Was bleibt.

Am Sonntag stand ich mit dem Osterkind am Grab meines Vaters. 15 Jahre und drei Monate ist er nun tot. Das alles fühlt sich, seit ich Kinder habe, sehr surreal an. Anfang. Ende. Und ich mitten drin.

Seit die Kinder Teil meines Lebens sind, erlebe ich jeden Tag Momente, in denen er schmerzlich fehlt. Diese Momente gab es davor auch. Aber nicht so häufig. Bevor der Prinz geboren war, waren es nur die einschneidenden Erlebnisse. Abitur, Diplom, das Auftauchen des Hauptfreunds. Sowas halt. Seit ich jedoch schwanger wurde, merke ich jedem Tag, dass er fehlt. Er war ein toller Papa. Er war ein toller Opa. Und wäre es auch für meine Kinder gewesen.

Auf dem Rückweg vom Friedhof wurde mir bewusst, dass er dem Prinz und dem Osterkind niemals so viel bedeuten wird. Dass egal wie viel ich ihnen von ihrem Opa erzähle, sie ihn niemals kennen werden. So wie ich meine Großväter nicht kannte.

Zudem merke ich, dass die Erinnerungen langsam verblassen. Sein Gesicht ist nicht mehr so deutlich. Seine Stimme kann ich nicht mehr hören. Was aber bleibt und mit jeder Erinnerung, die durch die Kinder geweckt wird, deutlich wird, ist das Gefühl. Die Liebe. Sie war meine ganze Kindheit über da und trägt mich auch heute durch stürmische Zeiten.

Es ist das wichtigste, was ich durch ihn gelernt habe und was ich an meine Kinder weitergegeben will. Und so tragen auch sie ein Stück ihres Opas in sich. Denn die Liebe bleibt da. Auch wenn der Mensch länger tot ist, als man ihn kannte.

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