Vom Ich zum Du

Heute fragte mich die @MonaausHannover warum ich mich eigentlich für Kinder entschieden hätte. Und ob es mir nicht fehlen würde, Zeit für mich zu haben. Dinge zu tun, weil ich sie tun will. Morgens um acht nicht Bilderbücher angucken zu müssen, nur weil einer meiner minderjährigen Mitbewohner dies wünscht. Nun denke ich schon den ganzen Nachmittag darüber nach und versuche mal eine „richtige“ Antwort darauf zu finden.

Eigentlich gab es nicht den einen Moment, in dem ich mich bewusst für Kinder entschieden habe. Es gab den einen Moment in dem ich den innerlichen „Startschuss“ gab, aber dass ich Mutter werden will wusste ich schon lange. Sehr lange. Vielleicht schon immer. Diesen Wunsch machte ich nicht einmal an einer funktionierenden Beziehung fest. Ich würde irgendwann ein Kind bekommen, mit oder ohne den dazugehörigen Vater, das war mir klar. Aber warum das so klar war, dass weiß ich nicht.

Natürlich ist es so, dass mir manchmal mehr, manchmal weniger, meine „Freiheit“ fehlt. Natürlich würde ich gern abends ausgehen. Morgens länger als bis fünf Uhr schlafen. Mal wieder ein Glas Wein oder auch Schnaps trinken. Ich hätte gern die Zeit zum Stricken, Lesen, Bloggen. All diese Momente gibt es natürlich. Ich bin nicht nur Mama. Aber ich weiß, dass diese anstrengende Zeit irgendwann vorbei sein wird. Die Kinder werden größer. Werden in ihren eigenen Betten schlafen. Werden ohne mich losziehen und irgendwann fluchend aufstehen, wenn ich es wage Sonntags gegen elf zu saugen.

Ich glaube, die Entscheidung für Kinder war keine bewusste. Das war schon immer in mir ganz tief drinnen. Die Entscheidung wann, war eine Sache der Zeit. Irgendwann hatte ich mich ausgetobt. Durchzechte Nächte, Partys die bis zum nächsten Mittag gingen, Männerbekanntschaften, die nicht immer gut für mein Herz waren. Dieses Level war irgendwann durchgespielt. Ich hatte jeden Gegner für mich bezwungen. Es war ein Weg weg vom „Ich“ – hin zum „Du“. Und dann kam der Hauptfreund. Und mein Bauch sagte „jetzt“. Und dann kam das Schicksal und mein Kopf sagte „jetzt“. Und dann war die Entscheidung, die längst getroffen war, gefallen. Wir wurden Eltern. Werden um fünf geweckt. Gucken um acht Bilderbücher an. Next Level eben.

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