Das Mamagefühl

Vor einigen Tagen ist eine Freundin von mir das erste Mal Mama geworden. Ich packte ihr also ein kleines Päckchen und schrieb ihr, bzw. dem kleinen neuen Erdenbürger in unserer Mitte, ein paar Zeilen mit guten Wünschen und Ratschlägen…

Wobei. Ratschläge waren es gar nicht. Denn je mehr ich darüber nachdachte, je mehr wurde mir klar, dass man zwar von den eigenen Erfahrungen berichten kann, jedes Kind aber dann doch anders ist. Dann muss man eben auf das eigene kleine Wesen achten und einfach auf sein Bauchgefühl hören. Ich nenne das, das Mamagefühl. Denn es ist sagenhaft, aber irgendwie ist es das Mamagefühl, dass einen immer wieder auf die richtige Fährte führt.

Letzte Woche zum Beispiel wollte der Prinz auf keinen Fall schlafen. Er war todmüde, was wir ihm ansahen und anmerkten, aber jedes Mal, wenn wir uns mit dem Sohn ins Schlafzimmer begaben und ihn ins Bett legten, drehte sich auf den Bauch und protestierte lautstark. Wir versuchten alles, aber er war nicht zu beruhigen. Bis mein Gefühl sagte, dass wir den Mam Perfect mal gegen einen normalem Mam-Schnuller austauschten sollten. Gesagt, getan. Und zack: Der Prinz bette sein Köpfchen auf der Matratze, schloss die Augen und schlief friedlich ein.

Nie wieder werde ich andere Mütter für ihren Erziehungsstil belächeln oder in den Klugscheißmodus wechseln. Kind im eigenen Bett schlafen lassen? – Geht gar nicht. Dachte ich zumeist, als ich noch keine Mama war. Und nun? Tja, nun schlummert der Prinz bei uns im Bett. Weil er in seinem nicht schlafen mag, in unserem aber nach wenigen Sekunden friedlich wegschlummert. Und auch, wenn viele jetzt mit ihrem „Den bekommt ihr nie wieder da raus!“ kommen. Öhm, wenn ihr meint. Ich kenne wenige pubertäre Jungs, die es vorziehen bei ihren Eltern zu schlafen. Ich bin also zuversichtlich, dass der Prinz seine erste Freundin nicht mit zu uns ins Bett bringt. 😉

Natürlich liegt das mit dem Mamagefühl wohl daran, dass die Mama nun mal meistens die meiste Zeit mit dem kleinen Menschen verbringt und ihn deshalb auch am besten kennt. Und dann kann man eben jeden Zucken mit der Wimper lesen und weiß, was das Baby jetzt wohl am wahrscheinlichsten glücklich macht.

Und natürlich kann dieses Mamagefühl nicht alles. Manchmal komme ich eben doch an meine Grenzen und dann bin ich froh, dass ich meine Mama-Twittertimeline und die ganzen Mamablogs habe. Erfahrungsaustausch hilft und so sagte ich auch meiner Freundin, dass sie jederzeit anrufen/ mailen kann. Aber diese Ratschläge kann man sich eben anhören und muss dann selbst entscheiden, ob das alles auch beim eigenen Kind funktionieren könnte.

Auf das eigene Gefühl hören und sich nichts reinreden lassen. Das ist das einzige, was ich den Neu-Mamas in meinem Umfeld raten kann.

One thought on “Das Mamagefühl

  1. Genau so ist es. 🙂
    Ich bin selbst immer wieder erstaunt was man für ein Gespür für sein Kind entwickelt. Ich weiß meist schon beim ersten Ton eines Quakens weshalb sie nun grad quakt, total faszinierend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Hiermit nehme ich die Datenschutzbedingungen dieses Blogs an.