Zum Leben dazu

Heute vor einem Jahr kamen der Erstmann und ich ins Intensivzimmer des kleinen Prinzen und mir fiel direkt auf, dass das Bett des kleinen Mädchens fehlte. Vier Kinder lagen gestern Abend noch in diesem Zimmer, heute waren es nur noch drei. Kurz dachte ich daran, dass man das Mädchen verlegt haben könnte. Aber auf der ITS gibt es in ihrem Zustand nur noch einen Ort, auf den man verlegt wird. 🙁

Das alles hat mich und die Mama des kleinen Jungen, der unser erster (WG-) Kumpel war und heute noch ist, sehr mitgenommen. Der Tod war zu Gast im Zimmer unserer Jungs. Nahm ein Kind mit, direkt neben ihren Betten. Das alles tat mir so unendlich leid. Natürlich haben wir mitbekommen, dass es dem Mädchen schlecht ging. Eine Not-Taufe auf der ITS sagt vieles. Aber am Tag vorher, als ich das erste Mal mit meinem Sohn kuscheln durfte, da saß ihre Mama bei mir und erzählte mir, dass sie auch hofft, bald mit ihrer Kleinen kuscheln zu dürfen. Das es in den vergangenen Tagen sehr düster aussah, aber dass nun ihre Werte schlagartig besser geworden sind. Dass es das letzte „Aufbäumen“ vor ihrem Abschied war, wussten wir da nicht.

Ich kannte ihre Mama nicht gut. Einmal hatten wir uns beim CTG getroffen und kurz unsere Geschichte erzählt. Dann trafen wir uns auf der ITS wieder. Die Eltern waren sympathisch und die Kleine hat echt gekämpft. Sie wurde wie der Prinz am 29. Oktober geboren. Und ist am 6. November gegangen.

Man sagt, der Tod gehört zu Leben dazu. Immer wieder begegnet er einem. Und auch Oberärztin B. sagte einmal zu mir, dass eben auch so kleine Menschen sterben müssen. Es war auch nicht der einzige Besuch, den ER „unserem“ Zimmer abstattete. Aber wenn es dann doch passiert, immer plötzlich und unerwartet, haut es einen aus den Socken.

Ich denke heute an die kleine L. und an ihre Eltern.

3 thoughts on “Zum Leben dazu

  1. *gänsehaut*

    Ich muss mal wieder daran denken, wie viel Glück wir doch hatten und auch ihr mit eurem kleinen Prinzen, dass unsere Kinder die frühe Geburt lebend überstanden haben. Im Alltag geht das hier manchmal unter – danke fürs erinnern…

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