Kiel- Oslo- Kiel

„Youth Media Convention 2005: Fuß fassen!“

Tja, ist gar nicht so leicht Fuß zu fassen. Auf einer Fähre bei einer stürmischen Überfahrt oder: im Journalismus. Stürmisch ist es ja auch dort und so wie es aussieht wird es auch nicht wirklich besser. Genau darum ging es auf der diesjährigen „YMC“, aber beginnen wir beim Anfang…

Die Anreise: Mit dem Bus für 9 Euro von Frankfurt nach Hamburg, da kann man sich auch schon mal die zweite schlaflose Nacht gefallen lassen. Von Hamburg ging es dann mit dem Länderticket nach Kiel und hier hatten wir einen ziemlich genauen Vorgeschmack von dem, was uns auf der Fähre erwarten würde: Total eingebildete, elitäre „Super- Journalisten“. Toll, die ganzen Gespräche über die speziellen und ganz wunderbaren Studiengänge anhören zu müssen. Wir sind auch… na ja, sagen wir zumindest definitiv einzigartig!

Tag 1 oder: Was ist nochmal Plan B?

Es war deprimierend und ich bin jetzt definitiv desillusioniert. Journalist zu sein ist leicht, es auch zu bleiben nicht. Entweder ich lese 300 Tageszeitungen zu wenig, hab viel zu wenig Praktika (und wenn nicht, dann sind es die Falschen) oder einfach nur nicht soviel Talent, wie all die Überflieger neben mir.

Jetzt weiß ich: Volontariat beim NDR ist sau schwer zu bekommen, wird aber gut bezahlt. Die Nürnberger Nachrichten sind da schon nicht ganz so anspruchsvoll, aber deshalb geh ich ja jetzt nicht nach Nürnberg. Die Bild- Zeitung könnte auch ganz interessant sein, wenn ich es schaffe „den Leser da abzuholen, wo er steht“ (O- Ton Hans Vehlewald, Chefrdakteur Ressort Politik, Bild).

Tag 2

Oslo- sehr schöne Stadt, auch wenn die Organisation nicht wirklich der Knaller war. Eigentlich wollten wir mit auf die Stadtrundfahrt, waren aber beim Einchecken in Kiel zu spät dran und das vorherige Fax war plötzlich egal. Also ging es mit dem Bus in die Stadt und die Führung haben wir uns dann selbst gemacht. War ziemlich gut und ja, ich war auch im „H & M“. 😉 Zurück an Bord haben wir dann etwas über den Bewerbungstest der „Henri Nannen Schule“ gelernt. Und es bleibt mir nur Sokrates zu zitieren: „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ Da war das Streitgespräch „PR und Journalismus“ viiieeellll interessanter. Jetzt weiß ich, wie man sich als Journalist bestechen lassen kann. Gut finde ich es trotzdem nicht und es ist eine Sauerei, was da so abgeht. Ein englischer Auslandskorresponten hat uns dann noch was über seinen Job erzählt und ich bin kein Mensch dafür. Plan B kann das also auch nicht sein…

Was ich mit nach Hause genommen habe:

Ein Journalistikstudium ist nicht gerade das „Non plus Ultra“, aber wenigstens habe ich „nichts falsch gemacht“ (Otfried Krüer-Bürgermann, NDR). Aber was noch wichtiger ist: Nemos kleine Freunde, die Flusskrebse, schmecken ziemlich lecker. 😉

Na dann, Fuß fassen oder Plan B: Schaffner werden.

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