Dancing…Dirty

Sechs Freundinnen müsst ihr sein, dachten sich die jungen Mädels und reisten aus der ganzen Bundesrepublik nach Erfurt. Seit einem halben Jahr freuten sie sich auf diesen Abend, denn man wollte die alte Zeit neu aufleben lassen. Die Mädels kannten sich schon ihr halbes Leben (manche auch schon länger), aber durch das Studium verstreuten sie sich in den Norden, Osten, Süden und Westen. Aber am 3. Januar 2007 wollten sie etwas gemeinsam tun. Keine Jungs, keine Eltern, ein Mädelsabend wie er im Buche steht.

Wie könnte man das besser verpacken, als einen Film zu wählen, der alle sechs mehr oder weniger beeinflusst hat. Man wollte sich Dirty Dancing ansehen, aber diesmal als Musical. Natürlich waren die Mädchen skeptisch, denn eigentlich spielen die ja in Hamburg. Aber nein „die gehen auf Promotour“ (O-Ton Touristeninfo EF). Drei Monate später war es nicht mehr das „Original auf Promotour“, aber immerhin die Kopie mit ORIGINAL Songs. Egal, selbst wenn es nicht 100%ig das Original ist, es wird seinen Zweck erfüllen.

Gestern war es dann nicht mal eine Kopie. Also ein bisschen schon, aber eine schlechte. Das Ganze wurde unter dem Titel „Dancing Fever“ (wobei auf der Karte „Dancing Dirty“ steht!!) verkauft. Die Story war geklaut, aber schlecht: Mädchen (Jenny) verliebt sich in Tanzidol (Toni). Dieser soll abgeschoben werden, weil – und hier kommt der politische Aspekt der irgendwie gar nicht passt – auf der Insel (keiner weiß welche) Ausländer nicht gern gesehen werden. Papi (macht ziemlich witzige, aber auch dünne Sprüche) besorgt das Visum, damit Tochter dann beim „Dirty Dance Contest 1968“ doch nicht mit dem Spacken, sondern mit dem Schatzi tanzen und gewinnen kann.

Wär ja alles nicht so schlimm gewesen. Aber erstens: Man kann DD nicht kopieren und den Film dann im Stück dumm machen. Und zweitens: Die Schauspieler spielten extrem übertrieben. Wie schlechte Schauspieler in G*Z*S*Z. Die Zugabe bestand dann aus den „original DD-Songs“ – „I’ve had the time of my life“ und „Do you love me“.

Etwas enttäuscht und um eine nicht unerhebliche Summe ärmer bewegten sich die Mädels in die nächste Cocktail-Bar. Musste auch mal wieder sein. Nett war es trotzdem, auch wenn die Mädels nicht mehr die „alten“ sind. Verändert haben sie sich – aber das ist ja nicht unbedingt schlecht.

One thought on “Dancing…Dirty

  1. Na, da hatte der Veranstalter wohl keine Lust, die ganze Sache abzublasen, nachdem ihm abgesagt worden ist. Nett ist das nicht.
    Aber solange die Cocktail-Bar wenigstens Spaß gemacht hat…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit nehme ich die Datenschutzbedingungen dieses Blogs an.