Er, sie, es… alles Deutschland!

Ich bin Deutschland und das ist auch gut so! So oder so ähnlich muss wohl die Antwort auf die Werbekampagne „Du bist Deutschland“ lauten. Doch wer sich dazu bekennt wird, wie immer in unserem Land, belächelt und kritisiert. Stolz auf Deutschland? Wieso das denn?

Mittlerweile kennt sie jeder, die Werbekampagne „Du bist Deutschland“. Seit Sommer flimmert der zweiminütige Werbespot über Fernsehbildschirme und Kinoleinwände, sehen wir die Plakate an Straßenecken und lachen uns die beteiligen Prominenten aus Zeitungen entgegen. Das Ziel der Kampagne ist klar: Mut machen, Optimismus verbreiten. Deutschland aus dem dunklen Schleier befreien.

Meckern, Motzen, Mosern

Eigentlich ist es ja traurig: Jetzt müssen in unserem Land schon 37 Mio. Euro ausgeben werden, um den Menschen zu zeigen, wer sie sind und wohin sie gehören. Hier, wo nicht einmal „Besser- Wessi“ und „Zonen- Gabi“ einstimmig bekunden aus einem Land zu stammen, müssen uns Prominente Mut machen. Doch anstatt einmal auf die Worte zu hören und die, ich gebe es ja zu, etwas ungelungene Umsetzung zu ignorieren, widmen sich die Deutschen wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung. Sie meckern, motzen und mosern. Es wird der Schmetterling kritisiert, der dank Redensart Kathrina und Wilma zu verantworten hat oder man erinnert sich an Goebbels und seine Kampagne. Tut man in Deutschland ja eh ständig. Hier wird doch alles, was auch nur im Entferntesten mit Nationalstolz zu tun hat, mit Hitler und Co. verglichen. Sobald man jedoch versucht, positives über das „Land der Dichter und Denker“ zu sagen, wird sofort die „Alles Scheiße…!“- Stimmung ausgepackt. Positiv ist hier gar nichts und gut wird’s eh nie mehr.

Am besten wir sumpfen uns ein

Gemeckert wird viel, aber ändern will niemand etwas. Einer allein kann ja eh nichts schaffen. Keiner hört auf die Botschaft, sondern kritisiert die Umstände. Klar, haben wir in Deutschland ernste Probleme. PISA, Hartz IV und Co. machen das Leben nicht leichter. Aber darauf zielt die Kampagne ja auch gar nicht. In keinem Satz wird behauptet, dass sich mit ein bisschen Optimismus alle Probleme in Luft auflösen. Aber anstatt demotiviert vor dem Fernseher zu sitzen und mit seinem Leben unzufrieden zu sein, sollten wir Deutschen auf die Straße gehen und aktiv werden. Gut, auch dann werden keine Arbeitsplätze aus dem Boden sprießen, aber vielleicht kann der Egoismus und ewige Pessimismus etwas eingegrenzt werden. Und wenn dann nicht nur jeder Fünfte Deutsche mit seinem Leben zufrieden ist, ist ein Meilenstein erreicht.

Eins haben die Werbeleute jedoch geschafft: Die Kampagne ist in aller Munde. Hoffen wir, dass Deutschland endlich über die Aussagen nachdenkt und nicht pauschal verabscheut. Und wer dann nicht mehr Deutschland sein will, soll doch seine Koffer packen!

[Unsere Aufgaben für die Textwerkstatt morgen: Schreibe einen Kommentar zu „Du bist Deutschland“. Mal sehen, wie die Diskussion morgen wird, Kommilitonen sind schließlich anderer Meinung . ;)]

4 thoughts on “Er, sie, es… alles Deutschland!

  1. Wie soll man den bitte schön stolz auf unser Land sein, wenn man sich nur ein bisschen mit Geschichte auskennt. Wie soll man stolz sein auf das Land, dass den Krieg gegen die Juden angezettelt hat und ca. 6 Millionen Juden getötet hat? Naja ich bin erst 14 und weiß schon ( durch die Schule ), was damals ablief.

  2. REPLY:
    Offensichtlich weißt du es nicht. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht – und wenn man keine Ahnung hat … aber wir kennen ja alle Dieter Nuhr.

    Wenn du ernsthaft der Meinung bist, Deutschland hätte den Krieg gegen die Juden angezettelt, solltest du mal ein paar JAHRHUNDERTE zurück gehen und dir anschauen, WANN die Judenverfolgung wirklich begann und vor allem, wieviele Länder „mitgemacht“ haben.

    Das nur zu dieser dämlichen Volksschuld.

    Dann noch was: Wieviele Menschen kennst du, die im Krieg waren und Leute getötet haben, Juden verfolgt und vergast haben oder die damals das Hitler-Regime unterstützt haben? Leben da noch welche? Deine Urgroßeltern vielleicht? Für den Rest gilt – SIE sind Deutschland und haben nichts mit diesem Krieg zu tun. Man soll ihn nicht vergessen, aber wer sich HEUTE noch schuldig oder schlecht wegen etwas fühlt, das zwei Generationen zurück liegt, der hat arge Realitätsprobleme.

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