Baustelle. Daher haben wir unseren Geburtstag quasi im Auto verbracht. Aber egal, denn was uns erwartete, entschädigte für alles:

Die Ninjago-Hütte im Lego Holiday Village Billund ist mit viel liebe eingerichtet und bietet sechs Personen Platz. Wobei zwei davon auf einer Schlafcouch übernachten müssten. Die Ausstattung an Kochgeschirr ist zwar sehr übersichtlich (ein Topf, eine Pfanne), was Nudeln mit Tomatensoße wohl zum einzigen Gericht macht, was hier gekocht wird. Man setzt eben schon darauf, dass die Besucher essen gehen.

Die Spielplätze sind aber der Hammer und die Tiere aus Lego-Steinen sind sowieso eine Sehenswürdigkeit. Natürlich stehen hier auch die Ninjago-Charaktere rum und wir haben schon das eine oder andere Fan-Foto gemacht. 😍

Aber die Hütte ist nur das Beiwerk unseres Besuchs. Eigentlich sind wir für das Lego House angereist. Und das haben wir heute sechs Stunden lang besucht.

Im Prinzip kann man das Lego House mit dem Universum in Bremen oder dem Phaeno in Wolfsburg vergleichen – aber eben mit Lego. Wir hatten eine Menge Spaß, haben viel gebaut, bestaunt, waren kreativ und gingen geschafft, aber glücklich, nach Hause.

Im Keller befindet sich das „Museum“: Hier erhält man einen Überblick über die Geschichte des Unternehmens. Ich wusste z.B. nicht, dass die Ursprünge von Lego im Holzspielzeug liegen. Erst in den 50er Jahren kamen die uns heute bekannten Steine. Wir schwelgten in Erinnerungen, schließlich war das Spielzeug auch ein Teil meiner Kindheit.

Es ist erstaunlich, was man aus den Plastiksteinen alles bauen kann. Einen Wasserfall, einen Baum, der vom Ergeschoss bis ins dritte Obergeschoss reicht – alles aus den bunten Legosteinen. Wir haben Fische gebaut und sie im virtuellen Meer schwimmen lassen. Wir haben Blumen gebaut und sie in das Meer aus Lego-Blumen (jede anders, man kann so kreativ sein!) gesetzt.

Den Bärenhunger, den man beim Bauen nun mal bekommt, haben wir im Restaurant gestillt. Und auch hier gibt es eine Überraschung. Das Essen bestellt man natürlich über Legosteine, die durch einen Computer eingelesen werden. Der Chefkoch (natürlich ein Lego-Chefkoch), kann eben nur in Bausteine denken. Das Essen kommt dann in Lego-Lunchboxen, über ein Förderband. Es ist nicht billig (was wahrscheinlich eine Mischung aus dänischen und den allgemeinen „Erlebnisrestaurant“-Preisen ist), aber das Erlebnis war es uns wert.

Ach ja, und Dinos gibt es nicht nur im Naturkundemuseum in Berlin. Dinos gibt es auch komplett aus Lego (auch aus Lego Duplo) in Billund.

Wir sind immer noch ganz berauscht von diesem tollen Tag und können nur bestätigen: Das Lego House ist „The Home of the Brick“.

Berlin in Bildern (und mit Text)

Es ist Anfang Mai und daher wieder Zeit, um nach Berlin zu pilgern. Warum? Weil ich als Internetmensch natürlich die re:publica als „Pflichtveranstaltung“ ansehe. Wobei das Pflicht da sehr klein und der Spaß sehr groß ist. Nirgends fühle ich mich so wohl, wie zwischen all den anderen Internetmenschen, die verstehen, warum ich mein Handy in die Hand nehme und die Erlebnisse im Digitalen teile. Denn mein Leben ist eben nicht nur analog oder nur digital.

Egal. Dieses Jahr gibt es nämlich eine kleine Änderung. Die #rp18 startete am Mittwoch, direkt nach dem Feiertag. Und weil der Haupfreund am Montag „Zwangsurlaub“/ Brückentag hatte, nutzen wir das verlängerte Wochenende und fuhren mit den Kindern in die Hauptstadt. Wir wollen ihnen schließlich die Welt zeigen und Berlin ist definitiv ein Stück dieser sehenswerten Welt.

Am Samstag machten wir uns also mit dem IC auf in die Hauptstadt. Und es war ein Doppelstock IC! Leider fuhr dieser durch die brandenburgische Pampa und ist damit locker 1,5 Stunden länger unterwegs als der direkte ICE. Aber was soll’s? Der Wer ist das Ziel. Die Kinder (vor allem der Prinz) sind glücklich Bahn zu fahren und Mama lernt ganz nebenbei, dass Brandenburg nicht nur ein Bundesland, sondern auch eine Stadt ist.

Am Sonntag ging es dann für uns alle in den deutschen Reichstag. (Dank eines Tipps per Twitter – danke @figgerit!) Uff, ich hatte tatsächlich unterschätzt, wie emotional anstrengend diese „Last“ an deutscher Geschichte werden kann. Und ich meine nicht nur die „braune“ deutsche Geschichte, denn immerhin wurde ich in einem Land geboren, dass nicht direkt ein Teil der Geschichte der Bundesrepublik ist. Für die Kinder war das alles natürlich nicht nachzuvollziehen. Für sie war es ein „altes“ Haus und auch was diese „Demokratie“ bedeuten soll, ist mit 5 bzw. 6 Jahren noch nicht zu greifen. Aber vielleicht haben wir ein Pflänzchen gepflanzt, dass nun in ihnen reifen kann.

Danach verbrachten wir den Tag auf einem der drei bis vier (ähem) Berliner Spielplätze und trafen uns – wie sollte es sein – mit Menschen aus dem Internet. Wir fuhren müde und dreckig, aber auch sehr glücklich (und mit einer Kugel Eis im Bauch) wieder ins Hotel.

Am nächsten Morgen setzte ich mich erstmal vor den Rechner, denn ich hatte an diesem Tag „Homeoffice“. Der Mann und die Kinder verschwanden auf den nächsten tollen Berliner Spielplatz („Pippi Langstrumpf“ in Charlottenburg) und ich konnte in Ruhe arbeiten. Den Nachmittag wollten wir aber wieder für Sightseeing nutzen – diesmal aber mit getrennten Wegen. Die Jungs fuhren ins Lego Discovery Center, wir Mädels besuchten das Aquarium.

Am 1. Mai stand dann für uns dass „Museum für Naturkunde“ auf dem Plan. Ich war das letzte Mal vor mehr als 25 Jahren dort – damals selbst noch ein Kind. Aber ich kann mich noch genau an den grauen, regnerischen Tag und die riesigen Dinosaurier erinnern. Und soll ich euch was verraten? Obwohl ich in den Jahren dazwischen gewachsen bin, sind die Dinos trotzdem noch mächtig groß. ;)

Als der Prinz dann vor dem Museum die Straßenbahnen entdeckte, stand auch der nächste Programmplan fest. Schließlich hatten wir in den vergangenen Tagen bereits U-Bahn, S-Bahn und den Bus genutzt. Niemals könnten wir die Hauptstadt verlassen, um nicht auch das letzte öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Also fuhren wir noch einen kleinen Schlenker durch „den Osten“ zum Alex.

Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Ich brachte die Familie zum Bahnhof,  die sich diesmal im ICE auf den Heimweg machten. Ich jedoch blieb für drei spannende Tage auf der #rp18. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich will nicht!

Woche zwei vom Schwimmkurs und schon gibt es Tränen. Tränen beim Prinz, Tränen (fast) bei mir. Es ist kompliziert und es liegt wahrscheinlich auch an mir und meinem inneren Kind, welches irgendwie noch nicht abgeschlossen hat.

Der Prinz wollte gestern schon nicht ins Becken. Morgens sagte er bereits zum Mann, dass er nicht zum Kurs will. Als ich ihn dann von der Kita abholte, blutete sein eingerissener Fingernagel ein wenig – Pflaster drauf und da war sie, die Ausrede, nicht ins Wasser zu müssen. Ich erlaubte es. Zwingen hat beim Prinz noch nie etwas gebracht. Einmal „Pause“ machen, ist schon mal okay. Das Osterkind lies sich davon nicht beeindrucken und verschwand mit der Schwimmtrainerin in der Dusche, während der Prinz sichtlich glücklich war, dem Kurs von außen beiwohnen zu dürfen.

Ich erklärte ihm, dass das keine Dauerlösung sein kann. Man kann nicht immer Ausreden finden. Entweder soll er mir sagen, dass er den Kurs abbrechen will oder er muss mitmachen. Die Trainer nehmen sich Zeit und ich halte nichts von „ich hatte eben keinen Bock“. Wenn man Zusagen macht, dann hält man die auch ein. Oder sagt eben vorher ab.

Heute stand dann die vierte Stunde Schwimmen an. Wir betraten die Umkleide und plötzlich klammerte sich der Prinz wieder an mich. Er wolle die ganze Zeit bei mir sein. Ich solle mitkommen. Das ist aber nicht vorgesehen: Die Eltern warten im Schwimmbadcafé hinter einer Glasscheibe. Ich hatte nicht mal einen Badeanzug dabei. Wir machten einen Kompromiss und ich begleitete die Kinder noch bis zur Dusche.

Als die Kinder aus der Dusche kamen, war der Prinz schon ziemlich aufgelöst. Er wollte nicht ins Wasser und wurde vom Trainer rein gehoben. Mein Sohn weinte und ich konnte von außen nicht erkennen, warum. Weint er nach mir? Weint er, weil er Angst hat? Weint er, weil die Trainer eben doch noch fremd sind?

Ich lief wie ein Tiger auf und ab. War mehr als einmal versucht, die Tür vom Café direkt ins Bad aufzureißen und mein Baby in die Arme zu schließen. Aber ich tat es nicht. Denn in mir tobte ein Kampf:

„Das Kind etwas „stupsen“ vs. gegen seinen Willen etwas tun müssen. Es ist kompliziert.“ (Tweet)

Plötzlich war ich wieder Kind. Und erinnerte mich an all die schrecklichen Sportstunden, in denen ich zu Dingen gezwungen wurde, vor denen ich Angst hatte. Ich habe erst in der achten oder neunten Klasse gelernt, über den Bock zu springen. Vorher hatte ich wahnsinnige Angst und eben nie eine Lehrerin oder einen Lehrer, der sich ausreichend Zeit für die ängstlichen Kinder nehmen konnte oder wollte. Mich bekommt man nicht mit dem Satz „Aber dann kannst du voll stolz auf dich sein!“ Mir ist das schnuppe. Ob ich über einen Bock springen kann oder nicht, wird niemals die Welt retten oder Krebs heilen. Das alles sind keine Ziele, an denen ich mich messe. 2010 waren wir bei einem Seminar mal in einem Hochseilgarten. Ich sollte da rum klettern, traute mich aber erst nicht. Irgendwann kletterte ich bis auf die erste Empore und alle meinten so: „Und? Biste jetzt stolz auf dich?“ und ich dachte nur: Warum? Habe ich irgendwas wirklich wichtiges gemacht? Niemals wird man auf meiner Trauerrede sagen: Sie kletterte in einem Hochseilpark rum. Das ist nichts, was mir wichtig ist.

Ich weiß, dass meine Kinder – und gerade der Prinz – sich nicht immer alles gleich trauen. Dass er oft die Nähe zu uns sucht und sich daher auch Dinge entgehen lässt. Den Kindergeburtstag seiner besten Freundin hat er mal sausen lassen, weil er Angst vor dem Holzdrachen am Eingang des Indoorspielplatzes hatte. Da ist er konsequent, auch wenn er sich manchmal selbst im Weg steht.

Als der Prinz nach dem Kurs in die Umkleide kam, hatte er blaue Lippen und zitterte wie Espenlaub. Und er weinte bitterlich, weil er mich vermisst habe. Aber mit dem Abtrocknen und wieder aufwärmen kam auch das Lächeln zurück. Es war „nur“ die Sehnsucht, nicht die Angst, etwas tun zu müssen, was er nicht will.

Ich denke, wir finden eine Lösung. Im Zweifel schwimme ich eben ein paar Bahnen, während die Kinder auf der Bahn nebenan trainieren. Ich möchte den Kindern halt geben, aber sie dennoch nicht einzwängen. Sie müssen auch lernen, ohne Mama und Papa klar zu kommen. Aber sie dürfen es in ihrem Tempo lernen. Und ich versuche, mein inneres Kind endlich mit seinen Erfahrungen zu versöhnen – und es bei meinen Kindern besser zu machen.

Urlaubsmodus: Es ist kompliziert

Meine Kinder reisen nicht gern. Der Prinz fand es schon als Baby alles andere als dufte, wenn ich mit ihm für mehr als ein paar Stunden die Wohnung verließ. Woanders übernachten? Lieber nicht! Sobald sich sein gewohntes Umfeld änderte, wurde mein Baby ziemlich unentspannt und naja, ich verzichtete erstmal auf weitere Reisen.

Das alles ist jetzt schon ein paar Jahre her. Zwischendurch fuhren wir sehr wohl in den Urlaub. Eine bis zwei Wochen an der Nord- oder Ostsee waren schon drin. Aber es gab immer die schwierigen ersten Tage. Es fehlte ihm immer eben genau das Spielzeug, welches wir zu Hause gelassen hatten. Er explodierte bei jeden Pups, schlief wenig oder schlecht, was die miese Laune noch perfektionierte.

Das Osterkind ist von diesen Ortswechseln nicht so stark betroffen. Es scheint, als würde sie ihre Sicherheit allein aus unserer Anwesenheit ziehen. Ja, sie fühlt sich auch erstmal unwohl, muss sich erst zurecht finden. Ihr macht aber Schlafmangel und die Hitze mehr aus, als der Ortswechsel. Es scheint, als wären ihre Wutausbrüche nur das Spielbild ihres Bruders.

Jetzt sind wir das erste Mal weg geflogen. Haben das Land verlassen. Der Prinz hasst es, dass die Menschen hier eine andere Sprache sprechen. Auf der anderen Seite findet er es aber auch sehr spannend, Wörter wie „gracias“ oder „buenos dias“ zu lernen.

Er schließt „Freundschaften“, lernt andere Kinder kennen. Er betrachtet das Meer und stellt uns 1000 Fragen. Wie ist eigentlich Mallorca entstanden? Kam es einfach aus dem Meer?

Aber er rastet auch aus. Schreit. Testet seine Grenzen, in dem er unsere Regeln missachtet. Er stiftet seine Schwester zu Quatsch an. Und bricht irgendwann weinend und erschöpft zusammen. Es ist wahrscheinlich eine Kombination als der „Vorschulpubertät“ und der Tatsache, dass wir gerade nicht zu Hause sind, die unseren Tag heute nicht perfekt machte.

Aber morgen geht die Sonne wieder auf uns wir starten einen neuen Versuch. Wir werden da reinwachsen und sind wahrscheinlich richtig angekommen, wenn wir die Koffer wieder packen müssen. Aber auch das gehört dazu.

Hamburg, my ❤️

Eigentlich wollte ich euch schon längst von unserem Kurzurlaub in Hamburg erzählt haben. Aber leider waren die folgenden Arbeitstage darauf so ätzend, dass ich abends keinen geraden Satz mehr raus bekommen hätte. Deshalb erzähle ich euch jetzt einfach, wie wir uns in Hamburg verliebt haben und am Liebsten geblieben wären.

Anfang Juni gönnten wir uns drei Tage und zwei Nächte in der Hansestadt. Gebucht hatten wir das Familienpaket im „Junges Hotel“ – 800m vom Hauptbahnhof entfernt. Da es dieses Paket nur mit zwei Übernachtungen, dafür aber mit Familienzimmer gab, hatten wir genug Zeit, den Kindern die Großstadt zu zeigen.

Angereist sind wir natürlich mit dem ICE. Zuerst dachten wir, dass die knappe Stunde Reisedauer für die Kinder viel zu kurz sein wird, aber sie fragten ca. 400mal, wann wir endlich da sind. Da war die Aufregung auf Hamburg und die ersten Übernachtungen in einem richtigen Hotel wohl doch größer.


Zuerst mal zum Hotel: Es war toll. Und das sage ich, ohne auch nur einen Cent dafür zu sehen. Die Mitarbeiter waren nett, neben dem Restaurant gibt es ein Spielzimmer (endlich konnten wir in Ruhe aufessen!), die Zimmer modern und schön eingerichtet. Im Paket waren jeweils ein Begrüßungsgetränk für jeden von uns (dazu später mehr), jeweils ein 3-Gänge-Menü, die HamburgCard (u.a. zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel) und ein kleines Spiel (Spielebox mit „Mensch ärgere dich nicht“, Mikado, etc.) für die Kids.

In Hamburg sind wir natürlich die ganze Zeit mit den Öffis unterwegs gewesen und man fühlt sich als Wahl-Hannoveraner sehr schnell sehr provinziell, wenn man erstmal Doppelgelenkbusse gesehen hat!!EINSELF! Auch dem Prinz sind in der Hochbahn gleich die gepolsterten Sitze aufgefallen und er kommentierte das nur mit: „Mama, guck mal, die Sitze kann man klappen.“ Er meinte wohl streicheln. ;)

Hier auch nochmal ein großes Dankeschön an die Hamburger fürs Aufstehen, wenn eine vierköpfige Familie in den Wagen kommt und kein Sitzplatz mehr frei ist! Das war gleich die erste Begegnung in einem der Hochbahnwagen und gastfreundlicher kann man im „kühlen Norden“ ja gar nicht empfangen werden.

Mit der Hochbahn ging es direkt zu den Landungsbrücken. Alter, was für ein Anblick, wenn die U3 aus dem Tunnel direkt auf den Hafen zufährt. Allein diese Strecke würde einen Umzug rechtfertigen. Am Hafen haben wir uns dann die S67 geschnappt und sind durch den Hafen geschippert. Dort lag auch ein „Mein Schiff“. Leider haben wir nun unsere Kreuzfahrtüberlegungen begraben müssen. Man kann sich nicht über Trump und seine Umweltpolitik aufregen, aber gleichzeitig mit so einem Dampfer durch die Meere schippern. Unsere Meinung.

Am nächsten Tag folgte dann der eigentliche Grund unseres Hamburgbesuchs: Das Miniatur Wunderland. Der Mann und ich waren 2011 das letzte Mal da, leider vor Eröffnung des Flughafens. Daher wurde es allerhöchste Zeit den Besuch nachzuholen. Vor allem, wenn man so bahnverrückte Kinder produziert hat. ;)

Und wenn man schon nicht in die echte Elbphilharmonie reinkommt, muss es eben die „kleine“ im MiWuLa sein.

Wir verließen das MiWuLa gegen 14 Uhr und befragten Google nach einem Spielplatz in der Nähe. Man schickte uns in die noch nicht ganz fertige HafenCity und belohnte uns mit einem ziemlich grandiosen Spielplatz. Wären die Kinder nicht so müde und kaputt gewesen, wir hätten sie wohl nie wieder von dem Spielplatz runter bekommen. (Und nein, nicht das Gerüst im Hintergrund ist das Highlight, sondern das Piratenschiff davor.)

Am Abend spielten die Kinder noch allein im Spielzimmer während wir in der Hotelbar unseren Begrüßungsdrink aka Mojito zu uns nahmen. Große Kinder fetzten!

Am Abschiedstag regnete es leider in Strömen, also erfüllten wir dem Mann seinen Herzenswunsch und fuhren in die Harburg Arcarden. Dort gab es nämlich eine Legoausstellung (u.a. mit Legosachen von zusammengebaut.com) zu sehen. Die Augen aller männlichen Mitreisenden leuchteten arg. Und ich stellte fest, dass es wahre Liebe wohl nur unter Sturmtrupplern gibt.

Dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Aber Hamburg wäre eben nicht Hamburg, wenn es uns nicht noch eine wichtige Info mit auf den Weg geben würde:

Unser Wochenende

Da ich an diesem Wochenende verhältnismäßig viele Fotos gemacht habe, schreibe ich heute eben auch mal unser #wib (Wochenende in Bildern) auf. Ich hatte mir ja eh vorgenommen, mehr zu bloggen. Also muss hier auch mehr Alltag stattfinden.

Das Wochenende begann am Freitagnachmittag mit dem Weg zur Kita. Ich hatte das erstmal seit sehr langer Zeit wieder meine Chucks an und stellte fest, dass ich die viel häufiger tragen muss. Und überhaupt! Ich brauche mehr Chucks.

Ich holte also die Kinder und fuhr mit ihnen direkt wieder in die Stadt. Der Hauptfreund und der Prinz hatten einen Frisörtermin. Das Osterkind will sich die Haare lang wachsen lassen – genau wie Mama. Aber die Jungs mussten dringend das Winterfell lassen. Das ist übrigens das prinz’sche Winterfell. Der Hauptfreund hat aber gewonnen. So mengentechnisch.

Danach gab es für alle das erste Eis des Jahres. Mjam. Aber das mit der Rechtschreibung. Naja.

Samstagmorgen gingen das Osterkind und ich dann den obligatorischen Wochenendeeinkauf erledigen. DM, Real. Und während das Ostenkind stylisch als stylisch can be loszug, hatte ich nicht mal Make-up aufgelegt.

Die Jungs blieben zu Hause und der Hauptfreund nutzte das schöne Wetter, um das Fahrrad vom Prinz neu zu lackieren. Nachdem wir am letzten WE feststellen mussten, dass man kaum noch ein 14 Zoll Kinderrad bekommt, bekam der der Prinz ein neues (16“) Rad. Er wollte das alte aber nur abgeben, wenn es eine neue Farbe bekommt. Und das Osterkind wollte es nur nehmen, wenn es lila-metallic wird. Tja, also gab der Papa alles und tada:

Damit machten wir dann direkt den ersten Ausflug zum Spielplatz. Das Osterkind fuhr direkt die ersten 20 Meter allein, achtete aber dann immer wider darauf, dass Papa sie auch festhält. Denn wenn sie umfällt, dann tut sie sich ja an der Seite weh. Klar, ne?!

Den heutigen Tag starten wir dank der Zeitumstellung erst um halb neun. Whoop! Ich weiß ja auch nicht, warum da immer alle drüber schimpfen, für uns Eltern ist das doch prima. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bis halb neun im Bett bleiben konnte. Hihi.

Während das Osterkind heute mal ausnahmsweise Mittagsschlaf machte, putzten wir die Wohnung. Danach guckten wir alle die aktuelle „Sendung mit der Maus“ und verschwanden dann natürlich wieder auf dem Spielplatz. Dieses Wetter muss man schließlich auskosten!

Zum Abschluss steckten wir die Kinder noch in die Wanne, wo der Prinz lauthals „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen trällerte. Nicht, dass er wüsste, was eigentlich so ein Farbfilm ist. 🙈

Alles in allem war es ein tolles und ruhiges Wochenende. Morgen hat die Kita Konzeptionstag und ich bin im Homeoffice. Wir gehen die Woche also erstmal ruhiger an.

PS. Hier findet ihr das WIB von Susanne und anderen BloggerInnen.

Das Ende der Weihnachtsferien

Ach, wie haben wir die letzten 1,5 Wochen genossen: Familienzeit in ihrer Reinstform, Pancakes an Weihnachten zum Frühstück (dafür liebt mich der Neffe wahrscheinlich immer noch) und ansonsten rumlungern im Schlafanzug und kuscheln, kuscheln, kuscheln.

Diese Ferien taten sooo gut. Wir waren alle zu Hause, haben nur gemacht, worauf wir auch Lust hatten. Haben die Familie und Freunde getroffen, haben Kraft getankt und können nun ins neue Jahr starten. <3

Farben sind für alle da. Oder nicht?

Seit Wochen liegt uns das Osterkind in den Ohren, dass sie einen Roller haben möchte. Immer wieder sagte sie, sie will Roller fahren. Und weil der große Bruder sowohl ein Laufrad als auch ein Fahrrad besitzt, wollten wir ihr diesen Wunsch nicht verwehren. Wir machten uns also am Samstag auf zum hiesigen Fahrradgroßhändler, um nach einem Roller Ausschau zu halten.

Dort angekommen, wurden wir auch relativ schnell fündig. Und natürlich wollte der Sohn dann auch einen. Die beiden fuhren Probe und wir entschieden uns, dann eben zwei Roller zu kaufen. Als letztes Stand dann noch die Farbwahl an. Das Osterkind begeisterte sich für einen Roller in lila und für den Prinz stand ziemlich schnell fest: Pink! Der Blick des Hauptfreunds sagte alles, er versuchte noch den Sohn umzustimmen und prieß den schwarzen Roller in den schillernsten Farben an. Aber nein, der Prinz wollte pink.


Irgendwann sprach ich ein Machtwort, denn wenn der Sohn sich entschieden hat, dann ist das ok. Immer noch bedauert er, dass er kein rosa Zimmer bekommen, wie seine Schwester. Eben weil der Mann befürchtet, seine Freunde könnten sich über die rosa Farbe amüsieren und ihn hänseln. Daher wurde das Zimmer grün. Aber, wie gesagt, der Prinz bedauert das immer noch.

Ich finde, Jungs können auch pinke Roller, rosa Zimmer und Puppen haben! Wer sagt hier eigentlich, was Jungs- und was Mädchenspielzeug ist?! Farben sind nicht gegendert, Farben sind für alle da! Warum soll ich meinen 4jährigen in vermeintlich „normale“ Bahnen lenken, nur weil die Wege schön breitgetreten sind? Und vor allem will ich dem Sohn nichts verbieten, nur weil *vielleicht* irgendwann mal irgendwer als sagen könnte…

Natürlich hat der Prinz mitbekommen, dass wir das Thema immer wieder besprochen haben. Und natürlich sagte er irgendwann, er will den pinken Roller nicht mehr. Er will den schwarzen. Begründung: „Weil Papa gesagt hat, schwarz ist schön.“ Und genau das wollte ich nicht. Der Mann und ich müssen das dringend noch ausdiskutieren.

Wetterfühlig

Mit dem Mann in den Urlaub zu fahren ist ja auch nicht so leicht. Der Gute ist nämlich wetterfühlig und wird mehr als grummelig, wenn Petrus ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Wir „kämpfen“ bei miesem Wetter also nicht nur gegen die Wutausbrüche der 3- und 4-Jährigen, sondern auch mit der miesen Laune des Haupfreunds. Was ein Spaß!

Jetzt sind wir wieder zu Hause und es regnet in Strömen. Aber während das an der Ostsee noch ein Weltuntergang war (am schlimmsten war es, bei Sonnenschein abfahren zu müssen), scheint das hier kein Problem zu sein. Da sitzen der Mann und der Sohn einfach den ganzen Vormittag im Kinderzimmer und man hört das vertraute Lego-Rauschen. Alles in bester Ordnung, solange Lego in der Nähe ist.

Muss ich mir merken, für den nächsten Urlaub.

Ostseekind

Einmal Ostsee, immer Ostsee. Nach nur einem Tag muss ich gestehen, was ich nicht wahrhaben wollte: Ich bin ein Ostseekind.


Jahrelang sind meine Eltern mit uns (meinem Bruder und mir) an die Ostsee gefahren. Weil man als Bürger der D*eutschen D*emokratischen R*epublik eben auch nicht groß wo anders hinkam. Jeden Sommer, 3 Wochen. Sie haben unser Schneckenhaus an den Wartburg gehängt und sind mit uns an die Ostsee gefahren. Ich verband mit diesen Urlauben immer das, was Kindheit und Glück bedeutet: Gemeinsamkeit, Sand in den Haaren, Sonnenbräune (nicht Sonnenbrand!), morgens gemeinsam aufwachen und den FKKlern auf dem Weg ins Meer zusehen.

Es war Liebe in der reinsten Form.


Als ich groß war, wollte ich endlich an die Nordsee. Ich wollte die Gezeiten mit eigenen Augen sehen. Wollte an ein „richtiges“ Meer, eben nicht dahin, wo ich schon tausend Mal war. Die Urlaube waren toll, aber das Klima ist rau, immer wurden wir krank. Die Nordsee ist eben die Nordsee.

Und jetzt sind wir den ersten Tag unseres Urlaubs an der Ostsee. Ein wenig fühlt es sich vertraut an, auch wenn wir ganz woanders sind.


Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern nicht mehr da sind. Vielleicht sage ich das immer, wenn ich am Meer bin. Aber ich habe den Drang, einen Wohnwagen an unser Auto zu hängen und wieder zu kommen. Immer wieder. Damit meine Kinder diese Liebe auch spüren können.