Der Fuchs im Zweierland

Dazu fällt mir eine kleine Anekdote aus meiner Schulzeit ein, die mir einmal mehr beweist, dass ich mehr hätte wissen können, wenn es das Zahlenland auch schon zu meiner Kindergartenzeit gegeben hätte.

Es war einmal vor langer, langer Zeit, als ich noch in die 13te Klasse des Gymnasiums ging. Ich hatte das Abi schon einmal nicht bestanden und saß ein weiteres Jahr die Zeit im Bio-Grundkurs ab. Da meine Leistungskurse Mathe und Physik waren, brauchte ich nicht eine einzige Halbjahresnote aus Bio. Ich musste jedoch hingehen. [Was ich übrigens auch heute noch für reine Zeitverschwendung halte, die Zeit hätte ich gerade in der Vorbereitungsphase auf die Prüfungen effektiver nutzen können.] Das ist jetzt aber erst einmal nebensächlich.

Ich hatte also Bio und musste deshalb auch die Klausuren mitschreiben. Die Noten waren mir dabei jedoch egal – ich wollte nur nicht unter fünf Punkte kommen. Ich lernte also nicht wirklich für die Arbeiten. Was nicht im Unterricht oder beim Durchlesen meiner Aufzeichnungen hängen blieb, das wußte ich einfach nicht. So einfach war das. Nun kam es zu dem Tag, an dem wir eine dieser Bio-Klausuren zurück bekamen. Es ging um Populationen und wie sich deren Entwicklungen auf andere Tierpopulationen auswirken. In der Aufgabe stand etwas von Mäusen und Mäusebussarden. Bis dahin konnte ich folgen. Dann kamen noch Füchse hinzu und ich bastelte mit mein kleines Feld-Wald-Szenario zusammen.

An besagtem Tag stand dann mein Bio-Lehrer, den ich in seiner Art und Kompentenz heute noch schätze, vor der Klasse und sagte:

„Wie erklären Sie mir, Frau Wendel, dass Füchse Mäusebussarde fressen?“

Darauf ich:

„Naja, ich dachte, so eine Maus ist viel zu klein, um einen Fuchs satt zu machen. Sowas ist für den doch was für den hohlen Zahn. Der Fuchs musste also die Bussarde fressen, sonst macht die Aufgabe ja keinen Sinn.“

Ich erklärte ihm dann noch was von verletzten Bussarden, die am Boden lägen und blitzschnellen Füchsen, die die Bussarde packten, als diese gerade an der Maus interessiert waren. Wie sollte der Fuchs sonst auf den Baum kommen?

Die Geschichte „Der Fuchs im Zweierland“ beginnt mit den Satz:

Ein Fuchs, der die ganze Nacht auf der Jagd nach Mäusen war, kam an das Tor zum Zweierland.

Jetzt ist mir das auch klar, aber in der 13ten, da hätte mir das echt helfen können.

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