Leben zwischen den Klicks

Wenn man Online- Journalismus studiert muss man ja zu einem Teil auch online leben und wenn ich das nicht schon vor dem Studium getan hätte, wäre ich wohl kaum in Dieburg gelandet. Dabei habe ich gar nicht gemerkt, wie krass sich das äußern kann…

Gestern hatten wir unsere letzte Sitzung „Weblogs“ und als krönenden Abschluss hat Thomas eine der ersten Bloggerinnen, (und Blogger) Andrea Diener, ins Boot geholt.

Blogger sind Langweiler

Als Thomas sagte, eine Bloggerin würde uns beehren hatte ich sofort ein Bild im Kopf: Das ist bestimmt so eine Brillenträgerin mit Zahnspange und langweiligen Klamotten… Ich weiß nicht, warum, bin ja selbst eine und denke, dass dieses Bild alles andere als auf mich zutrifft. Ich dachte, diese Andrea Diener kann ja nur langweilig und völlig vereinsamt sein. So ein Bild hat man ja gern von Internet- Junkies. Aber als sie dann vor uns stand und mit ihrer witzigen und offenen Art über bloggen, „Chicken run“ und Bücher (Wer mich kennt, weiß, dass sie mich spätestens jetzt von sich überzeugt hat.) sprach, wusste ich, dass ich mich gründlich getäuscht hatte…

Irgendwann kam dann die Frage, wann sie denn am Häufigsten bloggen würde. „Vormittags,“ antwortete die junge Frau. Und was dann folgte bewegte mich zum Nachdenken: Mit ihrem 56k- Modem (!) würde sie nur vormittags surfen und nach 18 Uhr eh keine Mails mehr abrufen. Wow! Das nenne ich mal Disziplin. Ich bin nämlich jemand, der morgens als erstes den Laptop hochfährt. Dann ab ins Bad, Kaffee kochen und jetzt los: Mails abrufen, Feedreader (Ja, ich hab sowas und ich bin stolz drauf.) checken und News lesen. Das ist dann aber nicht alles, denn meine Mails rufe ich dann im Fünf- Minuten- Takt automatisch ab. Der Rechner wird dann auch erst runtergefahren, wenn absehbar ist, dass ich in den nächsten zwei Stunden nicht zu Hause sein werde. Bei meinen Eltern mache ich den Laptop direkt im Bett an…

Ich fürchte, ich leb online

Andrea sprach davon, wie arm es doch ist, nur vor dem Rechner zu hängen und sie hat recht! Normalerweise lese ich Bücher, Zeitschriften und schreibe (ganz traditionell) Tagebuch. Aber seit die Versuchung in Form von Tassilo (Ja, mein Laptop hat einen Namen.) hier rum steht, hat das alles abgenommen. Ich habe Freunde. Viele sogar. Ich gehe auch gern und oft weg, aber doch checke ich auch drei Uhr nachts (wenn ich vom Tanzen nach Hause komme) meine Mails.

So kann es nicht weiter gehen. Ich gelobe Besserung, mache mich fertig und gehe zum Max Herre- Konzert.

Bis morgen, wenn ich wieder online bin. 😉

PS: Hier könnt ihr eine Zusammenfassung des Gesprächs mit Andrea nachlesen.

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