Das muss ein Ende haben.

Eigentlich habe ich keine guten Vorsätze, die ich an Silvester fasse und dann einen Monat später wieder verwerfe. Dieses Jahr ist das aber anders. Ich will mein Mama-Ich ändern. Grundlegend. Um nicht das Mama-Ich meiner Mutter zu werden. Das ich meine ganze Kindheit und darüber hinaus verabscheut habe und welches auch nicht ganz unschuldig daran ist, dass ihr Tod kein tragisches Trauerjahr in mir ausgelöst hat.

Ich habe Anfang 2016 beschlossen, die Kinder nicht mehr anzubrüllen. Auslöser war der erste Morgen, an dem es wieder zur Arbeit und für die Kinder in die Kita ging. Das Osterkind wollte sich – wie schon seit einiger Zeit – mal wieder nicht anziehen lassen. Sie trödelte, zoge ihr Frühstück in die Länge, um dann immer wieder vor mir wegzulaufen. Ich gehe dann immer einfach schon mal zur Tür, ziehe den Prinz und mich an und spätestens dann kommt sie und will dann doch mit. Es war mal wieder viel zu spät als sie sich entschloss, sich doch anziehen zu lassen. Und eigentlich war schon alles gegessen, als ich sie dann eben doch anschrie. Ich brüllte, dass mich dieses Hin und Her unmäßig nervt und sie – weinte. Natürlich. Kleine Ohren sind für Erwachsenengeschrei nicht gemacht. Wer weiß das besser als ich?! Sofort wurde mir klar, wie dämlich diese Reaktion gerade von mir war. Ich entschuldigte mich und dann sagte der Prinz einen sehr wahren Satz: „Du musst jetzt aber auch endlich mal lernen nicht mehr zu schreien.“ So wie wir die Kinder immer wieder darauf hinweisen, dass sie bestimmte Dinge langsam mal allein machen sollen/ müssen, so muss ich auch etwas lernen.

Direkt nach dem Brüllen tut es mir immer unendlich leid. Aber während mich die Kinder durch ihr Verhalten (was völlig okay, aber eben für mich unpassend ist) zur Weißglut treiben, spielen sich in meinem Kopf die Szenarien meiner Kindheit ab. Und da lernte ich nur: Zuerst wird geschrien. Dann wird geschlagen. Und so kommt es, dass ich ab einem bestimmten Grad meiner Gereiztheit den Kindern in meinem Kopf eine Ohrfeige gebe. Spätestens dann werde ich „wach“, verlasse den Raum und schäme mich für mich selbst. Und deshalb muss das jetzt ein Ende haben. Ich will nicht so werden wie meine Mutter. Nicht in dieser Beziehung.

Ich rede immer noch laut und deutlich mit den Kindern, wenn mir etwas nicht passt. Sie müssen schließlich auch lernen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse und Vorstellungen haben. Aber ich schreie nicht mehr. Das muss jetzt ein Ende haben. Denn wenn ich eins schon immer wusste: Ich will niemals so werden wie meine Mutter. Und ich will nicht, dass meine Kinder sowas später auch sagen.

2 Gedanken zu „Das muss ein Ende haben.

  1. Probier mal Neurodoron von Weleda oder die neuen Roll Ons von der Bahnhofapotheke. Wir haben „Zappelphilip“ und „Luftikus“ für die Kinder und „Gelassenheit“ trage ich gerne auf sobald ich.merke das Stress in der Luft liegt. Man spürt die Wirkung sofort.. Grüßlies 🙋

  2. Hallo, schau doch mal auf die Links der Facebookseite „Positive Parenting: Toddlers and Beyond“. Mir hilft es, ab und an dort zu lesen – sind echt viele wertvolle Tips dabei, um viele Dinge entspannter zu sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme zu.