„Mit 17 hat man noch Träume“

Am Freitag war ich auf einem 18ten Geburtstag. Es war toll, aber doch etwas befremdlich. Mein 18ter Geburtstag ist jetzt fast fünf Jahre her und deshalb kam ich mir auch am Freitag unweigerlich ziemlich alt vor.

Nun kam es, dass M. und ich anfingen in unserer Vergangenheit zu stöbern. Was hast du eigentlich an deinem 18ten gemacht? Und plötzlich, ganz langsam kamen sie wieder, die Erinnerungen ans Frühjahr 2002.

Damals im April (und das klingt jetzt wirklich verdammt lang her) machte ich gerade meinen Führerschein. Die theoretische Prüfung bestand ich im März, im April folgten die Fahrstunden und am 5. Mai dann die praktische Prüfung. Man, ist das lang her. Ich kann mich aber noch genau an die „tollen Tipps“ der erfahrenen Autofahrer erinnern und an die Sprüche à la „Jetzt pflanzen wir die Gummibäume“.

Um diese Zeit hatte ich meinen ersten richtig großen Liebeskummer. Ich schlug mich in der Schule mit Mathe und Physik als Leistungskurs rum. In Deutsch laßen wir gerade „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind. Damals verbrachte ich noch verdammt viel Zeit in Chatrooms, wo ich aber auch viele nette Leute kennenlernte. Ich konnte es kaum erwarten das Abi in der Tasche zu haben und auszuziehen.

An meinem eigentlichen Geburtstag musste ich zur Schule, denn es war ein Freitag. Meinen Führerschein hatte ich ja schon Anfang Mai bestanden, leider habe ich erst Ende Mai Geburtstag. Der liebe G. holte also morgens (er hatte 2 Freistunden, ich musste zu Ethik) mein Auto (Ja, das stand schon auf unserem Hof) und nach Geschichte schwänzten wir Deutsch und fuhren zur Führerscheinstelle. Zurück musste ich dann fahren und echt mal: Benziner fahren sich echt Scheiße. So ganz am Anfang.

Danach bin ich dann gleich nach Hause. Ein Bekannter aus dem Chat war zu Besuch und am Abend sollten ja meine Freunde zum Feiern kommen. Ich bekam einen riesigen Strauß Blumen per Fleurop und ein Päckchen mit Kleinigkeiten von P., den ich auch nur aus dem Chat kannte. (Im Nachhinein muss ich sagen, der Kontakt hätte nie, nie abreißen dürfen.) Ich bekam ein Auto-Starter-Set (mit lauter Kleinigkeiten, `nem Verbandskasten und einem Organspendeausweis) von meinen Freunden. Dazu einen Kanister mit Sangria, damit ich immer was zum Nachtanken hatte. 😉 Wir feierten in unserem Garten. Das war auch die Zeit, in der mein Freundeskreis aus vielen verschiedenen Schichten bestand, die eigentlich nichts mit einander zu tun hatten.

Es war eine schöne Zeit. Ich bereue nichts von damals. Aber dennoch möchte ich nicht mehr zurück. Und genau da sind M. und ich uns auch einig: Jede Zeit ist toll. Aber vorbei ist vorbei.

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