Warum ich der Bahn nicht (mehr) nachlaufe.

Seit ich wieder Arbeiten gehe, nutze ich auch jeden Tag die Stadtbahn. Da mein Arbeitsplatz in der Innenstadt liegt, ist es so einfach praktischer. (Einmal habe ich die Anfahrt mit dem Auto versucht und habe genauso lange gebraucht, als hätte ich die Bahn genommen. Meine Nerven waren aber deutlich mitgenommener, da die Fahrradfahrer hier in Hannover ziemlich lebensmüde sind.)

Da wir aber nicht mehr direkt in der Stadt, sondern eigentlich schon im Umland, wohnen, kann ich nur eine Linie nehmen. Diese fährt aller 10 Minuten, was für mich „Landkind“ ein echter Luxus ist. In meiner Heimatstadt fuhr alle 30 Minutennein Bus – wenn überhaupt. Dennoch hatte ich lange das Bedürfnis, dieser einen Bahn nachzurennen. Ganz nach dem Motto: „Die krieg ich noch!“ Und ärgerte mich arg, wenn sie eben doch schon weg war. Oder die Türen gerade verriegelt wurden, als ich auf den „Öffnen“-Knopf drückte. Dann war ich genervt, schimpfte in Gedanken auf den/die doofe/n Fahrer/in, die mich doch noch hätte sehen und ein Herz haben können. Grml! Blöde ü*stra!

Irgendwann merkte ich jedoch, dass mir sowas den Tag verdirbt. Und ich hörte auf. Ich fing an, die „gewonnene“ Zeit zu nutzen. Das sind Minuten, nur für mich! Kein Kindergeschrei, keine Sachen, die jetzt sofort erledigt werden müssen. Das ist meine kleine Auszeit. Also genieße ich es. Oder ich erledige online Dinge, die eh gemacht werden müssen. Das Windelabo aktualisiert. Klamotten für die Kinder bestellt. E-Mails oder Nachrichten an Freunde und/ oder Familie schreiben. Twittern.

Heute waren es 8 Minuten, die mir geschenkt wurden. Genug Zeit, um der Schwester zu schreiben und in Ruhe durchzuatmen. Ich blogge nun auf dem Weg ins „Umland“ – denn auch dafür ist ein „langer“ Arbeitsweg mit den Öffis perfekt. Aber das ist eine anderer Geschichte.

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