Alptraumjob

Ich sitze gerade in der Bahn und fahre zur Arbeit. Und ich kann nicht bestreiten, dass ich nicht ein bisschen Schadenfreude empfunden habe, dass heute ich den brüllenden (weil unausgeschlafenen) Prinz bei seinem Papa zurücklassen durfte. In den vergangenen zwei Wochen war ich nämlich die, die sich morgens um die motzigen Kinder kümmern musste durfte. Und in zwei Wochen, wenn der Mann keinen Urlaub mehr hat, werde ich es auch wieder sein.

In den vergangenen zwei Wochen war ich Vollzeit „Hausfrau und Mutter“ und ich realisierte wieder einmal, dass das mein absoluter Alptraumjob ist. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe es, Zeit mit den Kindern zu verbringen. Und ich habe es auch sehr genossen, dass unser Leben so viel einfacher wirkt, wenn einer zu Hause ist und Einkauf, Abwasch und Wäsche nicht „noch nebenbei“ gemacht werden müssen. Natürlich merken wir es total, wenn nicht alles zwingend aufs Wochenende oder die Abende geschoben werden muss. Wenn der Mann nicht in der Mittagspause einkaufen oder ich nach der Arbeit noch Besorgungen machen muss. Aber ich bin eben keine „Vollzeit Hausfrau“.

Nach zwei Wochen merkte ich nämlich durchaus, dass meine Nerven endlich sind. Das mir die „Ich-Zeit“ – und ja, da zähle ich auch die Zeit im Büro dazu – fehlt. Ich habe nämlich meinen Traumjob und genieße es daher sehr, arbeiten zu dürfen. Und dann ist die Zeit mit den Kindern eben auch Qualitytime, die ich viel mehr genießen kann. Dann sind die Wutausbrüche nicht der Weltuntergang, weil ich auch noch andere Dinge sehe, erlebe, mich über die Kollegen ärgern kann. Das alles macht mich zu einer entspannteren Mutter, glaube ich.

In den letzten Wochen (und auch vor meinem Urlaub) habe ich anfangen zu brüllen. So wie meine Mutter immer gebrüllt hat. Und das muss sich ändern. Das geht so nicht. Aber auch deshalb brauche ich den „Ausgleich“, den ich durch meine Arbeit und die einstündige Pendelzeit habe.

Natürlich bin ich 168 Stunden die Woche Mama. Aber es reicht mir vollkommen, wenn ich davon 39 Stunden weniger „Hausfrau“ sein muss. 

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