Blog dein Wissen #2: Die Schlafstätte

Und schon wieder ist eine Woche rum und das nächste Thema für „Blog dein Wissen“ steht an. Diesmal: Die Schlafstätte.

Den ersten Monat seines Lebens verbrachte der kleine Prinz in einer Giraffe, die wir gar nicht fotografiert haben. Das fiel uns aber erst sehr viel später auf. Und ehrlich? Man braucht nicht unbedingt ein Bild des Inkubators, in dem das eigene Kind um sein Leben kämpfte…

Nach ca. vier Wochen hatte der Babyschatz gut zugenommen, sodass er in ein Wärmebettchen umziehen konnte. Hier in der MHH haben sie noch diese alten Metallteile, die irgendwie wie aus den Siebzigern aussehen. Aber egal. Das was sein Bett und weil unser Sohn schon immer etwas „glühte“, wurde das Wärmebettchen auch nie temperiert. Seine Körperwärme konnte der Prinz ab da nämlich selbst sehr gut halten.

Aber natürlich mussten wir uns auch Gedanken machen, wo der Prinz schläft, wenn er nach Hause kommt. Da ich ab 22+4 ja in der Klinik lag und ich bis dahin noch dachte, für die Babyanschaffungen hätten wir noch massig Zeit, hatten wir nix: Keine Wickelkomode, keine Babyklamöttchen und eben auch kein Bett.  Eigentlich wollte ich nämlich ein Babybett von T*chibo kaufen, welches sich umbauen lässt. Aber als T*chibo die Aktion hatte, versicherte uns noch die hauptfreund’sche Schwägerin wir könnten das Bett ihres Jüngsten haben, nur um drei Wochen später zugeben zu müssen, dass sie das schon anderweitig verschenkt hatte. Die Aktion war vorbei und wir hatten kein Bett. Das organisierte dann mal schnell meine Nichte auf ihren Streifzügen über die Babybasare der Umgebung. Sie schoss für uns ein einfaches Holzbett, welches leider nicht zum Kinderbett umbaubar ist, aber eben auch nur 35 Euro gekostet hat. Dieses steht nun – aus Mangel an Platz und weil es eh empfohlen wird – in unserem Schlafzimmer ca. 15cm neben meiner Betthälfte. Gegen ein Babybay oder ähnliches habe ich mich bewusst entschieden: Erstens sind mir die Dinger für ihre winzige Größe (Wie lang schlafen Babys da drin? Zwei Wochen?!) zu teuer uns zweitens war ja klar, dass der Prinz sowieso neben mir schläft. Warum also ein teures Babybay kaufen, wenn da dann eh das richtige Bett stehen kann? (okay, es ist nicht mit meinem verbunden, aber ey – was soll’s?)

Während der Prinz also auf der Intensivstation lag, kauften wir noch schnell eine Matratze und richteten soweit alles her. Irgendwann um Weihnachten rum fing jedoch meine Schwester an, wir bräuchten ganz dringend eine Wiege oder eben so ein Babybay. Ich hielt das nicht für nötig, hatte aber im Endeffekt keine Kraft lange mit ihr zu diskutieren. (meine ganze Kraft steckte darin, nicht zusammen zu brechen, stark zu sein und auf einen guten Ausgang zu hoffen) Ich befürchetete schon, sie wolle eines der beiden Dinge kaufen, wusste aber, dass sie eine Wiege leihen könnte. Ich sagte also, dass sie meinetwegen eine Wiege anschleppen kann. Wenn es sein muss.

So ergab es sich, dass der Prinz tagsüber auch ab und an in seiner Wiege lag. Aber ich muss zugeben, dass das nicht oft der Fall war. Wenn man 70 Tage auf sein Kind verzichten muss, dann will man, dass das Baby den ganzen Tag auf einem selbst schläft. Und ich bilde mir auch ein, dass der Prinz unsere Nähe auch dringend brauchte. Fünf Stunden kuscheln am Tag im Krankenhaus reichen einfach nicht. Weder für ihn, noch für uns. Praktisch war die Wiege nur morgens. Dann schoben wir sie in die Küche und der Prinz schief neben dem Frühstückstisch. Danach fuhren wir die Wiege wieder ins Wohnzimmer, wo sie den ganzen Tag mehr oder weniger ungenutzt rumstand. Als dann das Laufgitter bei uns einzog (das wurde uns „vererbt“ und musste erst aus Leipzig angeliefert werden), brachten wir die Wiege dann auch wieder zurück. Sie wäre sicher sinnvoll gewesen, wenn wir ein Kinderzimmer gehabt hätte, der Prinz da aber erst später hätte einziehen sollen.

Natürlich hat der kleine Prinz auch die eine oder andere Nacht zwischen uns um „großen Bett“ verbracht. Das tut er auch heute noch. (Diese Woche haben wir „gelernt“ in Liegen zu stillen. Yeah, endlich mehr Schlaf für mich!) Zwar redete mir meine Hebamme immer ins Gewissen, das nicht erst einreißen zu lassen, plötzlicher Kindstod und wir hätten den Monitor schließlich nicht immer… Blabla. Aber ganz ehrlich? Wenn der Prinz bei uns Schlafen will, dann darf er das. Es gibt Nächte, da schlummert er seelenruhig nach dem Stillen ins seinem Bett weiter. Und es gibt Nächte, da möchte er eben bei uns sein. Und das darf er dann auch. Basta.

6 thoughts on “Blog dein Wissen #2: Die Schlafstätte

  1. Ich hab das mit der Babybay genauso gesehen. Die sind sauteuer für sowenig Bett 😉

    Allerdings habe ich vom ersten Tag an Fotos vom Purzel auf der Intensivstation gemacht. Da wir leider kein typischen erstes Bild haben auf dem er noch im Kreissaal auf meinem Bauch liegt, ist unser allererstes Bild eben auf der Intensiv entstanden. Nur mit meiner Hand auf seinem Kopf. Das war noch vor der OP. Ich hab zu meinem Freund gesagt: „Mach ein Foto“… und in meinem Kopf ging der Satz weiter „… wenn bei der OP was schiefgeht, müssen wir ein Foto haben“. Alles ging gut, Gott sei Dank.
    Aber die Fotos mit den Geräten und Schläuchen… die gehören nun mal zu seinem Start dazu. Wir haben eins der ersten Bilder auch entwickeln lassen und in der Wohnung aufgehängt. Man darf nicht vergessen wie viel Glück wir hatten. Und das darf man auch auf Fotos sehen 🙂

    Aber insgesamt ähnelt unser Schlafverhalten eurem schon sehr. Wir haben nach der Entlassung auch den ganzen Tag gekuschelt. Ich habe kaum gegessen oder mich bewegt. Ich bin den ganzen Tag auf der Couch gelegen, habe gelesen und hatte ihn bei mir 🙂

  2. Wir haben auch ganz viele Fotos von ihm im Inkubator, aber eben keins von außen. Das ist uns aber erst aufgefallen, als er schon im Wärmebett lag. Gerade gestern hab ich sein Fotoalbum angefangen und auf der ersten Seite sind auch die fiesen Bilder vom Anfang. Ich bin mir nicht sicher, ob er die spätee überhaupt sehen will, aber sie gehören dazu… Und ja, auch wir haben solches Glück gehabt, was mir beim Anblick der Bilder immer wieder klar wird.

    Wir haben aber auch ein erstes Krankenhausfoto. Nicht auf mir und der Prinz war schon intubiert. Aber wir haben ein Bild, was mir in den Kreißsaal gebracht wurde.

  3. Der Mäuserich darf auch heute mit 2Jahren noch soviel kuscheln und bei uns schlafen wie er will. Weil ich immernoch so oft das Gefühl habe, wir haben soviel nachzuholen. *kussi*

  4. …ich denke, die ganzen Empfehlungen sind eben nur solche. Wie es jeder letztendlich für sich entscheidet, sollte jedem selbst überlassen bleiben…
    Die Prinzessin schlief die ersten Monate auch im großen Bett und später – in einer Phase – dann auch noch einmal bei mir mit, sie brauchte das, also war es auch in Ordnung…

    Holprig ließt sich Euer Start – um so schöner, wenn jetzt alles gut ist <3

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