Entwicklungssprünge

Die Kinder wachsen und zwar schneller, als ich derzeit mit komme. Vielleicht liegt es daran, dass ich jetzt 39 Stunden die Woche im Büro rum hänge und morgens und abends dazu noch 30 Minuten in der Bahn sitze. Aber mir scheint, als wären meine Kinder in den letzten Wochen richtig groß geworden.

Der Prinz zum Beispiel. Er spricht. Fast jeden Tag ein neues Wort. Alle winzigen Bedenken, die Worte würde nie den Weg zu seinem Mund finden, sind weggeblasen. Ganz neu im Repertoire: Bus. War irgendwie klar, dass nach „Bahn“ dann auch bald „Bus“ folgen wird. Am Samstag ist er dann übrigens auch in Tränen ausgebrochen, weil die Gleise der Stadtbahn erneuert werden und die ja nun „aua“ haben. Empathie kanner. Seit neustem nennt er das Osterkind „Nena“. Oder „B“, was wohl – cool wie er ist – die Abkürzung von „Baby“ ist. Nena gefällt mir übrigens sehr gut. Bisher haben wir das Osterkind nämlich immer bei ihrem vollen Namen gerufen (nur meine Mutter hängt von ein „-chen“ an ihren Namen – gruselig!), weil er keinen offensichtlichen Spitznamen bietet. Jetzt haben wir Nena und ja, damit kann ich gut leben. Auch aus- und anziehen klappt immer besser. Türen öffnen sowieso.

Das Osterkind dreht sich seit knapp einer Woche vor allem beim Einschlafstillen gern auf den Bauch, stützt sich dann ab, krabbelt in den Viefüßlerstand und setzt sich dann ins Bett. Das alles macht sie sehr souverän. Dass es vor zwei Monaten noch undenkbar war, dass sich Madame auch nur allein hinsetzt, ist vollkommen vergessen. Bisher bewegt sie sich noch nicht vom Fleck, nur nach rechts oder links dreht und rutscht sie ein wenig. Sie zieht sich aber gern schon mal an meinem Kragen hoch, wenn ich sie nicht gleich hochnehme, sodass alles andere auch nicht mehr ewig auf sich warten lässt. Zudem hat Madame eine neue Lieblingsbeschäftigung bei Tisch. Sie nimmt mir jetzt zu gern mein Messer aus der Hand und versucht mein Brot zu schmieren. Einwände meinerseits werden nicht geduldet. Auch isst sie lieber mit der Gabel und piekt alles auf, der Löffel hingegen wird meist ignoriert. Da war ihr Bruder ganz anders. Außerdem beginnt sie zu sprechen. Mama, Papa, da, auf, ab und ja klappen schon ganz gut. Und ich glaube, sie nennt den Prinz „dada“.

Ach ja. Sie wachsen viel zu schnell. (Und jetzt muss ich ins Schlafzimmer. Gestillt wird nämlich trotzdem noch.)

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