Männerquote

Seit acht Wochen gibt es in der Krippe vom Prinz und dem Osterkind einen Erzieher. Also eine männliche Person, sie sich (hauptsächlich in der Gruppe des Osterkindes) um das Wohl meiner Kinder kümmert. Mit ihnen spielt, mit ihnen kuschelt, sie wickelt und sie zum Mittagsschlaf hinlegt.

Als ich davon erfuhr, dass ein Mann die Stelle der Erzieherin ausfüllt, war ich von Anfang an begeistert. Ich finde es richtig und gut, dass beide auch in der Krippe mit männlichen Vorbildern aufwachsen. Ihr Papa ist zwar auch ein Vollblutpapa, der vom wickeln, füttern, spielen alles macht und machen musste. Aber gerade in der Betreuung haben Kinder ja oft nur Frauen um sich, die, seien wir mal ehrlich, viele Dinge eben doch anders regeln. Deshalb war ich froh, dass „unsere“ Kita einen Mann beschäftigt.

Als ich meiner Freundin auch ein wenig stolz davon erzählte, fragte sie schon, ob ich damit denn kein Problem hätte. Zuerst wusste ich nicht, was sie mir damit sagen will. Ein paar Hirnentknotungen später wurde mir klar, worauf sie hinaus will. Ich schüttelte den Kopf und fragte sie, wie sie auf die Idee kommen könnte, ein Erzieher könnte meinen Kindern etwas „antun“. Etwas, dass eine Erzieherin nicht auch machen könnte? Noch lange dachte ich über dieses Bild nach und schüttelte innerlich den Kopf. Ich will und kann diesen Sterotyp nicht unterstützen.

Gestern hatten wir Elternbeiratssitzung auch auch hier kam die Frage, ob eigentlich alle Erzieher ein polizeiliches Führungszeugnis bräuchten. Und warum dieser Erzieher denn eigentlich durch die halbe Republik gezogen sei, um jetzt hier zu arbeiten. Da war es wieder, dieses Unverständnis. Diese Vorurteile, die nicht im geringsten reflektiert werden. Einfach mal rausplatzen. Nicht nachdenken. Alles über einen Kamm scheren. Als ich dann betonte, wie sehr ich mich über die Nachricht freute, dass ein ER anfangen würde, erntete ich erstmal irritierte Blicke. Als ich dann erklärte, warum, schaute man beschämt zu Boden. Mich wühlt das immer noch maßlos auf. Warum unterstellt man Menschen einfach irgendwas? Warum reflektiert man seine Gedanken nicht mal, bevor man sie ausspricht?

Ich finde jedenfalls, dass eine Männerquote in Kitas angebracht wäre. Wenn wir über eine Frauenquote bei Vorständen sprechen, wäre das nur konsequent. Für mehr Männer, die unseren Kindern Vorbilder sind!

2 thoughts on “Männerquote

  1. Was für ein absurder Gedanke da direkt bei einigen aufkommt?!
    Wir haben auch einen männlichen Erzieher und der ist total klasse. Ein ganz toller Kerl, der mit den Kindern Gitarre spielt und auch sonst viel Kreativität mitbringt.

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