Der 1. Schultag

Ich weiß noch wie es war, als du vor noch nicht ganz sechs Jahren geboren wurdest. Ich kann die Luft noch riechen, das Leben noch fühlen, die Gedanken von damals noch denken. Und als wir dich dann endlich, endlich im Arm halten konnten, da warst du so winzig. So zerbrechlich. So – neu.

Seit dem ist eine Menge passiert. Du hast laufen, sprechen, Fahrradfahren, allein essen und noch soviel mehr gelernt. Du kannst seit knapp drei Jahren alles allein: „Nein, ich!“ war so ziemlich das Häufigste, was ich aus deinem Mund hörte. Und seit Samstag bist du ein Schulkind. Es war ein bisschen komisch, dich auf der Treppe der Grundschule stehen zu sehen. Mit dieser überdimensionalen Zuckertüte (so groß war sie gar nicht, aber ich vergaß, wie klein Erstklässler noch sind) und deinem Schulranzen. Und du hast uns angestrahlt. Für dich war es mit der ersten Zahnlücke klar: Jetzt komme ich in die Schule. Deine Mama war sich nicht so sicher, aber du hast uns alle überzeugt. Man sagt, man nähme den Kindern ein Stück ihrer Kindheit mit der Einschulung. Ich denke, du wolltest einfach einen Schritt weiter.

Du bist jetzt ein Schulkind. Lernst schreiben, lesen und rechnen. Und ich bin mir ganz sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Ich bin sehr stolz auf dich und weiß, dass du alles schaffen kannst. Eben weil dein Lieblingssatz schon immer nur der eine war – „Nein, ich!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit nehme ich die Datenschutzbedingungen dieses Blogs an.