Der Weg zu mir

Wie ich bereits schrieb, besuchte ich letzte Woche ein Inhouse-Seminar meines Arbeitgebers. Titel: „Seminar f√ľr Frauen: Starker Auftritt“ Es ging um Rhetorik, Ausstrahlung, selbstbewusstes Auftreten und heute dann schlie√ülich auch noch um Kommunikation.

Ich war schon einmal auf √§hnlichen Seminaren. Im Grunde hatte ich viele Sachen auch schon einmal geh√∂rt, aber leider im Laufe der Zeit tief in mir drinnen versch√ľttet. Und dennoch waren diese beiden Tage auch ein Weg zu mir selbst.

Wir sollten uns selbstreflektieren und per Video analysieren und stellten schnell fest: Irgendwie ging es jeder von uns Teilnehmerinnen ähnlich. Lampenfieber, wenn wir vor den anderen sprechen sollten. Den Wunsch, die anderen nicht zu enttäuschen. Die Angst, nicht gemocht zu werden. Wir alle sind uns so ähnlich und doch dachte ich von den meisten anderen Teilnehmerinnen: Boah, sind die selbstbewusst. Alles gestandene Frauen.

Mir ist vor allem aufgefallen, was die letzten Jahre aus mir gemacht haben. Dass ich mich seit den letzten Seminaren dieser Art – bevor ich Mutter wurde – weiterentwickelt habe. Erwachsener geworden bin. Ich wei√ü, dass nicht jedes Problem das Ende der Welt ist. Ich wei√ü, dass ich eine Menge aushalten kann. Und ich habe reflektiert, dass ich in meinem Leben noch nichts richtig schlimmes durchmachen musste. Es gab Schicksalsschl√§ge in den letzten 32 Jahren – klar. Vielleicht auch mehr, als sie ein anderer Mensch bis hierher erleben musste. Aber es ist niemals exsistenzbedrohend gewesen. Ich bin st√§rker geworden. Es stimmt: Was einen nicht umbringt, macht einen stark. Und daf√ľr bin ich unendlich dankbar.

Diese Tage waren ein Weg zu mir selbst, sie haben mir gezeigt, was ich kann und dass ich das auch zeigen kann. Dass ich mich nicht verstecken muss, auch wenn mir meine Erziehung das Wort „Bescheidenheit“ eingebl√§ut hat. Ich gehe seitdem aufrechter durchs Leben und bin dankbar, dass mir das alles so passiert ist. Das Leben kann nicht immer nur gradlinig und gl√ľcklich verlaufen, aber erst die Tiefen lassen uns die H√∂hen wertsch√§tzen.

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