Die Formbrotsache

Heute hatte ich ein Entwicklungsgespräch mit der prinz’schen Bezugserzieherin in der Krippe. Zum einen wollte sie hören, wie der Termin in der MHH so war, zum anderen wollten wir eben turnusmäßig abgleichen, wie sich der Prinz so eingelebt hat und was er für Fortschritte macht.

Ich mag solche Gespräche nicht sonderlich. Weder für mich noch für meine Kinder. Meist habe ich das Gefühl geprüft und am Ende (für meine erzieherischen Fähigkeiten) beurteilt zu werden. Sowas mag ich nicht. Des weiteren hatte ich nach dem ersten Gespräch (am Ende der Eingewöhnung) das Gefühl, dass die Bezugserzieherin unbedingt etwas „negatives“ finden will. Damals „kritisierte“ sie, unser Abschied würde zu lange dauern und ich würde es dem Prinz dadurch unnötig schwer machen. (Ich wollte ihn nur nicht einfach abschieben.)

Nun denn. Heute war ja ein neuer Tag und ich berichtete von letzter Woche. Aber anstatt anzuerkennen, dass er im Grunde alles aufgeholt hat, betonte sie die verzögerte Sprachentwicklung. Ich meinte, dass wir – in Absprache mit dem Arzt – eben noch warten und dem Prinz Zeit geben wollen. Sie kommt mit ihrer Fortbildung und der Tatsache, dass man so früh wie möglich mit Logopädie dagegen steuern soll, da die Sprache mit 3 Jahren quasi fertig entwickelt sei.

Dann kam der Punkt Selbstständigkeit. Okay, ich gebe zu, dass wir dem Prinz viel abnehmen. Zum einen ist er unser erstes Kind und ich weiß einfach nicht, ob ich von einen Zweijährigen erwarten kann, sich allein auszuziehen. Zum anderen ist der Prinz auch ein bisschen faul und dann mach ichs lieber selbst, als 100x zu sagen, er solle bitte. (Dazu ist er nicht gerade die Geduld in Person und wird schnell wütend, wenn was nicht klappt. Er ist halt 2.) Wir werden uns jetzt also bemühen, mehr von ihm zu verlangen. Wobei das eher ein Thema für den Hauptfreund wird. 😉

Dann kamen wir zum Thema Essen. Bis vor kurzem gab ich dem Prinz jeden Morgen Kindermüsli und Joghurt mit in die Krippe. Eben weil es eine Zeit gab, da aß er schlicht und einfach nichts anderes. (Zähne oder whatever. Wer weiß das schon so genau.) In dieser Zeit schälte ich auch die Paprika. Weil er sie sonst einfach nicht aß. All das wurde bemängelt. Gehört jetzt ja aber der Vergangenheit an. Aber die Formbrote! Wieso ich ihm denn die Brote ausstechen würde, fragte sie. Weil er die Rinde nicht mag, antwotete ich (und dachte: und weil es schöner aussieht). Ich solle das in Zukunft besser lassen. Der Prinz müsse die Rinde (vom Toast?!) essen. Das wäre gut für die Mundmotorik und im Anschluss auch für das Sprechen. Ich nickte. Und sagte nichts. Erst im Anschluss, als ich vor der Tür stand, dachte ich: wtf? Es klingt ja logisch und deshalb denke ich, wird sie einen Grund haben. Aber mal ehrlich: Rinde vom Brot ist wichtig für das Sprechen? Ich hasste noch in der 5.Klasse Rinde am Brot und sabbele wie ein Wasserfall, wenn man mich lässt. :/ Ich glaube, es geht eher darum, dass der Prinz Sternbrote in seiner Brotdose hat und die anderen Kinder eben nicht. Aber mal ehrlich: Ist das mein Problem?!

So ging das Gespräch dahin und natürlich wurde wieder der starke Wille des Prinzen angesprochen. Wenn er etwas will oder eben nicht will, dann ist das so. Dann macht er es auch nicht oder tobt, wenn es ihm verboten wird. Was soll ich tun? Den Willen meines Sohnes brechen? Ihn bestrafen, wenn er nicht „funktioniert“? Ich lasse diese Aussagen dann einfach so stechen. Ja, er hat seinen eigenen Kopf. Schön, dass auch sie es bemerkt haben. Punkt.

Was ich aus diesem Gesprächen lerne? Ich muss endlich meine Meinung sagen. Ich muss aufhören mich danach zu Tode zu reflektieren. Ich muss vielleicht auch noch mehr für meine Kinder eintreten.

Heute Nachmittag gab mit die Erzieherin jedenfalls das Protokoll unseres Gesprächs zur Unterschrift. Auch die Formbrotsache stand drin. Als letzter Punkt stand da: Die Eltern bemühen sich den Prinz zu mehr Selbstständigkeit zu animieren. Drei Ausrufezeichen. Nun denn.

3 thoughts on “Die Formbrotsache

  1. Versuch, dir das nicht ganz so zu Herzen zu nehmen. Bei uns waren 2 von 3 Gesprächen so bzw so ähnlich und ich hab echt überlegt, was ich alles falsch mache. Das Thema Sprache war auch ganz groß, da mein Kind mit 2 fast nix sprach. Aber die Logopädin meines Vertrauens (eine Freundin) hat mich dahingehen beruhigt. Ich finde es aber nach wie vor schwierig mit der Kritik der Erzieher umzugehen, wenn mir da Sachen erzählt oder Ratschläge gegeben wurden. Es geht eben um mein Liebstes – mein Herz. Ich finde mein eigenes Gefühl da wichtiger und versuche mich daran zu halten. Auch nach 4 Jahren Kita schwierig.

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