Wie erklärte ich den Tod?

Der Sonntagmorgen gestern begann mit der Frage des Prinzen, ob wir nicht Omi anrufen könnten. Und zack, das war er wieder. Der Holzhammer. Wie erkläre ich meinem Dreijährigen, dass wir die Omi nie wieder anrufen werden? Weil sie nicht mehr da ist?

Ich habe darüber nachgedacht, ein Buch zu kaufen und anhand dessen den Kindern das Thema „Tod“ näher zu bringen. Aber ich glaube, dass sie das Konzept „Tod“ noch nicht fassen können. Es kommt ja nicht aus ihnen heraus. Es ist nicht die Neugier, die sie fragen lässt, was Tod eigentlich heißt. Der vierjährige Sohn meiner Nichte ist da schon weiter. Er schnappt das auf und thematisiert das ganz anders. Er fragt und erzählt von sich aus, dass seine Uromi tot ist. Der Prinz aber spricht da nicht drüber. Eben auch, weil Omi 300 km weit weg wohnte und somit nicht täglicher Bestandteil unseres Alltags war. Ich will ihm keine Geschichten über den Tod erzählen, wenn das Thema nicht aus ihm heraus kommt. Ich will ihm nicht theoretisch erklären, dass da im Haus von Omi jetzt keiner mehr wohnt. Und Omi bald unter der Erde liegt.

Natürlich beantworte ich seine Fragen, erkläre, dass wir nicht mehr bei Omi anrufen können. Dass Omi krank war, so krank, dass sie gestorben ist. Dass sie nun nicht mehr da ist und wir sie nicht mehr besuchen können. Aber ob das reicht? Ob diese simplen Sätze die ganze Tragweite erklären können? Ich weiß es nicht. Aber es muss reichen. Vorerst. Ein anderer Weg fühlt sich gerade falsch an.

3 thoughts on “Wie erklärte ich den Tod?

  1. Der Tod war im letzten Jahr ein Thema, im Moment spricht sie nicht so oft darüber. Die Kleine ist 5. Sie weiß, dass mein Vater , ihr Opa tot ist. Sie hat ihn nie kennengelernt. Wir besuchen sein Grab und sie „hilft“ der Oma beim sauber machen des selbigen. Ich habe an anderer Stelle auf meinem Blog darüber geschrieben .
    http://briganti-diesammlerin.blogspot.de/2014/09/vom-sterben-die-sorge-eines-kleinen.html
    Ihren Vater hat sie jetzt seit Weihnachten nicht mehr gesehen, sie wartet weiterhin darauf das er wieder gesund wird. Er war jetzt lange im KH und ist seit einer Woche wieder zu Hause, aber zu schwach zum Reisen und möchte auch nicht , dass das Kind ihn so sieht. Die beiden telefonieren oder schicken sich Bilder. So bleibt der Kontakt und die Gewissheit , Papa ist noch da. Es gibt wunderbare Kinderbücher, die helfen. Lass dich mal beraten. In unserem Kindergarten gibt es sogar eine Trauerkiste, darin sind Bücher für Eltern und Kinder. Wenn du magst schau ich mal einige Titel nach.

    Liebe Grüße
    die Sammlerin

  2. Da könntest du Recht haben. Der Prinz gibt sich ja mit der „einfachen Antwort“ auch zufrieden. Wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein, weil ich es nicht verstehen kann…

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