Befund: positiv

Vergange Woche brachte der Sohn eine Zecke mit nach Hause. Wir bemerkten sie am Abend, als wir eigentlich schon beim Einschlafkuscheln waren. Natürlich entfernten wir das Ding sofort, bewarten es aber auf.

Am nächsten Morgen erzählte mir die liebe @katjagoogoo, dass ich die Zecke in der Tierärztlichen Hochschule auf Borreliose untersuchen lassen könnte. Also schnell Google befragt und das Miststück, welches meinen Sohn gebissen hatte, in die TiHo gebracht. Seit dem Wissen um den Stich beobachten wir die Einstichstelle und ich atme jedes Mal ein wenig erleichterter auf, wenn keine Reaktion zu sehen ist. Aber dennoch ist da dieses mulmige Gefühl und der Gedanke, was denn die Untersuchung ergeben wird.

Heute kam dann das Ergebnis: positiv. Diese blöde Zecke war Borreliose-positiv. Einzig, dass sie jetzt tot ist, befriedigt mich ein kleines bisschen. Ansonsten ist da vor allem dieses Bauchgrummeln, was jetz vorherrscht. Google und Wikipedia sagen was von 6% Erkrankungswahrscheinlichkeit und guten Aussichten, wenn früh erkannt und Antibiotikaeinsatz. Mein Kopf rechnet hin und her, sagt meinem Bauch, dass man jetzt eh nichts mehr ändern kann. Dass meinen Kindern jeden Tag viel schlimmere Dinge passieren können. Dass selbst Ertrinken wahrscheinlicher als eine Erkrankung an Borreliose ist.

Aber ich frage mich jetzt auch, ob wir uns mit dem Test echt einen Gefallen getan haben. Ob es schlau ist, immer alles genau wissen zu wollen. Jetzt betrachte ich den Prinz und die Einstichstelle noch genauer. Frage mich, was ist. Kann die Gedanken noch weniger von mir wegschieben. Ich überlege, ob ich meine Kinder nie wieder in die Natur lassen werde. Ob ich persönlich jede einzelne Zecke auf diesem Planeten möglichst schmerzhaft eliminieren werde. Ich weiß, dass das alles keine realen Optionen sind. Aber ja, jetzt ist das begründete Angst. Also sie ist begründeter als vorher. Als wir noch keine Gewissheit hatten.

Natürlich werde ich das machen, was gute Mütter eben machen: Aufmerksam sein, aber alles andere wegschieben. Alles wird gut. Basta. Ist ja nicht so, als hätte ich diese Lektion nicht schon in den ersten zehn Lebenswochen des Prinzen gelernt. Aber dennoch bleibt da dieser winzige Gedanken in meinem Kopf und die Frage, welche Daseinsberechtigung Zecken eigentlich auf diesem Planeten haben.

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