„Kleine Kinder haut man nicht.“

Heute hat Susanne von geborgen wachsen diesen Link geteilt. Und seitdem grummelt es in meinem Bauch und ich überlege, was ich im diesem Moment gesagt oder auch nicht gesagt hätte.

Vielleicht wäre das meine Antwort:

„Ich verstehe Sie! Ich verstehe Sie so gut! Auch ich habe zwei Kinder und weiß daher, wie es ist, wenn die Nerven blank liegen. Wenn man scheinbar keinen Ausweg mehr sieht. Manchmal, wenn ich so richtig genervt bin und die Kinder dann ’nicht funktionieren‘ denke ich auch daran: Eine Ohrfeige und es ist Ruhe.

Denn leider habe ich keine anderen Problemlösungsstrategien gelernt. Auch mir wurde eine Ohrfeige verpasst, wenn ich nicht funktioniert habe. Oder ich wurde mit einer Jeans (inkl. Gürtel) ‚verwackelt‘, als ich mit einer 4 in Deutsch nach Hause kam. Deshalb ist es das einzige, was mir einfällt, wenn eins meiner Kinder nur noch brüllt und nicht das macht, was ich mir wünsche. Klatsch! Ruhe! Dann hast du einen Grund zum Heulen.

Ich habe es jedoch nie getan. Ich brülle. Daran arbeite ich noch. Aber schlagen, nein. In Gedanken spielen sich die Szenen meiner Kinderheit ab: Ich hebe die Hand und ohrfeige mein Kind. Dann erschrecke ich, denn den Schmerz, den spüre ich noch wie heute. Deshalb tue ich es nicht. Und schäme mich dafür, dass ich es auch nur in Gedanken in Erwägung zog. Ich lerne gerade Probleme anders zu lösen. Vielleicht ist das dieses ‚Man lernt nie aus‘. Denn eins habe ich als Kind verinnerlicht: Respekt hatte ich nur vor dem nicht-schlagenden Elternteil. Vor dem, der nicht müde wurde zu betonen: ‚Kleine Kinder haut man nicht!'“

3 Gedanken zu „„Kleine Kinder haut man nicht.“

  1. Hi Du. Ich hab den zitierten Blogpost geschrieben.

    Es tut mir so leid, was Dir geschehen ist. Und ich wünschte, ich hätte so einfühlende Worte wie die von Dir formulierten parat gehabt. Das ist es nämlich, was wahrscheinlich am besten funktioniert – auf die Jetzt-Situation dieser Eltern eingehen.

    Das ist vermutlich ein Talent, welches ich nicht habe, denn ich war in erster Linie unfassbar zornig.

    Danke für Deinen Bericht, der zieht Kreise in meinem Kopf.

  2. Hi,

    und danke für deine lieben Worte. Auch dein Text drehte in meinem Kopf Runden. Ich weiß nicht, ob ich in der Situation selbst solche Worte gefunden hätte. Und wenn ja, ob ich mich getraut hätte, irgendwas zu sagen. Wohl eher nicht.

    Auch mich macht sowas zornig und ich bin dann kurz davor die Leute anzupöbeln. ;) Und ich formulierte auch erst ganz andere Sachen, aber dann sah ich mich an dem Punkt und tja, ich kann dann auch erst nicht aus meiner Haut. Aber ich arbeite dran und reiße mich zusammen. Wenn ich ein Ziel im Leben habe, dann: Ich werde nicht wie meine Mutter! (Das sage ich mir seit ich denken kann.)

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