Nachtschreck deluxe

Gestern Abend, gegen halb 11. Ich stehe gerade im Bad und will mir die Zähne putzen, als das Osterkind anfängt zu weinen. Nein, zu schreien. Kurz denke ich noch: Wie jeden Abend. Seit ein einhalb Jahren habe ich abends keine Zeit mehr meine Zähne ganz in Ruhe zu putzen. Als ich dann ins Schlafzimmer komme, merke ich aber, dass das hier kein „normales“ nach Mama-Rufen ist. Das ist schlimmer.

Das Osterkind hockt im Bett und weint bitterlich. Normalerweise lege ich mich neben sie und sie darf stillen. Aber gestern war daran nicht zu denken. Ich nahm sie also hoch und hielt sie erstmal fest. Sofort klammerte sie sich an mich, stieß sich wieder ab, um mich kurz danach wieder festzuhalten. Sie Strecke sich durch, kuschelte sich an mich und schrie, schrie, schrie. Irgendwann ging ich mit ihr ins dunkle Wohnzimmer und summte vor mich hin. Sie beruhigte sich immer wieder kurz, um dann wieder zu weinen. Erst als wir am Küchenfenster standen und die Straßenlaterne uns etwas Licht spendete, wurde sie ruhiger. Und klarer. Bis dahin hatte sie wirklich die Augen geschlossen und ich musste davon ausgehen, dass sie schläft. Und so stand ich mit meiner kleinen, aber gar nicht mehr so leichten, Tochter am Küchenfenster, sie kuschelte sich an mich heran, ich vergrub mein Gesicht in ihren Haaren. Und ich dachte: Irgendwann werde ich ihr davon erzählen, wir oft ich nachts mit ihr durch die dunkle Wohnung gewandert bin. Früher mit Tragetuch, heute mit ihr auf dem Arm.

Heute steckt mir der Schreck noch etwas in den Knochen. Beim Prinz hatten wir das in der Krippen-Eingewöhnungsphase auch öfter. Und da steckt das Osterkind ja auch gerade mitten drin. Aber souveräner wird man auch nicht, je öfter man den Nachtschreck im Haus hat. Ich habe das für Sie getestet. Puh.

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