Mamasein

Das Osterkind und ich hatten eine schlimme Nacht. Eigentlich haben wir schon seit einer Woche schlimme Nächte. Bisher war ich nämlich sehr schlafverwöhnt. Das nächtliche Stillen bekam ich nicht wirklich mit und stieg morgens sehr erholt aus dem Bett.

Seit einigen Tagen ist es damit vorbei. Das Osterkind wird gegen 2 Uhr wach und möchte dann erstmal nicht mehr schlafen. Bisher lag sie dann neben mir (nachdem wir ins Gästezimmer ausgezogen sind), das Licht ist an und ich döse weiter, während sie sich mit ihren Händen und Füßen beschäftigt. Ich vermute ja diesen 20-Wochen-Todesschub dahinter. Aber wer weiß das schon…

Heute Nacht weckte sie mich um 0.45Uhr mit großem Geschrei. Wir verließen das Schlafzimmer. Das Osterkind war immer noch todmüde, nix mit Spielen, aber Schlafen ging trotzdem nicht. Nachdem ich gestern nach zwei leidlichen Stunden den Staffelstab an den Hauptfreund abgab, dies aber in einem völlig verkorksten Tag mündete (er war aufgrund des mangelnden Schlafes eher weniger belastbar), entschied ich mich heute Nacht für durchhalten.

Sie wollte getragen werden. Mehr nicht. Rumtragen. Ich war jedoch müde, war für diese Situation viel zu spät ins Bett gegangen, und verlor langsam die Geduld. Natürlich weiß ich, dass sie das nicht macht, um mich zu ärgern. Das sie Spaß daran hat, mich wach zu halten. Aber ich war müde und wollte einfach nur ins Bett. Um 1.30Uhr band ich sie ins Tuch. Und lief in der dunklen Wohnung auf und ab. Und während ich so laufe und hoffe, dass sie endlich ihr Köpfchen an meine Brust legt und die Augen zu macht, denke ich so: Heute ist es ja nicht so weit her mit meiner Mutterliebe.

Ich dachte es und erschrak direkt über den Gedanken. Denn eigentlich ist es falsch. Genau das ist doch Mutterliebe. Nachts, todmüde das Kind im Tuch durch die Wohnung tragen. Anstatt es im Kinderzimmer schreien zu lassen.

Und schließlich ist es alles nur eine Phase. Sie wird auch wieder durchschlafen. Und dann können sich auch wieder meine Nerven erholen.

3 thoughts on “Mamasein

  1. Mein Sohn wurde im Mai 1996 geboren und war ein nachtaktives Kind. Wir saßen gerne auf einem Gymnastikball hüpfend im Wohnzimmer und haben uns beispielsweise die Sommerolympiade in Atlanta anschaut. In den darauffolgenden Jahren kletterte er regelmäßig jede (!!!) Nacht aus seinem Bett, um mir beim Schlafen Gesellschaft leisten zu können. Was wurde ich damals dafür gerügt, dass ich ihn total verwöhne und verziehe. Mir war’s egal. Ich wollte kein Theater, und er hat das zu dieser Zeit einfach gebraucht. Und Mutterliebe hält die Strapazen auch recht gut aus 😉

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