Vom Wohnen in 1,5 Wohnungen

Im vergangenen Jahr erkl√§rte ich meine Ehe f√ľr beendet. Eigentlich war sie es l√§ngst, ich habe es aber lange nicht gesehen. Sehen wollen. Wie auch immer. Im Juli 2018 merkte ich jedoch: Es geht nicht mehr. F√ľr mich war es vorbei und das teilte ich dem Papa meiner Kinder (PmK) mit.

Nun waren wir aber eben nicht nur ein Paar, sondern sind auch Eltern. Das Ende unserer Liebe sollte – und konnte – also nicht das Ende f√ľr uns im Ganzen sein. Wir bleiben verbunden und – daf√ľr bin ich dem Ex-Hauptfreund unendlich dankbar – schaffen das auf bewundernswert erwachsene Weise.

Irgendwann vor vielen Monden lass ich in diesem Internet vom Wechselmodell. Die Kinder bleiben an einem Ort wohnen, die Eltern wechseln, da sie ja getrennt sind. Genau das leben wir jetzt. Die Kinder leben weiterhin in der ehemals gemeinsamen Wohnung. Der PmK hat eine kleine Wohnung, 10 Minuten von der alten entfernt. Ich pendele eine Woche in die Nähe von Magdeburg zu meinem Freund. In der anderen lebte ich in der Wohnung bei den Kinder.

Als wir dem Prinz und dem Osterkind von unserem Plan des Wechselmodells erz√§hlten h√∂rte ich den Stein, der beiden vom Herzen fiel, f√∂rmlich. Es war der Tag an denen wir den beiden sagten, dass wir uns trennen werden. Dass Mama und Papa nicht mehr zusammen leben wollen. Sich nicht mehr lieben. Aber dass das alles eben nichts mit ihnen zu tun hat. F√ľr die Kinder √§nderte sich nat√ľrlich viel: Sie verbringen die Woche entweder mit Mama oder Papa. Aber zumindest bleibt ihr Alltag weitestgehend gleich. Sie leben weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld und sehen den jeweils anderen Elternteil auch unter der Woche. Ich bleibe Dienstags bei ihnen, damit ihr Papa seinem Hobby und Ehrenamt nachgehen kann. Er kommt vorbei, wenn ich zum Yoga m√∂chte oder arbeiten muss. Die Kinder behalten ihre Zimmer. Und vor allem: Nicht sie m√ľssen die Taschen packen, sondern die Erwachsenen.

Ich wei√ü, dass wir ein enormes Privileg haben. Wir haben die finanziellen Mittel, um drei Wohnungen (wobei 2 gro√üe Wohnungen mit entsprechend Platz wahrscheinlich genauso viel kosten, wie 1 gro√üe und 1 kleine) zu finanzieren. Wir haben die M√∂glichkeit noch miteinander reden zu k√∂nnen. Ich bin dem Papa meiner Kinder unendlich dankbar f√ľr seine Gr√∂√üe, den Schmerz mir und den Kindern nicht vor die F√ľ√üe zu kippen.

Der Prinz fasste das Ganze √ľbrigens schon sehr treffend zusammen. Er meinte, die Wohnung geh√∂re jetzt eben ihm und seiner Schwester – wir Eltern w√ľrden ja nun wo anders wohnen.

Ende Mai wird sich die Wohnsituation noch einmal √§ndern. Dann werden der Freund und ich eine gemeinsame Wohnung im gleichen Ort wie die Kinder und der PmK haben. Wir wohnen dann alle nicht l√§nger als 10 Minuten auseinander. Ich denke, dann werden die kleinen Freiheiten mehr. Die Kinder k√∂nnen jederzeit auch zu dem anderen Elternteil. Unter der Woche k√∂nnen wir den jeweils anderen unterst√ľtzen – beim Abholen oder noch schnell etwas einkaufen. Wir k√∂nnen beide als Eltern da sein.

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