re:publica 2011 – Ein Erlebnisbericht

Die vergangenen drei Tage (13.4.-15.4.2011) verbrachte ich in Berlin und besuchte zum ersten Mal die re:publica. Das Ticket – ein Early Bird Bloggerticket – für die „Konferenz rund um Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft“, die bereits zum fünften Mal stattfand, ergatterte ich mir irgendwann im vergangenen November. Und da mein Chef damals direkt neben mir saß, kündigte ich gleich an, dass ich Mitte April dringend dahin muss. Er spielte mit und so begab ich mich Mittwochmorgen um 6.31Uhr auf den Weg ins graue und kalte Berlin.

Tag Eins

Los gings am Mittwoch dann erstmal im Friedrichstadtpalast mit der feierlichen Eröffnung durch die Organisatoren Johnny Häussler, Markus Beckedahl und Andreas Gebhard. Danach gings in die Kalkscheune, um die verschiedenen Vorträge zu hören: Von „Shitstorm, you can do it“ (das uns leider viel zu viel um Feminismus im Web ging), über den grandiosen Vortrag über Webcomics des wunderbaren Johannes Kretzschmar aka beetlebum, ein „leicht“ polarisirendes Panel zum Thema „Blogs in Deutschland“ – sie haben ganze 20 Blogger befragt! -, bekamen wir in „Datenjournalismus“ eine Einführung in Excel. Den Abschluss dieses tollen ersten Tages machte Sascha Lobo, indem er „Jüngste Erkenntnisse der Trollforschung“ lieferte. Das kann man sich auch hier noch einmal ansehen.

Tag Zwei

Der Tag begann in einem völlig überfüllten Raum mit dem Vortrag „Social Media Measurement“ – war so lala. Um später nicht weiterhin auf dem Boden sitzen zu müssen, wollten wir uns auf die kommenden Panels besser vorbereiten. Das heißt: Vorab in die Räume gehen, besser auswählen, was wirklich wichtig ist und zwischendurch einfach mal Pause machen und networken. Dazu war auch die Mittagspause gedacht. Diese verbrachten wir auf der Buchpremiere von Marie-Christine Schindler und Tapio Liller, die „PR im Social Web“ vorstellten. Aber der wohl emotionalste Vortrag war „Blogger_Innen im Gespräch“, in dem Julia Probst (aka @einaugenschmaus) auf die Hindernisse hinwies, auf die Gehörlose jeden Tag stoßen. Zum Abschluss applaudierte das Publikum im Friedrichstadtpalast in Gebärdensprache. Sehr bewegend.

Tag Drei

Schon ist er da, der letzte Tag der re:publica 2011. Wie schnell die Zeit vergeht! Aber auch heute sollten uns viele interessante Vorträge erwarten. Mein Ex-Prof Lorenz Lorenz-Meyer sprach über Social Media und die Zensur in China, Anke Gröner, Felix Schwenzel, Don Dahlmann und Jörg Kantel – Blogger, die mir allesamt im Studium begegnet sind – sprachen über „10 Jahr Blogs in Deutschland“. Sehr, sehr interessant. Vorher ging es jedoch auch u.a. um „Die Datenfresser“, und „Das Ende der Welt !!EINSELF!!“.

Aber was die re:publica wirklich ausmacht: Endlich trifft man seine Timeline im RL. Lernt viele interessante Menschen kennen. Es tut gut, drei Tage zwischen Gleichgesinnten zu verbringen. Man redet von Hashtags und keiner guckt einen blöd an. Alle sitzen am Tisch und tippen auf ihren S*martphones rum – aber keiner findet das „nicht angemessen“. Es waren drei Tage unter Nerds. Und es war wunderbar. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Ganz sicher.

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