Danke, AOK. Not. – Teil 2

Seit ich denken kann bin ich bei der AOK Sachsen-Anhalt versichert. Erst über meine Mutter, dann über die Halbwaisenrente selbst, als ich dann als Freie arbeitete versicherte ich mich freiwillig selbst dort und blieb auch, als ich angestellt wurde. Ich hatte nie viel Kontakt zu meiner Krankenkassen, denn sind wir mal ehrlich: Wenn man jung und weitgehenst gesund ist, braucht man das ja auch nicht.

Das ändert sich schnell, wenn man schwanger ist und/oder Kinder hat. Zuerst fragte ich nach, ob ich denn einen Zuschuss für einen eventuellen Schwangeren-Yoga-Kurs bekomme. Antwort: Wenn dieser von einer Hebamme und am besten noch in Sachsen-Anhalt durchgeführt wird, wär es möglich. (Wtf? Natürlich wollte ich den Kurs hier in Hannover, in einer Yoga-Schule machen.) Dann kam die Sache mit dem Prinz und dessen Entlassung aus der MHH. Und nun habe ich es tatsächlich gewagt, einen Antrag auf Fahrkostenrückerstattung für die Lieferung von Muttermilch während der 64 Tage, die der Prinz ohne mich in der MHH war, zu stellen. Aber von vorn.

Schon während der Prinz in der Klinik lag, fanden S. und ich heraus, dass man sich die Fahrtkosten in die Klinik erstatten lassen kann, wenn man Muttermilch (die ja der Ernährung des Kindes dient) dahin bringt. Das haben ich getan. Natürlich war ich primär nicht wegen der Muttermilch in der Klinik, aber ich war jeden Tag da und habe brav die Gläschen abgepumter Milch in der „Milchküche“ (so heißt das wirklich) abgegeben. Dadurch wurde mein Sohn durch Muttermilch und nicht mit Nestlé Beba ernährt. Das alles habe ich mir von der MHH auch noch einmal bestätigen lassen.

Während der Krankenhauszeit hatte ich keinen Nerv diesen Antrag zu stellen. Und auch als der Prinz nach Hause kam, waren erstmal tausend andere Sachen wichtiger. Irgendwann im Oktober erzählte mir aber S., dass sie den Antrag nun bei ihrer Krankenkasse gestellt und nur wenige Tage später eine stattliche Summe auf ihrem Konto hatte. Also dachte ich: Okay, versuch es. Unser Weg zur MHH war zwar kürzer und der Prinz lag auch einen Monat weniger im Krankenhaus, aber hey, was soll’s.

Ich rief also Anfang November bei der Hotline der AOK Sachsen-Anhalt an und fragte nach, was ich zu beachten habe. Man sagte mir, dass es keinen Vordruch o.ä. gäbe. Ich solle ein formloses Schreiben aufsetzen, die Bescheinigungen über die medizinische Notwendigkeit der MHH beilegen (das tat ich!) und noch eine Kopie aus dem Mutterpass machen, auf dem der errechnete Geburtstermin steht (das erschloss sich mir zwar nicht im geringsten, denn wäre mein Kind am ET, aber mit einer Krankheit geboren, die dazu geführt hätte, stationär betreut zu werden, hätte ich es ja auch mit Muttermilch ernähren müssen). Aber egal. All das, inkl. dem wirklich umfangreichen Schreiben, welches erklärt, warum ich den Antrag stelle, schickte ich am 7. November an die AOK Sachsen-Anhalt.

Anfang Dezember fand ich einen kleinen Betrag auf meinem Konto, welcher weit entfernt von dem war was S. bekam, aber eindeutig auf meinen Antrag auf Fahrkostenrückerstattung zurückzuführen war. Nach einem Anruf bei der Hotline und einem Gespräch mit der Fachabteilung erfuhr ich, dass ich noch ein Schreiben erhalten würde, was den Betrag erklärt. Die Rechnung, den die Dame am Telefon aufmachte, passte jedoch mit den knapp 40 Euro auf meinem Konto vorn und hinten nicht zusammen. Ich wartete also auf das Schreiben.

Dieses kam am 5. Dezember. Man hätte meinen Antrag erhalten, könnte aber keine Fahrkosten für den BESUCH eines Angehörigen im Krankenhaus erstatten. Sowas müsse man selbst tragen. Blabla. Aus KULANZ würde man mir aber zwei Fahrten pro Woche erstatten. Hallo? Ich habe niemals geschrieben, dass ich die Besuche bei meinem Sohn bezahlt haben will. Ich stellte den Antrag bewusst mit dem Fokus auf die Ernährung durch Muttermilch. Und diese Muttermilch ging nun mal mit mir nach Hause und der Prinz blieb in der MHH. Mal abgesehen davon, dass Känguruhen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Säuglings haben soll (Körperkontakt, Eltern-Kind-Bindung) und ich ohne die Möglichkeit, meinem Sohn beizustehen, wahrscheinlich eine ausgewachsene postnatale Depression bekommen hätte. Ich wüsste gern, ob die AOK diese (Mehr-) Kosten lieber getragen hätte…

Aber nein. Ich recherchierte vorher natürlich und auf vielen Frühchen-Websites wird immer wieder betont, dass die meisten Krankenkassen nur die Lieferung von Muttermilch gelten lassen. Also blieb ich dabei und schrieb einen Widerspruch. Warum Muttermilch und Känguruhen so wichtig sind, kann man bspw. hier nachlesen.

Kurz vor Weihnachten erhielt ich einen Brief, dass mein Widerspruch eingegangen ist, nun aber erstmal geprüft wird. Das kann dauern. Okay. Dachte ich mir schon.

Heute kam ein weiterer Brief. Ich solle doch nochmal das Schreiben der AOK vom 5. Dezember (in dem erklärt wird, dass mir aus Kulanz zwei Fahrten pro Woche gezahlt werden) kopieren und nachschicken. Man könne es nicht finden.

Und jetzt mal im Ernst: Wollen die mich verarschen?! Das ist doch einzig und allein eine Hinhalte-Taktik. Traurig, dass die ihre eigenen Schreiben nicht archivieren können. Ich kotze mal ne Runde im Strahl. (Und gehe dann wohl mal kopieren. Wenigstens gibts nen frankierten Rückumschlag.)

To be continued.

Ein Gedanke zu „Danke, AOK. Not. – Teil 2

  1. Das ist typisch…. Ich bin PTA und darf mich jeden Tag mit so nem Mist auseinandersetzen… Da helfen nur starke Nerven!!! Durchhalten!! :)

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