Berlin in Bildern (und mit Text)

Es ist Anfang Mai und daher wieder Zeit, um nach Berlin zu pilgern. Warum? Weil ich als Internetmensch natürlich die re:publica als „Pflichtveranstaltung“ ansehe. Wobei das Pflicht da sehr klein und der Spaß sehr groß ist. Nirgends fühle ich mich so wohl, wie zwischen all den anderen Internetmenschen, die verstehen, warum ich mein Handy in die Hand nehme und die Erlebnisse im Digitalen teile. Denn mein Leben ist eben nicht nur analog oder nur digital.

Egal. Dieses Jahr gibt es nämlich eine kleine Änderung. Die #rp18 startete am Mittwoch, direkt nach dem Feiertag. Und weil der Haupfreund am Montag „Zwangsurlaub“/ Brückentag hatte, nutzen wir das verlängerte Wochenende und fuhren mit den Kindern in die Hauptstadt. Wir wollen ihnen schließlich die Welt zeigen und Berlin ist definitiv ein Stück dieser sehenswerten Welt.

Am Samstag machten wir uns also mit dem IC auf in die Hauptstadt. Und es war ein Doppelstock IC! Leider fuhr dieser durch die brandenburgische Pampa und ist damit locker 1,5 Stunden länger unterwegs als der direkte ICE. Aber was soll’s? Der Wer ist das Ziel. Die Kinder (vor allem der Prinz) sind glücklich Bahn zu fahren und Mama lernt ganz nebenbei, dass Brandenburg nicht nur ein Bundesland, sondern auch eine Stadt ist.

Am Sonntag ging es dann für uns alle in den deutschen Reichstag. (Dank eines Tipps per Twitter – danke @figgerit!) Uff, ich hatte tatsächlich unterschätzt, wie emotional anstrengend diese „Last“ an deutscher Geschichte werden kann. Und ich meine nicht nur die „braune“ deutsche Geschichte, denn immerhin wurde ich in einem Land geboren, dass nicht direkt ein Teil der Geschichte der Bundesrepublik ist. Für die Kinder war das alles natürlich nicht nachzuvollziehen. Für sie war es ein „altes“ Haus und auch was diese „Demokratie“ bedeuten soll, ist mit 5 bzw. 6 Jahren noch nicht zu greifen. Aber vielleicht haben wir ein Pflänzchen gepflanzt, dass nun in ihnen reifen kann.

Danach verbrachten wir den Tag auf einem der drei bis vier (ähem) Berliner Spielplätze und trafen uns – wie sollte es sein – mit Menschen aus dem Internet. Wir fuhren müde und dreckig, aber auch sehr glücklich (und mit einer Kugel Eis im Bauch) wieder ins Hotel.

Am nächsten Morgen setzte ich mich erstmal vor den Rechner, denn ich hatte an diesem Tag „Homeoffice“. Der Mann und die Kinder verschwanden auf den nächsten tollen Berliner Spielplatz („Pippi Langstrumpf“ in Charlottenburg) und ich konnte in Ruhe arbeiten. Den Nachmittag wollten wir aber wieder für Sightseeing nutzen – diesmal aber mit getrennten Wegen. Die Jungs fuhren ins Lego Discovery Center, wir Mädels besuchten das Aquarium.

Am 1. Mai stand dann für uns dass „Museum für Naturkunde“ auf dem Plan. Ich war das letzte Mal vor mehr als 25 Jahren dort – damals selbst noch ein Kind. Aber ich kann mich noch genau an den grauen, regnerischen Tag und die riesigen Dinosaurier erinnern. Und soll ich euch was verraten? Obwohl ich in den Jahren dazwischen gewachsen bin, sind die Dinos trotzdem noch mächtig groß. ;)

Als der Prinz dann vor dem Museum die Straßenbahnen entdeckte, stand auch der nächste Programmplan fest. Schließlich hatten wir in den vergangenen Tagen bereits U-Bahn, S-Bahn und den Bus genutzt. Niemals könnten wir die Hauptstadt verlassen, um nicht auch das letzte öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Also fuhren wir noch einen kleinen Schlenker durch „den Osten“ zum Alex.

Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Ich brachte die Familie zum Bahnhof,  die sich diesmal im ICE auf den Heimweg machten. Ich jedoch blieb für drei spannende Tage auf der #rp18. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zahnfee – die Erste

Gestern Nacht kam zum ersten Mal die Zahnfee zu uns. Also zum Prinz, denn er verlor gestern in der Kita Zahn Nr. 1.

Wir legten also gestern den Zahn und eine Banane zur Stärkung – man kann der Zahnfee ja schließlich keine Süßigkeiten anbieten – bereit und schliefen mehr oder weniger schnell ein. Denn: Wir alle wissen ja, die Zahnfee kommt ja erst, wenn alle schlafen.

Heute Morgen gingen dann die Augen viel schneller auf als sonst, als ich den Prinz noch einmal an ihren möglichen Besuch erinnerte. Sie brachte die heiß ersehnten flexiblen Lego-Schienen und natürlich einen Brief.

Weil diese Zahnfeegeschichte aber auch mega spannend ist, macht sich unser Großer nun mächtig Gedanken.

Prinz: „Papa? Wie groß ist wohl so eine Fee?“

Papa: 🤔

Prinz: „Bei mir waren bestimmt vier. Drei tragen die Banane und eine guckt, ob sie auch nichts vergessen haben.“

Ich liebe dieses Alter. Sie machen sich so viele Gedanken und kommen zu solch logischen Schlüssen. Von mir aus kann das noch ein bisschen so bleiben.

Lessons learned. Go ahead.

Man lernt ja nie aus. Sagt man. Niemals aber hätte ich gedacht, dass dieses „Weiter lernen“ als Eltern nochmal auf ein ganz anderes Level gehoben wird. Gestern habe ich viel über mich gelernt. Und realisiert, dass wir noch lange nicht am Ende unserer Reise sind…

Seit ein paar Wochen bekommen wir die volle Breitseite Vorschulkind ab. Wer jetzt noch keins zu Hause hat: Es gibt eine Vorschulpubertät. Glaubt ihr nicht? Ich auch nicht, bis mein Sohn sechs wurde und seitdem wütet wie Rumpelstilzchen. Es. Ist. Anstrengend. Verdammt.

Am Wochenende nicht aus dem Schlafanzug kommen – geschenkt. Das kann ich auch. Aber in den letzten Wochen ist jedes Zähne putzen, jedes Anziehen, jeder Termin (oder einfach nur mal das Haus verlassen) ein Kampf. Wir reden und ermahnen und schreien und wüten. Aber dem Sohn ist das egal. Im Zweifel ignoriert er unsere Ansagen und spielt vor sich hin.

Gestern war die Kita zu. Studientag. Da ich eh krank geschrieben war, cancelte der Mann sein Homeoffice und die Kinder blieben bei mir. Es versprach zumindest ein Vormittag im Schlafanzug zu werden – also für den Prinz, nicht für uns Mädels. Irgendwann nach dem Mittagessen sagte ich ihm jedoch, er müsse sich anziehen. Schließlich war Freitag und er hat dann immer seinen Termin bei der Logopädin. Das war dem Herrn egal. Er ignorierte mich. Vollkommen. Ich sagte es nochmal. Ich erklärte ihm die Konsequenzen und dass Frau F. sich extra Zeit für ihn nimmt und ich sie ungern versetzen möchte. Es juckte ihn nicht. Irgendwann wurde es so spät, dass ich den Termin sehr widerwillig absagen musste. Ich hasse es, andere Menschen „einfach so“ zu versetzen. Wäre er morgens mit Fieber aufgewacht, ok. Aber einfach „kein Bock“ ist keine Entschuldigung. Aber was blieb mir übrig? Sicher, ich hätte ihn packen und im Schlafanzug dorthin schleifen können. Aber das Kind ist sechs. Für mich war das keine Option.

Ich erklärte dem Sohn sehr deutlich, was mir an seinem Verhalten missfiel. Und, dass ich eine Entschuldigung von ihm bei Frau F. erwarte. Ich erklärte, dass ich dieses Verhalten nicht noch einmal tolerieren werde. Termine platzen lassen, nur weil man sich nicht anziehen will – nö.

An diesem Punkt lernten wir beide aber unsere Lektion. Ich, dass die Welt nicht untergeht, wenn man Menschen einmal versetzt oder Termine platzen lässt. Und, dass mein Sohn sehr wohl „gut“ und „schlecht“ unterscheiden kann. Denn kurz nach meiner Ansprache kam ein sehr zerknirschter kleiner Mann aus seinem Zimmer und hielt mir ein selbst gemaltes Bild hin. Wir besprachen die Sache und das er sich eigentlich nicht bei mir entschuldigen muss. Mal sehen, wie er das nächste Woche mit Frau F. meistert.

Aber dann sind da noch die Wutausbrüche. Von 0 auf 100 in 10 Sekunden. Heute hat er die Wohnzimmertür solange gegen die Wand gedonnert, bis eine Kerbe in der Wand war. Er schreit und wütet und macht Dinge absichtlich kaputt. Und keine Stunde später ist er das Kuschelkind, welches mir unbedingt beim Kochen helfen will. Er testet seine Grenzen und rastet aus, wenn wir sie ihm aufzeigen. Meine Lektüre für die kommenden Wochen ist dann wohl „Wenn die Zähne wackeln, wackelt die Seele“. Aus Gründen.

Und nun sitze ich hier. Trinke ein Glas Wein, schreibe meine wirren Gedanken auf und der Prinz liegt in seinem Bett und hört ein Hörspiel. Das ist nämlich auch eine Errungenschaft der Vorschulzeit: Das große Kind geht nun allein ins Bett, hört noch ein Hörspiel und braucht keine Einschlafbegleitung mehr. Es hat ja alles eine gute und eine weniger gute Seite, ne?

Ich will nicht!

Woche zwei vom Schwimmkurs und schon gibt es Tränen. Tränen beim Prinz, Tränen (fast) bei mir. Es ist kompliziert und es liegt wahrscheinlich auch an mir und meinem inneren Kind, welches irgendwie noch nicht abgeschlossen hat.

Der Prinz wollte gestern schon nicht ins Becken. Morgens sagte er bereits zum Mann, dass er nicht zum Kurs will. Als ich ihn dann von der Kita abholte, blutete sein eingerissener Fingernagel ein wenig – Pflaster drauf und da war sie, die Ausrede, nicht ins Wasser zu müssen. Ich erlaubte es. Zwingen hat beim Prinz noch nie etwas gebracht. Einmal „Pause“ machen, ist schon mal okay. Das Osterkind lies sich davon nicht beeindrucken und verschwand mit der Schwimmtrainerin in der Dusche, während der Prinz sichtlich glücklich war, dem Kurs von außen beiwohnen zu dürfen.

Ich erklärte ihm, dass das keine Dauerlösung sein kann. Man kann nicht immer Ausreden finden. Entweder soll er mir sagen, dass er den Kurs abbrechen will oder er muss mitmachen. Die Trainer nehmen sich Zeit und ich halte nichts von „ich hatte eben keinen Bock“. Wenn man Zusagen macht, dann hält man die auch ein. Oder sagt eben vorher ab.

Heute stand dann die vierte Stunde Schwimmen an. Wir betraten die Umkleide und plötzlich klammerte sich der Prinz wieder an mich. Er wolle die ganze Zeit bei mir sein. Ich solle mitkommen. Das ist aber nicht vorgesehen: Die Eltern warten im Schwimmbadcafé hinter einer Glasscheibe. Ich hatte nicht mal einen Badeanzug dabei. Wir machten einen Kompromiss und ich begleitete die Kinder noch bis zur Dusche.

Als die Kinder aus der Dusche kamen, war der Prinz schon ziemlich aufgelöst. Er wollte nicht ins Wasser und wurde vom Trainer rein gehoben. Mein Sohn weinte und ich konnte von außen nicht erkennen, warum. Weint er nach mir? Weint er, weil er Angst hat? Weint er, weil die Trainer eben doch noch fremd sind?

Ich lief wie ein Tiger auf und ab. War mehr als einmal versucht, die Tür vom Café direkt ins Bad aufzureißen und mein Baby in die Arme zu schließen. Aber ich tat es nicht. Denn in mir tobte ein Kampf:

„Das Kind etwas „stupsen“ vs. gegen seinen Willen etwas tun müssen. Es ist kompliziert.“ (Tweet)

Plötzlich war ich wieder Kind. Und erinnerte mich an all die schrecklichen Sportstunden, in denen ich zu Dingen gezwungen wurde, vor denen ich Angst hatte. Ich habe erst in der achten oder neunten Klasse gelernt, über den Bock zu springen. Vorher hatte ich wahnsinnige Angst und eben nie eine Lehrerin oder einen Lehrer, der sich ausreichend Zeit für die ängstlichen Kinder nehmen konnte oder wollte. Mich bekommt man nicht mit dem Satz „Aber dann kannst du voll stolz auf dich sein!“ Mir ist das schnuppe. Ob ich über einen Bock springen kann oder nicht, wird niemals die Welt retten oder Krebs heilen. Das alles sind keine Ziele, an denen ich mich messe. 2010 waren wir bei einem Seminar mal in einem Hochseilgarten. Ich sollte da rum klettern, traute mich aber erst nicht. Irgendwann kletterte ich bis auf die erste Empore und alle meinten so: „Und? Biste jetzt stolz auf dich?“ und ich dachte nur: Warum? Habe ich irgendwas wirklich wichtiges gemacht? Niemals wird man auf meiner Trauerrede sagen: Sie kletterte in einem Hochseilpark rum. Das ist nichts, was mir wichtig ist.

Ich weiß, dass meine Kinder – und gerade der Prinz – sich nicht immer alles gleich trauen. Dass er oft die Nähe zu uns sucht und sich daher auch Dinge entgehen lässt. Den Kindergeburtstag seiner besten Freundin hat er mal sausen lassen, weil er Angst vor dem Holzdrachen am Eingang des Indoorspielplatzes hatte. Da ist er konsequent, auch wenn er sich manchmal selbst im Weg steht.

Als der Prinz nach dem Kurs in die Umkleide kam, hatte er blaue Lippen und zitterte wie Espenlaub. Und er weinte bitterlich, weil er mich vermisst habe. Aber mit dem Abtrocknen und wieder aufwärmen kam auch das Lächeln zurück. Es war „nur“ die Sehnsucht, nicht die Angst, etwas tun zu müssen, was er nicht will.

Ich denke, wir finden eine Lösung. Im Zweifel schwimme ich eben ein paar Bahnen, während die Kinder auf der Bahn nebenan trainieren. Ich möchte den Kindern halt geben, aber sie dennoch nicht einzwängen. Sie müssen auch lernen, ohne Mama und Papa klar zu kommen. Aber sie dürfen es in ihrem Tempo lernen. Und ich versuche, mein inneres Kind endlich mit seinen Erfahrungen zu versöhnen – und es bei meinen Kindern besser zu machen.

Große Kinder <3

Heute sind die Kinder über sich hinaus gewachsen, haben neue Ufer erkundet und uns damit bewiesen, dass sie groß werden. Denn heute war der erste Tag des Schwimmkurses.

Der Schwimmkurs, den beide Kinder noch bis vor vier Wochen kategorisch ablehnten. Niemals würden sie ins Wasser gehen! Also gingen wir öfter mit ihnen schwimmen und plötzlich waren sie kleine Wasserratten. Den Prinz überzeugten wir dann relativ schnell. Er ist schließlich ein Vorschulkind und Vorschulkinder können oft schon schwimmen. Das Osterkind hingegen war noch auf der Fahrt ins Schwimmbad fest davon überzeugt, nicht ins Wasser zu gehen. Es waren einfach zu viele neue Eindrücke: Fremde Menschen, keine Ahnung, wie genau das abläuft, Mama kommt nicht mit ins Wasser, sondern wartet vor einer Glasscheibe…

Selbst im Schwimmbad, als ich den Prinz gerade umzog, weinte sie und kuschelte sich an mich. Sie nölte und wollte nicht mehr von meinem Schoß runter. Bis ich einsah, dass ich hier nichts erzwingen kann. Ich bot ihr an, selbst zu entscheiden. Sie sollte sich aber vorher wenigstens mal den Trainer angucken und sich dann entscheiden. Und was soll ich sagen? Mein schüchternes Mädchen taute auf – was auch an der einfühlsamen und witzigen Art des Schwimmtrainers lag. Mit dem Wissen, dass ihr Bruder bei ihr ist, entschloss sie sich also doch den Badeanzug anzuziehen und ins Wasser zu gehen. Ach was. Zu springen!

Nach einer Stunde kamen jedenfalls zwei sehr stolze Kinder in die Umkleidekabine. Sie waren um ca. 5 Jahre gealtert, wahnsinnig stolz und glücklich. Sie sind über sich hinausgewachsen. Haben sich Dinge getraut, die sie ein wenig von uns Eltern lösten. Sie haben sich und uns bewiesen, dass Sie groß werden. Und ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus – meine großen Babies sind gar keine Babies mehr.

Kinderlogik

Heute waren wir alle zusammen im Schwimmbad, denn nächsten Freitag beginnt der Schwimmkurs der Kinder und die Wassergewöhnung war noch nicht allzu fortgeschritten. Danach durften aber natürlich die obligatorischen Schwimmbadpommes nicht fehlen. Wir kehrten danach also bei Burger King ein.

Der Mann (zu den Kindern): „Wir können aber nach dem Schwimmkurs nicht jedes Mal Burger essen gehen. Ihr habt ja jeden Freitag und jeden Samstag Kurs.“

Der Pinz: „Ok, dann gehen wir immer Freitags oder Samstags im Wechsel. Dann ist es ja nicht immer jedesmal.“

😂🙈

Jahresrückblick 2017

Nachdem ich auch in 2017 dieses Blog sträflich vernachlässigt habe (das muss sich ändern!), krame ich es aber dennoch wieder für einen Jahresrückblick hervor. Eben weil ich so leichter in der Vergangenheit kramen kann und ich daran erinnert werde, hier wieder öfter meine Gedanken nieder zu schreiben. Das ist auf jeden Fall schon mal ein guter Vorsatz für 2018!

Januar

Wir waren alle insgesamt fast vier Wochen krank. Immer ein anderer, manchmal überlappend. Mit richtig hohem Fieber und der Erkenntnis, dass auch ich Fieber nicht mehr so leicht wegstecke. Mit dem Jahreswechsel gab ich es ja auch auf, mir die Haare mit Shampoo zu waschen. Zuerst nahm ich nur Wasser, was mich aber bald an die Grenzen brachte.

Februar

Die Krankheit war immer noch nicht ganz ausgestanden. Im Februar erwischte es das Osterkind richtig fies. :( Wir fuhren zum Geburtstag des Neffen- und Patenkindes des Manns in die Nähe von Frankfurt. Dort beschloss ich aus „No-Poo“ jetzt „Waschen mit Lavaerde“ zu machen. Lavaerde zieht nämlich wenigstens das Fett aus den Haaren. Das einmal pro Woche waschen behielt ich aber bei. Und es macht meine Haare tatsächlich „besser“.

März

Der Mann packte die Kinder für vier Tage ein und ich hatte „strumfrei“. Seit mehr als vier Jahren lag ich daher das erstmal wieder in der Wanne. Eben, weil ich so die nötige Ruhe dafür hatte. <3 Dienstlich verbrachte ich einen sehr regnerischen und kalten Märztag auf dem ADAC-Trainingsgelände. Die Erinnerung fröstelt mich heute noch. Der Prinz bekommt ein größeres Fahrrad und gibt sein altes an die kleine Schwester weiter. Diese steigt auf und lernt quasi in 20 Minuten Radfahren. Am Ende feiern wir den Katzengeburtstag vom Osterkind.

April

Ich besuchte seit vier Jahren das erste Mal wieder ein Kino. Und nicht irgendein Kino, sondern das „ASTOR Grand Cinema“ – da kann man in der Loge die Füße hochlegen. Ostern verbrachten wir dann in meiner alten Heimat und zeigten den Kindern die Burgen „an der Saale hellem Strande“.

Mai

Anfang Mai ging es mal wieder nach Berlin auf die re:publica – bei der ich ein ziemlich cooles Meet“n’Greet hatte:

Ende Mai lernte ich dann noch für’s Leben: Nie, nie wieder werde ich an meinem Geburtstag arbeiten! Die Wahrscheinlichkeit mit ätzenden Kollegen in einem noch ätzenderen Meeting zu landen ist einfach zu groß und rechtfertigt jeden Urlaubstag.

Juni

Wir verbringen die ersten Junitage in Hamburg und verlieben uns spontan in die Stadt. Der Mann und ich gehen gemeinsam auf unser erstes Konzert (?) und genießen zudem einen kinderfreien Abend.

Juli

Den halben Monat haben die Kinder Kitaferien, weshalb auch wir Eltern nacheinander Urlaub haben. Die heißen Tage verbringen die Kinder und ich bei der Familie und liegen im Freibad rum. Es ist so, wie Ferien sein sollen: Keine Aufgaben, faulenzen, im Schwimmbad abhängen. :)

August

Der Großneffe kommt in die Schule und der Prinz schnuppert schon mal, wie es nächstes Jahr bei seiner Einschulungsparty werden könnte. Nach den Ferien ist er nämlich ganz offiziell ein Vorschulkind. Wir fahren noch einmal nach Hessen zur Familie, denn auch dort wird ein Kind eingeschult. Wir kommen aus dem Feiern quasi gar nicht mehr raus. Am Ende besuchen wir gemeinsam die MakerFaire und sind – wie immer – verblüfft, was sich Menschen so einfallen lassen.

September

Der Prinz und ich gehen zur Schuleingangsuntersuchung und bekommen schwarz auf weiß das „Go“. Mein Sohn  ist also nächstes Jahr ein Schulkind. Unser Jahresurlaub steht vor der Tür: Die erste Flugreise für die Kinder und den Mann. Wir genießen die freien Tage auf Mallorca und wollen am Liebsten gar nicht mehr weg. :)

Oktober

Das Ninjgo-Fieber ist nun auch bei uns angekommen. Daher schleichen wir morgens gern mal wie die Ninja zum Kindergarten. Natürlich stehen auch die jährlichen Laternenläufe an – ich muss also im Kindergarten meine Bastelkünste unter Beweis stellen. Und ähem naja, ich bekomme es ganz gut hin. Am Ende feiern wir eine Ninjagoparty, denn der Prinz wird 6.

November

Das spektakulärste im November war wahrscheinlich, dass ich mir eine Blase an den Finger gespitzt habe.

Dezember

Wir schalten im Dezember einen Gang zurück – die Kräfte sind tatsächlich irgendwie am Ende. Weihnachten verbringen wir mit einem Teil der Familie hier und besuchen den anderen am 1. Feiertag. Zwischen den Jahren faulenzen wir viel und gehen mit den Kindern schwimmen. Dort entdecken sie endlich ihre Liebe zu Wasser – dem Schwimmkurs steht also nichts mehr im Weg. Und damit war schon wieder ein Jahr vorbei und wir bereiten die Party mit unseren Freunden heute Abend vor.

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Was bleibt.

Die Frage, warum man Kinder hat/will, beantworten ja viele mit: Damit etwas von mir bleibt. Nach dem eigenen Tod ein kleines „Ich“ auf diesem Planeten wandelt. Ich habe das ja nie so ganz verstanden. Kinder klonen uns ja nicht, durch die Mischung der Gene entstehen immer – selbst bei Geschwistern – eigene, neue Menschen. Und dennoch fand ich die Idee, dass etwas meiner (toten) Eltern in uns Kindern weiterlebt, immer irgendwie schön. Ich muss mir das aber immer bewusst machen – meist mit dem Hintergedanken, nicht so zu werden wie meine Mutter.

Aber jetzt haben wir den Beweis: Ein Teil meines Papas steckt tief in mir. In meinen Chromosomen und jetzt eben auch im Prinz. Das Ergebnis ist eine „Rot-Grün-Schwäche“ beim Sohn. Ich trage sie in einem „defekten“ X, der Prinz hat genau dieses X geerbt und kann deshalb Rot- und Grüntöne schwerer erkennen. Ein Teil meines Papas schlummert in mir – ohne, dass es mir bewusst war. Und der Prinz zeigt uns, dass eben doch etwas bleibt.

[Ich hoffe jedoch, dass das die einzige genetische Erbschaft ist. Die Krankheit, die zum Tod meines Papas geführt hat, braucht de Prinz oder das Osterkind oder sonstjemand nämlich nicht.]

Urlaubsmodus: Fun with Bahnen!

Gestern machten wir den kleinen (und den großen) Bahnfan unserer Familie sehr glücklich und fuhren mit dem „tren de Sóller„.Dafür mussten wir aber erstmal nach Palma kommen.

Die Tour startete um 7.35 Uhr, als wir in den Überlandbus stiegen. Wie wollten bewusst den „normalen“ Linienbus nutzen und nicht einer der sündhaft teuren Touren direkt nach Palma buchen. Wenn wir unterwegs sind, wollen wir ja auch immer ein bisschen den ÖPNV testen. Berufsschaden, sozusagen.

Nach knapp zwei Stunden waren wir dann endlich in Palma. Es war nicht nur für die Kinder ätzend, aber ein Mietwagen war keine Option. Weniger wegen der Kosten, eher der Umwelt wegen.

Aber all die Anstrengung hat sich gelohnt, wartete doch bereits der „tren de Sóller“ auf uns. An einem Bahnhof, der auch locker die Abfahrthalle nach Hogwarts hätte sein können, kauften wir unsere Tickets und bestiegen um 10.50 Uhr unseren Zug. Die Fahrt konnte losgehen!

In einem historischen Holzzug machten wir uns auf unsere kleine Zeitreise ins Jahr 1912, in Sóller sollten wir dann wieder im Jetzt ankommen. Aber es war nicht nur eine Reise durch die Zeit, sondern auch durch die verschiedenen Vegetationen auf Mallorca. Es ist fantastisch, wie sich die Landschaft in den Bergen ändert. Sie ist so anders als hier am Meer. Wir zeigten den Kindern Zitronen- und Olivenbäume und bewunderten die Berge.

In Sóller trennten sich erstmal unsere Wege. Das Osterkind hatte nun endgültig genug vom „fahren“ und weigerte sich standhaft nun auch in die Straßenbahn nach „Porte de Sóller“ einzusteigen. Also machten sich der Hauptfreund und der Prinz allein auf den Weg, dem Hafen mit der historischen Straßenbahn zu erkunden. Mein Herz blutete zwar auch ein wenig (Wir alten Pufferküsser!), aber hier soll keiner gezwungen werden.

Das Osterkind und ich schlenderten also durch die Gassen Sóllers, gingen so ziemlich jedem Hund aus dem Weg (Es ist kompliziert!) und versorgten die Familie am Ende mit reichlich Kuchen aus einer kleinen Bäckerei.

Dann ging es such schon wieder zurück nach Palma. Dass die Reise bis dahin schon ausreichend anstrengend, aber auch echt schön, war, zeigten uns die Kinder direkt: Beide schliefen auf der Rückfahrt mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

In Palma überbrückten wir die 2 Stunden Wartezeit auf unseren Bus, in dem wir auch hier noch einmal durch die engen Gassen schlenderten. (Und bei McD noch schnell einen oder zwei Hamburger verdrückten.)

Nach 12 Stunden erreichten wir wieder unser Hotel. Die Kids natürlich ausgeschlafen und fit, wir Eltern echt geschafft. Aber drei Stunden Busfahren haben sich gelohnt: Die Reise nach Sóller ist jede Anstrengung wert!

Urlaubsmodus: Es ist kompliziert

Meine Kinder reisen nicht gern. Der Prinz fand es schon als Baby alles andere als dufte, wenn ich mit ihm für mehr als ein paar Stunden die Wohnung verließ. Woanders übernachten? Lieber nicht! Sobald sich sein gewohntes Umfeld änderte, wurde mein Baby ziemlich unentspannt und naja, ich verzichtete erstmal auf weitere Reisen.

Das alles ist jetzt schon ein paar Jahre her. Zwischendurch fuhren wir sehr wohl in den Urlaub. Eine bis zwei Wochen an der Nord- oder Ostsee waren schon drin. Aber es gab immer die schwierigen ersten Tage. Es fehlte ihm immer eben genau das Spielzeug, welches wir zu Hause gelassen hatten. Er explodierte bei jeden Pups, schlief wenig oder schlecht, was die miese Laune noch perfektionierte.

Das Osterkind ist von diesen Ortswechseln nicht so stark betroffen. Es scheint, als würde sie ihre Sicherheit allein aus unserer Anwesenheit ziehen. Ja, sie fühlt sich auch erstmal unwohl, muss sich erst zurecht finden. Ihr macht aber Schlafmangel und die Hitze mehr aus, als der Ortswechsel. Es scheint, als wären ihre Wutausbrüche nur das Spielbild ihres Bruders.

Jetzt sind wir das erste Mal weg geflogen. Haben das Land verlassen. Der Prinz hasst es, dass die Menschen hier eine andere Sprache sprechen. Auf der anderen Seite findet er es aber auch sehr spannend, Wörter wie „gracias“ oder „buenos dias“ zu lernen.

Er schließt „Freundschaften“, lernt andere Kinder kennen. Er betrachtet das Meer und stellt uns 1000 Fragen. Wie ist eigentlich Mallorca entstanden? Kam es einfach aus dem Meer?

Aber er rastet auch aus. Schreit. Testet seine Grenzen, in dem er unsere Regeln missachtet. Er stiftet seine Schwester zu Quatsch an. Und bricht irgendwann weinend und erschöpft zusammen. Es ist wahrscheinlich eine Kombination als der „Vorschulpubertät“ und der Tatsache, dass wir gerade nicht zu Hause sind, die unseren Tag heute nicht perfekt machte.

Aber morgen geht die Sonne wieder auf uns wir starten einen neuen Versuch. Wir werden da reinwachsen und sind wahrscheinlich richtig angekommen, wenn wir die Koffer wieder packen müssen. Aber auch das gehört dazu.