Wahre Worte

Sieben Jahre kennen wir uns jetzt schon. Sieben Jahre, in denen wir uns mehr oder weniger erfolgreich eingeredet haben „gute“ Freunde zu sein. Heute, jetzt, kann ich sagen, dass wir das „gute“ hätten gegen ein „mittelprächtiges“ ersetzen sollen. Ich konnte schon immer über alles mit dir reden. Aber etwas blieb immer unausgesprochen. Wie ein Schatten, der über uns hing, gerade weil mein Herz an dir hing.

Wenn wir uns sahen, dann war diese vertraute Stimmung im Raum. Menschen, die uns noch nicht so gut kannten, beneideten uns darum. Unsere Freunde haben uns durchschaut – deine wie meine. Wir brachen uns gegenseitig das Herz und doch sind sie nie wirklich von einander los gekommen. Da ich jetzt nur von mir sprechen kann muss ich auch zugeben, dass es gerade in den letzten Jahren eher mein Herz war, was sich an deinem festgekrallt hatte. Das tat weh. Und doch bereue ich nichts.

Mein Herz schlägt gerade ganz schnell. Das kann daran liegen, dass ich gestern feiern war, das ich bis jetzt nicht wirklich geschlafen habe oder es liegt an diesem Gespräch. Denn gerade schaffen wir es das erste Mal ein richtiges Gespräch zu führen. Nicht wirklich persönlich, aber endlich habe ich das Gefühl, dass dieser Schatten über unseren Köpfen verschwunden ist. All die Dinge, die immer unausgesprochen blieben, weil ich eben doch noch mit etwas rechnete, was nicht kommt, sind weg. Da sind keine Vorwürfe, keine enttäuschten Hoffnungen. Endlich hat auch das letzte, winzige Zipfelchen in mir verstanden, dass das mit uns nix wird. Weil es nichts werden sollte.

Und was übrig bleibt ist Freundschaft. So eine, die an dem ganzen Schmerz gewachsen und nicht zerbrochen ist. Nenn mich ruhig naiv, so wie es meine Freunde jetzt tun werden, aber ich denke wirklich: Das ist es, was aus uns werden sollte. Und endlich, nach sieben Jahren, verstehe ich es. Und ich bin dankbar. Denn irgendwie verstehen wir uns ohne Worte- keine Ahnung, warum das gerade bei uns so ist. Ich weiß ja nicht mal, ob das die richtige Formulierung ist. Wohl nicht. Aber dafür danke ich dir. Für die wahren Worte und dafür, dass es so sein wird wie früher, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Oder besser.

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