Kindersicherheit. Und so.

Heute ist nationaler Kindersicherheitstag. Ein Tag, der jedes Jahr am 10. Juni stattfindet und die Öffentlichkeit für das Thema Sicherheit von Kindern im Haushalt, im Alltag, im Leben sensibilisieren soll. Denn seien wir mal ehrlich, wenn man es nüchtern betrachtet ist es ja schon ein Wunder, dass wir alle erwachsen geworden sind.

Der diesjährige steht unter dem Motto „Planschen. Baden. Schwimmen. Sicher geht das.“ und das ist schon bitter, wenn ich an die erste Schlagzeile denke, die ich heute morgen in der Zeitung laß: Am vergangenen Wochenende ist ein 2jähriges Kind im Gartenteich seiner Großeltern ertrunken. Und ich denke an unseren ehemaligen Kinderarzt, der uns riet: „Haben Sie einen Gartenteich? Schütten Sie ihn zu!“

Aber eigentlich geht mir das Thema schon seit letzter Woche durch den Kopf. Denn letzte Woche ist ein Kind hier in Hannover von einem Auto überfahren worden. Sie starb als sie hinter einem Bus über die Straße zu ihrer Schwester laufen wollte und von einem Golf GTI erfasst wurde. Das alles nimmt mich sehr mit. Weil mich das Muttersein weicher gemacht hat und weil ich das jetzt alles ganz anders reflektiere. Am Tag nach dem Unfall fragte eine der großen Tageszeitungen hier in Hannover „Wie viele Kinder müssen hier noch sterben?“ und mahnte an, dass man jetzt endlich die Bus- und die Straßenbahnhaltestelle auf eine Seite der Straße bringen müsste. Aber mein erster Gedanke war: Wo ist die Bildzeitung, wenn man sie mal braucht? Wo ist die Bildzeitung, die den Autofahrer an den Pranger stellt? Nicht, dass ich das gut finde. Aber auch ohne Verkehrsexperte zu sein, kann ich mir denken, dass der Unfall vielleicht nicht hätte tödlich enden müssen, wenn das Auto mit den vorgeschriebenen 5-7 km/h gefahren wäre. Aber Schrittgeschwindigkeit scheint vielen Autofahrern nicht bekannt zu sein. Das kenne ich ja schon hier aus der Spielstraße. Noch immer brülle ich den Autos hinterher und wundere mich nur ein bisschen, dass ich dafür noch nichts auf die Fresse bekommen habe.

Im allgemeinen sieht man solche Gefahren aber wohl erst, wenn man die Welt mit erwachsenen Kinderaugen sieht. Seit ich Kinder habe gehe ich nicht mehr bei Rot über eine Ampel. Fahre nicht schneller als erlaubt. Versuche ein Vorbild zu sein. Und wünsche mir das auch viel mehr von meinen Mitmenschen.

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