Grosse Erwartungen

Wer der Meinung ist, durch Weblogs sei eine neue Form der demokratischen Kontrolle geboren worden, hat sich geschnitten. „Politische Weblogs können zwar Einfluss auf die Politik ausüben, meist folgen die Blogger aber den gängigen Meinungen der herkömmlichen Massenmedien oder denen der Politiker.“ Das berichtet zumindest computerwelt.at am 17. Mai 2005 und bezieht sich hierbei auf die Studie von Pew Internet & American Life Project (PIP) und Buzz Metrics.

Blogger folgen also dem Mainstream und äußern sehr subjektive Kritik. Zwar hat die Blogosphäre einen gewissen Einfluss auf die Meinungen der Leser, aber eine Konkurrenz zu den anderen Massenmedien bildet das nicht. Ist ja auch nicht schlimm, oder? Wer sagt denn, dass ein Blog politische Macht kontrollieren soll? Machen Zeitungen das denn?

Im Großen und Ganzen geht es doch nur um Selbstdarstellung und wenn ich ein politisches Blog betreibe, kann ich doch meine Meinung schreiben. Klar, die ist von anderen Massenmedien geprägt und spiegelt diese also wieder. Und wenn ich dann schreibe „Bush ist doof“, dann macht mich das zu einem von Tausenden „Bush- Hassern“ und nicht zu einem Instrument des gegnerischen Wahlkampfes. Der Blogger kann also die Meinung seiner Leser beeinflussen, aber sind wir doch mal ehrlich: Wer nimmt schon blind eine einzige Meinung an? Und hier kommt der Vorteil der Blogosphäre zum Tragen: Es darf/ muss/ soll diskutiert werden und das geht durch die anderen Massenmedien nur schwer.

Vielleicht sollten Blogs erst einmal Einfluss auf die Gesellschaft nehmen und soziale Probleme aufdecken, bevor sie sich in den politischen Kampf stürzen. „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ und blogge, womit du dich auskennst!

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