Sie muss das lernen.

Ich mag meine Hebamme. Wirklich. Sonst hätte ich mir bei der zweiten Schwangerschaft sicher eine andere gesucht. Aber bei einem Thema, da kommen wir einfach nicht auf einen Nenner. Und das ist – wie meist bei Babythemen – das Schlafen.

Das Osterkind schläft nicht auf dem Rücken oder der Seite. Legt man sie schlafend ab, wird sie binnen zehn Minuten wach. Garantiert. [Es sei denn, sie ist auf dem Bauch eingeschlafen und man legt sie auf dem Bauch ab. Dann pennt sie locker auch mal drei Stunden bis zur nächsten Stillmahlzeit.] Tagsüber legen wir sie eigentlich immer zum Schlafen in die NONOMO, aber auch da braucht sie lange bis sie eingeschlafen ist. Immer und immer wieder muss man die Federwiege anstupsen bis sie endlich im Taumland ist. Auf Menschen schläft sie jedoch sehr gut und schnell ein.

Auf Menschen schlafen ist aber keine wirklich Option, denn seit Mittwoch geht der Hauptfreund wieder arbeiten und ich bin mit den Kindern allein. Das ist alles zu schaffen, aber es wäre noch um einiges leichter, wenn das Osterkind nach dem Stillen eben wegpennen und dann auch weiterschlafen würde. Macht sie aber wie gesagt nicht.

Auch nachts schläft Madame eher nicht auf dem Rücken oder der Seite. Und schon gar nicht im Beistellbett. Damit ich nachts aber ein paar Stündchen Schlaf abbekomme, lasse ich sie eben auf meiner Brust schlafen und versuche halbsitzend die Augen zu zu machen. Bequem ist was anderes, aber was soll’s.

Nun war gestern meine Hebamme da und fragte, wie immer, wie es denn so läuft. Also berichte ich von der Schlafsituation und dass das Osterkind eben eher schwer und schon gar nicht allein (ein-)schläft. Ich hoffte auf einen Rat oder ein „Das wird in den nächsten Wochen besser“, so wie auch das Geschrei beim Wickeln besser werden soll. So kannte ich das vom Prinz eben nicht. Der schlief nämlich nach den 2.5 Monaten Krankenhaus ganz hervorragend allein im Bett – das musste er ja auch. [Und wenn ich jetzt daran denke, schnürt es mir die Kehle zu. Mein Baby musst da ganz allein durch und hatte uns nur so wenige Stunden am Tag!] Ihre Antwort war aber: Dann musst du sie eben schreien lassen, sie muss das schließlich lernen!

Öhm. Was? Dieses Baby ist nun knapp vier Wochen alt und sie soll bitte was? Lernen? Das kann und will ich nicht glauben. Und es geht gegen meine tiefste Überzeugung. Ich glaube nicht, dass vierwöchtige Babys „funktionieren“ müssen. Und ich glaube, dass es einen Grund gibt, warum sie nicht allein schlafen können/ wollen. Und ich glaube auch, dass das Osterkind in 16 Jahren nicht mehr auf meiner Brust schlafen will. Mir ist klar, dass wir einen Weg finden müssen. Gerade tagsüber kann ich eben nicht stundenlang mit ihr auf dem Sofa sitzen, weil eben auch der Prinz bespaßt werden will. Und ich denke, das wird sich schon noch einspielen. Aber ich weigere mich zu glauben, dass Babys in diesem Alter aus Berechnung schreien, weil sie wollen, dass sie auf Menschen schlafen. Ich werde kein Schreitraining mit ihr machen.

Irgendwann meint sie dann, wir sollen eben unseren Weg finden. Aber der Prinz würde ja auch erst seit einigen Tagen im eigenen Bett im eigenen Zimmer schlafen. Und da sprudelt es aus mir raus, denn in Bezug auf das Schlafverhalten des Prinz bereue ich nichts. Da haben wir echt alles richtig gemacht. Ich habe jede Nacht, die er in unserer Mitte verbrachte, genossen. Wir waren da, wenn er wach wurde. Und er war da, wenn wir ihn kuscheln wollten. Wir hatten meist sehr ruhige Nächte und sind morgens nie gerädert aufgewacht, weil wir die Beine oder Arme des Prinzen im Bauch oder Rücken hatten. Im Gegenteil: Einmal bin ich nachts wegen Körperkontakt aufgewacht. Aber da hat sich der Prinz so an mich heran gekuschelt, dass ich dachte er krabbelt gleich wieder in mich herein. Und es gab nie einen schöneren Grund, wach zu werden. Ich lag noch Minuten lang wach, nur um diesen kleinen warmen Körper zu spüren und war unendlich dankbar, dass dieser kleine perfekte Mensch bei uns geblieben ist.

Also nein, hier wird es kein Schreitraining geben. Wenn meine Kinder Körperkontakt brauchen, dann sollen sie ihn auch bekommen. Und ich genieße jede Minute, denn viel zu früh werden sie ihre eigenen Wege gehen.

7 thoughts on “Sie muss das lernen.

  1. Ähm was? Also mein Kleiner hat die ersten 8 Wochen auch nur auf mir geschlafen, nachts. Das nachts auf mir schlafen hat sich dann geändert als wir beide mal Fieber hatten, ich glaube wegen ner Impfung oder so war das. Ab da schlief er neben mir. Und tut es bis heute noch (fast 1 Jahr). Tagsüber gern in Bauchlage, Arsch schön hoch in die Luft zum Pupsen. Später dann gerne und viel in der Nonomo. Die Nonomo geht aktuell wegen rausklettern nicht mehr, aber ich hoffe noch es geht irgendwann wieder. Er schlief gut und gerne ein, wenn wir besonders wild auf und ab wippten, ziemlich mechanisch. Ging gut, beim Lesen/Internet surfen/TV schauen o.ä.. Da war er innerhalb von 10 Minuten weg.
    Fazit: Hör auf Dein Bauchgefühl. Das wird schon. Und Ihr müsst Euch damit wohl fühlen und nicht die Hebamme.
    VLG

  2. Hallo Tine!
    Ich hatte schlaftechnisch ein einfaches Kind. Aber auch wir lagen manchmal tagsüber auf der Couch, ich hatte aber niemanden, um den ich mich noch kümmern musste. Schläft sie denn im Tuch? So, dass du den Prinzen bespielen kannst und sie schlummert? Das fiel mir grad als erstes (und einziges) ein.
    Ich finde es übrigens bewundernswert, dass ihr mit Kind im Bett schlafen konntet. Ich habe das nie geschafft. Nach einmal draufrollen (nicht richtig, aber ich habe mich eben gedreht) konnte ich nie ruhig schlafen. Auch die Geräusche ließen und lassen mich auch heute noch, wenn wir in einem Raum schlafen, aufschrecken.
    Ich schicke dir gute Nerven und weniger „sinnvolle“ Ratschläge von außen. 😉

    LG,
    Anke

  3. Jaja, das Tuch rettet unsere Alltag total. Da is die auch oft, aber ea geht halt nicht immer. Und vor allem die Sache mit dem Nachtschlaf ist halt anstrengend… Aber das wird. Ganz sicher.

  4. Ich liebe deinen Eintrag.
    Natürlich nicht, weil dein Kind tagsüber nicht ohne dich schlafen kann, sondern weil du so liebe Dinge sagst. Ich bin absolut der gleichen Überzeugung und denke auch, dass sie ganz von sich aus irgendwann nicht mehr nur auf dir schlafen mag.
    Das geht vorbei und ihr werdet einen Weg finden wie ihr den Alltag trotz Nähebedürfnis meistert.
    Halte durch! Du machst das so toll!

  5. Dinge, die man von seiner Hebamme nicht hören will… Hui!
    Wir hatten/haben hier auch einen Bauchschläfer. Und selbst im Krankenhaus wurde er regelmäßig auf den Bauch gelegt. Das hat Vorteile (Pupse und Bäuerchen kommen besser raus im Schlaf) aber auch Nachteile (Gesicht in die Kissen drehen, Erstickungsgefahr). Der Rauperich schlief nachts daher die ersten Monate auf meinem Bauch. Dabei lag ich wohlgemerkt auf dem Rücken. Sitzen war da nicht nötig.
    Und tagsüber schlief er auch auf dem Bauch – bei mir auf der Couch oder im Stubenwagen. Anders ging gar nicht, da er sehr ausgeprägte Moro-Reflexe hatte.
    Ich hatte dabei IMMER ein schlechtes Gewissen. Irgendwann kam meine Hebamme dann mal, fütterte ihn und legte ihn wie selbstverständlich auf dem Bauch ab. Sie sagte, dass man das ruhig machen könne, nur eben immer ein Auge drauf haben muss, dass er sein Näschen nicht in die Matratze drückt.
    Und was soll ich sagen: es ging super. Heute kann ich ihn mittlerweile längst auf dem Rücken ablegen. Aber nach spätestens einer viertel Stunde dreht er sich entweder erst auf die Seite und dann auf den Bauch oder direkt auf den Bauch. Bauchschläfer eben…kannste nichts machen. Manche Kinder sind so. Spätestens, wenn sie den Kopf gut allein halten und drehen können, ist die Bauchlage nicht mehr so problematisch. Und motorisch hat das Bauchliegen ja auch Vorteile. 🙂
    Lass dich nicht verrückt machen. Hör auf deinen Bauch. Sie wird schon ihre ganz eigene Schlafweise finden.

  6. Wie gesagt, tagsüber lege ich sie auch auf den Bauch. Nur nachts geht das halt nur auf mir… 😉 Kenne ich so gar nicht, weil der Prinz es hasste auf dem Bauch zu schlafen. In der Klinik musste er das, weil die Verdauung (Pupsen), aber auch die Atmung besser is, wenn die Frühchen aufm Bauch liegen. Aber er hat jedes Mal soo dagegen gekämpft. Und jetzt haben wir ne Bauchschläferin. Einfach so.

  7. Also unsere kleine hat die ersten vier bis fünf Wochen auch nur auf mir geschlafen.
    Dann hat der ehespatz beschlossen es einfach abends zu versuchen.. Und es klappte. Seitdem liegt sie im beistellbett. Wir haben ein Angel care gekauft, weil wir dachten sie will auch auf dem bauch schlafen, aber geht jetzt auch aufm rücken..
    Mittlerweile schläft sie nichtmal morgens zum kuscheln auf mir. Da wird sofort mit dem Kopf gewühlt und gemeckert. Tagsüber ist das ablegen noch Risiko. Mal gehts und mal nicht. Ist aber viel besser als am Anfang.
    Meine Hebamme meinte übrigens, das sie wohl einfach bereit zum allein schlafen war. Also einfach immer mal wieder probieren, vielleicht klappts dann irgendwann von allein..

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