Die Sache mit der Kinderbetreuung

Niemals, niemals hätte ich gedacht, dass ich sowas mal schreibe. Aber: Ich will nicht, dass mein Baby in eine Krippe/ Kita geht!

Natürlich ist das nicht mein voller Ernst. Erstens sprechen hier die Schwangerschaftshormone aus mir und wenn ich ganz tief in mich hinein höre, dann ist es der pure Egoismus. ICH will nämlich nicht, dass andere Menschen dieses bezaubernde Wesen den ganzen Tag um sich herum haben, während ICH am Schreitisch sitze. Ich mag meinen Job. Ehrlich. Aber es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass mich diese Mama-Sache nicht verändert hätte. Wenn wir den Erstmann von der Arbeit abholen, fahren wir auf dem Weg nach Hause an meiner Arbeitsstelle vorbei. Dann denke ich oft: Früher hast du jetzt (17.xx Uhr) noch am Schreibtisch gesessen. Das alles kann ich mir jetzt nicht mehr wirklich vorstellen.

Ich weiß, dass der Prinz andere Kinder braucht um zu Lernen. Das sehe ich jedes Mal, wenn er mit seinen Cousins zusammen ist. Ich weiß, dass es gut ist, seinen Kindern vorzuleben, dass arbeiten notwendig ist, aber auch erfüllend sein kann. Ich weiß, dass er keinen psychischen Schaden davon tragen wird, nur weil er in die Krippe geht. Auch ich besuchte von 7-17 Uhr eine Kindertageseinrichtung und habe mich nie ungeliebt oder ungewollt gefühlt. Das alles ist mir klar.

Aber wenn ich die Öffnungszeiten der Kitas sehe. Wenn ich dieses Pokern um einen Betreuungsplatz sehe. Die Ungewissheit. Und dann, was das alles kosten soll. Da wird mir schlecht. Da will ich am Liebsten zu Hause bleiben und die Zeit mit dem Babyschatz genießen. Da will ich nicht einen Haufen Geld dafür zahlen, dass andere Menschen Zeit mit (Achtung, Egoismus!) *meinem* Prinz verbringen dürfen.

So. Jetzt isses raus.

5 thoughts on “Die Sache mit der Kinderbetreuung

  1. Einerseits kann ich den Gedanken, die KiTa tut dem Kleinen auch gut und er lernt viel, verstehen.
    Andererseits denke ich, dass kann ein Kind auch noch später lernen.

    Ich finde beides ok. Kinder sind so anpassungsfähig. Außerdem wissen nur die Eltern am besten, wann der Zeitpunkt für KiTa und Co. richtig ist für ihr Kind.

    Aber ich finde auch die Hormone oder Muttergefühle sprechen ja auch nicht ganz umsonst zu uns Müttern, dass das Kind zuhause ja auch nicht schlecht aufgehoben ist.

    Im Hinblick auf die Schwangerschaft würde ich dir insgesamt eher ZUraten. Denn ich habe es selbst erlebt, wie blöd das für das „große“ Kind ist, den ganzen Tag Rücksicht auf ein Baby zu nehmen.
    In der KiTa kann er dann wenigstens einen Teil des Tages rumtoben und auch du kannst dich besser um anderes kümmern (oder einfach ausruhen) ohne schlechtes Gewissen.

  2. Kann ich aus vollstem Herzen unterschreiben. Da es aber so ganz ohne Geld auch nicht geht, mache ich grade eine Qualifizierung zur Tagesmutter.

    Ich gebe aber auch offen zu: Ich mag meinen alten job noch immer aber ich will ihn nicht zurück.

  3. Ich finde auch den Gedanken so doof, dass sie dann dort viel erleben wird und mir anfangs noch nichts davon erzählen kann.
    Verstehe dich absolut, ich hätte mein Baby auch am liebsten für immer um mich herum. Allerdings sehe ich wie gut es ihr tut andere Kinder zu sehen und ich finde es zb auch super, dass sie nicht den ganzen Tag unter meiner Aufsicht sein wird und nicht jede Sekunde von mir „überwacht und analysiert“ wird.

    Wir haben allerdings auch einfach nicht die Wahl, deswegen mag ich das nicht zerdenken. 🙂

  4. Wahrscheinlich nervt mich auch nur diese Warterei sehr. Ich möchte mich auf Dinge einstellen können, aber dieses „naja, melden sie mal an und vielleicht bekommen sie ja nen Platz“ – das nervt! Da will man sein Baby gar nicht abgeben.

    Tagesmutter ist für mich aber trotzdem keine Option. Andere Kinder kann ich nämlich manchmal echt nicht leiden. 😉

  5. Ich kann dich gut verstehen, auch wenn ich mich in den letzten Wochen der Elternzeit schon verstärkt nach mehr geistigen Input gesehnt habe und gerne wieder ein paar Stunden am Tag „nur für mich“ haben wollte.

    Ich bin bei der Krippenbesichtigung aber auch fast verzweifelt und hab gedacht bei meinen Ansprüchen finden wir nie ein Platz. Unsere Lösung war/ist eine herzensgute Tagesmutter, da diese auch fleixble Buchungszeiten zulässt (die Krippen vergeben nur Ganztagsplätze a 40 Stunden und mehr). Wir haben Mama (und Kind)-freundlich mit 15h in der Woche angefangen (3x 5h mit je einem Tag daheim zwischendrin) und sind die ersten 6 Monate sehr gut damit zurecht gekommen. Mit zunehmender Selbstständigkteit des Kleinkindes und meiner Arbeitszeitaufstockung fahren wir momentan mit den 30h/Woche Betreuung ganz gut… diese Regelmäßigkeit tut uns beiden gut.

    Ich drücke dir die Daumen, dass ihr auch noch ein Modell findet, dass euch beiden gut tut! 🙂

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