Eine Zugfahrt, die…

… ist lustig? Na, ich weiß ja nicht. Gestern war es vor allem anstrengend. Für mich. Für den kleinen Prinz. Und das kam so:

Das Wochenende haben wir bei der hauptfreund’schen Familie im hessischen Outback verbracht. Der Cousin vom Hauptfreund hatte Konfirmation und schließlich hatte dieser Teil der Verwandschaft den bald sechmonatigen Prinz noch nicht gesehen! Also fuhren der Prinz und ich am Freitag mit dem Zug ins Outback und wollten gestern zurück. Eigentlich mögen sowohl der Prinz als auch ich das Bahnfahren. Gerade mit Baby ist es sichtlich entspannt und auch das Umsteigen ist nicht so dramatisch, wie ich zuerst befürchtete. Aber die Heimfahrt gestern, die hatte es echt insich.

Zuerst hätten wir fast den Zug verpasst. Nachdem der Hauptfreund zuerst noch versicherte, wir bräuchten höchstens 20 Minuten – eher 15 – bis zu Bahnhof, kamen wir zuerst natürlich viel zu spät los (seine Familie will einen dann eher nicht gehen lassen 😉 und dann dauerte der Weg doch 25 Minuten. Das Ende vom Lied war, dass der IC einfuhr, als wir gerade den Kinderwagen aus dem Auto holten und aufbauten. Der Hauptfreund schnappte sich also kurzerhand mein Gepäck und sprintete auf Gleis 2. Dort drückte er der Zugbegleiterin die Sachen mit den Worten „Ich hol‘ noch einen Kinderwagen!“ in die Hand. Während dessen wuchteten die hauptfreund’sche Mama und ich den Kinderwagen samt Prinz die Treppen herunter. (uns wurde wenig später geholfen) An Gleis 2 angekommen, sprangen der kleine Prinz und ich kurzerhand in den Zug, gaben dem Hauptfreund einen Kuss und schon waren die Türen zu und der Zug auf dem Weg nach Hannover!

Weit sollten wir aber nicht kommen, denn bereits kurz hinter Wabern kam die Durchsage, dass wir Kassel-Wilhelmshöhe mit einer Verspätung von 15 Minuten erreichen werden. Naja, nicht schön, aber egal, da ich ja eh nicht umsteigen muss. Irgendwann kamen wir dann in KS an, aber mir fiel auch gleich auf, dass wir viel länger als sonst am Gleis standen. Und dann wieder die Durchsage: „Unsere Weiterfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Wenn Sie nach Hannover, Göttingen oder Hamburg wollen, können Sie den ICE am Gleis gegenüber nehmen. Der kommt in zwei Minuten!“ Toll, Umsteigen in zwei Minuten – mit Baby. Ich „schmiss“ den kleinen Prinz also in seine Kinderwagentragetasche, deckte ihn notdürftig zu, schnappte mir Wickeltasche, Rucksack und meine Jacke und stieg kurzerhand aus. Zu meiner vollen Verwunderung schien der kleine Prinz voll begriffen zu haben, dass ich im Stress bin und Weinen seinerseits uns jetzt gar nicht weiterbringen würde. Er lag also herzallerliebst in seinem Wagen und nuckelte vor sich hin. Auch im ICE verhielt er sich ruhig, denn aus dem Wagen hätte ich ihn dort auch nicht nehmen können. Stehend im Flur war es mir doch ein wenig zu Wackelig um den kleinen Prinz herumzutragen.

Gegen 20.15Uhr erreichten wir dann schön durchgeschwitzt und mit 15Minuten Verspätung Hannover Hauptbahnhof. In diesem Moment fiel der Prinz in Tiefschlaf und ich konnte mich seelenruhig nach Hause begeben. What a day!

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