Eigentlich…, aber.

Eigentlich sollte dieser Eintrag „Motivationsschub“ heißen. Eigentlich wollte ich darüber schreiben, dass eine Frau nichts mehr motiviert ins Fitnessstudio zu gehen als der Satz „Mmmhh, man sieht dir eindeutig an, dass es dir sehr gut geht.“ oder „Du hast aber auch zugelegt, siehst deiner Mutter immer ähnlicher.“ Und ich wollte darüber schreiben, dass ich gestern im Killer war. Und das ich dank dieser Sprüche, die ich am Wochenende von meiner Familie zu hören bekam (und ich bekomme diese Sachen schon seit ich denken kann von meiner Familie zu hören), einige Nächte wach lag und mir überlegt habe, was ich den ganzen Tag über gegessen habe. Und das ich immer wieder den Gedanken hatte, dass ich das hätte auch lassen können. Schließlich kann sich mein Körper erstmal von seinen Reserven am Leben erhalten.

Aufgrund dessen war ich gestern im Killer. Und ja, es tat gut. Und ja, ich machte mir auch während des Trainings Gedanken, was ich denn heute schon gegessen hatte. Ich spielte sogar mit dem Gedanken hier in dieses Blog „Ich fahre erst wieder nach Hause, wenn ich 40 Kilo wiege und werde bis dahin nur noch diese Naturreiswaffeln essen und stilles Wasser trinken.“ zu schreiben. Natürlich weiß ich, dass meine Hüften und das Drumherum zugelegt haben. Da brauch ich nicht noch meine Familie, damit sie es kommentieren. Besonders, wenn der Körper eines der beiden auch eher überproportioniert ist. Solche Sprüche gehen eben nicht an mir vorbei. Und daran ist auch die Tatsache, das ich ein eher dickes Kind war und mir das von der Familie immer wieder gesagt wurde, mit Schuld. Also danke dafür.

Und dann kam das ABER. Aber, denn ich bin nicht zu dick! Gut, meine Hüften und mein Bauch sind breiter als noch vor einem Jahr. Und auch die Waage zeigt 5 Kilo mehr als damals, aber hallo: Ihr (und damit meine ich mein Bruderherz und M²) ihr tut ja so, als wäre ich explosionsartig in die Breite geschossen. Als müsste ich mein Hinterteil beim Einwohnermeldeamt angeben und als verdiene mein Bauch eine eigene Postleitzahl!! So ist es aber nicht. Ich kann jetzt verstehen, warum Essstörungen, Magersucht und Bulimie keinesfalls eine Randerscheinung sind. Und ja, ich habe daran gedacht das Essen komplett aufzugeben. Zumindest bis die Kilos wieder runter sind. Aber fängt es da nicht schon an?

Als ich im Killer war, saß dann so ein Mädel auf dem Trainingsgerät neben mir. Ich schätze, sie ist im meinem Alter. Ihre Ärmchen (und das kann ich getrost schreiben, denn Arme sehen anders aus) waren so dünn, von ihren Beinchen will ich gar nicht reden. Jetzt versteh ich auch, warum es Hosen in Größe Null auf dem Markt gibt. Sie muss ja auch was zum anziehen haben. Und da fiel mir ein, dass ich das ganz und gar nicht schön finde. Und ich bin froh, dass mich meine Mutter so erzogen hat, dass ich diesen Sprüchen selbstbewußt entgegnen kann. Egal, was mein Bruder und M² sagen. Ich esse viel zu gern, als daass ich es aufgeben wöllte. Und solange ich die 180 Kilo auf meine 1,68 m nicht überschritten habe rate ich euch eins: „Einfach mal die Fresse halten!“

10 thoughts on “Eigentlich…, aber.

  1. Ja, da hast du alles gut aufs Papier..äh den Blog gebracht. Bin total deinetr Ansicht, beruflich hatte ich viel mit Magersucht und Bulimie zu tun und ja, es kann genau in dem Moment beginnen. Also schreib nur weiter solche coolen Texte. Gruss aus der Schweiz.

  2. muhahaha… da haste es uns aber gegeben. 😉 soll ich mich jetzt schämen? ausserdem war das nur eine feststellung. aber egal. von mir aus kannst du so viel futtern wie du willst, is doch eh deine sache.

  3. Für solche Sprüche sind Freunde da, wer soll sie dir sonst sagen? Das bedeutet ja nicht dass man sofort mit dem Essen aufhören soll (btw. schaffst das eh net :D), sondern das man sich das ganze mal durch den Kopf gehen lässt und schaut ob da vielleicht was dran ist.

    Ist genauso falsch den Leuten zu sagen sie dürfen sich nicht über deine Figur äußern, weil dann kriegst es nie mit falls du vielleicht wirklich mal ins Extrem in die eine oder andere Richtung rutscht.

  4. Da hast du recht, aber trotzdem kann man auf die Wortwahl achten… Und als letzten Anhaltspunkt habe ich ja noch meine Klamotten. An Jeans kann man auch gut feststellen, ob man zugenommen hat.

  5. hm, kA, ich kauf mir ja lange net so oft klamotten wie ihr, aber die 3 jeans die ich habe haben alle unterschiedliche größen und passen „gleich“. anderer hersteller, anderer schnitt, und schon is wieder andere größe passend 😀

  6. also ganz ehrlich, freunde hin oder her… aber so einen spruch, kann man sich doch verkneifen. es trifft. meine mom macht das auch hin und wieder. sie macht das nett, und belustigend. trotzdem könnt ich sie ****** wenn sie das tut. als ob 52 kilo auf 1,65 viel wären. da macht die ein theater drum… blöd, echt. ich weiß also, was du meinst.

  7. ich kenne mich mit falschem Schönheitswahn aus, v.a. bin ich bei ner Website mit eingetragen, die uns Mädels rießig aufbauen soll. Ist klasse, v.a. für Essgestörte wie mich. Aber auch jedes Mädchen das mal nicht ganz zufrieden mit sich ist, sollte sich das anschauen: http://www.love-u-feel-free.de/
    Ich hab das hier als bluimie-blog gefunden, ist aber ja wohl nicht richtig oder gibts doch Betroffene? Naja, braucht sich hier dann keine outen, wenn ich da falsch bin 🙁
    Liebe Grüße

  8. Hallo Kira,

    danke für den Link. Aber ein Bulimie-Blog ist das hier wirklich nicht. Also ich bin alles andere als bulimisch… Ich schreibe ja eigentlich auch nie über das Thema, weil es mich primär halt nicht betrifft. Ich danke dir trotzdem nochmal und wünsche alles Gute.

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