Auf in ein tamponfreies Leben

[Achtung, trigger-Warnung. In diesem Beitrag geht es um meine ersten Erfahrungen mit einer Mensturationstasse. Wer das nicht lesen möchte, der kann hier direkt wieder aussteigen.]

Vor etwas über einem Jahr laß ich bei ringelmiez das erste Mal von „Ruby Cup“. Das Wort „Menstruationstasse“ hatte ich bis dahin nur einmal gehört und G*oogle hatte mir bereits verraten, dass sowas eigentlich schon ziemlich weit verbreitet war. In meiner Filterbubble waren sie noch nicht angekommen, aber das änderte sich ja mit dem Beitrag von ringelmiez. Darin beantwortete sie alle Fragen, die man sich so stellen kann und irgendwie war das Argument, dass Frau jeden Monat mit den Hygieneprodukten einfach einen riesigen Berg Müll produziert sehr einleuchtend. Mir fiel das ja erst so richtig nach der Geburt vom Osterkind auf. Wenn man gefühlt drei Jahre keine Menstruation hat, dann merkt man erstmal, wie viel man da jeden Monat wegschmeißt. Ich dachte also über Alternativen nach.

Nach einem Jahr hatte ich dann all die alten Tampons aufgebraucht und wollte das Experiment wagen. Also bestellte ich mir eine Ruby Cup. Und testete sie ausgiebig, als ich direkt mal auf Dienstreise fuhr.

Rubycup

Ruby Cup ist eine „Tasse“ aus medizinischem Silikon, die die Menstruation da aufnimmt, wo sie passiert. Also echt jetzt. Der Vorteil: Es handelt sich dabei eben nicht um (wahrscheinlich gespritzte) Baumwolle, die danach unbrauchbar ist. Die Tasse wird einfach ausgeschüttet (ins Klo), mit Klopapier ausgewischt oder – wenn möglich – mit klarem Wasser ausgewaschen und kann dann wiederverwendet werden. Das macht das Ding nicht nur wahnsinnig umweltfreundlich, sondern auch unheimlich praktisch.

Wie gesagt, ich testete meine Menstruationstasse direkt auf einer Dienstreise, die eigentlich ein Barcamp war. Normalerweise hätte ich bei jedem Besuch auf dem Klo vorher umständlich einen Tampon in meine Hosentasche fummeln oder direkt jedes Mal meine Handtasche mitnehmen müssen. Dazu kommt, dass ich vor Antritt der Reise schon hätte abschätzen müssen, wieviele Tampons ich brauche. Oder dann wieder welche nachkaufen, damit sich die Sammlung zu Hause noch mehr erhöht. Das alles fiel weg. Denn ich hatte ja alles direkt – und ohne, dass es irgendeiner sehen konnte – dabei. Das machte die Sache unheimlich entspannt.

Auch die Handhabung ist ziemlich easy. Wer Erfahrung mit Tampons hat, der bekommt auch das mit der Mestruationstasse hin. Beim allerersten Blick dachte ich zwar noch, dass das im Leben nicht funktioniert. Aber diesen Gedanken hatte ich beim ersten Tampontest auch. Im Prinzip ist es auch nichts anderes und nach einem Tag fragte ich mich, warum ich das nicht schon viel früher probiert habe. Klar, ist es am Anfang ungewohnt. Aber im Grunde ist es der Gedanke, der da die treibende Kraft ist. Fühlen tut man da nämlich nix.

Ich kann die Ruby Cup also nur weiter empfehlen. Für mich hat sich der erste Test schon gelohnt. Und ach ja: Durchschnittlich soll sie 10 Jahre halten. Da relativieren sich die 30 Euro auch ganz schnell.

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