Ein Wochenende voller Selbstständigkeit

Als ich am Freitag zum Hort kam, um dort den Sohn abzuholen, war er wenig erfreut. Es hatte vorher geregnet und wir wollten eh direkt zum Einkaufen starten, also kam ich mit dem Auto. Seinen Roller wollte ich einfach in den Kofferraum werfen. Der Prinz sah das anders: Er wollte mit dem Roller zur Kita, um dort das Osterkind abzuholen. Und weil er das sehr vehement einforderte und er den Weg kennt, dachte ich: Warum nicht? Der Prinz rollerte also ganz allein zur Kita. Ich fuhr mit dem Auto. Als ich dort ankam, war er schon da: Stolz und überglücklich. So stolz, dass er gleich noch mit der kleinen Schwester allein nach Hause fahren wollte – ich sollte doch bitte einen Umweg machen.

Am Samstag ging es dann gleich weiter mit der Selbstständigkeit. Wenn ich bei den Kindern bin, ist der Papa in seiner Wohnung. Die ist im gleichen Ort und nur 10 Minuten von uns entfernt. Und weil der Prinz am Freitag die Freiheit geschnuppert hat und das so gut lief, wollte er am Samstag direkt mal Papa besuchen fahren. Allein. Oder besser gesagt: Mit der kleinen Schwester, aber ohne Begleitung eines Erwachsenen.

Heute Morgen fuhr er dann allein zur Schule. Ich brachte das Osterkind in die Kita, setzte mich danach aufs Rad und war wenig überrascht, dass der Prinz sein Rad ordentlich auf dem Schulhof angeschlossen hatte. Ins Klassenzimmer bin ich nicht gegangen, mir reichte das Rad auf dem Schulhof als Beweis, dass alles in Ordnung war.

Welch Meilensteine, an nur einem Wochenende. Er wird groß und mich macht das unendlich stolz.

Jahresrückblick 2018

Oh. Mein. Gott.
Obwohl hier im Blog ab Mai quasi nichts mehr passiert ist, war das Jahr alles andere als ruhig. Es ist eine Menge passiert, inkl. eines halben Auszugs, einer Trennung, dem Bruch kleiner und eines großen Herzens… Aber der Reihe nach:

Januar
Wir fahren nach Bremen und besuchen die Bremer Stadtmusikanten und das Universum. Der eigentliche Grund ist aber ein Konzertbesuch mit einer Freundin: Gemeinsam himmeln wir MPK an.

Februar
Der Prinz und ich gehen das erste Mal gemeinsam ins Kino. Natürlich das Astor mit Loge, sodass wir beide schön die Füße hochlegen können. Wir gucken „Die kleine Hexe“ und sind beide ganz verzaubert.

Die Kinder feiern im Kiga als Fee und Ninjago Fasching. Auch der Mann und ich gehen ins Kino – nachdem wir das seit fast neun Jahren nicht mehr gemacht hatten. Achja, und wir kaufen einen Ranzen für unser Bald-Schulkind.

März
Wir fahren nach Hessen, um den 18. Geburtstag der Nichte vom Mann zu feiern. Ich fahre dienstlichen nach Köln und erkenne den Dom erschreckend wenig in Blutwurst.

Ende des Monats steht natürlich der Geburtstag des Osterkindes an. Sie wird 5.

April
An Ostern helfen wir der Nichte beim Streichen im neuen Haus. Danach packen wir unsere Taschen und fliegen nach Kreta. Dort genießen wir die Sonne, das Essen und die Ruhe. So ein Urlaub ist schon was feines. :)

Mai
Über den 1. Mai schleifen wir die Kinder nach Berlin. Wir besuchen den Reichstag und machen die Familienführung. Wir fahren Bus, Straßenbahn, U-Bahn und S-Bahn. Wir treffen Menschen aus dem Internet auf Spielplätzen und genießen die Zeit. Danach fährt die Familie wieder nach Hause, ich bleibe noch für die re:publica. Ende des Monats steht schon wieder eine Reise auf dem Plan: Der Mann feiert einen Runden Geburtstag und bekam von mir einen Tag im Logo House in Billund.

Juni
Der Prinz darf als Vorschulkind in der Kita übernachten. Das Osterkind nutzt das sturmfrei vom Bruder und lädt ihre Freundinnen zur allerersten Übernachtungsparty ein. Ende des Monats grillen wir auf dem Betriebshof – und ich lege die Weichen.

Juli
Ich muss mal raus und schnappe mir die Nachbarin/ Freundin. Wir trinken viel zu viele Cocktails, haben aber eine Menge Spaß.
Wir fahren zu Ed Sheeran nach Berlin und ich bin arg begeistert. Mir wird klar, dass ich unzufrieden bin und ändere das mit Feiern. Ich verliebe mich neu, stelle alles in Frage und erkenne sehr schnell, was ich will und was nicht (mehr).

August
Der Mann und ich trennen uns. Wir schulen den Prinz ein. Wir sagen es den Kindern. Ich schwanke zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Ich wollte das so nicht. Aber weitergehen konnte es auch nicht.

September
Wir versuchen ein geregeltes Familienleben aufzustellen. Es ist für alle nicht leicht. Aber mein Herz sagt ziemlich klar, was es will.

Oktober
Wir fahren mit dem neuen Freund (aber ohne Ex) in den Urlaub und besuchen die Nürburg und wandern an der Mosel. Die Kinder gewöhnen sich an die neue Situation und kommen an. Klare Regeln machen es für alle leichter.

November
Der Ex hat eine Wohnung, ich pendele nach Magdeburg. Die Kinder bleiben in der ehemals gemeinsamen Wohnung und haben so einen zentralen Zufluchtsort. Wir gewöhnen uns langsam an den neuen Alltag. Beruflich wird es nochmal spannend. Da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu. Ärmel hochkrempeln.

Dezember
Die Vorweihnachtszeit ist das erste Mal so ganz anders als sonst, die Kinder sind entweder bei Mama oder bei Papa. Weihnachten wird ein Diskussionspunkt und ich entscheide, was entschieden werden muss. Dieses Jahr hat sich unser Leben um 180 Grad gedreht. Aber ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war.

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Geburtstagsreise nach Billund

[Ich wurde für diesen Beitrag nicht bezahlt oder habe sonstige Vergünstigungen etc. erhalten. Dies ist ein Erlebnisbericht von vier Legofans, die auszogen, Billund zu erkunden.]

Gestern hatten der Mann und ich Geburtstag – und weil er einen runden (also einen, der eine neue Zahl vorn und eine Null dahinter macht), stand eine ganz besondere Reise an. Sein Geschenk war nämlich, dass wir alle nach Billund ins L*ego House fuhren.

Okay, die Anreise war ätzend. Wir brauchten allein vier Stunden, um aus Deutschland raus zu kommen. Die A7 ist Richtung Norden im Moment scheinbar eine einzige Baustelle. Daher haben wir unseren Geburtstag quasi im Auto verbracht. Aber egal, denn was uns erwartete, entschädigte für alles:

Die Ninjago-Hütte im Lego Holiday Village Billund ist mit viel liebe eingerichtet und bietet sechs Personen Platz. Wobei zwei davon auf einer Schlafcouch übernachten müssten. Die Ausstattung an Kochgeschirr ist zwar sehr übersichtlich (ein Topf, eine Pfanne), was Nudeln mit Tomatensoße wohl zum einzigen Gericht macht, was hier gekocht wird. Man setzt eben schon darauf, dass die Besucher essen gehen.

Die Spielplätze sind aber der Hammer und die Tiere aus Lego-Steinen sind sowieso eine Sehenswürdigkeit. Natürlich stehen hier auch die Ninjago-Charaktere rum und wir haben schon das eine oder andere Fan-Foto gemacht. 😍

Aber die Hütte ist nur das Beiwerk unseres Besuchs. Eigentlich sind wir für das Lego House angereist. Und das haben wir heute sechs Stunden lang besucht.

Im Prinzip kann man das Lego House mit dem Universum in Bremen oder dem Phaeno in Wolfsburg vergleichen – aber eben mit Lego. Wir hatten eine Menge Spaß, haben viel gebaut, bestaunt, waren kreativ und gingen geschafft, aber glücklich, nach Hause.

Im Keller befindet sich das „Museum“: Hier erhält man einen Überblick über die Geschichte des Unternehmens. Ich wusste z.B. nicht, dass die Ursprünge von Lego im Holzspielzeug liegen. Erst in den 50er Jahren kamen die uns heute bekannten Steine. Wir schwelgten in Erinnerungen, schließlich war das Spielzeug auch ein Teil meiner Kindheit.

Es ist erstaunlich, was man aus den Plastiksteinen alles bauen kann. Einen Wasserfall, einen Baum, der vom Ergeschoss bis ins dritte Obergeschoss reicht – alles aus den bunten Legosteinen. Wir haben Fische gebaut und sie im virtuellen Meer schwimmen lassen. Wir haben Blumen gebaut und sie in das Meer aus Lego-Blumen (jede anders, man kann so kreativ sein!) gesetzt.

Den Bärenhunger, den man beim Bauen nun mal bekommt, haben wir im Restaurant gestillt. Und auch hier gibt es eine Überraschung. Das Essen bestellt man natürlich über Legosteine, die durch einen Computer eingelesen werden. Der Chefkoch (natürlich ein Lego-Chefkoch), kann eben nur in Bausteine denken. Das Essen kommt dann in Lego-Lunchboxen, über ein Förderband. Es ist nicht billig (was wahrscheinlich eine Mischung aus dänischen und den allgemeinen „Erlebnisrestaurant“-Preisen ist), aber das Erlebnis war es uns wert.

Ach ja, und Dinos gibt es nicht nur im Naturkundemuseum in Berlin. Dinos gibt es auch komplett aus Lego (auch aus Lego Duplo) in Billund.

Wir sind immer noch ganz berauscht von diesem tollen Tag und können nur bestätigen: Das Lego House ist „The Home of the Brick“.

Berlin in Bildern (und mit Text)

Es ist Anfang Mai und daher wieder Zeit, um nach Berlin zu pilgern. Warum? Weil ich als Internetmensch natürlich die re:publica als „Pflichtveranstaltung“ ansehe. Wobei das Pflicht da sehr klein und der Spaß sehr groß ist. Nirgends fühle ich mich so wohl, wie zwischen all den anderen Internetmenschen, die verstehen, warum ich mein Handy in die Hand nehme und die Erlebnisse im Digitalen teile. Denn mein Leben ist eben nicht nur analog oder nur digital.

Egal. Dieses Jahr gibt es nämlich eine kleine Änderung. Die #rp18 startete am Mittwoch, direkt nach dem Feiertag. Und weil der Haupfreund am Montag „Zwangsurlaub“/ Brückentag hatte, nutzen wir das verlängerte Wochenende und fuhren mit den Kindern in die Hauptstadt. Wir wollen ihnen schließlich die Welt zeigen und Berlin ist definitiv ein Stück dieser sehenswerten Welt.

Am Samstag machten wir uns also mit dem IC auf in die Hauptstadt. Und es war ein Doppelstock IC! Leider fuhr dieser durch die brandenburgische Pampa und ist damit locker 1,5 Stunden länger unterwegs als der direkte ICE. Aber was soll’s? Der Wer ist das Ziel. Die Kinder (vor allem der Prinz) sind glücklich Bahn zu fahren und Mama lernt ganz nebenbei, dass Brandenburg nicht nur ein Bundesland, sondern auch eine Stadt ist.

Am Sonntag ging es dann für uns alle in den deutschen Reichstag. (Dank eines Tipps per Twitter – danke @figgerit!) Uff, ich hatte tatsächlich unterschätzt, wie emotional anstrengend diese „Last“ an deutscher Geschichte werden kann. Und ich meine nicht nur die „braune“ deutsche Geschichte, denn immerhin wurde ich in einem Land geboren, dass nicht direkt ein Teil der Geschichte der Bundesrepublik ist. Für die Kinder war das alles natürlich nicht nachzuvollziehen. Für sie war es ein „altes“ Haus und auch was diese „Demokratie“ bedeuten soll, ist mit 5 bzw. 6 Jahren noch nicht zu greifen. Aber vielleicht haben wir ein Pflänzchen gepflanzt, dass nun in ihnen reifen kann.

Danach verbrachten wir den Tag auf einem der drei bis vier (ähem) Berliner Spielplätze und trafen uns – wie sollte es sein – mit Menschen aus dem Internet. Wir fuhren müde und dreckig, aber auch sehr glücklich (und mit einer Kugel Eis im Bauch) wieder ins Hotel.

Am nächsten Morgen setzte ich mich erstmal vor den Rechner, denn ich hatte an diesem Tag „Homeoffice“. Der Mann und die Kinder verschwanden auf den nächsten tollen Berliner Spielplatz („Pippi Langstrumpf“ in Charlottenburg) und ich konnte in Ruhe arbeiten. Den Nachmittag wollten wir aber wieder für Sightseeing nutzen – diesmal aber mit getrennten Wegen. Die Jungs fuhren ins Lego Discovery Center, wir Mädels besuchten das Aquarium.

Am 1. Mai stand dann für uns dass „Museum für Naturkunde“ auf dem Plan. Ich war das letzte Mal vor mehr als 25 Jahren dort – damals selbst noch ein Kind. Aber ich kann mich noch genau an den grauen, regnerischen Tag und die riesigen Dinosaurier erinnern. Und soll ich euch was verraten? Obwohl ich in den Jahren dazwischen gewachsen bin, sind die Dinos trotzdem noch mächtig groß. ;)

Als der Prinz dann vor dem Museum die Straßenbahnen entdeckte, stand auch der nächste Programmplan fest. Schließlich hatten wir in den vergangenen Tagen bereits U-Bahn, S-Bahn und den Bus genutzt. Niemals könnten wir die Hauptstadt verlassen, um nicht auch das letzte öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Also fuhren wir noch einen kleinen Schlenker durch „den Osten“ zum Alex.

Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Ich brachte die Familie zum Bahnhof,  die sich diesmal im ICE auf den Heimweg machten. Ich jedoch blieb für drei spannende Tage auf der #rp18. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zahnfee – die Erste

Gestern Nacht kam zum ersten Mal die Zahnfee zu uns. Also zum Prinz, denn er verlor gestern in der Kita Zahn Nr. 1.

Wir legten also gestern den Zahn und eine Banane zur Stärkung – man kann der Zahnfee ja schließlich keine Süßigkeiten anbieten – bereit und schliefen mehr oder weniger schnell ein. Denn: Wir alle wissen ja, die Zahnfee kommt ja erst, wenn alle schlafen.

Heute Morgen gingen dann die Augen viel schneller auf als sonst, als ich den Prinz noch einmal an ihren möglichen Besuch erinnerte. Sie brachte die heiß ersehnten flexiblen Lego-Schienen und natürlich einen Brief.

Weil diese Zahnfeegeschichte aber auch mega spannend ist, macht sich unser Großer nun mächtig Gedanken.

Prinz: „Papa? Wie groß ist wohl so eine Fee?“

Papa: 🤔

Prinz: „Bei mir waren bestimmt vier. Drei tragen die Banane und eine guckt, ob sie auch nichts vergessen haben.“

Ich liebe dieses Alter. Sie machen sich so viele Gedanken und kommen zu solch logischen Schlüssen. Von mir aus kann das noch ein bisschen so bleiben.

Große Kinder <3

Heute sind die Kinder über sich hinaus gewachsen, haben neue Ufer erkundet und uns damit bewiesen, dass sie groß werden. Denn heute war der erste Tag des Schwimmkurses.

Der Schwimmkurs, den beide Kinder noch bis vor vier Wochen kategorisch ablehnten. Niemals würden sie ins Wasser gehen! Also gingen wir öfter mit ihnen schwimmen und plötzlich waren sie kleine Wasserratten. Den Prinz überzeugten wir dann relativ schnell. Er ist schließlich ein Vorschulkind und Vorschulkinder können oft schon schwimmen. Das Osterkind hingegen war noch auf der Fahrt ins Schwimmbad fest davon überzeugt, nicht ins Wasser zu gehen. Es waren einfach zu viele neue Eindrücke: Fremde Menschen, keine Ahnung, wie genau das abläuft, Mama kommt nicht mit ins Wasser, sondern wartet vor einer Glasscheibe…

Selbst im Schwimmbad, als ich den Prinz gerade umzog, weinte sie und kuschelte sich an mich. Sie nölte und wollte nicht mehr von meinem Schoß runter. Bis ich einsah, dass ich hier nichts erzwingen kann. Ich bot ihr an, selbst zu entscheiden. Sie sollte sich aber vorher wenigstens mal den Trainer angucken und sich dann entscheiden. Und was soll ich sagen? Mein schüchternes Mädchen taute auf – was auch an der einfühlsamen und witzigen Art des Schwimmtrainers lag. Mit dem Wissen, dass ihr Bruder bei ihr ist, entschloss sie sich also doch den Badeanzug anzuziehen und ins Wasser zu gehen. Ach was. Zu springen!

Nach einer Stunde kamen jedenfalls zwei sehr stolze Kinder in die Umkleidekabine. Sie waren um ca. 5 Jahre gealtert, wahnsinnig stolz und glücklich. Sie sind über sich hinausgewachsen. Haben sich Dinge getraut, die sie ein wenig von uns Eltern lösten. Sie haben sich und uns bewiesen, dass Sie groß werden. Und ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus – meine großen Babies sind gar keine Babies mehr.

Kinderlogik

Heute waren wir alle zusammen im Schwimmbad, denn nächsten Freitag beginnt der Schwimmkurs der Kinder und die Wassergewöhnung war noch nicht allzu fortgeschritten. Danach durften aber natürlich die obligatorischen Schwimmbadpommes nicht fehlen. Wir kehrten danach also bei Burger King ein.

Der Mann (zu den Kindern): „Wir können aber nach dem Schwimmkurs nicht jedes Mal Burger essen gehen. Ihr habt ja jeden Freitag und jeden Samstag Kurs.“

Der Pinz: „Ok, dann gehen wir immer Freitags oder Samstags im Wechsel. Dann ist es ja nicht immer jedesmal.“

😂🙈

#wmdedgt

Im Internet – genauer gesagt bei Frau Brüllen – wird ja jeden 5. des Monats danach gefragt, was man denn eigentlich so den ganzen Tag machen würde. Und weil mich Frau Pia in ihrem Beitrag daran erinnerte, schreib ich unseren Tag heute auch mal auf.

Der Alltag hat uns ja schon wieder zurück und so verlies der Mann gegen 7 fluchtartig das Haus, um seine Bahn noch zu bekommen. Fluchtartig stimmt tatsächlich, denn das Schließen der Haustür lies unseren Sohn dann doch erwachen. Der Sohn wollte dem Papa eigentlich noch winken, aber da dieser (der Papa) bereits zur Haltestelle rannte, konnte der Prinz auch liegen bleiben. Das tat er auch. Zu meinem Leidwesen. Komme ich halt nicht vor 9 ins Büro. Tja.

Das Osterkind und ich setzten uns also schon mal an den Frühstückstisch. Sie schnorpste ihr Müsli, ich füllte die Brotdosen der Kinder für die Kita, kochte mir meinen „Kaffee zum Gehen“ und aß nebenbei meine obligatorischen Toasts, um bis zur Mittagspause durchzuhalten.

Halb acht wurde ich dann aber doch etwas nervös und komplimentierte den Sohn aus den Federn. Um acht wäre ich schon gern mit den Kindern an der Kita. Aber wie das so ist: Je häufiger man „wir müssen looohooos“ sagt, je langsamer werden die Bewegungen der Kinder.

8.16Uhr fuhr dann die Bahn, die ich eigentlich erreichen wollte, an mir vorbei. Die Kinder waren da natürlich schon in der Kita und ich habe etwas „me Time“ gewonnen. Nutzte ich direkt mal für soziale Kontakte und unterhielt mich mit einem Kita-Papa, der wie ich die Bahn nicht geschafft hatte.

Auf der Arbeit wurde dann gewuselt und ein kleines Video für die verschiedenen Social Media-Accounts gedreht. Dann war auch schon Feierabend, denn freitags geht der Prinz nun immer zur Logopädin. Heute entschied ich mich aber gegen das Auto und für den Fahrradanhänger. So lief ich (die Kinder ließen sich schieben und verputzten den Inhalt ihrer Brotdosen) zur Logo und sammelte fleißig Schritte auf meinem Schrittkonto. Als wir wieder zu Hause waren hatte ich mein Bewegungsziel jedenfalls schon verdoppelt. ;)

Am Ende des Tages habe ich laut meiner AppleWatch 16.424 Schritte getätigt. Das reicht, denke ich. Die Kinder liegen gemeinsam im Bett des Osterkindes und ich werde mich nun mit meinem Taunuskrimi ins Bett kuscheln. Da muss schließlich noch ein Mord aufgeklärt werden.

Jahresrückblick 2017

Nachdem ich auch in 2017 dieses Blog sträflich vernachlässigt habe (das muss sich ändern!), krame ich es aber dennoch wieder für einen Jahresrückblick hervor. Eben weil ich so leichter in der Vergangenheit kramen kann und ich daran erinnert werde, hier wieder öfter meine Gedanken nieder zu schreiben. Das ist auf jeden Fall schon mal ein guter Vorsatz für 2018!

Januar

Wir waren alle insgesamt fast vier Wochen krank. Immer ein anderer, manchmal überlappend. Mit richtig hohem Fieber und der Erkenntnis, dass auch ich Fieber nicht mehr so leicht wegstecke. Mit dem Jahreswechsel gab ich es ja auch auf, mir die Haare mit Shampoo zu waschen. Zuerst nahm ich nur Wasser, was mich aber bald an die Grenzen brachte.

Februar

Die Krankheit war immer noch nicht ganz ausgestanden. Im Februar erwischte es das Osterkind richtig fies. :( Wir fuhren zum Geburtstag des Neffen- und Patenkindes des Manns in die Nähe von Frankfurt. Dort beschloss ich aus „No-Poo“ jetzt „Waschen mit Lavaerde“ zu machen. Lavaerde zieht nämlich wenigstens das Fett aus den Haaren. Das einmal pro Woche waschen behielt ich aber bei. Und es macht meine Haare tatsächlich „besser“.

März

Der Mann packte die Kinder für vier Tage ein und ich hatte „strumfrei“. Seit mehr als vier Jahren lag ich daher das erstmal wieder in der Wanne. Eben, weil ich so die nötige Ruhe dafür hatte. <3 Dienstlich verbrachte ich einen sehr regnerischen und kalten Märztag auf dem ADAC-Trainingsgelände. Die Erinnerung fröstelt mich heute noch. Der Prinz bekommt ein größeres Fahrrad und gibt sein altes an die kleine Schwester weiter. Diese steigt auf und lernt quasi in 20 Minuten Radfahren. Am Ende feiern wir den Katzengeburtstag vom Osterkind.

April

Ich besuchte seit vier Jahren das erste Mal wieder ein Kino. Und nicht irgendein Kino, sondern das „ASTOR Grand Cinema“ – da kann man in der Loge die Füße hochlegen. Ostern verbrachten wir dann in meiner alten Heimat und zeigten den Kindern die Burgen „an der Saale hellem Strande“.

Mai

Anfang Mai ging es mal wieder nach Berlin auf die re:publica – bei der ich ein ziemlich cooles Meet“n’Greet hatte:

Ende Mai lernte ich dann noch für’s Leben: Nie, nie wieder werde ich an meinem Geburtstag arbeiten! Die Wahrscheinlichkeit mit ätzenden Kollegen in einem noch ätzenderen Meeting zu landen ist einfach zu groß und rechtfertigt jeden Urlaubstag.

Juni

Wir verbringen die ersten Junitage in Hamburg und verlieben uns spontan in die Stadt. Der Mann und ich gehen gemeinsam auf unser erstes Konzert (?) und genießen zudem einen kinderfreien Abend.

Juli

Den halben Monat haben die Kinder Kitaferien, weshalb auch wir Eltern nacheinander Urlaub haben. Die heißen Tage verbringen die Kinder und ich bei der Familie und liegen im Freibad rum. Es ist so, wie Ferien sein sollen: Keine Aufgaben, faulenzen, im Schwimmbad abhängen. :)

August

Der Großneffe kommt in die Schule und der Prinz schnuppert schon mal, wie es nächstes Jahr bei seiner Einschulungsparty werden könnte. Nach den Ferien ist er nämlich ganz offiziell ein Vorschulkind. Wir fahren noch einmal nach Hessen zur Familie, denn auch dort wird ein Kind eingeschult. Wir kommen aus dem Feiern quasi gar nicht mehr raus. Am Ende besuchen wir gemeinsam die MakerFaire und sind – wie immer – verblüfft, was sich Menschen so einfallen lassen.

September

Der Prinz und ich gehen zur Schuleingangsuntersuchung und bekommen schwarz auf weiß das „Go“. Mein Sohn  ist also nächstes Jahr ein Schulkind. Unser Jahresurlaub steht vor der Tür: Die erste Flugreise für die Kinder und den Mann. Wir genießen die freien Tage auf Mallorca und wollen am Liebsten gar nicht mehr weg. :)

Oktober

Das Ninjgo-Fieber ist nun auch bei uns angekommen. Daher schleichen wir morgens gern mal wie die Ninja zum Kindergarten. Natürlich stehen auch die jährlichen Laternenläufe an – ich muss also im Kindergarten meine Bastelkünste unter Beweis stellen. Und ähem naja, ich bekomme es ganz gut hin. Am Ende feiern wir eine Ninjagoparty, denn der Prinz wird 6.

November

Das spektakulärste im November war wahrscheinlich, dass ich mir eine Blase an den Finger gespitzt habe.

Dezember

Wir schalten im Dezember einen Gang zurück – die Kräfte sind tatsächlich irgendwie am Ende. Weihnachten verbringen wir mit einem Teil der Familie hier und besuchen den anderen am 1. Feiertag. Zwischen den Jahren faulenzen wir viel und gehen mit den Kindern schwimmen. Dort entdecken sie endlich ihre Liebe zu Wasser – dem Schwimmkurs steht also nichts mehr im Weg. Und damit war schon wieder ein Jahr vorbei und wir bereiten die Party mit unseren Freunden heute Abend vor.

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Kindermund

Die Kinder spielen im Schlafzimmer. „Wüten“ wäre wohl der richtige Ausdruck. Der Mann nutzt die Zeit, um die Küche aufzuräumen. Dann schaut er doch nach und entdeckt eine Kiste auf unserem Bett, die einen Lippenstiftfleck auf dem Bettlaken verdecken soll.

Papa: 😳 „Wer war das?“

Prinz: 👉🏻 (Osterkind)

Papa: „Woher ist der Lippenstift?“

Osterkind: 👜 (von Mama)

Prinz: „Ich hab ihr gesagt, sie soll das lieber nicht machen. Weil sie sonst Ärger bekommt.“

Papa zum Prinz: „Und warum hast du mich nicht geholt?“

Prinz: „Ich wollte nicht, dass du dich wieder aufregen musst.“

Welch eine Fürsorge. ❤️