… was sich ewig bindet

Irgendwann heute fand ich in meiner Facebook-Timeline ein Interview im Süddeutsche Magazin mit dem schönen Titel „Im Gesetz steht von Liebe kein Wort„. Darin beschreibt eine renommierte Scheidungsanwältin, was sie in all ihren Berufsjahren so erlebt und gesehen hat. Es geht um die Ehe und deren Ende. Und ja, der Text ist schon etwas ernüchternd. Sehr ernüchternd.

Sie erzählt, dass oft die Vollzeitjobs und das zweite Kind eine Ehe beenden, weil sich die Partner auseinander leben und der Alltag alles andere frisst. Aber natürlich sind es nicht die Vollzeitjobs und die Kinder, sondern die Ansprüche, die man so stellt. Zwei Kinder sind eine Hausnummer, ja. Eine 40-Stunden-Woche ist eine Hausnummer, vor allem, wenn man noch eine picobello Wohnung haben will.

Deshalb haben wir unsere Ansprüche angepasst: Da wir nicht einmal eine Spülmaschine besitzen (Ha! Wir tollkühn wir unsere Ehe aufs Spiel setzen!), schaffen wir abends meist nur den Abwasch. Das Chaos im Wohnzimmer bleibt viel zu oft liegen. Die Wäsche wird ab und zu nochmal gemacht, aber alles andere schieben wir aufs Wochenende. Und natürlich sind wir abends oft zu müde für alles, was über Sofa und Serien hinaus geht. Meist verkrümele ich mich direkt um 9 mit meinem Kindle im Bett. Aber das ist ok. Wir wissen, dass es auch anders werden wird. Das die Zeit, in der die Kinder so klein sind, begrenzt ist und wir wahrscheinlich viel zu früh wieder allein wohnen.

Was mir an dem Interview aber wirklich imponiert hat, war die nüchterne Herangehensweise an das Thema Ehe. Ich bin da ja auch eher Realist: Mir ist klar, dass man für dieses „Auf immer und ewig“ arbeiten muss. Höchstwahrscheinlich hart arbeiten muss. Dass etwas Metall an einem Finger keine Garantie ist – weil das Leben eben keine Garantien gibt. Wenn man mich fragt, habe ich nicht aus Liebe geheiratet. Denn lieben kann man sich auch ohne Trauschein. Wir haben geheiratet, weil es vor allem wenn es „offiziell“ wird leichter ist,  wenn der Staat einem glaubt. Und weil man Steuern spart, natürlich. Hihi.

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