Das Haarexperiment – Woche 1

Vor ca. zwei Wochen la├č ich das erste Mal etwas ├╝ber „No poo“. Es war ein Artikel der „B*unte“ und er war mit einer dieser Klick-generierenden-rei├čerischen ├ťberschriften betitelt. Ich klicke nicht darauf, googlete aber „no poo“, weil ich wissen wollte, worum es da geht. Dass es sich um „no shamPOO“ handelt und nicht das andere (hihi), h├Ątte ich tats├Ąchlich nicht gedacht. Ich las‘ mich also ein wenig durch Web (z.B. hier oder hier) und schaute mir das eine oder andere YouTube-Video dazu an.

Aber was ist das?

Die No-Poo-Methode war wohl vor einigen Jahren in den USA der letzte hei├če Schei├č. Es geht darum, dass man aufh├Ârt sich Chemie in Form von Shampoo in die Haare zu schmieren und stattdessen auf nat├╝rliche W├Ąsche setzt. Es gibt Menschen, die waschen sich die Haare mit Roggenmehl und machen danach eine „sauere Rinse“ (das ist irgendwas mit Wasser und Apfelessig…) oder sie nutzen eben „nur Wasser“. Das Ganze bedeutet eben nicht, dass man seine Haare nicht mehr pflegt. Im Gegenteil: Man g├Ânnt seiner Kopfhaut Ruhe und gibt ihr die M├Âglichkeit, eben genauso viel Talg zu produzieren, wie man ben├Âtigt. Dazu geh├Ârt dann aber eben auch eine gewisse Disziplin was das Waschen und die „Fellpflege“ betrifft. Soll hei├čen: Ich werde meine Haarw├Ąschen jetzt auf einmal die Woche beschr├Ąnken und meine Haar zuk├╝nftig mit einer guten Wildschweinborstenb├╝rtse gr├╝ndlich – eben die obligatorischen 100 B├╝rstenstriche – durchk├Ąmmen.

Warum ist das mache? Nunja, durch meine Neurodermitis habe ich schon immer eine problematische Kopfhaut. Es ist schwierig f├╝r mich, das richtige Shampoo zu finden. Kauf ich die „guten“ aus der Apotheke, werden meine Haare trocken und stumpf. Kaufe ich welche aus der Drogerie k├Ânnte ich mir h├Ąufig nach dem Waschen die Kopfhaupt mit blo├čen N├Ągeln vom Kopf kratzen. Es ist kompliziert. H├Ąufiges Waschen macht es schlimmer. Das krasse austrocknen der Kopfhaut und Haare beg├╝nstigte das schnelle Nachfetten, was einen Waschdrang ausl├Âst und so weiter und so fort. Mittlerweile lagen zwischen meinen Haarw├Ąschen immer so vier Tage. Bei mehr f├╝hlte ich mich unwohl, bei weniger rebellierte mein Kopf.

Jetzt habe ich mich jedoch f├╝r das „Only Water“-Programm entschieden. Alle, die es ausprobiert und im Netz dar├╝ber berichtet haben, erz├Ąhlen, ihre Haare werden st├Ąrker, robuster und gl├Ąnzender. Mir ist klar, dass jeder einen anderen Haartyp hat. Aber dennoch will ich es ausprobieren. Acht Wochen soll ich meiner Kopfhaut mindestens geben, dann sollte sich die Talgproduktion eingependelt haben. Bis dahin versuche ich meine Haarw├Ąschen auf ca. einmal die Woche zu reduzieren.

So sahen meine Haare zu Beginn des Experiments vier Tage nach dem Waschen aus:

Da waren sie schon etwas fettig und ich band sie danach direkt zum Zopf. ­čśë Die B├╝rste ist jedoch der Hammer. Sie macht die Haare sehr gl├Ąnzend und verteilt den Talg bis in die Spitzen. Auch die Haare der Kinder, die wir eh nur einmal die Woche waschen (und die fast ganz nicht nachfetten), sehen nach dem B├╝rsten wie nach einer tollen Haarkur aus.

Nach f├╝nf Tagen habe ich es erstmal nicht mehr ausgehalten. Ich habe meine Haare gestern Abend also nur mit Wasser gewaschen. Das Ergebnis: Sie f├╝hlen sich lange nicht mehr so fettig an, wie vor dem Waschen. Aber „frisch shampooniert“ war auch anders. Jetzt ist das Ergebnis eher so, wie zwei bis drei Tage nach dem eigentlichen Waschen mit Shampoo. Sie sind nicht fettig oder ekelig, aber eben auch nicht fluffig. Ich finde es aber gar nicht schlimm, wenn „fluffig“ nervte mich bisher eh immer. Meine Kopfhaut juckt jedoch gerade sehr. Keine Ahnung, ob das jetzt an der K├Ąlte& Heizungsluft liegt, oder an „nur Wasser“. Ich werde das beobachten.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie meine Kopfhaut und meine Haare das Experiment annehmen. Und ich habe noch keine Ahnung, was ich mache, wenn meine derzeitige Farbe rausgewachsen ist und ich eigentlich nachf├Ąrben m├╝sste.

One thought on “Das Haarexperiment – Woche 1

  1. Ich wasche au├čerhalb der Ferien auch meine Haare nur alle 4-5 Tage (den Pony t├Ąglich, oft nur mit Seife) und es bekommt meiner Haut sehr gut. Den krassen Unterschied merke ich in den Ferien, wenn ich mal mehr Zeit zum duschen habe. Meine Haut f├╝hlt sich sofort trockener an und beginnt zu kratzen.

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